Hallo Dirk,
eine gute Idee.
Die besten Termine zur Neuanlage sind Frühjahr oder Herbst. Zuerst musst du die bestehende Rasennarbe samt Wurzelwerk abtragen (Rasenstücke kompostieren). „Fetter“ nährstoffreicher Boden wird abgemagert, indem man groben Sand oder feinen Kies untermischt. Die meisten Wildblumen und -kräuter bevorzugen nährstoffarme magere Böden. Das die Fläche später nicht mehr gedüngt werden darf, ist damit auch klar.
Den vorbereiteten Boden läßt man zwei bis drei Wochen ruhen, dann kann endlich ausgesät werden.
Verwende heimisches Saatgut aus dem Fachhandel, hier nicht an der falschen Stelle sparen. Die Samenmischung soll keine exotischen Arten oder Kulturformen enthalten (höherwertige Mischungen enthalten deswegen eine genaue Artenliste).
Feines Saatgut kannst du mit Sand vermischen und dadurch gleichmäßiger ausbringen.
Die Samen vorsichtig leicht einharken, aber maximal einen halben Zentimeter tief (Lichtkeimer!), dann wird das Saatgut angewalzt. Danach muss die Fläche 6 Wochen lang feucht gehalten werden.
Wird zuerst nur der Wildblumensamen ausgesät und mit zwei oder drei Wochen Verspätung die Rasensamen, bekommen die konkurrenzschwächeren Kräuter und Wildblumen etwas Vorsprung. Bei kleinen Flächen kann vielleicht ganz auf den Rasensamen verzichtet werden, denn vom umliegenden Rasen werden die Gräser von selbst wieder einwandern.
Ganz ohne Pflege kommt die Blumenwiese nicht aus. Zweimal im Jahr muß gemäht werden. Der erste Schnitttermin ist je nach Witterung und/oder Region im Juni oder Juli, der zweite im Spätherbst. Das Mähgut muss abgetragen werden, dadurch entzieht man dem Boden Nährstoffe. Es kann aber ein paar Tage als Heu liegen bleiben, damit noch Blumensamen ausfallen können (ab und zu wenden).
Es macht erfahrungsgemäß wenig Sinn, den vorhandenen Rasen mit einer Wildblumenmischung zu veredeln, denn die meisten werden im folgenden Jahr nicht mehr kommen und du hast irgendwann eine Klee- und Löwenzahnwiese. In den handelsüblichen Wildblumen-Mischungen sind immer zig Sorten enthalten. Die Arten, welche den vorhandenen Standortbedingungen am besten entsprechen, werden sich im Laufe der Zeit durchsetzen, andere verschwinden. Auf jedem Standort wird so in Abhängigkeit von Nährstoffgehalt des Untergrundes, Bodengefüge, Bodenfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung im Laufe der Jahre ein ganz spezieller Wiesentyp entstehen.Bedenke auch, dass diese Blumenwiesen nach Möglichkeit nicht betreten werden sollten. Alternativ kannst du Inseln im vorhandenen Rasen schaffen, wenn du Liege-, Spiel- odere Flächen benötigst.
Gruß
Horst