Boden Verbessern

Habe sehr Lehmhaltigen Boden mit wenig Mutterbodenanteil und möchte ihn für Rasenneuansaat(eventuell Rollrasen)kultivieren und aufbessern.
Meine Frage:Reicht ein lockern aus oder vielleicht mit Sand mischen das er nicht mehr so verhärtet bei Trockenheit
Wie auflockern? mit GartenFräse/Motorhacke (ziemlich fest und ca.50-60m²)
Danke für Tipps und Anregungen von Profis… schönes Wochenende

Raseneinsaat auf Tonboden
Servus,

einmal wieder (bist mir nicht böse drum, gell - ich missioniere in dieser Sache schon seit vielen Jahren hier) die Verwechslung von Lehm und Ton.

Lehmböden sind die fruchtbarsten Böden überhaupt. Was Du hast, ist ein wenig humoser Boden mit hohem _ Ton _anteil.

Die Sache mit dem Sand wird viel erzählt, aber wenn man den Leuten, die zu wenig fruchtbarem Tonboden noch weniger fruchtbaren Sand geben wollen, einmal die nicht so sehr schwierige Textaufgabe stellt, wie viel Sand sie denn wohl bräuchten, wenn sie auf 60 m² Rasenfläche den Boden bis 20 cm Tiefe mit a) 5 und b) 10 Volumenprozent Sand aufmischen wollen, werden sie meistens etwas ruhiger.

Dazu kommt, dass Rasen an sich eine recht lebensfeindliche Angelegenheit ist, insbesondere dann, wenn man keinen Weißklee darin duldet. Rasen zehrt den Humusgehalt eines Bodens ziemlich schnell auf.

Voilà das Stichwort, um das es geht: Nicht Sand tut hier not, sondern Humus. Nutze die Chance der Neueinsaat und gib der Fläche drei Jahre Zeit, damit sie sich erholen kann. Im ersten Jahr Phacelia und Ackerbohnen, im zweiten Jahr Ölrettich, Buchweizen, Malven, Ringelblumen, Phacelia; im dritten Jahr Weißklee. Vor der ersten Einsaat Phacelia/Ackerbohnen und zwischen den Vegetationsperioden jeweils etwa 1-2 cm stark Kommunalkompost oberflächlich einarbeiten (nicht fräsen oder Einhacken, das besorgen die Regenwürmer viel besser).

Wenn Du nach dieser Zeit das Fleckchen Erde und das neue Leben, das sich dort eingestellt hat, noch nicht liebgewonnen hast, kannst Du einmal mit Roundup drüber gehen und die anarchische Unordnung ist vorbei. Die Wartezeit, bis nach dem Abspritzen des kleinen Paradiesleins wieder Rasen eingesät werden kann, ist nach Roundup nicht sehr lang, und das Stück wird wieder einige Jahre Rasen aushalten können.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo Blumenpeter :smile:

also das mit dem roundup möcht ich überhört haben - Rasen ist ja schon schlimm genug :smile:

ander Frage (weil Du in Sachen Ton missionierst): ich habe auch ausgeprägten Pelosol (oberen Rötton) = hast Du Infos (website oder so), wo man sich Anregungen zu tonverträglichen Gehölzen/Kräutern/Blumen usw. holen kann? die ein oder andere Art könnt bei mir noch hinpassen, bei den einzelnen Arten suchen/nachlesen ist a) aufwendig, b) oft unvollständig (klar wollen alle tiefgründigen humosen mittelfirschen Boden - das brauch ich nicht nachlesen… - aber wer KANN auch auf Tonboden?)

= ich fände ne Seite/Liste gut, bei der man über die Bodenart „einsteigen“ kann…

DANKE cu kai

Servus,

da kann ich wenig zu sagen, ich bin selber nach zehn Jahren noch am Probieren.

Gut halten konnten sich bisher Akelei in verschiedensten Spielarten (sät sich aus), Digitalis Purpurea, Lutea und Ferruginea (alle drei säen sich aus), Orangerotes Habichtskraut (sät sich aus), Physalis Alkekengi, Oenothera Biennis (sät sich aus) und Macrocarpa, Linaria Vulgaris (sät sich aus), Cymbalaria Muralis, Veronica Spicata, Geum Rivale und einige Frühjahrsblüher (Krokusse, Narzissen, Tulpen, Muscari), Tussilago Farfara, Iris Germanica und Sibirica. Außerdem Dipsacus Fullonum (nicht grad eine Augenweide, außer wenn ein Distelfink die Fruchtstände besuchen kommt).

Wie Du siehst, eine ziemlich unsystematische Zusammenstellung, geboren aus Versuch und Irrtum…

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo Peder!

erstmal Danke für Deine Liste, ist ja schon ne ganze Menge!

das mit der Akelei hab ich auch schon gemerkt = wird mir schon zuviel bei mir :smile:

was ich noch gemerkt habe (was eher schon zuviel wird…): roter Hartriegel, Wildrosen, Zwetschgenwildlinge, Calamagrostis

was auch lange schon bei mir wächst (und nicht zuviel ist :smile:) sind ne Knoblauchsart mit Zwiebeln im Blütenstand (ist das der normale??), Salbei (der officinelle), kleiner Wiesenknopf, Blaustern, Buschwindröschen, alte Erdbeeren (helle und phänomenal schmeckende Früchte), alte Tulpen (hohe dunkelrote und gelbe, sind sicher schon Jahrzehnte alt - als Pulk gesehen)

was ganz gut angewachsen ist/sich hält: Buchs, Maulbeere, tränendes Herz (*), Bärlauch (*), Forsythie…

(*)= allerdings unter den Obstbäumen, da helfen die Regenwürmer sicherlich bei der Bodenverbesserung = habe kaum bzw. nicht lange Laub im Garten… :smile:

was wohl nicht so doll wächst/sich nicht sooo toll hält: Kartoffeln (oder lags am überwuchernden Borretsch?), Tomaten (haben immer Fäule, ich gebs auf…), Gänseblümchen (hätte ich gern um mein „Buchsherz“, ich tue aber wohl zuwenig dafür…), neuere Tulpen (oder hamse die Wühlmäuse gefunden?..), Winterling, Knotenblume, Krokusse…

wo ich mir nicht so sicher bin: habe ein paar Yuccas draussen (die mit den langen weissen Wimperhaaren) - die sind sicher auch schon Jahrzehnte an der gleichen Stelle, ich denke aber mittlerweile wird es ihnen zu dunkel unter den Kiefern (dafür sind sie dort auch frostgeschützt…) = hab eine mal testweise in einen Kübel gesetzt, damit ich sie auch bei Frost reinnehmen kann: viel doller sieht sie aber auch nicht aus…

so das waren mal ein paar Erfahrungen aus dem Main-Tauber-Kreis, vllt. interessiert es wen?

cu kai

Servus,

die (für mich) wichtigste hab ich vergessen:

Mich kränkt es ein bissel, dass auf dem Auenton von Buntsandstein, auf dem ich wurstele, so gut wie keine klar blau blühende Pflanze wachsen mag (ja, Borretsch und Veronica schon, aber die sind ja auch eher zurückhaltend farbig). Daher freut mich umso mehr Nigella Damascena, die nicht bloß keine Schmerzen mit dem tonigen Zeugs hat, sondern sich dankbar aussät, und vor allem in einer Breite variiert, dass man sie über Aufbehalten und Aussäen ausgewählter Samenkapseln tatsächlich in Richtung klar azurblau selektieren kann.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder