Blut

Hallo!
Es gibt mehrere Bretter für diese Frage - fange ich mal hier an:

Wie wird Licht - oder werden bunte Lichter - von Blut reflektiert? Einer großen Lache Blut. Ich kann mir wirklich im Moment nicht klarmachen, ob die bunten Lichter vom Blut noch bunter widergespiegelt werden - myriad colors, heißt es hier - oder was das Rot des Blutes an Farben verschluckt. Und wie lange spiegelt es überhaupt etwas wieder, d.h. bevor es geronnen ist?

Danke euch!

Gruß,
Eva

Hallo Eva,

Blut ist rot, weil es alles Licht absorbiert, außer Rot, das wird reflektiert.

Und Blut gerinnt an der Luft ziemlich schnell, in wenigen Minuten, es sei denn es ist sehr kalt, aber über 0 °C

Gandalf

Blut ist rot, weil es alles Licht absorbiert, außer Rot, das
wird reflektiert.

Hallo, Gandalf!
Dann habe ich zu Recht gestutzt, als ich in dem Text las, dass sich in den zwei Blutlachen die Lichter der Weihnachtsbeleuchtung in Myriaden Farben spiegeln…

Danke Dir!

Gruß,
Eva

Hi Eva,

Dann habe ich zu Recht gestutzt, als ich in dem Text las, dass
sich in den zwei Blutlachen die Lichter der
Weihnachtsbeleuchtung in Myriaden Farben spiegeln…

du solltest IMHO mit deiner Kritik nicht zu voreilig sein ohne die genauen Rahmenbedingungen zu kennen (und ggf. hier zu nennen). Blut ist keine farbige Flüssigkeit, sondern eine Mischung aus farblosen/farbigen und flüssigen/festen Bestandteilen unterschiedlicher Dichte.

Seifenblasen sind auch farblos, erscheinen aber farbig. Ebenso Öl/Benzinfilme auf Wasser.

Grüße,
J~
PS: wir brauchen endlich ein Literatur-Rechere-Brett :wink:

Hallo Eva,

ich hab mir die Sache noch mal durch den Kopf gehen lassen.

Wenn das Blut gaaaanz frisch ist und auf einer glatten, dichten Unterlage liegt, kann man wahrscheinlich doch ein Farbenspiel sehen, wenn man schräg von der Seite schaut.
Das Zauberwort wäre hier Totalreflexion.

Aber vielleicht melden sich noch solche, die es besser wissen als ich.

Gandalf

Hallo, J~!

du solltest IMHO mit deiner Kritik nicht zu voreilig sein ohne
die genauen Rahmenbedingungen zu kennen (und ggf. hier zu
nennen)

Nur nebenbei: Ich habe nicht kritisiert, sondern nur ein Klischee hinterfragt. Besonders in Thrillern gibt es jede Menge dramatische Versatzstücke, die dem Leser immer wieder zugemutet werden, wie abgebrauchte Theaterkulissen. Man liest im Normalfall darüber hinweg, der Übersetzer aber kann das nicht, er muss sich zwangsläufig alles genau vor Augen halten, auch jede abgedroschene Phrase oder missglückte Metapher. Und da stutzt man eben manchmal: Stimmt das so?

Zur den Rahmenbedingungen: Kopfloser Leichnam liegt in seinem Blut auf dem Steinfußboden einer Kirche. Ort: Kairo. Zeit: Ca. 4 Uhr morgens. Koptische Weihnachtsmesse eben zu Ende, Gläubige sind gegangen, Weihrauch hängt noch in der Luft. Frau betritt Kirche, schaut zu dem Leichnam hin, aus einigen Schritten Entfernung, und ist von den schillernden Lichtreflektionen (der bunten Lichtergirlanden, mit denen der Kirchenraum geschmückt ist) tragisch berührt. Der Mord ist fünf, sechs Minuten her, zehn vielleicht, wenn ich mir den Ablauf vergegenwärtige.

Gruß,
Eva

PS: wir brauchen endlich ein Literatur-Rechere-Brett :wink:

Wir brauchen ein Eva-Recherche-Brett *LOL*

Moin, Eva,

Dann habe ich zu Recht gestutzt, als ich in dem Text las, dass
sich in den zwei Blutlachen die Lichter der
Weihnachtsbeleuchtung in Myriaden Farben spiegeln…

wie Gandalf schon sagt - Totalreflexion wäre kurze Zeit möglich, dann müsste die Weihnachtsbeleuchtung aber selbst die Myriaden Farben liefern. Ein Schillern wie bei Öl auf Wasserlachen ist ausgeschlossen, das tritt nur bei extrem dünnen Schichten auf.

Gruß Ralf

Hallo Eva.

Mir stellt sich die Frage, woher nach Meinung des Hyperbelschmieds die Myriade, also die abertausend bis unzählbar vielen Farben eigentlich stammen sollen: von ein paar Lichterketten mit vielleicht sechs oder sieben verschiedenfarbigen Lämpchen?

Grüße,
Zeh_14

Hallo, C14!

Mir stellt sich die Frage, woher nach Meinung des
Hyperbelschmieds die Myriade, also die abertausend bis
unzählbar vielen Farben eigentlich stammen sollen: von ein
paar Lichterketten mit vielleicht sechs oder sieben
verschiedenfarbigen Lämpchen?

*g* Ich denke, er meinte „alle Farben des Regenbogens“, dass das Licht in seine Spektralfarben aufgespalten wird. Dies „myriad colors“, das ist eben so eine Phrase, so ein Klischee. Wie, das jemand mit Blut bespritzt dasteht, dabei hat er einen langen schwarzen Mantel an, auf dem man kein Blut sehen würde, und unter „blutbespritzt“ stelle ich mir mehr vor als nur Gesicht u. Hände. Oder jemand „schleudert“ etwas zur Seite, das nach dem Gesetz der Schwerkraft vor seinen Füßen liegen müsste. Klingt aber immer gut, und beim normalen Schmökern merkt man’s gar nicht :smile:

Sorry für die literarische Abschweifung.

Gruß,
Eva

Hyperbelschmied
Danke Dir für die hübsche Vokabel :smile:

Gruß,
Eva

Hallo!

Wenn das Blut gaaaanz frisch ist und auf einer glatten,
dichten Unterlage liegt, kann man wahrscheinlich doch ein
Farbenspiel sehen, wenn man schräg von der Seite schaut.
Das Zauberwort wäre hier Totalreflexion.

Totalreflexion tritt auf, wenn Licht vom optisch dichteren Medium an eine Grenzfläche tritt und der Einfallswinkel größer als der Grenzwinkel ist. Was hat das mit der Blutlache zu tun? (Die Weihnachtsbeleuchtung befindet sich ja bestimmt im optisch dünneren Medium, oder wurde der Raum zuvor mit Glycerin geflutet?

Michael