Bodenbeschichtung
Sehr geehrter Herr Brück,
die weitere Vorgehensweise hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Die wichtigste Frage: was soll der zukünftige Fußboden leisten, bzw.: welche Anforderungen werden an ihn gestellt?
Weiter: Sind an Bauteilübergängen bestimmte Höhenanschlüsse vorgegeben oder hat man da „freie Bahn“?
Grundsätzlich:
Je komplexer die Anforderungen, um so teurer wird das System, insbesondere auch die Unterbodenvorbehandlung.
Ich vermute, dass der Boden den Untergrund (Beton/Estrich) gegenüber eindringenden Ölen schützen soll (Anforderung 1).
Weitergehend soll er mittleren mechanischen Belastungen standhalten (Anforderung 2).
Die Optik ist eher untergeordnet (Anforderung 3).
Zur Technik:
Ist die bestehende Bodenoberfläche verölt, gibt es keine dauerhafte Lösung mit einer Beschichtung, der Aufbau muss zurück gebaut werden (fräsen + kugelstrahlen)
Eine Alternative zu Beschichtungen wäre bei diesen Voraussetzungen der Einbau von PVC-Bodenbelagplatten mit Schwalbenschwanz-Verriegelung (z.B. die GTI-Fliese von GERFLOR MIPOLAM oder die PVC-Fliese „STONLOCK“ von StonCor Deutschland). Diese Fliesen sind staplertauglich und werden LOSE auf vorhandenem Unterboden aufgelegt und mit Holzklotz und Hammer über die Schwalbenschwanzverbindungen miteinander verbunden.
Ist der Unterboden NICHT verölt, kommt es auf die Festigkeit der Oberfläche an. Die vorhandene Eigenfestigkeit und die Lage der Bruchzone entscheidet, ob eine Beschichtung aufgebracht werden kann, oder der vorhandene Fußbodenaufbau besser zurück gebaut werden sollte.
Werden Haftzugwerte im Mittel > 1N/mm² erreicht, kann ein Aufbau mit Kunstharzmaterialien erfolgen, soweit keine schweren Lasten hierauf gerollt werden. Werden mitgängergeführte Flurförderzeuge („Ameisen“) und Stahl- oder Vulkollanrollen eingesetzt muss bei großen Lasten der Abreißwert > 1,4N/mm² betragen.
Soweit der Maschinenpark nicht mehr bewegt wird (stationäre Maschinenaufbauten), kann der neue Fußboden (eine entsprechende Eignung für den weiteren Aufbau vorausgesetzt) um die Aufstandsflächen herum geführt werden.
Fazit:
Für konkrete Aufbauempfehlungen im Verbund ist eine Vor-Ort-Prüfung notwendig. Alles andere ist mit erheblichen Risiken verbunden.
Risikofrei ist der Einbau von selbstliegenden PVC-Fliesen, da hier keine besonderen Anforderungen an den Untergrund gestellt werden und dazu der vorhandene Maschinenpark komplett an Ort und Stelle verbleiben kann.
mfg - Klaus -