Blutzucker durchgängig messen?

Gibt es ein Messgerät welches man bei sich trägt und den Blutzucker durchgängig misst? Am besten Alarm schlägt bei kritischen Werten? Falls nicht: kann man denn Zucker dann auch Stundenweise messen mit einem normalen Messgerät?

Gibt es ein Messgerät welches man bei sich trägt und den
Blutzucker durchgängig misst? Am besten Alarm schlägt bei
kritischen Werten?

Gott erschlage den Mann, der sowas mal erfindet!
Man muß sich klar machen: Der gemessene Blutzuckerwert ist eine Momentaufnahme, das kann eine halbe Stunde später schon ganz anders aussehen. Vor allem: Wenn man bei einer solchrn Momentaufnahme daneben liegt, welche therapeutischen Konsequenzen soll das haben?

Daraus folgt: Bei einem gut eingestellten Typ II-Diabetes würde ich einmal am Tag messen, nur wenn der Zucker bei mehreren Messungen immer daneben liegt, wäre eine häufigere Messung angebracht.

Beim insulinpflichtigen Typ I-Diabetes könnte man zweimal am Tag messen.

Generell finden häufige Messungen nur bei einer Neueinstellung statt.

Falls nicht: kann man denn Zucker dann auch
Stundenweise messen mit einem normalen Messgerät?

Kann man. Wenn man einen masochistischen Zug hat und zerstochene Fingerkuppen liebt.

Folgende Situation:
Meine Oma lebt bei meinen Eltern und hat Diabetes. Ich weiß leider nicht welchen Typ. Auf jedenfall kommt dreimal am Tag der Pflegedienst, misst den Zucker und spritzt je nach Bedarft Insulin.

Nur leider geht der Zucker nachts ab und zu runter. Gestern Nacht war es extrem -> 40, als die Ärzte angetroffen sind nur noch bei 20. Übernacht im Krankenhaus, heute wieder zuhause. Kann sich an nichts erinnern, ihr gehts aber Pudelwohl.

Ich möchte gerne wissen welche Möglichkeiten es gibt, das zu vermeiden. Ich sag mal so: Meine Oma war schon immer ein sehr stumpfsinniger Mensch und merkt nicht wenn ihr schwindelig ist oder so.

Hallo :smile:

Gott erschlage den Mann, der sowas mal erfindet!

Also dann soll der mal loslesgen. Es sind mehrere Ansätze
vorhanden, ein Ansatz ist mittlerweile soweit dass er 90 Tage ohne Probleme funktioniert hat.

Man muß sich klar machen: Der gemessene Blutzuckerwert ist
eine Momentaufnahme, das kann eine halbe Stunde später schon
ganz anders aussehen. Vor allem: Wenn man bei einer solchen
Momentaufnahme daneben liegt, welche therapeutischen
Konsequenzen soll das haben?

Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Sinn macht das nur, wenn eine absolut sichere Konsquenz erfolgen kann. Initial hatte man das für Kinder bei Diabetes Typ 1 vorgesehen, um die Spätfolgen möglichst lange rauszuzögern. Das System der „Zuckeruhr“ oder wie auch immer man das System nennt, sollte als eine Art künstlicher Pankreas wirken. Bisher funktioniert das aber nicht ausreichend sicher.

Daraus folgt: Bei einem gut eingestellten Typ II-Diabetes
würde ich einmal am Tag messen, nur wenn der Zucker bei
mehreren Messungen immer daneben liegt, wäre eine häufigere
Messung angebracht.

Ich sehe das auch so, dass ein vernünftig eingestellter Diabetes Typ 2, Typ 3 oder 4 mit wenig Messungen am Tage auskommt. In der Regel bringt das zu häufige Messen und das falsche Reagieren meist zuviel Chaos in den Blutzuckerhaushalt des Patienten.

Liebe Grüsse

Anja

ein vernünftig eingestellter
Diabetes Typ 2, Typ 3 oder 4 mit wenig Messungen am Tage
auskommt.

Oha,
das ist neu, und bei Typ5?
Gruss Helmut

Hallo,
die Abstellmassnahme duerfte eine Schulung sein.

Zum Essen wird vermutlich Kurzzeit-Insulin gespritzt.

Abends wird dann Langzeit-Insulin gespritzt. Nachts geht der Insulinspiegel immer runter mangels Essen, das muss korrekt bedacht werden, entsprechend muss die Insulinmenge gewaehlt werden.

Sollten diese Aussagen Fragen aufwerfen, Schulung machen, vielleicht noch Buecher einsetzen.

Gruss Helmut

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Hallo,

ein vernünftig eingestellter
Diabetes Typ 2, Typ 3 oder 4 mit wenig Messungen am Tage
auskommt.

Oha,
das ist neu, und bei Typ5?

Hmm, also mir sind nur die Typen bis 4 geläufig. :stuck_out_tongue::stuck_out_tongue:

Liebe Grüsse

Anja

Hallo,

Meine Oma war schon immer ein sehr
stumpfsinniger Mensch

Uiiii…
Vererbt sich das nicht?
:wink:

Gruß.
Manni

@Manni: Ich gib mir Mühe ^^

Vielen Dank an alle eure Antworten!

Ich sehe das auch so, dass ein vernünftig eingestellter
Diabetes Typ 2, Typ 3 oder 4 mit wenig Messungen am Tage
auskommt.

Da ich micht mehr direkt im Beruf stehe, allerdings weiter Fachzeitschriften lese, könnte es ja sein, daß man was neues erfunden hat.
Ich habe meine Tochter gefragt, die hatte vor 2 Monaten eine Fortbildung in Diabetologie (Universitätsklinikum). Da kannte man auch nur die Typen I und II.
Was sind nun III und IV und wie definieren sie sich?

Hallo,

ich will nicht kleinkariert sein. Aber Diabetes wird nicht mehr mir römischen Ziffern abgekürzt. Also wäre es Typ 1 bis Typ 4 wobei die ersten 2 Typen interesannter sind. Die weitere Einteilung in Typ 3 und 4 mag etwas kleinkariert erscheinen, allerdings ist die therapeutische Konsequenz manchmal, aber nicht immer zu vernachlässigen.
Vom den Typen 3 und 4 liest man nicht sehr viel. Aber das wird wohl eher daran liegen, daß kaum jemand an diese Typen denkt.
Deshalb wird einfach gesagt „Typ 1“ oder „Typ 2“. Da man meist die Ursachen nicht bekämpfen kann und so ein Diabetes entsteht, fällt das nicht weiter großartig auf.

Der Typ 3 hat nochmals mehrere Unterteilungen. Kann man sich darüber streiten, ob sinnvoll oder nicht. Im Endeffekt wird es in Zukunft sicher wieder ein Zusammenstreichen geben. Die Eintelung ist gar nicht so neu, jedoch weiss jeder was gemeint ist, nur fasste man es zu Typ 2 zusammen.

Typ 3a: Gentische Störung der Beta Zellen mit Dysfunktion.

Typ 3b: vererbt mit verminderter Insulinwirkung

Typ 3c: postentündlich (z.b. nach biliärer Pankreatitis oder postoperativ nach Entfernung bei Trauma.

Typ 3d: Hormonell bei gesteigerter Produktion von Insulin-Gegenspielern oder gesteigerter Glukoseproduktion.

Typ 3e: Der kommt dann vor, wenn bestimmte Gifte oder Chemikalien, z.B. durch Medikamente das System zwischen Glucose und Insulin stören. z.B. Alkohol oder Kortison

Typ 3f: Nach Infektionen, z.B. viral durch angeborene Röteln

Typ 3g: Sehr seltene Formen, die auch durch das Immunsystem verursacht werden, wobei nicht die Beta-Zellen angegriffen werden sondern diesmal die Insulinrezeptoren direkt.

Typ 3h: Bei bestimmten Störungen in den Erbanlagen. Z.B. beim Down-Syndrom.

Die meisten Diabetiker (ca. 95%) haben den Typ 2. Am zweithäufigsten tritt der Typ 1 auf (ca. 5%)-

Diabetes Typ 4. nur Frauen erkranken. daran: Schwangerschaftsdiabetes

Der Einteilung von Typ 1 bis 4 nimmt als Grudlage, die Enstehung des Diabetes. Die WHO teilt eher danach ein, wie er behandelt werden sollte.
Einteilung in 5 Klassen.

ND: (= Non-Diabetic; Nicht-Diabetiker) , die meisten Menschen.

IGT: (=Impaired glucose tolerance; Gestörte Glucosetoleranz)
Dabei ist der Blutzuckerspiegel leicht verändert hoch. Dabei reicht wohl Basistherapie eine lange Zeit allein aus.
.
NIR: (Non Insulin requiring; Kein Insulinbedarf)
Falls eine Basistherapie inadäquat wird, kommen Tabletten zum Einsatz.

IRC: (Insulin requiring for control)
Vorhandene Insulin Eigenproduktion, die jedoch nicht komplett ausreicht. GAbe von Insulin zur Unterstützung.

IRS: (Insulin requiring for survival; Insulinbedarf zum Überleben)
Absolute Notwendigkeit zur Insulingabe, da man sonstn icht überlegen kann. Z.b. Typ 1 oder "ausgebrannter Typ 2-3

Liebe Grüsse Anja

Danke für die Antwort. Daß man künftig nur noch vom Typ 2 und nicht mehr Typ II reden darf, wird der Behandlung ungeahnte Flügel verleihen.
Ich hätte da auch etwas:

Schüler: Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein.
Mephistopheles:
Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen;
Denn eben wo Begriffe fehlen,
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
Mit Worten ein System bereiten,
An Worte läßt sich trefflich glauben,
Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.
(Zeile 1995 ff, Faust I, Studierzimmer, Schülerszene)

OFF TOPIC: Ich hoffe, mir wird’s diesmal nicht weggelöscht. Das letzte Mal passierte mir das unter Hinweis auf mangelhafte Dokumentation und dem Hinweis, der Autor könnte noch Tantiemen fordern. Ich fand’s lustig, daß der/die betreffende MOD Goethe ein Alter von fast 200 Jahren zugebilligt hat.

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Hallo,

nein wird es nicht. In keinster Weise. Reden darf man, was man will. Das ist wie bei den Rheumatologen, die sind auch immer Stolz, wenn sie eine neue Nomenklatur einführen… Im Prinzip interessiert es für den Alltag keinen wirklich *G*. Genausowenig wie es wichtig ist, wie der Diabetes geschrieben wird. Den die Therapie entscheidet.

Liebe Grüsse

Anja

P.s. Nettes Zitat