Hallo Miteinander
Ich habe das Problem, dass meine Gedanken oft wie blockiert sind. Das hat logischerweise zur Folge, dass ich mich (zB. meinem Partner) nicht mitteilen kann.
Wenn ich nach meiner Meinung zu etwas gefragt werde, gebe ich meist erst nach einigen Sekunden „Pause“ eine Antwort… Wie meine Meinung entstanden ist, kann ich meist nicht erklären.
Mir ist jedoch aufgefallen, dass meine Kommunikation nach einem Drink (ohne gleich betrunken zu sein!) viel besser und ohne Unterbrechungen läuft.
Was sind das für komische Blockaden?
Weiss jemand Rat, wie ich diese durchbrechen kann?
Wie kann ich meine Gedanken richtig ordnen und mitteilen?
Vielen Dank schon zum Voraus!
Hallo
Find’s gut, dass du dich hier damit „outest“, das spricht für Problembewusstsein und damit den Wunsch zur Veränderung. Befangenheit, Gedankenblockaden und Schüchternheit sind - auch bei andern Menschen - völlig normal, wenn sie sich gut präsentieren wollen, wenn ihnen ihr Gegenüber besonders wichtig ist bzw. dieses besonders dominant/kritisch ist. Insofern spricht dies dafür, dass du viel von deinem Partner hälts oder er selber von sich. Möglicherweise schüchtert er dich ein wenig ein, und du denkst, wenn auch nur unbewusst, du könntest ihm nicht genügen. Schwer zu beurteilen, so aus der Distanz, ob dies an euch als Paar liegt, ob ihr sehr verschieden seid, ob er derart dominant ist oder ob du mehr Selbstvertrauen brauchen könntest. Eventuell herauszufinden in einer Standortbestimmung mit einer Beraterin (Psychologin, Coach) oder in einem Kurs (z.B. für Rhetorik).
Viel Glück und Erfolg - S.
Nach ein paar Sekunden weißt du die Antwort schon? Mir fällt oft erst nach stunden oder Tagen ein, was ein Satz, den jemand mir sagt, bei mir auslöst! Ehrlich! Bei mir hat es wohl damit zu tun, dass ich mich zu sehr in andere hineinversetze und mich selber vergesse - das gibt es durchaus. Ich muss deshalb immer wieder darauf achten, dass ich meinen Körper spüre. Dazu hilft alles, was mit dem Körper zu tun hat: Sport, aber auch so einfache Dinge wie den eigenen Körper klopfen, sich schütteln, gut ist auch putzen - obwohl das sonst nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist! Ob Alkohol auch hilft, kann ich nicht sagen, es macht auf jeden Fall lockerer.
Aber eine Möglichkeit besteht auch darin, dass du deinem Gegenüber einfachst sagst: Darüber muss ich erst noch kurz nachdenken. Ansonsten ist langfristig natürlich immer Meditation gut, also die eigenen Gedanken beobachtn ohne sie zu bewerten.
Ich hoffe, das hilft dich ein bisschen!
vlg
ch
Hallo!
Ich bin nicht wirklich ein Experte auf diesem Gebiet, aber ich kann dir gerne meine Meinung zu deinem Problem schildern.
Zunächst denke ich, dass es vielen Menschen so gut wie dir.
Ich kann mir vorstellen, dass diese „Blockaden“ daher kommen, weil dein Gehirn viele (entscheidende) Dinge noch nicht verarbeitet hat. Vielleicht hast du das ein oder andere Erlebnis noch nicht verarbeitet, schleppst evtl. offene Entscheidungen mit dir herum oder hast einfach im allgemeinen zuviel Streß. Diese Dinge sind jedoch nicht verschwunden, indem man sie ignoriert, sondern werden in eine Art „Zwischenspeicher“ verschoben, wie bei einem Computer. Wenn der zu voll ist, „hängt“ die jeweilige Verarbeitung schonmal. Dann sollte man den Zwischenspeicher leeren…
Durch den Konsum von Alkohol oder anderen Rauschmitteln wird im Gehirn der „Stromfluss“ zwischen den Nerven verändert, in deinem Fall hat dies die Lockerung der „Blockaden“ zu Folge.
Es kann allerdings auch nicht schaden, wenn du mal überlegst, wie es um deinen Schlaf steht. Ist der ausreichend, schläfst du schlecht, nicht tief genug? Das Fehlen von bestimmten Schlaf(Traum)phasen kann ebenfalls zu solchen Problemen führen.
Alles in allem gibt es sicherlich soviele Möglichkeiten, dass du dein Problem näher hinterfragen solltest, sofern es dich stark belastet. Schließlich ist es auf diesem Weg sehr schwierig, die Ursache zu finden, da ich deinen Alltag, deine Vergangenheit und und und… nicht kenne. Aber wenn du Vermutungen hast, dann kannst du sie ja gerne nochmal äußern.
Ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.
Wünsche dir alles Gute!
LG, sorgloseSusi
Hallo Zusammen
Ich danke Euch allen für eure Anmerkungen und Ratschläge.
Auf jeden Fall scheine ich nicht die einzige zu sein, die mit solch Blockaden zu kämpfen hat. Schon das zu lesen ist eine gewisse Unterstützung für mich.
Ich denke, dass ich noch einen Moment brauchen werde, Eure Antworten und Kommentare zu „studieren“ und den für mich richtigen Weg da raus zu finden. Womöglich werde ich doch noch psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen denn die ganze Problematik belastet mich schon sehr.
Auf jeden Fall nochmal ein grosses Danke an alle, schon Euer Verständnis tut mir gut.
Hallo Schmausy,
Gerne. Doch, wie du sagst, ist dieses Problem weit verbreitet und - so aus der Ferne - nicht krankhaft. Psychiater sind für Psychopathologien, als Krankheiten, zuständig (zB. Schizophrenie, schwere Persönlichkeitsstörungen mit stark abweichendem Verhalten, Depression, manisch-depressive Krankheitsbilder). Sie behandeln medikamentös, mit Psychopharmaka, also Chemie. Psychologen beschäftigen sich mit den gesunden Anteilen der menschlichen Psyche und unerwünschten Verhaltensweisen oder Zuständen. Sie können z.B. diagnostisch tätig sein, um herauszufinden, was jemandem fehlt. Therapeuten können die einen oder andern sein, sofern sie eine Zusatzausbildung gemacht haben. Viel Glück beim Suchen und Finden (evt. bei einem Verband in deinerRegion).S.
Ganz einfach: Ohne falsche Hemmungen einen Drink nehmen!