Da ich gern rat von einem Arzt o.ä. hätte poste ich meine Anfrage hier und nicht bei Ernährung.
Es heißt immer, Veganer haben Schwierigkeiten, sich ausreichend mit B12 zu versorgen.
Da ich seit 3 Monaten vegan lebe und auch keinen Grund sehe, daran etwas zu ändern, wüsste ich gern, welche Werte ich mal feststellen lassen sollte, die beim Veganer kritisch aussehen könnten.
Darüberhinaus wüsste ich gern, wie das mit B12- Supplementierung ist. Ich lese immer wieder sehr unterschiedliche Sachen darüber und hab da keine Durchblick, was es bspw. mit Cyanocobalamin usw. auf sich hat.
Da weder die privaten noch gesetzlichen Kassen solche „Ich will’s mal wissen“-Laboruntersuchungen bezahlen, wirst Du alles als IGeL-Leistung selber tragen müssen. Ich würde daher an Deiner Stelle gar keine vorausschauenden Untersuchungen machen, sondern darauf vertrauen, dass die vor Dir gewählte Ernährungsweise auch für Dich ausreicht.
Zusammengefasst ist vollständig vegane Ernährung aus (schul-)medizinischer Sicht unphysiologisch und wird dem menschlichen Körper nicht in allen Bereichen gerecht, muss aber nicht zwangsläufig krank machen. Da gibt es im Netz oder vielleicht auch bei Dir vor Ort genug Selbsthilfegruppen mit entsprechenden Ernährungstipps. Gibt auch Pluspunkte - Veganer kriegen nicht so häufig Darmkrebs.
Cyanocobalamin ist quasi der Vorname von Vit. B12, ist bloss schwieriger auszusprechen und daher nicht so geläufig. Die Vit. B12-Speicher des Körpers reichen auch ohne Zufuhr für eine sehr (jahre-)lange Zeit, also brauchst Du Dir im Moment noch keine Sorgen zu machen. Ansonsten sind die Symptome von B 12-Mangel Blutarmut, Gefühlsstörungen besonders in den Beinen, manchmal Probleme, Blasen- und Darmentleerung zu koordinieren und Gangstörungen. Wenn Du im Dunkeln (= ohne Sichtkorrektur) andauernd stolperst, solltest Du Dir Sorgen machen. Dann zahlen die Kassen auch wieder entsprechende Laboruntersuchungen.
Es heißt immer, Veganer haben Schwierigkeiten, sich
ausreichend mit B12 zu versorgen.
Es kann auch andere Probleme geben.
Genetisch sind wir nicht mehr auf eine vegane Ernährung eingestellt.
Durch die gemischte Ernährung haben sich bei manchen Personen Gene verändert, welche bei einer veganen Ernährung lebenswichtig sind, weil sich diese Stoffe schon in der gemischten Nahrung befinden und so fixfertig aufgenommen werden können.
Es gab also keinen evolutionären Selektionsdruck, weshalb diese Veränderungen kein Kriterium waren.
Es ist also heute so, dass manche Menschen mit einer veganenen Ernährung recht problemlos zurecht kommen und andere an Mangelerscheinungen erkranken.
Umgekehrt kann es auch sein, dass ein Mensch mit einer veganen „Diät“ besser zurecht kommt, als mit einer gemischten Ernährung.
Unter Anderem wird Vitamin B12 aber auch von deinen Darmbakterien gebildet.
Je nachdem wie sich deine Darmflora zusammensetzt hängt es also auch von dieser ab, wie gut du, schlussendlich, mit der gewählten Ernährung zurechtkommst.
Ernährung ist also ein sehr komplexes Thema.
Auch die Magen/Darm.Beschwerden, welche man von Ferienreisen kennt, kommen nicht immer durch ungewohnte Keime zu Stande. Manchmal genügen auch nur, dem Körper unbekannte, Inhaltsstoffe in den Nahrungsmitteln.
Genetisch sind wir nicht mehr auf eine vegane Ernährung
eingestellt.
Waren wir das jemals? Ein Blick zurück in die
Entwicklungsgeschichte sagt etwas anderes …
Kommt jetzt drauf an wie viele Millonen Jahre man zurückgeht. Die Ernährungsgewohnheiten aller unserer genetischen Vorfahren ist nicht gesichert.
Dann gibt es natürlich Bevölkerungsgruppen, welche kaum eine Möglichkeit hatten, eine vegane Ernährun zu haben, wie z.B. die Inuit.
In anderen Regionen gibt es zumindest Insekten, welche dort auch als Proteinquelle, zur Ergänzung der planzlichen Kost, genutzt werden.
Es gibt/gab sicher Gruppen welche sich auf kleinen Inseln zwangsweise vegetarisch ernähren mussten, weil es dort gar keine Säugetiere gab.
Irgendwie haben diese sich sicher genetisch angepasst.
Kann mir jemand das mit dem „Intrinsic factor“ erklären? Lässt
sich der durch eine Laboruntersuchung feststellen?
Was willst du denn damit?
Der Intrinsic Factor wird von Zellen des Magen gebildet und wird im terminalen Ileum (=Dünndarmabschnitt „weiter unten“) zusammen mit dem Vitamin B12 (nennt man auch Extrinsic Factor) resorbiert. Den Intrinsic Factor brauchst du, um Vitamin B12 aufnehmen zu können.
Ein Vitamin-B12-Mangel kann seine Ursache somit auch bei Störungen bei der Synthese des Intrinsic Factors haben (Magenresektionen z.B) oder wenn was mit dem resorbierenden Darmabschnitt nicht stimmt (z.B. bei Morbus Crohn).
Wie es schon angesprochen wurde, dauert es ewig, bis deine aktuellen Vitamin-B12-Vorräte aufgebraucht sind, wobei sich hier selbst bei den Veganern die Meinungen scheiden: Manche substituieren, andere nicht, da man vermutet, dass Bakterien, die etwa auf Gemüse sitzen, selbst Cobalamin produzieren können.
Auch achten solltest du auf Eisen.
Ansonsten weiß ich zwar, woher diese Feindseeligkeit gegenüber Veganern herrührt, verstehe sie allerdings nicht so recht. Wenn es dir gut damit geht, dann mach.
Grüße und viel Spaß beim Probieren neuer Rezepte
Liete