Blutspende bzw Blutentnahme

Hallo zusammen,

wiese wird beim Blutspenden bzw. Blutentnahme (beim Hausarzt) eine Vene und keine Arterie genommen.
Und wieso wird die Nadel in Fliessrichtung des Blutes und nicht gegen die Fliessrichtung (das Blut würde doch dann direkt in die Nadel fliessen) eingestochen?
Wie lange dauert es bis ein halber Liter abgezapft ist?

Danke

postbuettel

Hallo!

wiese wird beim Blutspenden bzw. Blutentnahme (beim Hausarzt)
eine Vene und keine Arterie genommen.

Die Arterien sitzen tiefer und der Blutdruck in denen ist höher und der Lumendurchmesser, die eigentliche Breite des Gefäßes ist viel kleiner. Außerdem gibt es bei den Venen öfter „Umwege“ für das Blut, wenn man ein oberflächliches Gefäß kaputtmacht und damit auf lange Sicht verschließt. Bei Arterien sind diese Kompensationen schlechter. Das ist aus diesen Gründen mit Arterien gefährlicher und schwieriger.

Und wieso wird die Nadel in Fliessrichtung des Blutes und
nicht gegen die Fliessrichtung (das Blut würde doch dann
direkt in die Nadel fliessen) eingestochen?

Ich glaube physikalisch wäre das etwas so richtig ausgrdrückt:
Der dynamische Druck, der durch den Blutfluss entsteht ist nicht so entscheidend wie der statische. Und der statische wirkt in alle Richtungen gleich. Außerdem fließt das Blut in den Venen eh recht langsam und der dynamische Druck ist glaube ich proportional zu v^2. Warum man es aber eigentlich immer so macht in die Richtung, vielleicht um immer in Bereiche zu gehen, wo die Vene breiter wird und nicht enger und außerdem um nich von innen in ungünstiger Weise eventuell Venenklappen von der Herzseite zu treffen, denn das ist anatomisch bestimmt ungünstiger als sie von der herzentfernten Seite zu treffen. Bin aber kein Kliiker!

Wie lange dauert es bis ein halber Liter abgezapft ist?

Beim Blutspenden würde ich mal schätzen etwa 6 Minuten mit Standardabweichung so im Bereich von etwa 80 Sekunden

Gruß, Stefan

Hallo!

Mir ist etwas Blödsinn von mir aufgefallen. Jeder (Blut)druck wirkt in alle Richtungen gleich. Egal ob statisch oder dynamisch. Wenn man die Nadel gegen den Blutfluss halten würde wäre es die Massenträgheit die den Kolben Zusätzlich vorantreibt und die Nadel füllt. Die kann man natürlich nur auf diese Weise mitausnutzen. Aber hier gilt halt wieder, dass die Blutflussgeschwindigkeit in den Venen sehr klein ist und in diesem Zusammengang ganz bestimmt völlig irrelevant ist. Außerdem geht es beim Blutabnehmen nicht um die Geschwindigkeit mit der das Blut rausfließt. Das geht wirklich schnell genug. Egal ob man das mit ner Nadel für kleine Mengen macht oder wenn es um Blutspenden geht. Den Blufluss beim Blutspenden kann man durch andere Dinge erhöhen und zwar durch Muskelaktivität der Unterarmmuskulatur.

Tschau, Stefan

Hallo!

wiese wird beim Blutspenden bzw. Blutentnahme (beim Hausarzt)
eine Vene und keine Arterie genommen.

Die Arterien sitzen tiefer und der Blutdruck in denen ist
höher und der Lumendurchmesser, die eigentliche Breite des
Gefäßes ist viel kleiner. Außerdem gibt es bei den Venen öfter
„Umwege“ für das Blut, wenn man ein oberflächliches Gefäß
kaputtmacht und damit auf lange Sicht verschließt. Bei
Arterien sind diese Kompensationen schlechter. Das ist aus
diesen Gründen mit Arterien gefährlicher und schwieriger.

und vieeeeel blutiger

Und wieso wird die Nadel in Fliessrichtung des Blutes und
nicht gegen die Fliessrichtung (das Blut würde doch dann
direkt in die Nadel fliessen) eingestochen?

Ich glaube physikalisch wäre das etwas so richtig ausgrdrückt:
Der dynamische Druck, der durch den Blutfluss entsteht ist
nicht so entscheidend wie der statische. Und der statische
wirkt in alle Richtungen gleich. Außerdem fließt das Blut in
den Venen eh recht langsam und der dynamische Druck ist glaube
ich proportional zu v^2. Warum man es aber eigentlich immer so
macht in die Richtung, vielleicht um immer in Bereiche zu
gehen, wo die Vene breiter wird und nicht enger und außerdem
um nich von innen in ungünstiger Weise eventuell Venenklappen
von der Herzseite zu treffen, denn das ist anatomisch bestimmt
ungünstiger als sie von der herzentfernten Seite zu treffen.
Bin aber kein Kliiker!

und es ist einfach praktischer so, denn man kann besser am Patienten „rumfummeln“

Wie lange dauert es bis ein halber Liter abgezapft ist?

Beim Blutspenden würde ich mal schätzen etwa 6 Minuten mit
Standardabweichung so im Bereich von etwa 80 Sekunden

Das wär aber glaub ich heftig („that pulls you the shoes out“)
20 min bis halbe Stunde sollte man sich schon Zeit nehmen.

Gruß, Stefan

Re frieeda

1 „Gefällt mir“

Hi!

Die Arterien sitzen tiefer und der Blutdruck in denen ist
höher und der Lumendurchmesser, die eigentliche Breite des
Gefäßes ist viel kleiner. Außerdem gibt es bei den Venen öfter
„Umwege“ für das Blut, wenn man ein oberflächliches Gefäß
kaputtmacht und damit auf lange Sicht verschließt. Bei
Arterien sind diese Kompensationen schlechter. Das ist aus
diesen Gründen mit Arterien gefährlicher und schwieriger.

und es tut mehr weh… :wink:

Den wichtigsten Punkt hast du noch vergessen:
Damit Laborwerte vergleichbar sind und zuverlässige Ergebnisse liefern, ist die Blutabnahme standardisiert, d.h. sie muß immer nach bestimmten Gesichtspunkten abgenommen werden. Dazu gehört auch, daß es venöses Blut sein muß. Warum? - Ganz einfach: weil viele der Labor-Normalwerte NUR für venöses Blut gelten. Für arterielles Blut müßte man teilw. andere Normalwerte heranziehen.

Außerdem fließt das Blut in
den Venen eh recht langsam und der dynamische Druck ist glaube
ich proportional zu v^2.

Äh, ja, aber denke daran, daß man beim Blutabnehmen den Arm staut :wink:

Das führt auch zu einem Punkt, warum man lieber Venen nimmt als Arterien: versuch mal, eine Arterie zu stauen… *g*

Wie lange dauert es bis ein halber Liter abgezapft ist?

Beim Blutspenden würde ich mal schätzen etwa 6 Minuten mit
Standardabweichung so im Bereich von etwa 80 Sekunden

Ich sitz da immer so ca. 15 Minuten.

Gruß,
Sharon

1 „Gefällt mir“

5-10 Minuten und nicht länger

20 min bis halbe Stunde sollte man sich schon Zeit nehmen.

Beim Blutspenden? Ich spende schon lange Blut und habe noch nie einen gesehen, der länger als zehn Minuten brauchte. Ich selbst brauche dafür um die fünf Minuten. Wenn es 20 Minuten oder gar länger dauert, konnte die Schwester nicht stechen oder die Kanüle liegt an der Venenwand. Ersteres ist ausgeschlossen und bei der Dicke der Knaüle ist auch die zweite Möglichkeit unwahrscheinlich.

Benni

Hallo!

Danke für die Zusätze.

Wie lange dauert es bis ein halber Liter abgezapft ist?

Beim Blutspenden würde ich mal schätzen etwa 6 Minuten mit
Standardabweichung so im Bereich von etwa 80 Sekunden

Ich sitz da immer so ca. 15 Minuten.

Ich hab gesehn, das war eine eher unglücklich Abschätzung, weil sowas ja idR nicht normalverteilt ist sondern lognormalverteilt in etwa. Und Mittelwert und Standardabweichung sind ja nicht besonders ausreißerunempfindlich. Aber der Median liegt bei ca. 6 Minuten. Darauf wird man sich sicher einigen können oder?

Tschau

Hallo!

Beim Blutspenden würde ich mal schätzen etwa 6 Minuten mit
Standardabweichung so im Bereich von etwa 80 Sekunden

Das wär aber glaub ich heftig („that pulls you the shoes out“)
20 min bis halbe Stunde sollte man sich schon Zeit nehmen.

Ne Du Frieeda. OK, wie Sharon sagte, bei manchen fließt es echt nicht. Daher wäre eine Medianangabe wohl besser gewesen. Aber der läge sicher bei so etwa 6 min.
Ich hab jetzt selbst vielleicht 10 mal Blut gespendet und die Dauer bei vielleicht weiteren 30 gesehen. Der Blutfluss hat nie so lang gedauert. Rekordnahe Ergebnisse am Uniklinikum Bonn sind meine ich so etwa 2 Minuten für 510ml. Daher kam in Verbindung mit der Schätzung des Mittelwertes (aus den beobachteten Fällen) die Abschätzung der Standardabweichung. Wegen solcher Ausfäle durch Sharon und Konsorten ist die Standardabweichung bestimmt ein ganzes Stück größer und der Mittelwert auch vielleicht knapp unter 10min. Deutlich drüber sicher nicht.

Tschö

Hallo!

Beim Blutspenden würde ich mal schätzen etwa 6 Minuten mit
Standardabweichung so im Bereich von etwa 80 Sekunden

Das wär aber glaub ich heftig („that pulls you the shoes out“)
20 min bis halbe Stunde sollte man sich schon Zeit nehmen.

Ne Du Frieeda. OK, wie Sharon sagte, bei manchen fließt es
echt nicht. Daher wäre eine Medianangabe wohl besser gewesen.
Aber der läge sicher bei so etwa 6 min.
Ich hab jetzt selbst vielleicht 10 mal Blut gespendet und die
Dauer bei vielleicht weiteren 30 gesehen. Der Blutfluss hat
nie so lang gedauert. Rekordnahe Ergebnisse am Uniklinikum
Bonn sind meine ich so etwa 2 Minuten für 510ml. Daher kam in
Verbindung mit der Schätzung des Mittelwertes (aus den
beobachteten Fällen) die Abschätzung der Standardabweichung.
Wegen solcher Ausfäle durch Sharon und Konsorten ist die
Standardabweichung bestimmt ein ganzes Stück größer und der
Mittelwert auch vielleicht knapp unter 10min. Deutlich drüber
sicher nicht.

Dann reden wir von zwei verschieden Sachen. Der reine Blutfluss nimmt einen Zeitraum von 6 bis 10 min ein, das ist schon richtig. Eine ca. 10 minütige Ruhephase ist unbedingt einzuhalten, sodaß wir auf etwa mindestens 20 Minuten kommen. Darunter sollte kein Blutspender „abgefertigt“ werden. Die Zeit sollte man sich, wie ich schon sagte, auch nehmen.

Hi!

Na gut. Lassen wir das argument von der „standardisierung“ mal gelten. Das spielt sicherlich mit in die prozedur hinein…

Warum keine artierie???

In arterien herrscht ein höherer druck. Gnaz kurz gesagt führt das dazu, dass löcher in ihnen weniger schnell heieln.
So gab es bei uns kürzlich einen fall, wo ein abnehmer eine arterie punktiert hat. Nebenbei: Bei arterien muss man min. 5min drücken, damit die blutung steht. Der patient hat ein aneurysma entwickelt. D.h. blut ist aus der arterie ausgetreten und hat sich platz im arm gesucht. Dass das nicht gut ist, kann man sich denken.

Zur abnehmerichtung:
Das blut wird gestaut. Daher ist es egal in welche richtung man sticht. Ich denke, es ist einfach leichter in flussrichtung zu stechen…

LG Alex:smile:

Das blut wird gestaut.

Bleibt das dann während der gesamten Abnehmphase gestaut oder nur am Anfang damit die Vene dick wird und man besser stechen kann?

Kommt drauf an. Wird nur ein wenig Blut abgenommen, also ein paar Ampullen, dann bleibt die Vene gestaut. Beim Blutspenden wird (zumindest in Bonn) während des Blutflusses die Blutstauung aufgehoben.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Stefan!

also ein paar Ampullen,

Gut, daß du das korrigiert hast - ich wollte schon fragen, mit welchem Schockindex du aus der Spendezentrale rausgehst *ggg*

Beim Blutspenden wird (zumindest in Bonn) während des Blutflusses die
Blutstauung aufgehoben.

Echt? In der Blutspendezentrale in Köln wird die Manchette exakt nach dem aktuellen Blutdruckwert gestauut. Der Manchettendruck liegt dabei zwischen dem diast. und systol. RR-Wert. Der Spender wird dabei aufgefordert, den Manchettendruck selber zu kontrollieren und ggfs. nochmal etwas nachzupumpen (die Manchette). Ganz abgenommen bzw. entstauut wird die Manchette erst nach Beendigung der Spende.

Gruß,
Sharon

1 „Gefällt mir“

Werteabhängig
Hi,

Bleibt das dann während der gesamten Abnehmphase gestaut oder
nur am Anfang damit die Vene dick wird und man besser stechen
kann?

theoretisch bleibt das während der abnahme gestaut.
Möchte man z.b. das Calcium bestimmen empfiehlt es sich wieder zu entstauen und nach einer kurzen wartezeit (so ca 30 sec) das entsprechende röhrchen abzunehmen…

LG Alex:smile:

Hallo!

Gut, daß du das korrigiert hast - ich wollte schon fragen, mit
welchem Schockindex du aus der Spendezentrale rausgehst *ggg*

ja, hab ich schnell und heimlich gemacht :wink:

Beim Blutspenden wird (zumindest in Bonn) während des Blutflusses die
Blutstauung aufgehoben.

Echt?

Ja, ganz sicher. Warum auch nicht? In Bonn liegen die Konserven etwa 50 cm unter den Ellbogen der Spender. Es ist doch klar, dass sich die Konserve da füllt. Und wie gesagt: braucht so 5-6 Minuten.
Wenn man ne Nadel so halten muss, dass das Blu aufwärts in die Ampulle fließen muss… Klar, da ist die Stauung schon sinnvoll.

Bin mir grad nicht sicher. Aber ich meine sie nehmen die Stauung weg, genau dann, wenn das Blut bis in die Konserve gelaufen ist und sich damit eine kontinuierliche Flüssigkeitssäule aufgebaut hat.

Tschau