Kürzlich bin ich Opfer der noch so jungen Winterlandschaft geworden. Ich rutschte auf vereister Fahrbahn aus und brach mir einen Oberschenkel.
Kurz vor der OP wurde ich von der Anästhesie über Risiken aufgeklärt, welche ich auch unterschreiben musste. Unter anderem das bei zu hohem Blutverlust während der OP Fremdblut zugeführt werden darf und die Gefahr einer Infektion wie z.B. AIDS bestünde.
Wirkliche Gedanken darüber habe ich mir erst nach der OP gemacht, und war erschrocken dass das passieren kann.
Besteht die Möglichkeit einer privaten Vorsorge von Eigenblut um diesem Risiko nicht ausgesetzt zu sein ?
Z.B. bei geplanten OP´s vorher Eigenblut abzulassen, sodass dann auch nur mein Blut für solche Zwecke genutzt wird ?!?!?
Besteht die Möglichkeit einer privaten Vorsorge von Eigenblut
um diesem Risiko nicht ausgesetzt zu sein ?
Ist dir ja schon gesagt worden…klar kann man das machen, aber es kommt halt auf die Menge an Du bist ja kein Wasserhahn.
Und je nach OP kannst du halt schon sehr viel Blut brauchen.
Z.B. bei geplanten OP´s vorher Eigenblut abzulassen, sodass
dann auch nur mein Blut für solche Zwecke genutzt wird ?!?!?
Kannst du schon machen, allerdings ist Blut ja nicht unberenzt haltbar. Das sind ggf. nur ein paar Wochen. Vielleicht weiß hier jemand wie lange genau?
Allerdings weiß ich von einer Hüft-OP, dass da 14 (!)
Bluttransfusionen gegeben wurden. Soviel kann man leider
vorher nicht bunkern.
aktuell ist dies womöglich nicht mehr der Fall.
Heutzutage kann sogar sehr oft mit einer Blutauffangmethode gearbeitet werden, sodass keinerlei Blutspende nötig ist. Das betrifft nicht nur kleine OPs, sondern auch große, so z.B. kürzlich eine vierstündige Wirbelsäulen-OP an einer mir bekannten Patientin; dabei wurde der Rücken vom Nacken bis zum Steißbein aufgeschnitten.
Der Rest, was nicht über Blutauffangmethode geht, lässt sich bei geplanten OPs häufig sehr gut mit Eigenblutspenden abdecken - natürlich nur, sofern der Patient für solche fit genug ist.
Eine Eigenblutspende muss ? Tage/Wochen vorhergeschen. Es
macht keinen Sinn Dir vor der OP blut anzuzapfen und dann in
der OP wieder reinzuspritzen.
genau so ist das - Eigenblutspende ist nur für geplante OPs.
Was ansonsten teilweise (je nach OP und Ausstattung der Klinik) gemacht werden kann:
Bei der OP verlorenes Blut wird aufgefangen, gereinigt und dem Patienten wieder zugeführt.
Vieles wurde dazu ja schon gesagt, aber noch mal zum eigentlichen Grund, das AIDS-Risiko bei der Aufklärung zu erwähnen: Es ist mittlerweile höchst unwahrscheinlich, dass das passiert. Spender werden gezielt nach Risikofaktoren dazu befragt und gebeten, eben nicht zu spenden, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sie HIV positiv sind, hoch ist. Zudem wird das Blut selbstverständlich untersucht, bevor es jemand anderem gegeben wird.
Bei der Aufklärung müssen alle möglichen Kleinigkeiten erklärt werden und sei die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ereignis tatsächlich eintritt, noch so gering.
Eigenblut wird häufig nur dann vorher gespendet, wenn der Eingriff planbar und weit genug in der Zukunft liegt, dass dein Körper das gespendete Blut nachbilden kann, und in der Regel, wenn es wahrscheinlich ist, dass du tatsächlich Blut brauchst. Sonst hat die Klinik Aufwendungen für das Blut betrieben, muss es aber, wenn du es nicht brauchst, wieder verwerfen. Das wäre ein Verlustgeschäft.
was unterscheidet die Eigenblutspende von der Fremdspende?
D.h. warum darf das Eigenblut nicht weiterverwendet werden?
Ich bin zwar nicht Liete, aber ich versuch’s mal.
Bei allen Btrachtungen muß man sich vor Augen halte, daß eine Bluttransfusion eigentlich eine Organtrnsplantation ist - mit allen Konseequenzen.
Im Falle von Eigenbluttransplantationen - wie schon gesagt -spielt der Zeitraum zu geplanten Engriff eine wesentliche Rolle. Blut kann man (es ist ein Organ) nur kurz bunkern, es verfällt - man könnte auch sagen, verhungert nach einiger Zeit.
Bei Fremdblut ist die Weiterverwertung schnell, je nach Umständen Stunden bis einige Tage.
Im Falle des UP liegt nun ein Oberschenkelhalsbruch vor. Eine solche Verletzung bringt einen Blutverlust von ca. 1 Liter mit sich. Da ist mit Eigenblut nichts zu machen.