Bluthochdruckbehandlung

Hallo,

beim Arzt habe ich immer stark erhöhte Blutdruckwerte (um 170:110). Wenn ich in Ruhe zu Hause messe, komme ich meist auf Werte zwischen 120/140:80/90. Messe ich im Büro (also in Aktion), sind die Werte schon deutlich höher (oft um 150:100).

Aufgrund der wiederholt hohen Werte, die er gemessen hat, hat mein Arzt mir Ramipril 2,5 verschrieben. Ich soll in der 1. Woche morgens eine Tablette und ab der 2. Woche morgens gleich zwei Tabletten nehmen.

Mir ist das alles etwas unheimlich, denn die Packungsbeilage liest sich ziemlich dramatisch. Da ich erst 32 Jahre alt bin und Übergewicht habe, würde ich es eigentlich lieber erstmal mit Gewichtsreduktion und Sport probieren, zumal ich wegen einer Insulinresistenz Metformin nehme und das ohnehin nicht so doll zu Ramipril zu passen scheint, weil die Gefahr von Unterzuckerungen so drastisch ansteigen würde. Außerdem habe ich Angst davor, dass mein Blutdruck durch das Mittel unkontrolliert absackt und ich umkippe.

Ist es üblich, ohne vorherige Langzeit-Blutdruckmessung und nur anhand von drei oder vier Werten so ein Medikament zu verordnen? Muss das wirklich sein oder sollte man es nicht erstmal mit sanfteren Methoden versuchen?

Im Voraus vielen Dank!

Liebe Grüße
Gwen

Hallo,

beim Arzt habe ich immer stark erhöhte Blutdruckwerte (um
170:110).

Typisch für den Weisskittelhypertonus

Wenn ich in Ruhe zu Hause messe, komme ich meist auf
Werte zwischen 120/140:80/90. Messe ich im Büro (also in
Aktion), sind die Werte schon deutlich höher (oft um 150:100).

Die Werte sind alle relativ und teils zu hoch, jedoch nicht aussagekräftig genug, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Aufgrund der wiederholt hohen Werte, die er gemessen hat, hat
mein Arzt mir Ramipril 2,5 verschrieben. Ich soll in der 1.
Woche morgens eine Tablette und ab der 2. Woche morgens gleich
zwei Tabletten nehmen.

Der Blutdruck muss in der Tat runter, wenn er sich in der Höhe >150mmHg systolisch bestätigen sollte. Nur würde ich erstmal ein 24 RR Messung empfehlen, um eine Therapie zu empfehlen.

Mir ist das alles etwas unheimlich, denn die Packungsbeilage
liest sich ziemlich dramatisch.

Das ist immer so, denn die Beilage hat mit der Realität nichts zu tun - ist eine rechtliche Angelegenheit, damit der Hersteller sich gegen eventuelle Regressforderungen absichern kann.

Da ich erst 32 Jahre alt bin
und Übergewicht habe, würde ich es eigentlich lieber erstmal
mit Gewichtsreduktion und Sport probieren,

Das ist eine hervorragende Idee und könnte alleine auch schon aussreichen, nur musst Du dann auch damit mal anfangen und vor allem durchhalten.

zumal ich wegen
einer Insulinresistenz Metformin nehme und das ohnehin nicht
so doll zu Ramipril zu passen scheint, weil die Gefahr von
Unterzuckerungen so drastisch ansteigen würde. Außerdem habe
ich Angst davor, dass mein Blutdruck durch das Mittel
unkontrolliert absackt und ich umkippe.

Das wird sicher nicht passieren, das war früher bei den alten Blutdrucksenkern schon mal der Fall. Und 2.5mg ist eh nicht viel.

Ist es üblich, ohne vorherige Langzeit-Blutdruckmessung und
nur anhand von drei oder vier Werten so ein Medikament zu
verordnen? Muss das wirklich sein oder sollte man es nicht
erstmal mit sanfteren Methoden versuchen?

Diät und Sport

Im Voraus vielen Dank!

Gruss frieeda

Hi…

Gewichtsreduktion ist eine sehr sehr wichtige Massnahme: am besten Sport und ausgeglichene Ernährung…Auch auf die Insulinresistenz wirkt es sich positiv aus!

Aber wenn der Blutdruck regelmässig so hoch wird, dann muss einfach sofort was her!Denn die Blutgefäße , das Herz-Kreislaufsystem danken es dir nicht.Du würdest also evtl ohne Ramipril deinen Körper mehr belasten als ohne!Zumindest momentan!Und er weiss wahrscheinlich auch von deiner Insulinresistenz.

Vielleicht schaffst du es ja dann irgendwann durch Sport etc. die Tabletten auszuschleichen mit Rücksprache des Arztes.

gruss

zumal ich wegen
einer Insulinresistenz Metformin nehme und das ohnehin nicht
so doll zu Ramipril zu passen scheint, weil die Gefahr von
Unterzuckerungen so drastisch ansteigen würde.

Zunächst schließe ich mich Friedas Beitrag vollumfänglich an. Aber noch eine kleine Ergänzung zum Verständnis. Du nimmst kein Insulin, sondern ein Medikament, welches die Reaktion Deiner Körperzellen auf dieses körpereigene Hormon erhöht. Eine tatsächliche Unterzuckerung gibt es im Grunde nur bei insulinpflichtigen Diabetikern und Alkoholabhängigen, die tagelang im Vollsuff nichts essen und deren Leber später dann nicht mehr genügend Glukagon ausschüttet, um den Blutzuckerspiegel hochzutreiben.

Bei Dir wird nichts von dem zutreffen. Und bei einem gesunden Menschen kommt es praktisch nie zu einer Unterzuckerung, schon gar nicht durch die Einnahme solch geringer Mengen Ramiprils. Also mach Dir darüber keine Sorgen.

Ansonsten empfehle ich Dir wie auch Frieda eine langfristige Beobachtung des Blutdruckes. Eine 24-Stunden-Messung wäre empfehlenswert, aber zuvor auch eigene Messungen. Wenn Du auf Arbeit mißt und dort die genannten Werte hast, ist das noch nicht zwingend eine Hypertonie. Wenn Du gestreßt oder aufgeregt bist oder Dich körperlich betätigst, dann sind solche Blutdruckwerte mitunter vollkommen normal. Das läßt sich aber ohne Kenntnis der näheren Umstände nicht beurteilen. Ich würde mir für die 24-Stunden-Messung vielleicht freinehmen und eine normalen, unaufgeregten und entspannten Tag ohne Arbeit verbringen. Ich denke so gibt es die realistischsten Werte. Die Blutdruckwerte in der Arztpraxis sind dagegen nur selten aussagekräftig. Wenn Du unter einem Weißkitteleffekt leidest, kannst Du die Werte vergessen.

Benni

Hallo,

sollte man es nicht
erstmal mit sanfteren Methoden versuchen?

Hallo, kann man schon, aber ohne Experimente und ohne
die Absprache deines „Weißkittels“

Abnehmen ist ein Thema und Sport.
Bei sportlicher Betätigung erhöht sich das Schlagvolumen des Herzens,die Pumpleistung reguliert sich und der Blutdruck sinkt bzw pendelt sich im Normalbereich ein.
Außerdem wird schädliches HDL-Chlesterin,das für die
Verkalkung der Blutgefäße verantwortlich ist, abgebaut.

Ich empfehle dir Fahrradfahren

Es ist übrigens immer besser Tabletten zu nehmen, als einen
Bluthochdruck unbehandelt zu lassen, wegen möglicher
Nebenwirkungen.
Diese sind harmlos gegenüber den Folgen des hohen
Blutdrucks, man denke nur an Schlaganfall.

Wenn das richtige Medikament gefunden ist,tritt die erwünschte
Wirkung recht schnell ein.

Im Voraus vielen Dank!

Liebe Grüße
Gwen

Laiengruß Kai

Hallo,

Hallo Kai!

Außerdem wird schädliches HDL-Chlesterin,das für die
Verkalkung der Blutgefäße verantwortlich ist, abgebaut.

Hier sind wohl eher die LowDensityLipoproteins (LDLs) gemeint, nicht die HighDensityLipoproteins (HDLs). Die HDLs sind eher „gut“ für Leute, die gefährdet sind für Geschichten wie koronare Herzkrankheit usw.
Der Grund ist die „Transportrichtung“. LDLs transportieren Lipide (u.a. Cholesterin) in die Peripherie (weg von der Leber). HDLs transportieren Lipide (u.a. Cholesterin) hin zur Leber, wo das Cholesterin abgebaut wird.

Gruß, Stefan

Hallo Kai!
Hier sind wohl eher die LowDensityLipoproteins (LDLs) gemeint,
nicht die HighDensityLipoproteins (HDLs)eher:Gruß, Stefan

war doch nur´n Test ob ihr richtig lesen tut…
sorry noch früh am Morgen!!!
Gruß Kai