Hallo zusammen!
Ich werde mal etwas Leben hier reinbringen, zumindest versuch ichs.
Also, wie sahen die Böden im Mittelalter aus? Teppiche waren eher an der Wand, statt am Boden, Dielenböden brauche nichts und Steinböden?
Was ist dran an Stroh oder Binseneinstreuungen? Öfter gehört und gelesen, doch weiß ich keine zeitgenössische Quellen.
Wer weiß mehr?
liebe Grüße
Herbert
Was ist dran an Stroh oder Binseneinstreuungen? Öfter gehört
und gelesen, doch weiß ich keine zeitgenössische Quellen.
Hallo, Herbert,
sicher unterschieden sich die Bodenbeläge von Bauern und Burgbewohnern.
Bei den Bauern und den einfachen Leuten bestand der Fußboden meist aus gestampftem Lehm. Da aber auch die Tiere den Wohnraum mit seinen Bewohnern teilten, dürfte - auch zur Wärmeisolation - eine Stroh- oder Binseneintreu üblich gewesen sein. Wobei das Material immer dasjenige war, was eben am einfachsten und billigsten zu beschaffen war.
In den Burgen lagen zwar meist Stein- oder Keramikplatten, aber auch die dürfte wohl besonders in der kalten Jahreszeit mit Stroh oder Binsen bedeckt gewesen sein. Allerdings war dann dieses wohl oft nicht nur lose eingeschüttet, sondern zu Matten verarbeitet.
Leider ist die Quellenlage für obiges eher dürftig - ich habe jedenfalls nichts wirklich Aussagekräftiges finden können. Das Selbstverständliche und Alltägliche wird eben meist gar nicht wahrgenommen, geschweige denn gar dokumentiert 
Grüße
Eckard
Hallo !
In der Stadt gab es verschiedene Ausführungen.
Je ärmer die Besitzer, desto mehr begnügte man sich mit Lehmfußböden. Nicht nur in den Hausfluren und Nebenräumen der Hinter- und Seitengebäude, sondern selbst in den Wohn- und Schlafräumen.
Eine Verbesserung dieses einfachen Lehmschlages kam durch den „esterich“. Durch Guss von Kalk und Sand (in den oberen Stockwerken über einen Blindboden) hergestellt und sorgfältig geglättet.
Auf einer künstlerischen Behandlung dieses Estrichbodens durch eingepresste Verzierungen, fusst der später aufkommende Gebrauch des Namens „Esterich“ für einen Fußboden aus Fliesen mit eingestempelten oder auch eingeschnittenen Mustern, wie sie seit den romanischen Zeiten teils ohne, teils mit Glasur hergestellt wurden, bei vornehmen Gebäuden selbst für einen Fussboden aus mehrfarbigen Marmorplättchen.
Neben den Estrich- und Fliesenfussböden setzen sich auch die hölzernen fort und verdängen jene in der späteren Zeit in dem Verhältnis, als die im Mittelalter auch im Bürgerhause geübte Sitte verfällt, den Fußboden bei festlichen Gelegenheiten mit Blumen und Gras zu bestreuen und so zu schmücken.
In Burgen und Schlössern sind die Wohnräume mit Ziegeln und Estrich mehr, als mit Brettern belegt.
Fußböden aus Marmorplatten gab es, sind aber nicht so häufig wie Tonfliesen mit eingepreßten oder eingeschnittenen Mustern. Einfache Räume begnügen sich mit unverzierten Tonfliesen und auch Lehm. Dort lagen dann auch Teppiche.
Holzfußböden wurden mit feinem weißen Sand bestreut. Dadurch wurde das Holz immer geschliffen. Einmal wöchentlich ausgefegt und neu bestreut.
Bauernhäuser waren ähnlich den Stadthäusern ausgestattet, da in Stadthäuser immer Vieh lebte. Räume zur Arbeit, wie die Tenne, waren aus Lehm. Wohnräume bei wohlhabenden Bauern aus Holz.
Gruß max