Blumenwiese

Moin verehrte Fachleute,

Gegeben ist folgendes:
Grundstück ca. 550 qm. Bestand ein Großer Baum, mehrere Johannisbersträucher, sonst nur Rasen.
Das Grundstück wird eigentlich nicht genutzt, muß aber gepflegt werden.
Wie sieht es hier mit einer Blumenwiese aus?
Vor langer Zeit habe ich mal gelesen, daß man da Blumenwiese einsähen kann. Diese bräuchte nur zweimal im Jahr gemäht werden und fertig.
Stimmt das so??
Muß der vorhandene Rasen vorher untergepflügt werden ?
Oder wie oder was??
Für Tipps bin ich immer ein dankbarer * Verteiler.
Gruß
Dirk m.

Moin Verehrtester,
schön, so eine Blumenwiese. Ich fürchte nur, nach ein paar Jashren wird sie wenn überhaupt nur noch Bellis perennis, Taraxacum officinale und Ranunculus acer enthalten, vielleicht auch noch Trifolium repens.

Das, was wir so im Kopf haben http://www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandscha… , wenn wir von einer Wildblumenwiese sprechen, ist Magerrasen http://www.umweltfibel.de/lexikon/m/lex_m_magerrasen… und den wird Dein Baumhof wohl nicht aufweisen.

Das Aussäen von Blumensamen hat wahrscheinlich nicht den Erfolg, den du dir wünschst, denn die Blumen werden von den indigenen Arten innerhalb küzester Zeit erdrückt werden. Wnd dann hast Du wieder nur Gänseblümchen, Löwenzahn, Scharfer Hahnenfuß und Weißklee :smile:

Zweimal im Jahr mähen ist ok, aber weitere Ansprüche würde ich nicht stellen

Gruß
Eckard

Hallo Dirk,

eine gute Idee.

Die besten Termine zur Neuanlage sind Frühjahr oder Herbst. Zuerst musst du die bestehende Rasennarbe samt Wurzelwerk abtragen (Rasenstücke kompostieren). „Fetter“ nährstoffreicher Boden wird abgemagert, indem man groben Sand oder feinen Kies untermischt. Die meisten Wildblumen und -kräuter bevorzugen nährstoffarme magere Böden. Das die Fläche später nicht mehr gedüngt werden darf, ist damit auch klar.

Den vorbereiteten Boden läßt man zwei bis drei Wochen ruhen, dann kann endlich ausgesät werden.

Verwende heimisches Saatgut aus dem Fachhandel, hier nicht an der falschen Stelle sparen. Die Samenmischung soll keine exotischen Arten oder Kulturformen enthalten (höherwertige Mischungen enthalten deswegen eine genaue Artenliste).

Feines Saatgut kannst du mit Sand vermischen und dadurch gleichmäßiger ausbringen.
Die Samen vorsichtig leicht einharken, aber maximal einen halben Zentimeter tief (Lichtkeimer!), dann wird das Saatgut angewalzt. Danach muss die Fläche 6 Wochen lang feucht gehalten werden.

Wird zuerst nur der Wildblumensamen ausgesät und mit zwei oder drei Wochen Verspätung die Rasensamen, bekommen die konkurrenzschwächeren Kräuter und Wildblumen etwas Vorsprung. Bei kleinen Flächen kann vielleicht ganz auf den Rasensamen verzichtet werden, denn vom umliegenden Rasen werden die Gräser von selbst wieder einwandern.

Ganz ohne Pflege kommt die Blumenwiese nicht aus. Zweimal im Jahr muß gemäht werden. Der erste Schnitttermin ist je nach Witterung und/oder Region im Juni oder Juli, der zweite im Spätherbst. Das Mähgut muss abgetragen werden, dadurch entzieht man dem Boden Nährstoffe. Es kann aber ein paar Tage als Heu liegen bleiben, damit noch Blumensamen ausfallen können (ab und zu wenden).

Es macht erfahrungsgemäß wenig Sinn, den vorhandenen Rasen mit einer Wildblumenmischung zu veredeln, denn die meisten werden im folgenden Jahr nicht mehr kommen und du hast irgendwann eine Klee- und Löwenzahnwiese. In den handelsüblichen Wildblumen-Mischungen sind immer zig Sorten enthalten. Die Arten, welche den vorhandenen Standortbedingungen am besten entsprechen, werden sich im Laufe der Zeit durchsetzen, andere verschwinden. Auf jedem Standort wird so in Abhängigkeit von Nährstoffgehalt des Untergrundes, Bodengefüge, Bodenfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung im Laufe der Jahre ein ganz spezieller Wiesentyp entstehen.Bedenke auch, dass diese Blumenwiesen nach Möglichkeit nicht betreten werden sollten. Alternativ kannst du Inseln im vorhandenen Rasen schaffen, wenn du Liege-, Spiel- odere Flächen benötigst.

Gruß
Horst

Moin Eckhardt
wenn es denn nicht anders geht und pflegeleicht bleibt, könnte ich damit leben.
Den Hinweis von Horst werde ich allerdings näher ins Auge fassen.
Gruß,Dank & *
Dirk m.

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Moin Horst,
das liest sich nach richtig Arbeit mit Einsatz von Muskelkraft.
Eigentlich nicht so mein Ding. Aber wenn es denn schee macht, wie man heute so sagt, werde ich die Geschichte mal in die nähere Erwägung ziehen und die Mitverantwortlichen damit vertraut machen.
Danke für den ausführlichen Hinweis.
Gruß
Dirk m.

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Hallo Dirk,

wenn es denn nicht anders geht und pflegeleicht bleibt, könnte
ich damit leben.
Den Hinweis von Horst werde ich allerdings näher ins Auge
fassen.
Gruß,Dank & *
Dirk m.

Moin Verehrtester,
schön, so eine Blumenwiese. Ich fürchte nur, nach ein paar
Jashren wird sie wenn überhaupt nur noch Bellis perennis,
Taraxacum officinale und Ranunculus acer enthalten, vielleicht
auch noch Trifolium repens.

Das, was wir so im Kopf haben
http://www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandscha…
, wenn wir von einer Wildblumenwiese sprechen, ist Magerrasen
http://www.umweltfibel.de/lexikon/m/lex_m_magerrasen… und
den wird Dein Baumhof wohl nicht aufweisen.

Das Aussäen von Blumensamen hat wahrscheinlich nicht den
Erfolg, den du dir wünschst, denn die Blumen werden von den
indigenen Arten innerhalb küzester Zeit erdrückt werden. Wnd
dann hast Du wieder nur Gänseblümchen, Löwenzahn, Scharfer
Hahnenfuß und Weißklee :smile:

Zweimal im Jahr mähen ist ok, aber weitere Ansprüche würde ich
nicht stellen

aus Erfahrung: ich wehre mich seit 7 Jahren erfolgreich gegen die Bitten meiner Mutter, die von einem englischen Rasen träumt. Das heißt: ich dünge nicht und ich lasse stehen, wachsen und blühen, was mir gefällt. Wir haben jetzt im Frühjahr massenhaft Veilchen, genug Löwenzahn, um ihn für Salate zu stechen, dazwischen Primeln, die vom Feld hinter dem Garten eingewandert sind und Gamanderehrenpreis, Gänseblümchen sowieso. Dazu kommt Wiesenschaumkraut, allerlei Doldenblütler und einige Pulks Margeriten.

Ich kann meinem Vorposter nur zustimmen. Lass Deinen Garten mal selbst machen. Du wirst zwar auf die spektakulären bunten Blüten verzichten müssen, aber auf einer Naturwiese gibt es immer unendlich viel zu entdecken.

Ach ja - Pilze haben wir inzwischen auch.

viele grüße
Geli

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Servus Dirk,

vielleicht kanns eine Art Kompromiss zwischen den drei Konzepten Lantanos, Eckard und Geli geben: Weniger Arbeit beim Anlegen als bei L, farbenfroher als bei E und G.

Schon bei den beiden Vertretern des Bleibenlassens erkennst Du, dass auf den verschiedenen Wiesen an den verschiedenen Orten verschiedene Blumen von sich aus gedeihen.

Doldenblütler Marke Wiesenkerbel, wilde Möhre, Engelwurz wos feucht genug ist, die in meinem lieben alten Bodenseehinterland nach hellem Löwenzahn und mehr ins Dotterige gehenden Hahnenfuß den satten Hochsommer kennzeichnen, habe ich hier in Deutsch-Kalifornien trotz aller Mühe nicht zurechtpäppeln können: Neidvoll auf Gelis Bericht schielend! Aber Wiesensalbei, Quendel, Habichtskraut: mühelos. So wie jeder Jeck anners ess, kann man das auch von jedem Boden sagen.

Wenn Du noch ein paar Hinweise zur Lage (Gegend, Höhe, Klima, Boden) gibst, fallen vielleicht mir oder jemand anderem Wiesenblumen ein, die sich an diesem speziellen Standort leicht auswildern lassen, indem man ein paar einzelne nach Vorkultur regelrecht pflanzt und dann Raum gewinnen lässt - ohne dass die Kiste mit der Perfektion vom Konzept L angegangen werden muss.

BTW: Mir scheint, das wichtigste an dem Projekt ist der Umgang mit einer Sense. Ist in der Kante alles in Butter?

Schöne Grüße

MM

Hallo, Martin,
was mir bei deinem Posting gerade noch zum Thema einfiel war: es mag schon sinnvoll sein, wenn man, wo immer man geht und steht Samen von allem möglichen Kraut sammelt und das dann einfach aussät. Gut, das meiste wird entweder gar nicht aufgehen, anderes wird zwar einmal wachsen und dann wieder verschwinden, aber das eine oder andere Blümlein wird vielleicht die Gegebenheiten mögen und sich fleißig vermehren.

Und wahr ists schon, ein paar Angaben über Region, Klima und Boden (und was wächst da jetzt schon freiwillig) wären auch für den willigen Antworter nützlich.

Grüße ins Oberschwäbische
Eckard
(der sich viel zwischen Schussenried und Ulm herumgetrieben hat :smile:

Servus Eckard,

da entsteht vor meinem inneren Auge ein Bild von einem Trupp Strippenzieher, längelang in einer hoch mit Kerbel bestandenen Wiese liegend, in den tief azurnen Sommerhimmel schauend, allerlei Insekten zählend und den Vorabend repetierend, den sie bei der Laupheimer Rosenwirtin verbracht haben. Im Hintergrund das dösige Summen von Heubelüftungsanlagen.

Dann unsanft durch ein Ach-tungg! aus ihren Sommerträumen aufgeschreckt. Worauf wenigstens einer über den Schwejkschen Schalk verfügt und meldet: Melde gehorsamst, H’Hauptmann, wir üben Selbstschutz bei Gewitter und schnelle Tarnung bei Tieffliegergefahr!

Schöne Grüße

MM

Hallo

Ach ja - Pilze haben wir inzwischen auch.

was für welche denn?

(essbare oder diese kleinen graubraunen unbekannten?)

cu
kai

Hallo

Ach ja - Pilze haben wir inzwischen auch.

was für welche denn?

(essbare oder diese kleinen graubraunen unbekannten?)

Falls die graubraunen eine orangefarbene Spitze und einen
zipfelmützenförmigen Hut haben, sind diese durchaus essbar, wenn auch das
Bewußtsein verändernd.

cu
kai