Blöde Frage zur Finanzkrise - wo ist das Geld hin

Hallo,

wenn ich das Desaster mit der Finanskrise richtig verstanden habe, ist das Ausgangsproblem, dass amrikanische Banken quasi ungedeckte Kredite an Häuslebauer vergeben haben.
So weit, so gut.
Nun müssen allerdings europäische wie amerikanische Banken jeweils mit Milliardenbeträgen gerettet werden - haben die amerikanischen Häuslebauer in solchem Umfang Kredite erhalten? Wieviele Häusle gebe das dann?
Oder, anders gefragt, wo ist der Rest geblieben? Das, was nicht in Häuschen investiert wurde? Oder gibts da jetzt tausende quadratkilometer kreditbebauter Flächen, ganze Städte womöglich?

Irgendwo muß es ja geblieben sein, das Geld, oder? Solange wir keine besondere Inflation haben.

Dank an alle, die mich klüger machen können (nur bitte nicht mit dem Komentar Milchmädchenrechnung´ - angesichts der Folgen der Bankerrechnung´ sind die Milchmädchen voll rehabilitiert.

Gruß, Anne

Soviele Wirtschaftswissenschaftler ohne Wissen???
Ich würde mich schon über intelligente Antworten freuen, ehrlich. Sogar über weniger intelligente.
Oder weiß da wirklich niemand Bescheid???
Jeder Student lernt doch was im Studium, wenn man dann erstmal im Fach arbeitet, lernt man meist noch erheblich mehr, wenn auch spezialisierter. Meine so allgemeine Frage dürfte doch keine Hürde darstellen.

Gruß, Anne

Hallo,

jeweils mit Milliardenbeträgen gerettet werden - haben die
amerikanischen Häuslebauer in solchem Umfang Kredite erhalten?

wieso auch nicht? Es gibt 305 Mio. legale US-Amerikaner und selbst ein Haus aus Pappe und Holz kostet gerne mal 100.000 USD. Den Rest kann man sich ausrechnen.

Gruß
Christian

Hallo,

wenn ich das Desaster mit der Finanskrise richtig verstanden habe, ist das Ausgangsproblem, dass amrikanische Banken quasi ungedeckte Kredite an Häuslebauer vergeben haben.

Und wenn ich das richtig verstanden habe, wäre die Sache mit den Subprimekrediten noch nicht so ganz schlimm. Schlimm wurde es erst, als die Kredite umverpackt und als Zertifikate von aller Welt gekauft wurden. Die Banken in D, F, Island usw. hatten da „plötzlich“ Papiere, die nix mehr wert waren. Die Frage muss also lauten, warum haben diese Experten das nicht gewusst?
Allerdings muss man hinzufügen, dass diese Blase offensichtlich auf eine schon im Fallen begriffene Wirtschaft traf. General Motors z.B. hatte schon lange vorher Riesenprobleme!

Irgendwo muß es ja geblieben sein, das Geld, oder? Solange wir keine besondere Inflation haben.

Na ja, irgendwo ist es. Wie hat das mal einer gesagt: "Nicht traurig sein, es ist ja nicht weg, es gehört nur jemand anderem … "

Gruss
Laika

Guten Tag,

Wenn diese allgemeine Frage, keine Hürde wäre, würden sich darüber WI-Wissenschaftler nicht ausgiebig unterhalten.

Ich sehe die Problematik im unbewerteten Handel. Auslöser ist sicherlich die Subprime-Krise (Hypotheken für Geringverdiener). Problem war die Fatalität und das Ausmaß. Beide Punkte wurden bereits erwähnt, vielleicht noch nicht so präzise:

Die Amerikaner haben massenhaft Hypotheken, also Darlehen oder Kredite zum Hausbau, bekommen. Dabei achtete man keine europäischen Standards des sog. Ratings (Bewertung der Kreditwürdigkeit), wodurch so gut wie jeder sehr billig an Kredite kam. Das heißt zum einen finanzieren wir jetzt im Nachhinein die amerikanischen Häuser, das kann man durchaus sagen, das ist aber nur ein Effekt. Diese Kredite wurden so leicht vergeben, weil die FED (Zentralbank der USA, Pendant zur EZB) permanent auch in guten Zeiten mittels niedriger Leitzinsen Geld auf den Markt gepumpt haben und dies von der Regierung noch gefördert wurde, durch dementsprechende Finanzpolitik.

Dadurch, dass jeder Häuser kaufen oder bauen konnte, stieg die Nachfrage nach Häusern und vor allem Grundstücken, und damit natürlich der Preis. Die Immobilienpreise stiegen immer weiter, und das sollte gut gehen, solange man noch immer weiter Häuser kaufen wollte. Als allerdings die Stimmung umgeschwungen ist, sind die Immobilienpreise gesunken, damit die Hypothekenwerte der Amerikaner, viele konnten nicht mehr die Raten bezahlen, den Banken fehlte Geld, usw. Ein schöner Kreislauf. Also nicht nur, dass die Häuser nicht bezahlt werden können, weil die Amerikaner soviel Geld nicht hatten, nein, sie hatten auch künstlich hochgetriebene Preise für Immobilien bezahlt. Auch das Geld, das in den zu hoch bewerteten Immobilien vorher steckte, wird jetzt wieder nachgezahlt, um Löcher zu stopfen.

Jetzt kam allerdings noch ein Effekt dazu, der das ganze noch fataler macht, und der es dann letztendlich zur Finanzkrise werden lässt. Nicht nur, dass die Banken das Geld der Häuser an sich verloren, nein sie verloren deutlich mehr. Die überbewerteten Kredite wurden zu Paketen geschnürt und weiterverkauft. Man betrieb also Handel mit Hypothekenpaketen. Auf diese wurde nun noch gewettet, sie wurden in sehr viele, teils äußert komplexe, Finanzgeschäfte verpackt und überall weiterverkauft. Durch Handel und Wetten entstanden horrende Geldwerte, die die eigentlichen Kredite um ein vielfaches überstiegen, weil man falsch bewertet hatte. Somit wurden erneut künstliche Nachfrage und damit höhere Preise geschaffen. Man gibt also 99 Arbeitslosen und einem Mittelständler einen Hauskredit, je in Höhe von 200 000$, verpackt das ganze als ein Paket von 100 sicheren Krediten und verkauft es anstatt für 20 000 000$ eher für 30 000 000$, dadurch dass die Immobilienwerte steigen ist das ganze plötzlich 40 000 000$ wert. Dann wettet man darauf, dass alle schön ihre Kredite abbezahlen und die Immobilienwerte noch steigen. Wenn man in diese Wetten viel Geld investiert, dann entstehen vielleicht insgesamt Geldwerte von 200 000 000$, die man allerdings nicht so überblicken kann. Wenn es allerdings hart auf hart kommt, dann kann eventuell nur noch der eine Mittelständler sein Haus bezahlen und von den 200 000 000$ an Geldwert, bleiben der Bank 200 000$, also 99% Verlust. Das Beispiel ist natürlich leicht übertrieben.

Wo steckt das Geld? In den damals zu hohen Immobilienwerten, im zu hohen Lebensstandard der amerikanischen Gesellschaft, bei Investoren, die damit gut gehandelt und gegen die Banken gewettet haben.

So zumindest meine Ansicht, da wird es sicherlich auch noch umfangreichere oder abweichende Analysen geben. Man kann es letztendlich auch nicht auf das genaueste bestimmen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Naja, ich kann mir jetzt natürlich ausrechnen, was es ungefähr kostet, wenn sich jeder Amerikaner ein Haus baut.
Nur denke ich, dass die meisten schon eins haben, dass ohnhin nicht Kinder und Greise als Bauherrn auftreten und sich so die Anzahl potentieller Häuslebauer deutlich verringert.

Schätzungsweise hat ein amerikanischer Haushalt vielleicht 3 Personen, bleiben also ca. 1.000.000 Haushalte.
Davon haben die allermeisten ein Haus (es stehen schon eine Menge Häuser in Amerika), mutmaßen wir also mal, dass 2-4 Prozent der Haushalte noch kein Häuschen hat, aber eines möchte.

Sind dann noch 20.000 bis 40.000 Häuslebauer.
Von denen kann sicher so mancher ein Haus wirklich finanzieren, schätzen wir mal 20%, bleiben 16.000 bis 32.000 finanziell wackelige Häuslebauer.

Gibt jeder für sein Häuschen im Schitt 200.000 $ aus, kommen wir auf 3,2 bis 6,4 Milliarden $. Und die sind noch nicht einmal ganz weg, es gibt ja immerhin die Häuschen, die zwar deutlich weniger, aber auch nicht nichts wert sind.

Selbst wenns viel mehr Häuser waren und wenn sie teuerer waren, man sieht, auf z.B. 500 Milliarden kommt man nicht so schnell.
Da bräuchte man ca. das zehnfache an Häuslebauern (20-40% der US-Haushalte, was nicht sein kann) oder ca. 10% Häuslebauer und den drei- bis vierfachen Preis - bauen sich 10% finanziell klamme Amerikaner im Schnitt Häuser zu 700.000 $? Nicht anzunehmen.
Und das nur am Beispiel der 500 Milliarden, die zudem noch Euro waren, es geht ja weltweit um ganz andere Beträge.

So, die Häuser könnens also nicht allein und auch nicht maßgeblich gefressen haben.

Aber wer oder was dann? Irgendwelche Fonds - kann nicht, die sind doch alle abgesackt. Aktiengesellschaften ebenfalls. Bleiben eigentlich nur Privatpersonen oder Firmen/Banken, die nicht an der Börse gehandelt werden. Oder Gehälter und Boni für die Finanzmakler, aber in solchen Kategorien - auch nicht so ganz nachvollziehbar.
Alle reden immer nur von dem wecken Geld, keiner davon, wo es hin ist. Dass soviel Geld so unauffällig verschwinden kann, macht mich recht stutzig, Sorgen macht es mir auch.

Angesichts der Tatsache, dass in armen Gegenden tatsächlich Leute aufgrund der Finanzkrise verhungen, andernorts alte Leut ihre kompletten Altersreserven verlieren (hatte letztens eine Kundin, der es so ergangen ist), die Steuerzahler aller Länder als Zahlschweine vereinigt sind etc. finde ich es durchaus angebracht, mal zu erfahren, welches Geld genau wohin gegangen ist und wohin jetzt die Unterstützungen gehen.

Mich und meine Kinder hat das Ganze bis jetzt ein kleines amerikanisches Häuschen gekostet - ohne dass wir eines dafür bekommen hätten. Wenn ich schon für Häuser zahle, möchte ich sie normalerweise auch haben, auch wenn sie nur noch ein zehntel Wert haben - besser als nix.

Gruß, Anne

Hallo,

Vielen Dank schon mal für den Aufklärungsversuch. Leider habe ich nicht alles kapiert, deshalb ein paar Fragen zu den entsprechenden Stellen dazugeschrieben.

Ich sehe die Problematik im unbewerteten Handel. Auslöser ist sicherlich die Subprime-Krise (Hypotheken für Geringverdiener). Problem war die Fatalität und das Ausmaß. Beide Punkte wurden bereits erwähnt, vielleicht noch nicht so präzise:

Die Amerikaner haben massenhaft Hypotheken, also Darlehen oder Kredite zum Hausbau, bekommen. Dabei achtete man keine europäischen Standards des sog. Ratings (Bewertung der Kreditwürdigkeit), wodurch so gut wie jeder sehr billig an Kredite kam. Das heißt zum einen finanzieren wir jetzt im Nachhinein die amerikanischen Häuser, das kann man durchaus sagen, das ist aber nur ein Effekt. Diese Kredite wurden so leicht vergeben, weil die FED (Zentralbank der USA, Pendant zur EZB) permanent auch in guten Zeiten mittels niedriger Leitzinsen Geld auf den Markt gepumpt haben und dies von der Regierung noch gefördert wurde, durch dementsprechende Finanzpolitik.

  • O.K., das ist inzwischen allgemein bekannt, aber das allein kann nicht zu solchen Defiziten führen. -

Dadurch, dass jeder Häuser kaufen oder bauen konnte, stieg die Nachfrage nach Häusern und vor allem Grundstücken, und damit natürlich der Preis. Die Immobilienpreise stiegen immer weiter, und das sollte gut gehen, solange man noch immer weiter Häuser kaufen wollte. Als allerdings die Stimmung umgeschwungen ist, sind die Immobilienpreise gesunken, damit die Hypothekenwerte der Amerikaner, viele konnten nicht mehr die Raten bezahlen, den Banken fehlte Geld, usw -

hier mal Stopp (ich bin keine Wirtschaftswissenschaftlerin): die Häuser bleiben erstmal die gleichen und sie bleiben Häuser, sind also auch kein Bargeld. Die Werte fallen, die Banken wollen höhere Kreditzinsen - verständlich, aber wenn der Wert der Häuser nicht gefallen wäre, hätten die Banken mit den alten, bezahlbaren Raten weiterwirtschaften müssen. Weshalb fehlt denen also Geld, dass sie ohne Immobilienwertverlust auch nicht in bar gehabt hätten? Hätte es gereicht, wenn die Banken einfach still gehalten und die Raten nicht erhöht hätten? -

Ein schöner Kreislauf. Also nicht nur, dass die Häuser nicht bezahlt werden können, weil die Amerikaner soviel Geld nicht hatten, nein, sie hatten auch künstlich hochgetriebene Preise für Immobilien bezahlt. Auch das Geld, das in den zu hoch bewerteten Immobilien vorher steckte, wird jetzt wieder nachgezahlt, um Löcher zu stopfen.

  • D.h. also, wir zahlen den amerikanischen Banken die unvorsichtig gewärten Kredite zurück??

Jetzt kam allerdings noch ein Effekt dazu, der das ganze noch fataler macht, und der es dann letztendlich zur Finanzkrise werden lässt. Nicht nur, dass die Banken das Geld der Häuser an sich verloren

(sorry, aber der Wertverlust trifft ja eigentlich erstmal den Eigentümer - der zahlt den überhöhten Immobilienpreis. Die Bank erst, wenn sie die Immobilie als Kreditgegenwert übernimmt),

nein sie verloren deutlich mehr. Die überbewerteten Kredite wurden zu Paketen geschnürt und weiterverkauft -

nochmal Stopp: die amerikanischen Banken verkauften überbewertete Kredite. Da hat den Schaden doch der, der die Kredite kauft, nicht die Bank, die sie überbewertet verkauft, oder??? -

Man betrieb also Handel mit Hypothekenpaketen. Auf diese wurde nun noch gewettet, sie wurden in sehr viele, teils äußert komplexe, Finanzgeschäfte verpackt und überall weiterverkauft. Durch Handel und Wetten entstanden horrende Geldwerte, -

wieder Stopp: entstanden Geldwerte? Sorry, verstehe ich nicht. Was ist ein Geldwert und wie kann er künstlich entstehen? -

die die eigentlichen Kredite um ein vielfaches überstiegen, weil man falsch bewertet hatte. Somit wurden erneut künstliche Nachfrage und damit höhere Preise geschaffen. Man gibt also 99 Arbeitslosen und einem Mittelständler einen Hauskredit, je in Höhe von 200 000$, verpackt das ganze als ein Paket von 100 sicheren Krediten und verkauft es anstatt für 20 000 000$ eher für 30 000 000$, dadurch dass die Immobilienwerte steigen ist das ganze plötzlich 40 000 000$ wert. Dann wettet man darauf, dass alle schön ihre Kredite abbezahlen und die Immobilienwerte noch steigen. Wenn man in diese Wetten viel Geld investiert, dann entstehen vielleicht insgesamt Geldwerte von 200 000 000$, die man allerdings nicht so überblicken kann. Wenn es allerdings hart auf hart kommt, dann kann eventuell nur noch der eine Mittelständler sein Haus bezahlen und von den 200 000 000$ an Geldwert, bleiben der Bank 200 000$, also 99% Verlust. Das Beispiel ist natürlich leicht übertrieben.

  • O.K., aber bei einer Wetten geht ja an sich kein Geld verloren, es wird ebensoviel gewonnen wie verloren (abzüglich der Buchmachergebühren, die aber natürlich auch nicht weg sind).

Wo steckt das Geld? In den damals zu hohen Immobilienwerten, im zu hohen Lebensstandard der amerikanischen Gesellschaft - Was hat der damit zu tun? Der Zusammenhang ist mir nicht klar? - , bei Investoren, die damit gut gehandelt und gegen die Banken gewettet haben. - Welcher Art Investoren sind das z.B.? Wenn sie an der Börse notiert wären, hätten ja irgendwelche Werte ordentlich steigen müssen, ist mir aber nicht aufgefallen? -

So zumindest meine Ansicht, da wird es sicherlich auch noch umfangreichere oder abweichende Analysen geben. Man kann es letztendlich auch nicht auf das genaueste bestimmen.

  • Das wäre aber schon nötig, oder? Millionen Anleger und Steuerzahler müssen das bezahlen. Da sollten sie wissen, warum und an wen letzten Endes.

Wäre schön, wenn Du mir die unklaren Stellen noch erklären könntest, ich bin in Wirtschaft wirklich nicht fit - aber gut, das sind etliche Banker offenbar auch nicht.
Vielleicht sollte ich auf Banker umsatteln, viel falscher kann ich es auch nicht machen und im An- und Verkauf kenne ich mich aus.

Gruß, Anne

Hallo,

die Zahl der US-Haushalte, die aufgrund von Immobilienfinanzierungen 2009 Insolvenz anmelden werden, wird auf 10 Mio. geschätzt. Bei einem durchschnittlichen Hauspreis von 100.000 macht das eine Bio. Euro allein an Immobilienfinanzierungen, die allein 2009 in die Insolvenz gehen. Die Zahl der notleidenden Kredite insgesamt (eben nicht nur für Häuser, sondern auch für KFZ und Konsumausgaben) dürfte deutlich höher sein.

Falls Dir das als Erklärung nicht reicht, kann ich leider nicht mehr weiterhelfen.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

sorry, mir waren unterwegs zwei Potenzen verlorengegangen - bei sovielen Nullen wirds mir immer etwas schwindelig.
O.K., voll verrechnet.
Trotzdem schockiert mich Deine Zahl - 10 Millionen Haushalte mit insolventen Häusern sind ja nun eindeutig ca. 10 % aller amerikanischen Haushalte - was machen die denn nun? Sitzen die alle auf der Straße? Wenn obendrein die Auto- und sonstigen Konsumkredite noch mehr ausmachen, also auch noch mehr oder höhere Insolvenzen bewirken - ja was denn dann? Sind jetzt mehr als 20% der amerikanischen Haushalte insolvent? Konnte das passieren, ohne dass jemandem Zweifel kamen (sind etwa Diepgen und Landowsky in die US-Bankenwirtschaft eingestiegen?)

Ein bißchen mehr steckt schon dahinter. Schließlich ist es nicht europäischer Steuerzahler Aufgabe, den Amerikanern, die sich übernommen haben, finanziell unter die Arme zu greifen.
Und den Restwert der Häuser läßt Du völlig außer Acht - da bleibt ja schon noch etwas übrig, teils gleich, teils etwas später, teils garnicht. Aber 10 Millionen Häuser sind nicht mal eben nichts wert, solange sie nicht in der Wüste stehen.

Gruß, Anne

also bei uns hat jeder ein HAUS!!!
Moin

ich habe mehrere Verwandte in den USA. Und ich wunderste mich als diese in den letzten Jahren nach und nach alle ein Haus kauften…

In Google Earth hab ich mir die Buden auch mal angesehen und klein waren die nicht…

ich hab da zwei cousinen die beide ein haus haben!

also mit Häuser wurden die da drüben totgeschmissen…

daniel

Guten mittag,

Trotzdem schockiert mich Deine Zahl - 10 Millionen Haushalte
mit insolventen Häusern sind ja nun eindeutig ca. 10 % aller
amerikanischen Haushalte - was machen die denn nun? Sitzen die
alle auf der Straße?

denkbar. Aber ganz so einfach ist das nicht. Die insolventen Haushalte (die zehn Mio. waren eine Schätzung) sind dorthin ja nicht zwangsweise mit Immobilienkrediten geraten. Zumal die Immobilienfinanzierungen teilweise nur mit dem Haus besichert sind und der Kreditnehmer darüber hinaus nicht mit seinem Vermögen haftet. Hausschlüssel in Briefumschlag, Briefumschlag in Briefkasten, fertig. Das geht soweit, daß die Schuldner Geld geboten bekommen, wenn sie das Haus in einem ordentlichen Zustand verlassen. Bei einer nicht geringen Zahl dieser Schuldner handelt es sich um mehr oder weniger legale Einwanderer, die nach „Hausrückgabe“ zurück in ihr Heimatland fahren. Viele andere Häuser - vor allem in Ferienregionen wie Florida, Kalifornien, Arizona und Colorado - sind auch Zweithäuser gewesen oder Investitionsobjekte. In diesem Fall haben die Leute natürlich noch ihr Ersthaus.

Wenn obendrein die Auto- und sonstigen
Konsumkredite noch mehr ausmachen, also auch noch mehr oder
höhere Insolvenzen bewirken - ja was denn dann? Sind jetzt
mehr als 20% der amerikanischen Haushalte insolvent? Konnte
das passieren, ohne dass jemandem Zweifel kamen

Es wird sicherlich in jedem Kreditinstitut jemanden gegeben habe, der das bunte Treiben staunend betrachtete. Der bekam dann die üblichen Sprüche zu hören: „wenn wir den nicht machen, können wir gar keinen machen“, „wer soll denn in Zukunft noch Ihr Gehalt bezahlen?“ und „mit solchen Entscheidungen katapultieren wir uns aus dem Markt“. Außerdem gibt es immer Zweifler, weswegen man sie weitestgehend ignoriert.

Aber auch außerhalb der Kreditinstitute gab es Leute, die Zweifel an der lockeren Geldpolitik der FED und an der großzügigen Kreditvergabe der Kreditinstitute hatten. Aber wie konnte etwas falsch sein, daß Millionen von US-Amerikanern ein Haus und den Finanzinstituten einien Haufen Kohle brachte?

Ein bißchen mehr steckt schon dahinter. Schließlich ist es
nicht europäischer Steuerzahler Aufgabe, den Amerikanern, die
sich übernommen haben, finanziell unter die Arme zu greifen.

Macht ja auch keiner. Genau genommen ist es derzeit andersherum:
http://www.banktip.de/News/22961/deutsche-bank-erhie…

Und den Restwert der Häuser läßt Du völlig außer Acht - da
bleibt ja schon noch etwas übrig, teils gleich, teils etwas
später, teils garnicht. Aber 10 Millionen Häuser sind nicht
mal eben nichts wert, solange sie nicht in der Wüste stehen.

Der Erlös, der für ein Haus derzeit durch Zwangsverwertung in den einschlägigen Gebieten erzielt werden kann, ist mikroskopisch. Man hat ja auch nicht immer nur einzelne Häuser finanziert, sondern ganze Stadtteile auf einen Schlag entwickelt. Einige davon sind mittlerweile komplett entvölkert und die verbliebenen Anwohner müssen sich mit Waffen vor Banden schützen, die scharf auf die Metallrohre aus den Häusern sind. Welcher Preis dort für ein Haus durch eine Zwangsversteigerung erzielt werden kann, liegt auf der Hand.

Außerdem sind die Hauptverluste noch gar nicht aus den tatsächlichen Immobilienfinanzierungen entstanden, sondern aus den Wertpapieren, mit denen die Kredite weiterverkauft wurden. Auch wenn sich die tatsächlichen Kreditausfälle vielleicht erst auf 3 oder 5% belaufen, kann das Wertpapier schon 90% an Wert verloren haben.

Gruß
Christian