Blutspende-fragen

hallo

ich habe fragen zur blutspende. man bekommt ja vorher einen fragebogen. bei verschiedenen blutspendestellen stehen versch. dinge, die man nicht machen sollte.
zum einen habe ich gelesen, dass man 30 min vor der spende (anderswo stand sogar 3-4 std) vor der spende nicht rauchen soll. „verunreinigt“ man das blut damit? ich denke nicht, weil im fragebogen komm das nicht vor. habe hier bei www das mit dem kohlenmonoxid gelesen, das länger am blut „kleben“ soll als sauerstoff. ich würde denken man sollte eher nach der spende für einige zeit nicht rauchen sollte.
würde mich über fachliche antworen dazu freuen. meine letzte ärztin bei der blutspende habe ich versucht danach zu fragen, aber mehr als „man soll gar nicht rauchen“…(womit sie ja auch recht hat^^) habe ich als antwort nicht bekommen. also besser voher oder nachher nicht rauchen? angenommen man hälts nur 60-90 min. ohne aus, wann die blutspende einschieben?

und zur mahlzeit vor dem spenden: man soll nicht zu fettig essen (habe ich gelesen)…warum? wird das blut dann „dickflüssiger“?
andererseits hat man mir gesagt ich sollte vorher „tüchtig“ gegessen haben. was isst man denn am besten zu mittag vor der spende?

und: ich war mal direkt nach dem zahnarzt bei der blutspende. wurde aber abwiesen, weil mir zahnstein (sonst wurde nichts gemacht) entfernt wurde. es hat dabei auch nichts merklich geblutet. ist das normal danach nicht spenden zu können?

gruss

Hallo t.,

zum einen habe ich gelesen, dass man 30 min vor der spende
(anderswo stand sogar 3-4 std) vor der spende nicht rauchen
soll. „verunreinigt“ man das blut damit? ich denke nicht, weil
im fragebogen komm das nicht vor.

habe ich so auch noch nicht gehört. Kann ja eigentlich nur nicht so gut für den Empfänger sein?

habe hier bei www das mit:dem kohlenmonoxid gelesen, das länger am blut „kleben“ soll:als sauerstoff. ich würde denken man sollte eher nach der spende für einige zeit nicht rauchen sollte.

Jops, mind. eine Stunde nicht. Hält sich bloß kaum einer dran. Direkt nach der Spende glimmt meistens gleich wieder der Stengel…

und zur mahlzeit vor dem spenden: man soll nicht zu fettig
essen (habe ich gelesen)…warum? wird das blut dann
„dickflüssiger“?
andererseits hat man mir gesagt ich sollte vorher „tüchtig“
gegessen haben. was isst man denn am besten zu mittag vor der
spende?

Also, das mit dem fettigen Essen habe ich noch nie gehört. Wichtig ist, dass die letzte normal ausreichende Mahlzeit nicht zu weit zurückliegt und man vorher reichlich getrunken hat.

und: ich war mal direkt nach dem zahnarzt bei der blutspende.
wurde aber abwiesen, weil mir zahnstein (sonst wurde nichts
gemacht) entfernt wurde. es hat dabei auch nichts merklich
geblutet. ist das normal danach nicht spenden zu können?

Ich denke mal (da bin ich allerdings Laie), dass es eigentlich immer bei ein PZR etwas blutet und damit sozusagen eine kleine OP vorliegt. Ein Riesenproblem ist das wohl nicht, aber direkt vor der Spende wohl nicht so gut.

Fröhliches Blutspenden wünscht Dir
Harleybiene, die seit Jahrzehnten ehrenamtlich bei der Blutspende hilft

Hi,

Rauchen: dadurch gelangt nicht nur Kohlenmonoxid (CO) ins Blut, sondern auch Nikotin. Beides für sich genommen kann für den Empfänger lebensgefährlich sein: http://www.onmeda.de/ratgeber/rauchen/nikotin-wirkun… und http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffmonoxid#Toxi…

Je jünger der Mensch ist und je kränker, desto gefährlicher sind Gifte für ihn - was ein gesunder Erwachsener verträgt, knn für einen Kranken, ein Kind oder ein krankes Kind tödlich sein. Und wir bekommen Bluttransfusionen ja, weil wir krank sind und nicht, weil es grade modern ist - die Bluttransfusion soll uns helfen und in den meisten Fällen das Leben retten.

Ähnliches gilt für die fettige Ernährung - das erhöht die Blutfettwerte und ist gefährlich für den Empfänger.

Ich darf auch kein Blut spenden: MS, nehme keine Medikamente. Warum? Nun, würdest du eine Bluttransfusion von einem Menschen haben wollen, der eine Krankheit hat, deren Auslöser man überhaupt nicht kennt und die einen potentiell innerhalb von 10 Jahren in den Rollstuhl bringt oder sogarans Bett fesselt? Muss ja nicht sein, dass es (wenn es übers Blut übertragbar ist) so milde verläuft wie bei mir… Weiterer Grund ist, dass die Belastung der Spende bei mir einen Schub auslösen könnte. Aber in die Richtung ging Deine Frage ja nicht.

die Franzi

Hallo miezekatze

Ich darf auch kein Blut spenden: MS, nehme keine Medikamente.
Warum? Nun, würdest du eine Bluttransfusion von einem Menschen
haben wollen, der eine Krankheit hat, deren Auslöser man
überhaupt nicht kennt und die einen potentiell innerhalb von
10 Jahren in den Rollstuhl bringt oder sogarans Bett fesselt?

Ich hätte dazu eine Frage, wird das gespendete Blut nicht vorher auf Krankheiten untersucht?

Mir sind natürlich die Fälle mit der Aids Infizierung durch nicht untersuchtes Blut bekannt, aber haben sich seitdem die Untersuchungsmaßnahmen nicht verschärft?

Gruss
pue

Hi,

wie willst Du Blut auf Krankheiten testen, deren Auslöser du nicht kennst? Man kann immer nur das finden, was man kennt.

Bei MS kennt man den Auslöser nicht, und solange der nicht bekannt ist, wäre es unverantwortlich vom Arzt, wenn er einer Person das Blut eines MS-Kranken gibt. Man kann auch nciht die Einwilligung des Empfängers einholen, denn dieser befindet sich in einer Notlage und kann nicht frei entscheiden. Und selbst wenn man annimmt, dass der Empfänger frei entscheidet - wenn er dann MS bekäme, kann er trotzdem den Arzt verklagen.

Außerdem wird MS nicht an Hand einer Blutprobe diagnostiziert. MS ist eine Ausschlussdiagnose. Man untersucht das Blut auf Borrelien, HIV und andere bekannte Erreger, die die Symptome des Patienten erklären könnten, man untersucht die Nervenleitgeschwindigkeit, den Zustand des Gehirns und des Rückenmarks, und wenn keine andere Krankheit die Symptome und Befunde bbesser erklärt, dann heißt die Diagnose MS.

Boch einfacher formuliert: die Blutuntersuchung bei MS-Verdacht dient nur dazu, nachzugucken, ob der Patient was anderes als MS hat.

die Franzi

Hallo,

und: ich war mal direkt nach dem zahnarzt bei der blutspende.
wurde aber abwiesen, weil mir zahnstein (sonst wurde nichts
gemacht) entfernt wurde. es hat dabei auch nichts merklich
geblutet. ist das normal danach nicht spenden zu können?

bei „Manipulationen“ im Mundraum (nicht nur Zahnsteinentfernung, sondern auch schon nach normalem Zähneputzen) werden in der Regel Bakterien, die immer in Mundraum vorkommen, durch Mikrotraumen in die Blutbahn „verschleppt“. In der Regel werden diese nach kurzer Zeit durch das Immunsystem entfernt, könnten aber natürlich in dieser Zeit auch in eine Blutspende gelangen. (Jedenfalls wäre das mein Tipp.)

Grüße (und weiterhin frohes Spenden!)
niere

Ich hätte dazu eine Frage, wird das gespendete Blut nicht
vorher auf Krankheiten untersucht?
Mir sind natürlich die Fälle mit der Aids Infizierung durch
nicht untersuchtes Blut bekannt, aber haben sich seitdem die
Untersuchungsmaßnahmen nicht verschärft?

Natürlich und zwar ausgiebig mit jeweils den besten Tests die auf dem Markt sind. Alle Hepatitis- Varianten, HIV, Syphilis, Leberenzyme etc. Aids Infizierung durch nicht untersuchtes Blut ist passiert als Aids als Krankheit noch unbekannt war. Dann gab es eine Übergangszeit von 2-3 Jahren, bis die Tests flächendeckend eingesetzt wurden. Das war, wenn ich mich recht erinnere, ab ca 1983.
Udo Becker

und zur mahlzeit vor dem spenden: man soll nicht zu fettig
essen (habe ich gelesen)…warum? wird das blut dann
„dickflüssiger“?

Wenn Du fettreich gegessen hast, ist das Blutplasma extrem trüb von den Fetttröpfchen. Manche Labortests die gemacht werden müssen bevor das Blut freigegeben wird (z.B. Virustests) sind optische Methoden (man misst die Entstehung einer Farbe) und werden dann gestört.
Und wenn man das Blut nicht testen konnte, muss man es entsorgen (Verbrennung). Und das ist nicht im Sinne des Spenders.
Udo Becker