eine Krebspatientin (Darmkrebs mit Metas in Leber, betroffene Lymphknoten, im Moment keine Chemo) hat folgende Symptome:
vor ein paar Tagen Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit am Tag, Geräuschempfindlichkeit, Schlappheit und veränderter Geschmack.
Der Hausarzt tippt auf Blutarmut.
Hätte Blutarmut nicht bei den bisherigen regelmäßigen Bluttests auffallen müssen?
Hat man bei Blutarmut auch einen veränderten Geschmack und ist nimmt Geräusche lauter wahr?
Was könnte es noch sein? Die Patientin selbst vermutete, dass sie am Samstagabend etwas „falsches“ gegessen hat, aber die Symptome traten am Sonntagabend ein und halten bis jetzt (außer Erbrechen) an.
Selbstverständlich ist sie in ärztlicher Behandlung, trotzdem würde mich eure Meinung interessieren.
Die Chemotherapie zielt darauf ab, die sich schnell teilenden Krebszellen abzutöten und ihre weitere Vermehrung zu hemmen. Leider wirkt das auch auf alle anderen sich schnell teilenden Zellen, wie z. B. die Blutzellen.
Ärzte wissen von diesen immer auftretenden Nebenwirkungen. Für sie stellt die Blutarmut das kleinere Übel dar bei der Bekämpfung von Krebs.
Durch die Blutarmut kommt es dann zu weiteren Symptomen und im schlimmsten Fall kann ein Organversagen eintreten.
die letzte Chemo war aber zuletzt im April / Mai (ich weiß es nicht genau). Währenddessen hatte sie anscheinend keine Probleme mit Blutarmut. Kann es so plötzlich danach auftreten? Man hätte das doch früher feststellen müssen - oder?
Ich habe Bedenken, dass es doch etwas anderes ist.
Zwar weiß ich nicht, was Peter mit seinem Beitrag ausdrücken möchte, aber ich glaube den Ärzten auch nicht immer…
Erythrozyten (rote Blutkörperchen) haben eine Lebensdauer von ungefähr 120 Tagen. Deshalb treten die Beschwerden nicht sofort auf, sondern erst, wenn diese Erytrozyten abgebaut sind aber keine neuen oder zu wenig neue Erythrozyten gebildet werden.
Die Chemo schädigt die blutbildenden Zellen. Die mangelnde Neubildung betrifft alle Blutzellen, auch Leukozyten und Trombozyten. Also auch das Immunsystem funktioniert nur noch sehr schlecht und die Blutgerinnung ist erniedrigt. Dies macht jedoch weniger Beschwerden.
Die Erythrozyten versorgen den Körper mit Sauerstoff und an dem herrscht dann Mangel überall. Besonders Gehirn, Herz, Nieren und
Leber sind davon betroffen.
Krebszellen haben einen aneroben Stoffwechsel und vermehren sich bei Sauerstoffmangel im Gewebe besonders gut. Niemand kann garatieren, das bei einer Chemo die Krebszellen alle abgeötet werden.
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Niemand kann garatieren, das bei einer Chemo die Krebszellen alle
abgeötet werden.
Alle werden nicht abgetötet. Der Krebs behält weiterhin die Oberhand und er wird gewinnen. Es sollte nur eine Verschlimmerung vermieden werden.
Kann Blutarmut aber auch zu Veränderungen der Wahrnehmungen (es schmeckt alles salzig und bitter, manches empfindet sie lauter als sonst) und zu Fieber führen?
Sie ist im Krankenhaus, allerdings wurde noch nichts intensiv untersucht. Es wurde wohl die Lunge und die Magenregion geröntgt(?). Lunge ohne Befund, zum Magen (Blase?) wurde nichts gesagt. Blut wurde zwar abgenommen, Ultraschall kommt erst am Montag.
Es wurde nur Flüssigkeit intravenös gegeben, da sie gelegentlich Durchfall und - wie geschrieben - etwas Fieber hat.
Es liegt meist eine Eisenverwertungstörung im Körper bedingt durch den Tumor vor. Dies verursacht Veränderungen an der Zunge, wobei die Zungenpapillen degenerieren können. Der bittere Geschmack weist eher auf eine Mitbeteiligung der Leber hin.
Auch ein Magentumor oder Magengeschwür im oberen Magenbereich kann durch mangelende Bildung des Intrinsicfaktors und damit mangelnder Aufnahme von Vitamin B12 im Darm (wird vor allem für die Zellteilung der Blutzellen und für die Nerven benötigt - dadurch können bei Mangel Mißempfindungen entstehen)zu einer Störung in der Blutbildung führen.
Das Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Krebszellen vertragen kein Fieber.
Du hast bisher nichts geschrieben über die Lokalisation des Tumors.
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Du hast bisher nichts geschrieben über die Lokalisation des Tumors.
Sie hat Darmkrebs mit Metas in Leber (rechter Leberlappen 7,8 x 5,4 cm und 1,1 cm Durchmesser) hat, ebenso sind Lymphknoten betroffen. Der Tumor im Darm wurde operativ entfernt.
Sehr viel mehr weiß ich auch nicht.
Ich hatte schon vermutet, dass der Tumor im Verdauungssystem ist.
Wenn sie offen für naturheilkundliche Therapien ist, sollte sie sich gleichzeitig zur schulmedizinischen Therapie an einen Heilpraktiker wenden. Es gibt pflanzliche Mittel, die das Blutbild verbessern und die Regeneration der blutbildenden Zellen unterstützen.
Die Leber schafft ihre Leistung noch, wenn nur ein Drittel ihrer Fläche intakt ist. Natürlich ist sie sehr beansprucht, durch Abbau der Blutzellen und auch Krebszellen kann sie abbauen.
Das venöse Blut des Darmes gelangt über die Pfortader zur Leber. Es wird da von Schadstoffen gefiltert und es werden Nährstoffe entnommen und umgewandelt. Die Metastasen entstehen auf diesem Blutweg.
Der Darm ist jedoch auch mit dem lymphatischen System verbunden. Fettmoleküle (emulgierte Fette) werden von den Lymphgefäßen der Dünndarmzotten aufgenommen und auf dem Lymphweg weitertrasportiert.
Über diesen Weg gelangen Krebszellen in die Lymphknoten.
Die Mittel, welche das Blutbild verbessern wirken auch auf das Lymphsystem.
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Wenn sie offen für naturheilkundliche Therapien ist, sollte
sie sich gleichzeitig zur schulmedizinischen Therapie an einen
Heilpraktiker wenden.
Ich habe ihr diese Möglichkeit schon öfters vorgeschlagen. Auch wenn ich selbst skeptisch gegenüber mancher Verfahren bin, würde ich diese Chance nicht auslassen. Trotzdem wird sie diesen Weg wahrscheinlich nicht gehen…
Am Blut lag es anscheinend nicht. Auch unter einer Blutarmut scheint sie nicht zu leiden. Wie gesagt, ich war von Anfang an skeptisch…
Die Ultraschalluntersuchung brachte ebenfalls keine Befunde. Sie wird in heute oder in den nächsten Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Es geht ihr wesentlich besser, obwohl man die Ursache für die oben beschriebenen Symptome nicht gefunden/behandelt hat.