Blutmangel

Hallo.

Eine Freundin von mir hat mir letztens geschrieben, daß bei ihr Blutmangel festgestellt worden sei, sie habe also nur 3 Liter Blut.
Soweit ich weiß, beträgt die durchschnittliche Menge so 5-6 Liter? Sie ist auch eher groß und dick. Ist der Blutmangel gefährlich?

Grüße

Ostlandreiter

Hallo Ostlandreiter,
da hat dir bzw. ihr jemand einen Bären aufgebunden.
Blutmangel heißt in aller Regel (bzw. wenn dann nur sehr kurzfristig) nicht, das man tatsächlich weniger Blut in den Gefäßen hat.
Die Blutmenge wird sehr schnell wieder auf 5-6 Liter erhöht und zwar durch Flüssigkeit.
Das ist so, wie wenn ich eine dicke Suppe mit Wasser auffülle, dann hab ich eine deutlich dünnere Suppe.
Das heißt was mit Blutmangel gemeint ist, ist in der Regel ein Mangel an roten Blutkörperchen.
Wobei mich jetzt die Info 3 Liter etwas beunruhigt, das wäre schon ein deutlicher akuter Blutverlust, wo der Körper nicht so einfach und schnell genug, wieder ausreichend eigene Blutkörperchen herstellen kann. Das heißt das wäre lebensgefährlich bzw. behandlungsbedürftig.
Frag doch noch mal nach und wenn du noch mehr Info zu Blutmangel brauchst, dann googel mal zu Anämie oder frag hier oder mail mich an.

Gruß
Kerstin

Hi,

ich glaube da liegt eher ein missverständnis vor.
Blutmangel, oder vielmehr das, was man so als „blutmangel“ versteht, also eine ANÄMIE, beschreibt nicht die tatsächliche menge an zirkulierendem blut.
Sie ist eher ein maß für die zusammensetzung des blutes. Man entnimmt eine probe und misst die blutbestandteile in dieser probe.
Wichtig sind hier die Erythrozytenzahl und der hämatokrit.
Eine ANÄMIE ist definiert als erniedrigte zahl der roten blutkörperchen, also der erythrozyten. Ist diese zahl zu klein, kann das blut nicht genügend sauerstoff binden.
Der hämatokrit ist das verhältnis der zellulären bestandteile zum gesamtvolumen; er ist also quasi ein maß für die dicke des blutes.

Sollte tatsächlich ein volumendefizit von 2-3 litern vorliegen, könnte deine bekannte so wenig sauerstoff binden, dass die fast augenblicklich kollabieren würde.
Ab einem blutverlust von 1 liter wirds schon recht gefährlich für einen menschen.
Auf der anderen seite würde der körper versuchen den mangel an erythrozyten auzugleichen und vermehrt neue bilden. Das wären dann aber nur zellen also würde der hämatokrit stark ansteigen, so dass das blut eine viskosität erreichen würde, die ebenfalls schon recht gefährlich wäre.
Weiter würde der körper flüssigkeit aus anderen bereichen abzweigen um das intravasale volumen (das volumen in den gefäßen) aufzufüllen. Hier würde als erstes die niere ihre funktion einstellen, die haut würde austrocknen etc.

Also wenn deine bekannte tatsächlich 2-3 liter blut zu wenig hätte, wäre sie total ausgetrocknet, wäre aschfahl, zyanotisch und wahrscheinlich schon im akuten nierenversagen…

Also sollte sie sich nochmal informieren, welche werte genau betroffen sind…

LG Alex:smile:

Hallo Ostlandreiter,

Eine Freundin von mir hat mir letztens geschrieben, daß bei
ihr Blutmangel festgestellt worden sei, sie habe also nur 3
Liter Blut.

wie schwer ist denn die Dame?!
Wenn sie sehr zierlich ist (so 45 kg) kann das durchaus OK sein.

Man sagt, daß ca. 8 % der Körpermasse Blut ist, alles was deutlich darunter liegt ist verdächtig.

Gandalf

Hallo Ostlandreiter,

Eine Freundin von mir hat mir letztens geschrieben, daß bei
ihr Blutmangel festgestellt worden sei, sie habe also nur 3
Liter Blut.

wie schwer ist denn die Dame?!
Wenn sie sehr zierlich ist (so 45 kg) kann das durchaus OK
sein.

Sie ist schwerer. Ich schrieb ja schon, daß sie eher groß und dick ist. Ich nehme schon an, daß sie mehr als 70 wiegt.

Hallo Ostlandreiter,
da hat dir bzw. ihr jemand einen Bären aufgebunden.
Blutmangel heißt in aller Regel (bzw. wenn dann nur sehr
kurzfristig) nicht, das man tatsächlich weniger Blut in den
Gefäßen hat.
Die Blutmenge wird sehr schnell wieder auf 5-6 Liter erhöht
und zwar durch Flüssigkeit.

Nach welcher Unterbrechung soll es wieder erhöht werden?

Das ist so, wie wenn ich eine dicke Suppe mit Wasser auffülle,
dann hab ich eine deutlich dünnere Suppe.
Das heißt was mit Blutmangel gemeint ist, ist in der Regel ein
Mangel an roten Blutkörperchen.

Ich dachte, das sei die Blut_armut_

Wobei mich jetzt die Info 3 Liter etwas beunruhigt, das wäre
schon ein deutlicher akuter Blutverlust, wo der Körper nicht
so einfach und schnell genug, wieder ausreichend eigene
Blutkörperchen herstellen kann. Das heißt das wäre
lebensgefährlich bzw. behandlungsbedürftig.

Sie hat überhaupt kein Blut verloren (ungeahtet natürlich des normalen Verlusts bei der Menstruation). Es soll beim Arzt einfach festgestellt worden sein, daß sie eine geringere Menge Blut hat. Außerdem habe sie noch Eisen- und Sauerstoffmangel, aber das steht ja mit dem Blutmangel in Verbindung.

Hi,

ich glaube da liegt eher ein missverständnis vor.
Blutmangel, oder vielmehr das, was man so als „blutmangel“
versteht, also eine ANÄMIE, beschreibt nicht die tatsächliche
menge an zirkulierendem blut.

Ich habe versucht, das zu vermeiden, indem ich Blumangel statt Blutarmut geschrieben habe. Den Begriff Blutmangel hat sie mir geschrieben, ob der Arzt ihn verwendet hat, kann ich nicht sagen.
Jedenfalls soll sie nur 3 Liter haben.

Sollte tatsächlich ein volumendefizit von 2-3 litern
vorliegen, könnte deine bekannte so wenig sauerstoff binden,
dass die fast augenblicklich kollabieren würde.
Ab einem blutverlust von 1 liter wirds schon recht gefährlich
für einen menschen.

Das habe ich mir auch gedacht, sie hätte ja dann nur die halbe Menge Blut. Allerdings hat sie ja kein Blut verloren. Ich habe es mir damit erklärt, daß der Körper, wenn der Blutmangel schon von Geburt an besteht, damit auskommen kann.

Weiter würde der körper flüssigkeit aus anderen bereichen
abzweigen um das intravasale volumen (das volumen in den
gefäßen) aufzufüllen. Hier würde als erstes die niere ihre
funktion einstellen, die haut würde austrocknen etc.

Macht der Körper das auch, wenn er es nie anders gekannt hat?

Also wenn deine bekannte tatsächlich 2-3 liter blut zu wenig
hätte, wäre sie total ausgetrocknet, wäre aschfahl, zyanotisch
und wahrscheinlich schon im akuten nierenversagen…

Sie ist tatsächlich schon immer sehr blaß, seit ich sie kenne.

Volumenmangel - hypovolämischer Schock
Tag oder besser N’Abend,

Die Blutmenge wird sehr schnell wieder auf 5-6 Liter erhöht
und zwar durch Flüssigkeit.

Nach welcher Unterbrechung soll es wieder erhöht werden?

Oh das geht recht schnell und zwar so schnell es geht.
3 Liter Blut sind eine so deutliche Hypovolämie (also ein zu kleines Blutvolumen), das es zu einem Volumenmangelschock (hypovolämischer Schock) kommt.
Wird das nicht innerhalb kürzerer Zeit augeglichen, dann stirbt der Mensch.
Ob kürzeste Zeit jetzt eine halbe Stunde oder auch zwei sind, weiß ich nicht genau. Allerdings machen zum Beispiel die Nieren das im Zweifel nicht sehr lange mit.

Das ist so, wie wenn ich eine dicke Suppe mit Wasser auffülle,
dann hab ich eine deutlich dünnere Suppe.
Das heißt was mit Blutmangel gemeint ist, ist in der Regel ein
Mangel an roten Blutkörperchen.

Ich dachte, das sei die Blut_armut_

Ja - da hast du recht, aber das liegt auch daran, das es das was du beschreibst nur als akuten Notfall gibt und um zu überleben sorgt der Körper schnell wenigstens für genug Volumen

Sie hat überhaupt kein Blut verloren (ungeahtet natürlich des
normalen Verlusts bei der Menstruation). Es soll beim Arzt
einfach festgestellt worden sein, daß sie eine geringere Menge
Blut hat. Außerdem habe sie noch Eisen- und Sauerstoffmangel,
aber das steht ja mit dem Blutmangel in Verbindung.

Ähem - tja?!
Das geht so nicht!
Man kann beim lebenden Menschen nicht feststellen, wieviel Blut er hat, man kann das allerhöchstens aufgrund von Erfahrungen schätzen und auf 3 Liter zu schätzen, gibt keine Lebensfähigkeit her.
Ich versuch mal das zu erklären.
Wir haben in unseren Gefäßen, die ja einen ziemlich geschlossenen Kreislauf bilden Platz für ca. 25 Liter Blut.
Da die Gefäße eine gewisse Wandspannung halten, kommen wir mit 5-7 Litern aus und haben dafür die Möglichkeit verschieden hohen Blutdruck zu haben und Blut an verschiedene Stellen des Körpers vermehrt oder vermindert hinzuschicken. Das ist sinnvoll für die Leistungsanpassung.
Wenn ich jetzt 2 Liter Blut weniger habe, bekomme ich Probleme, damit meinen Blutdruck aufrecht zu erhalten. Und die Sauerstoffversorgung ist auch nicht gut. Leistungsanpassung kann nicht mehr stattfinden.

Jetzt könntest du sagen (hast du weiter oben ja auch), das könnte doch angeboren sein und dann hat sich der Körper darauf eingestellt.
Es gibt aber im Körper ein sehr kompliziertes Netz aus hormoneller und nervaler Regulation, in Kombination mit chemischen Grundregeln und Grundgesetzen und die regeln u.a. Blutmenge, Blutviskosität, osmotische Drücke, Sauerstoff- bzw. Kohlendioxidgehalt des Blutes und des Gewebes und und und.
Ich kann mir nicht vorstellen, das es eine Krankheit gibt, bei der das alles nicht regelrecht funktioniert und der Mensch trotzdem überlebt.
So jemand wäre als Kind nicht überlebensfähig.
(Verzeih die Härte und wenn mir jemand einen Krankheitsnamen nennt, bei dem das möglich ist leiste ich öffentlich Abbitte.)

Vielleicht googelst du zu den Begriffen oben, da gibt es sicher noch Seiten, die das besser erklären als ich.
Frag sie doch mal nach ihren Blutwerten (also nicht Menge, sondern Zusammensetzung), vielleicht kann man ja damit qualifizierter was anfangen.
Wenn du die nicht hier reinsetzen willst, kannst du mir die auch gerne mailen.
Gruß
Kerstin