WAS IST DAS??? Ausgezogener Strudel - gehört das nicht eher
ins Brett „Lust und Liebe“?
))
Na ja, irgendwie–mit der Lust hast du Recht–Lust zu leben und zu genießen. Man kann ja das „Genießen“ mit Maß und Ziel machen, dann muß man es mit dem „fettarm“ -„kalorienarm“ ja nicht gar soo übertreiben.
als sie dann irgendwann angefangen hat, „kalorien- und
fettarm“ zu kochen, ist der Geschmack leider auch auf der
Strecke geblieben
((
Eigentlich schade, denn so verliert jede Region ihre ursprüngliche „Kochkunst“ und es wird zu einem Einerlei.
Und noch etwas so nebenbei: Hätte ich nur so viel Rhabarber wie du es beschrieben hast!! Ich zahlte gestern für 5 Stangen Rhabarber um die 100.–ATS (15 DEM). Aber was solls…
So, nun endlich zu deiner Frage, was ist ein ausgezogener Strudel.
Der Strudelteig ist einfach das einfachste was es gibt, nur es so zu erklären (ohne das man es sieht) ist etwas schwierig, vor allem die Mengenangabe–ich habe das im „Gefühl“, ich hoffe du weißt was ich meine.
Also: Mehl, Salz, Öl-----Heißes Wasser!
Das Wasser nicht zu heiß, man muß gerade mit den Händen noch den Teig bearbeiten können. Auf keinen Fall zu kalt—sonst läßt sich der Teig nicht „auseinanderziehen“.
Ich nehme einen Weitling (Schüssel) fette diese mit Öl aus.
Es klebt dann das Mehl nicht an.
In die Schüssel gebe ich nun
1/2 kg glattes (SEHR WICHTIG) Mehl hinein, salzen (brauchst nicht zimperlich sein mit dem Salz, eine schöne Brise die zwischen den Fingern so paßt).
Nun, das mit dem Wasser:
Also ich lasse mir beim Wasserhahn schon mal das heiße Wasser so lange laufen, bis ich die richtige Temperatur habe, und dann lasse ich es in das Mehl reinlaufen—und jetzt kommt das mit dem Gefühl (ich kanns leider nicht anders beschreiben), ich verrühre mit den der Hand das Mehl mit dem Wasser und sehe ob ich nun noch welches brauche oder nicht, lieber zuerst weniger, nachgeben kann man immer noch.
Es muß aber nun schnell gehen, damit das Wasser nicht allzusehr abkühlt. Also man verknetet das Mehl (Salz ist schon drinnen) ziemlich flott.(Am Anfang glaubt man das wird nichts, weil an den Fingern alles noch klebt–aber das paßt schon).
Es muß ein richtig schöner glatter Teig werden, falls noch ein bißerl an Elastitität fehlt, dann helfe ich mir mit ein paar Tropfen Öl nochmals aus, dadurch bringe ich von den Händen auf den Teig runter. Kneten, alles sehr schnell und wenn er fertig ist, dann wird quasi der/die Laib/Kugel Teig ein paar mal in die Schüssel hinein geworfen (der Teig wird geschlagen), also richtig den Teig nehmen und in die Schüssel rein hauen.
So, fast haben wir es.
Aus dieser Masse werden 2 Strudeln. Ich habe mir vorher schon 2 Schüsserl/Behälter vorbereitet, das Rohr auf ca 70 Grad gestellt.
Die 2 Behälter sind auch mit Öl ausgefettet, damit der nun fertige Teig nicht kleben bleibt.
Den Teig nun teilen, es werden ja 2 Strudeln.Ich forme aus jedem Teil so kleine Laiberl die je in eine Schüssel kommen, oben nochmals mit Öl eingfetten, damit der Teig oben nicht hart wird.
Ins Rohr stellen, damit der Teig warm bleibt und mit einem Geschirrtuch abdecken.
Nun die Äpfel Schälen, fein blättrig schneiden (ich nehme nun
die Schüssel, die ich für den Teig genommen habe) gebe dort alles
hinein, zuckern, ZIMT (nicht zu sparsam), mische alles ab–und die Fülle ist fertig. Beim Apfelstrudel MUSS der Apfel säuerlich sein.
Saisonbedingt gebe ich Rharbarber dazu.Verhältnis 1/3 zu 2/3 Apfel.
Rhab.vorher von der Haut und den Fasern befreien, die STangen in ca 1/2 cm Stückchen schneiden, unter die Äpfel mengen.
ALLES IST NUN VORBEREITET:
Nun MUSS es wirklich schnell gehen.
Man legt sich nun ein Tuch (bei mir heißte es Strudeltuch, ich nehme immer dasselbe und nur für den Strudel) es sollte schon ein größeres sein, damit man nicht so „aufpassen“ muß, 80/80cm
eventuell ein alte „Mitteldecke“ (die man für den Tisch verwendet)
bestreut diese mit Mehl (sehr wichtig, sonst klebt hier der Teig an)
nimmt EINEN Teig aus dem Rohr/Schüssel (der andere bleibt noch drinnen…
den Teig (Vorsicht heiß) legt ihn über die Faust zieht ihn mal rundherum herunter, mit der zweiten Hand zieht man nun soweit es geht malrundherum runter, wenn ich nun schon eine runde Form habe dann lege ich den Teig (sieht nun aus wie ein Fladenbrot—nur um es dir ein wenig anschaulich zu beschreiben) auf das BEMEHLTE Tuch und ziehe nun ganz schnell (Der Teig kühlt ja aus und verliert dadurch die Elastitzität)immer im Kreis herum am Rand den Teig aus, immer rund herum. Wenn da und dort sich ein Loch bildet, na ja, es sollte nicht sein, aber mit der Übung wird es beim nächsten Mal schon besser.
SO! Nun hast du den Strudelteig ausgezogen, müßte zumindest so groß sein, das du die Länge des Bleches vom Backrohr hast.
Äpfel/Rhabarber auf den Teig schön verteilen, ein paar zerlaufene Butter darüber geben, nicht allzuviel.
Nun schlage ich den Strudel seitlich mit dem Tuch auf die Länge ein, wie groß das Blech ist, und rolle nun auch mit dem Tuch (man hebt nur das Tuch an, sodaß sich der Teig mit der Fülle rollt).Nun habe ich den gerollten Strudel am Rand des Tuches, ich nehme das Tuch mit dem Strudel, hebe es über dem Blech (die befettet ist) und gebe den Strudel vorsichtig darauf. Ist der Strudel etwas zu lange, na dann drückt man halt seitlich ein bißerl bis er paßt.
Der zweite Strudel wird ebenfalls so gemacht, ACHTUNG: Tuch neu bemehlen!!
Sind nun beide Strudel am Blech ( ich nehme immer das „tiefere“ Blech, also nicht das für die Kekse, denn die Äpfel od.andere Fülle geben ja Saft), jetzt werden sie noch mit zerlassener Butter bestrichen–und ab ins Rohr. Ca 180 Grad, bis er schön braun ist backen.
Man kann bevor man den Strudel herausgibt auch noch mit etwas (nicht zuviel) Milch aufgießen.
DAS WÄRS!
Es liest sich wahrscheinlich völlig kompliziert-ist es aber nicht. Das einfachste ist-probieren. Es zahlt sich aus, denn es schmeckt herrlich.
Diese Strudel kann man wirklich mit F(Ph)antasie füllen. Blaubeeren, Kraut (unser berühmte Krautstrudel),Erdbeeren, Marillen (sind das bei euch die Aprikosen?)…
Nur als Zusatzinfo:
Der Wiener-Apfelstrudel wird mit gerösteten Brösel und Rosinen gemacht (ich mag das nicht, Brösel lassen den Strudel zu trocken werden, und Rosinen mag ich grundsätzlich nicht).
Ich hoffe, es war nicht zuviel, aber probieres es aus, wie schon gesagt enn man´s zeigen könnte, dann würdest du sehen, es ist überhaupt keine „Zauberei“. Na, und wegen den Kalorien! Man muß ja nicht einen ganzen Strudel essen, --aber du würdest es am liebsten, wirst schon sehen.
s´Zwergerl
Bei uns zuhause gab es einen Spruch:
Bei den ARMEN lernst du´s kochen
Bei den REICHEN lernst du´s sparen
Ich komme aus einer Familie mit 8! Kindern, war älteste von den Mädels, ich glaube, mehr brauche ich nicht zu sagen.
Apfel/RHarbarberkompott wäre auch noch, da bringst du auch deinen Rhabarber weg. Oder Marmelade, mein Gott es gäbe so vieles…
Einen schönen Sonntag noch!