Blitzschutz Grundlagen

Hi allseits,

ich suche eine vernünftige, praxisnah formulierte Einführung in das Thema „Blitzschutz“. Anlass ist dass ich meine alte Fotovoltaik-Anlage, die ich vor 3 Jahren mit meinem Haus mitgerkauft habe, wegen eiens Defekts etwas näher in Augenschein genommen habe. Davor wars mir gut genug dass sie einfach lief.

Die Anlage steht aufgeständert (!) auf meinem Hausdach, die Solarpaneele sind in einem Alurahmen eingesetzt, der somit auch den höchsten Punkt auf meinem Hausdach darstellt.

Der Alurahmen ist mit einem dicken Kupferkabel (10mm² schätzungsweise) an den Fundamenterder des Hauses angeschlossen. Weiters wurden die beiden Ableitungen, die von den Solarstrings zum Wechselrichter führen, mit 2 Blitzschutzgliedern (VM280) gegen diese Erde abgesichert.

Soweit ich mich an Physik erinnere, setzt ein Blitzschlag gewaltige Energiemengen frei, und das Kabelchen und die beiden VM280 würden vermutlich innerhalb einer Mikrosekunde verdampfen. Abgesehen davon befindet sich bei meinem 70-er Jahre Haus der Erderanschluss im Inneren des Kellers, das Erdungskabel wurde ins Haus hinein und durch mehrere Kellerräume hindurch geführt. Das erinnert mich irgendwie an eine Zündschnur.

Mir ist unklar wie diese Konstruktion im Ernstfall irgend etwas schützen soll. Deshalb möchte ich gerne bei Praktikern nachlesen was sie von Blitzschutz mit solch einfachen Mitteln generell halten.

Gruss Armin.

Hallo!

Schau  mal hier rein : https://www.dehn.de/de/aufdachanlagen-gebaeude-ohne-…

Grundsätzlich muss sich das ein Fachmann vor Ort anschauen, ob das so richtig aufgebaut und geschützt ist oder ob man nachrüsten muss. So wie beschrieben ist es m.E. nicht korrekt.
und ob die Überspannungsschutzgeräte geeignet sind kann ich nicht sagen.

Zu den Querschnitten: Du muss bedenken, zwar sind die vollen Blitzströme sehr hoch, sie sind aber auch nur extrem kurzzeitig vorhanden. Und das macht es ja aus, ob ein Leiter verdampft oder intakt bleibt und nur eine gewisse Hitze speichert.

Bedenke, Blitzschutzdrähte einer  „echten“ Blitzschutzanlage sind auch „nur“ 8 mm Durchmesser = 50 mm2 Querschnitt und dürfen auch aus dem schlechter leitenden (Spezial)Alu bestehen !
Bei Stahl 10 mm = ca. 80 mm².

Dachantenne wird mit mind. 16 mm² CU (aber eindrähtig !) geerdet.

Grundsätzlich gilt, Erder sollen kurz, gerade und auf direktem Weg zum Fundament-/Ringeerder führen. Am besten außen am Gebäude runter und auf Erdniveau in den Keller zur PA-Schiene.
Man kann auch einen separaten (Stab)Erder setzen dafür. Muss den aber auch in den PA des Hauses einbeziehen( Potenzialausgleich zw. versch. Erdungsanlagen).

MfG
duck313

Moin, moin,

ganz simpel, die Module sind geerdet, das hat GARNICHTS mit Blitzschutz zu tun.

Der Beschreibung nach existiert nur ein Überspannungsschutz und eine Funktionserde.

Blitzschutz ist gem. obiger Beschreibung NICHT vorhanden.

lg   tugu

Diese Erdungsleitung soll „im Ernstfall“ (Blitzschlag) überhaupt nicht schützen.

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Diese Erdungsleitung soll „im Ernstfall“ (Blitzschlag)
überhaupt nicht schützen.

Da sind wir uns dann einig, wenn auch aus anderem Blickwinkel :smile:

Ich habe beides in einen Topf geworfen, weil ein und das selbe 10mm² Kabel sowohl den Alurahmen der Module erdet, als auch am hinteren Ende der VM160 Überspannungsableiter angeschlossen ist.

Wozu sind die Dinger dann überhaupt gut?

Gruss Armin

Hallo!

An meinem Haus existiert schon seit 101 Jahren eine Blitzschutzanlage, die hab ich auch bei Sanierungsarbeiten immer so Stück für Stück mit , naja, ich sag mal, beibehalten, und in Ordnung gehalten.

Auf dem Dach die Stäbe mit Kupferspitzen, die sind oben spitz angedreht, und darauf ist eine Platinfolie aufgelötet.
Ableitkabel ist Kupferdraht, 9 mm Durchmesser, und der war mit schlampigen Erdern verbunden.
Ich weiss aber, dass es funktioniert hat, weil einmal bei uns der Blitz eingeschlagen hat, ich hatte den Verdacht, weil einer der von mir entrosteten und frisch gestrichenen Blitzableiterstäbe plötzlich schwarz war. Den Blitzeinschlag hat mir dann kürzlich auch jemand bestätigt, der es beobachtet hat.

Inzwischen hab ich auch einen 6 m langen Erdungsstab eingeschlagen, und das alles ordentlich angeschlossen.

Also ich kann sagen, wenn das vernünftig ausgelegt ist, funktioniert das schon, da verdampft auch nix. Das wusste man aber auch schon vor 100 Jahren, wie man sowas auslegt.

Grüße, E!

Moin, moin,

die Rahmenerdung hat ausschließlich Schutzcharakter, damit die Metallteile immer Erdpotential haben, auch wenn ggf. ein Isolationsfehler in einem Modul auftreten sollte, da dort sonst Gleichspannungen bis fast 1000V am Metallrahmen anliegen „könnten“.
Der Überspannungsschutz auf den DC-Leitungen soll vor indirektem „Blitz“ schützen, sprich vor Induktion, wenn der Blitz in der Nähe einschlägt.
Die meisten namhaften Wechselrichter haben einen solchen Überspannungsschutz im Eingang integriert oder zumindest die Vorrichtung dafür.

lg tugu

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Überigens, bei der Wohngebäudeversicherung spielt es keine Rolle ob das Haus einen Blitzableiter hat oder nicht.

MfG Wolfer

Überigens, bei der Wohngebäudeversicherung spielt es keine
Rolle ob das Haus einen Blitzableiter hat oder nicht.

MfG Wolfer

Hallo!

Das ist mir ehrlich gesagt egal,
wie schon geschrieben, hat es bei mir schon mal reingehauen,
ob das ohne Blitzableiter auch passiert wäre, weiss ich nicht.

Da sind mir die vielleicht 20 Arbeitsstunden und die vielleicht 150 € für den neuen Erder und Kabelhalteschellen aber ehrlich gesagt auch egal,
denn wenn mir die Bude halb abgebrannt wäre, hätte ich da wesentlich viel mehr Ärger und Probleme.
Ob versichert oder nicht. Meine Meinung.

LG, Steffen!