Blutgruppen

Hallo!
Mit dieser Frage hab ich meinen Biolehrer zur Verzweiflung gebracht:wink:
Ich hoffe ihr könnt damit was anfangen.Also:
Wenn eine rh- -Mutter zum zweiten mal mit einem Rh+ -Kind schwanger ist, kommt es ja zu Komplikationen weil Antikörper gegen den Rhesus-Faktor vom Blut der Mutter in das Blut des Kindes übergehen.
Wieso passiert nichts wenn z.B. die Mutter Blutgruppe A und der Embryo Blutgruppe B hat? Hier könnten doch genausogut die Antikörper gegen das B-Antigen aus dem Blut der Mutter in das Blut des Kindes kommen und zu Verklumpungen führen, oder?
Und wozu gibt es überhaupt die ganzen Antikörper, die braucht man doch eigendlich nicht?
Grüße
Jojo

Moin,
Antikörper sind allgemein zur Abwehr nicht Körpereigener Stoffe per Enzym Reaktion wichtig.
Weitere Verwendungsmöglichkeit:
Zum Beispiel können Antikörper eine Auskunft über das Verwandtschaftsverhältnis zweier Arten geben. Dieser Nachweis wird mit der Präziptin-Reaktion durchgeführt.

Ciao und viel Spaß bei Bio

Hi,

Mit dieser Frage hab ich meinen Biolehrer zur Verzweiflung
gebracht:wink:
Ich hoffe ihr könnt damit was anfangen.Also:
Wenn eine rh- -Mutter zum zweiten mal mit einem Rh+ -Kind
schwanger ist, kommt es ja zu Komplikationen weil Antikörper
gegen den Rhesus-Faktor vom Blut der Mutter in das Blut des
Kindes übergehen.
Wieso passiert nichts wenn z.B. die Mutter Blutgruppe A und
der Embryo Blutgruppe B hat? Hier könnten doch genausogut die
Antikörper gegen das B-Antigen aus dem Blut der Mutter in das
Blut des Kindes kommen und zu Verklumpungen führen, oder?

Folgende Seite habe ich gefunden, in der die gesamte Problematik gut erklärt wird:

http://www.netdoktor.at/Kinder/rhesusfaktor.shtml

Deine eigentliche Frage wird unter „Welche Probleme gibt es bei der AB0-Unverträglichkeit (Inkompatibilitäten)?“ beantwortet. Aber auch den Rest solltest Du Dir durchlesen, ich habe den Eindruck manches ist in Eurem Unterricht ein wenig schief vermittelt worden. (Aber bitte Achtung: ich habe die Seite über Google gefunden und nur kurz gelesen. Ich weiß nichts über Autoren oder Hintergrund der Seite. Mir erscheinen aber die Erklärungen für Laien gut verständlich)

Und wozu gibt es überhaupt die ganzen Antikörper, die braucht
man doch eigendlich nicht?

Aber Hallo! Und wie Du die brauchst!
Antikörper sind die wirksamste Waffe des Körpers im Kampf gegen Alles körperfremde. Das Prinzip ist, daß körperfremde Substanzen als potentiell schädlich betrachtet und deshalb vom Körper eliminiert werden - die „Falschreaktionen“ (wenn sich der Körper also gegen gut gemeintes wehrt) des Immunsystems würde man beim Militär als Kollateralschaden bezeichnen…:wink:

Gruß Stefan

Hi,

Mit dieser Frage hab ich meinen Biolehrer zur Verzweiflung
gebracht:wink:
Ich hoffe ihr könnt damit was anfangen.Also:
Wenn eine rh- -Mutter zum zweiten mal mit einem Rh+ -Kind
schwanger ist, kommt es ja zu Komplikationen weil Antikörper
gegen den Rhesus-Faktor vom Blut der Mutter in das Blut des
Kindes übergehen.
Wieso passiert nichts wenn z.B. die Mutter Blutgruppe A und
der Embryo Blutgruppe B hat? Hier könnten doch genausogut die
Antikörper gegen das B-Antigen aus dem Blut der Mutter in das
Blut des Kindes kommen und zu Verklumpungen führen, oder?

Folgende Seite habe ich gefunden, in der die gesamte
Problematik gut erklärt wird:

http://www.netdoktor.at/Kinder/rhesusfaktor.shtml

Deine eigentliche Frage wird unter „Welche Probleme gibt es
bei der AB0-Unverträglichkeit (Inkompatibilitäten)?“
beantwortet.

Jawollja, genau darauf wollte ich raus.Danke!

Aber auch den Rest solltest Du Dir durchlesen,
ich habe den Eindruck manches ist in Eurem Unterricht ein
wenig schief vermittelt worden.

Kann gut sein…Manchmal frag ich mich schon ob unser Biolehrer überhaupt Bio studiert hat…der hat teilweise so was von keine Ahnung…

(Aber bitte Achtung: ich habe
die Seite über Google gefunden und nur kurz gelesen. Ich weiß
nichts über Autoren oder Hintergrund der Seite. Mir erscheinen
aber die Erklärungen für Laien gut verständlich)

Und wozu gibt es überhaupt die ganzen Antikörper, die braucht
man doch eigendlich nicht?

Aber Hallo! Und wie Du die brauchst!
Antikörper sind die wirksamste Waffe des Körpers im Kampf
gegen Alles körperfremde. Das Prinzip ist, daß körperfremde
Substanzen als potentiell schädlich betrachtet und deshalb vom
Körper eliminiert werden - die „Falschreaktionen“ (wenn sich
der Körper also gegen gut gemeintes wehrt) des Immunsystems
würde man beim Militär als Kollateralschaden bezeichnen…:wink:

Ups…Frage war falsch gestellt.Dass ich Antikörper gegen Grippeviren brauch ist mir schon klar :smile:Ich meinte: Warum gibt es überhaupt Antikörper gegen das A-bzw. B- Antigen? Und wo kommen die her? Werden die „normal“ gebildet wenn fremde Blutkörperchen ins Blut kommen(aber wann passiert das schon mal?)oder sind sie sowieso schon immer im Blut? Und wenn sie immer im Blut sind, wozu?
Grüße
Jojo

Hi Jojo,

Aber Hallo! Und wie Du die brauchst!
Antikörper sind die wirksamste Waffe des Körpers im Kampf
gegen Alles körperfremde. Das Prinzip ist, daß körperfremde
Substanzen als potentiell schädlich betrachtet und deshalb vom
Körper eliminiert werden - die „Falschreaktionen“ (wenn sich
der Körper also gegen gut gemeintes wehrt) des Immunsystems
würde man beim Militär als Kollateralschaden bezeichnen…:wink:

Ups…Frage war falsch gestellt.Dass ich Antikörper gegen
Grippeviren brauch ist mir schon klar :smile:Ich meinte: Warum
gibt es überhaupt Antikörper gegen das A-bzw. B- Antigen? Und
wo kommen die her? Werden die „normal“ gebildet wenn fremde
Blutkörperchen ins Blut kommen(aber wann passiert das schon
mal?)oder sind sie sowieso schon immer im Blut? Und wenn sie
immer im Blut sind, wozu?

*lach*…ich habe Deine Frage schon richtig verstanden, aber ein wenig verquer geantwortet…

Ich versuch mal mein Halbwissen zu reaktivieren und den grundlegenden Irrtum zu korrigieren:
Zum einen ist das gern zitierte „Schlüssel-Schloß-Prinzip“ nicht ganz korrekt. Es gibt eben nicht nur einen passenden Schlüssel, sondern mehrere unterschiedlich gut passende.
Zum zweiten werden Antikörper nicht erst beim Kontakt mit dem Antigen „konstruiert“, sondern der Körper verfügt über eine unglaublich hohe Anzahl verschiedener Antikörper (genau genommen über eine hohe Anzahl versch. „Andockstellen“ - der größte Teil des Antikörpers ist nicht variabel). Strukturen, die auf ein angetroffenes Antigen passen, werden dann massenhaft vervielfältigt (und die Gedächtniszellen angelegt).

Vereinfacht kann man es so sagen:
Der Körper hat Antikörper gegen alle möglichen Antigene mit Ausnahme der körpereigenen (die Fremd-Eigen-Erkennung kann ich nicht mehr erklären).

Ob und warum es bei den Blutgruppen Besonderheiten gibt, kann ich aber nicht beantworten…

Gruß Stefan

Hi Stephan!
Das erklärt Vieles! Danke!
Grüße
Jojo

Hallo Jojo,

bei den regulären Antikörpern im ABO-System handelt es sich um IgM-Antikörper (Makromolekül). Diese sind relativ groß und daher nicht plazentagängig, d. h., sie können nicht wie beispielsweise die Gase O2/CO2 oder die gelösten Nährstoffe, vom mütterlichen Blut via Plazenta ins kindliche Blut übertreten.

Im Falle einer Rh-neg. Mutter, deren Ungeborenes Rh-pos. ist, werden sich bei fehlender Gabe der heute üblichen Anti-D-Prophylaxe während und nach der Schwangerschaft, Antikörper gegen das kindl. Rhesus-Antigen bilden, die zunächst auch der IgM-Klasse angehören. Daher passiert während einer Erstsensibilisierung während der ersten Schwangerschaft/Entbindung zunächst auch nichts, da auch diese IgM Rh-Antikörper nicht plazentagängig sind und somit nicht so schnell in den kindlichen Blutkreislauf gelangen können…

Im Falle einer weiteren Schwangerschaft werden die Gedächtniszellen der Mutter (B - Lymphozyten) sich an das fremde Antigen „erinnern“ und damit beginnen, wieder Antikörper, dieses Mal plazentagängige IgG - Antikörper gegen die kindliche Erythrozytenoberfläche zu bilden. Bei jeder weiteren nicht prophylaxebehandelten Schwangerschaft (wie es vor Jahrzehnten war) bilden sich größere Mengen dieser IgG-Antikörper, sodass das Ungeborene nicht nur missgebildet wird, sondern vor der Geburt stirbt (MHN = Morbus haemolyticus neonatorum), falls kein pränataler (vorgeburtlicher) Blutaustausch stattfindet, der heute auch schon möglich ist.

Ein Unterschied zwischen ABO- und Rh-Antikörpern ist der, dass es sich bei den ABO-Antikörpern um reguläre Ak handelt, also solche, die regulär bei jedem je nach Blutgruppe vorhanden sind, während es sich bei den Rh-Ak um irreguläre Ak handelt, die nicht beim Rh-negativen Menschen primär vorhanden sind, sondern erst nach Sensibilisierung gebildet werden.

Und noch etwas zu deinem Biolehrer: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man als interessiert Lernender, Schüler, Student, Unmengen von Fragen stellt, was an sich gut ist. Manche Fragen sind sinnvoll, andere nicht. Aber nicht alle Fragen sind derzeit beantwortbar.
Daher muss man tolerieren lernen, dass der Lehrer oder Dozent niemals alles wissen kann, da die Forschung natürlich auch in der Biologie nicht stillsteht. Er sollte sich natürlich stetig weiterbilden. Trotzdem wird jeder sein persönliches Spezialgebiet haben, weil auf einem so riesigen Gebiet wie u. a. Bio niemand alles wissen kann. Ein interessierter Lehrer, der Freude an der Schule hat, wird auch im eigenen Interesse versuchen sich schlau zu machen, um deine Fragen beantworten zu können, falls es nicht zu viele auf einmal sind.

Warum wir reguläre Ak gegen B haben, wenn wir selbst die Blutgruppe A haben, oder nach Sensibilisierung irreguläre Ak gegen den Rh-Faktor bilden, wenn wir Rh-neg. sind, das weiß ich nicht. Es kommt mir ebenfalls wenig sinnvoll vor.
Aber auch Auto-Antikörper gegen eigene Körperzellen sind ebenfalls nicht sinnvoll oder IgE/Mastzellen/Histaminanstieg bei Allergien…
Auch in der Biologie hat nicht immer alles zwingend einen Sinn, aber häufig gibt es eine Erklärung – je nach derzeitigem Wissensstand.

Viele Grüße, Renate

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