Blutdruck - Phänomen

Hallo,

wie kann es sein, dass bei mir (w., 27 Jahre alt, keine
bekannten Durchblutungsstörungen) der Blutdruck beim Messen am
Handgelenk auf der rechten Seite „normal“ ist (z.B. 120 zu 80)
und auf der linken Seite der Wert erheblich niedriger ist (z.B.
100 zu 60)?

Mir ist dies schon häufiger aufgefallen, also kann es sich nicht
um eine Fehlmessung handeln.

Muss ich mir Sorgen machen?

Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus!
Sylvia

Hallo Sylvia,

wie kann es sein, dass bei mir (w., 27 Jahre alt, keine
bekannten Durchblutungsstörungen) der Blutdruck beim Messen am
Handgelenk auf der rechten Seite „normal“ ist (z.B. 120 zu 80)
und auf der linken Seite der Wert erheblich niedriger ist
(z.B.
100 zu 60)?

Mir ist dies schon häufiger aufgefallen, also kann es sich
nicht
um eine Fehlmessung handeln.

Bist Du Dir ganz sicher, daß Du beide Arme gleich hoch hältst bei der Messung? Jede Höhenänderung bringt unterschiedliche Werte bei der Blutdruckmessung am Handgelenk. Die Meßstelle muß sich jeweils in Herzhöhe befinden.
Entschuldige, daß ich doch noch mal in Frage stelle, ob es sich nicht vielleicht um eine falsche „Meßanordnung“ handelt, aber in meiner täglichen Praxis ist das häufig der Fall.
Um Dir sicher zu sein, empfehle ich Dir je eine Messung mit einem Oberarmmeßgerät durchzuführen bzw. durchführen zu lassen (z.B. in der Apotheke).
Sollten da auch unterschiedliche Werte herauskommen, ist an Durchblutungsstörungen zu denken.

Schöne Grüße
Sabine

Hallo Sylvia,

so dramatisch ist der Unterschied ja nicht. Sofern er sich nicht durch Meßungenauigkeiten erklärbar ist, könnte eine Aortenisthmusstenose dahinter stecken. Das ist eine Verengung an der Hauptschlagader in der Gegend des Abgangs der linken Armarterie. Das kommt relativ häufig vor, ist nicht unbedingt gefährlich, allerdings sind in manchen Patienten noch andere Anomalitäten vorhanden, wie Veränderung an der Aortenklappe (bikuspide Klappe, Möglichkeit der späteren Verkalkung und Verengung) und Gefäßaufdehnungen (Aneurysmen) im Gehirn (können Bluten). Desweiteren besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Infektionen der Innenauskleidung von Hauptschlagader und Herz (Aortitis, Endokarditis). Das könnte z.B. bei Zahnarztbesuchen eine Antibiotikaprphylaxe vorteilhaft erscheinen lassen, wegen der Einschwemmung von Bakterien aus dem Mund ins Herz.

Beim nächsten Hausarztbesuch kann ja derselbige mal nachmessen. Schwer zu sagen, ob das unbedingt weiter abgeklärt werden muß, die Untersuchungen wären relativ aufwendig und womöglich gefährlicher als die (nur fraglich vorhandene) Grunderkrankung.

Oliver