Bodenplattenaufbau für Partyhäuschen?

Hallo!

Könnte mir bitte jemand von Euch einen Rat geben wie ich meine Bodenplatte am besten aufbauen sollte?

Ich habe vor ein kleines Partyhäuschen zu bauen (5x5m), in dem auch Weihnachten und Sylvester gefeiert werden könnte. Eine Grube wurde ausgehoben (30-50cm tief, weil kleines Gefälle). 20cm Kies eben eingefüllt und verdichtet, Plane draufgelegt.

  1. Wäre es sinnvoll jetzt Styropor (8 oder 10cm dick) als Dämmung zu legen und dann die 15cm-Betonschicht oder wäre das für meine nicht dauerhafte Nutzung des Häuschens übertrieben?

  2. Ich lese überall, daß die Armierung in der Mitte der Betonschicht liegen sollte, was in meinem Fall bei ca. 7cm wäre. Im Baugeschäft hat man mir aber 100 Stck. Abstandhalter mitgegeben die das Gitter aber höchstens 1,5 cm hoch halten. Es sei angeblich ausreichend wenn die Armierung innerhalb des Betons wäre, wo sei egal. Was stimmt denn jetzt? Von der Statik her gibt es doch Unterschiede ob das Gitter oben, mittig oder unten liegt, dachte ich zumindest.

Es würde mich sehr freuen wenn jemand darauf Antworten wüsste!

Viele Grüße
Claus

Mir ist dazu noch folgendes eingefallen:

Vielleicht möglicher Aufbau (von oben nach unten):

1cm : Fliesen
5cm : Beton mit Bewährung
0,05cm Folie (gegen Eindringen von Beton in Dämmung)
5cm : Styrodur (mit „Verzahnung“)
0,5cm : Folie (Dampfsperre mit Feuer verschweissen)
10cm : Beton mit Bewährung
0,05cm Folie (gegen Eindringen von Beton in Kies)
15cm : Kies (Wasser Kapilarität unterbrechen)

Bodenplatte mit Styrodur seitlich umschließen (Kältebrücke verhindern)

Wäre das richtig?

Hallo Claus!

Mensch, du möchtest aber einen ganz schönen Aufwand treiben, für eine einfache Gartenhütte… soviel tut manch einer nicht für ein Wohnhaus.

Bei den Stahlmatten für die Bewehrung ist es natürlich wichtig, dass sie möglichst nicht zu dicht an der Oberfläche der Betonplatte liegen, weil sonst durch eindringende Feuchtigkeit in Verbindung mit Sauerstoff Rost entstehen kann. Dies führt durch Volumenzunahme zum Absprengen des Betons und langfristig zur völligen Korrosion des Stahls.
Die Abstandshalter die ich mal für ne Betonplatte benutzt habe, hatten ca. 3 cm Höhe… weniger halte ich für nicht ausreichend, zumal man die ja auch in gewissen Abständen legt und die Matte sich in den Zwischenräumen etwas durchbiegt. Außerdem ist der Untergrund in den seltensten Fällen völlig eben…

Wieviel Bewehrung du reinlegst hängt davon ab, wie der Untergrund beschaffen ist und welche Belastung später auf die Platte kommt.
Bei geringer Belastung und tragfähigem Untergrund reicht es aus, eine Standard-Matte reinzulegen. Ansonsten legt man eine unten und eine oben rein, um Zug- und Druckbelastung abzufangen.

Die Styrodur Dämmung unter die Betonplatte zu legen, hab ich noch nicht gesehen. Normalerweise macht man die Schicht zwischen Betonplatte und Estrich (schwimmender Estrich). Ob die Variante unter der Betonplatte üblich oder ratsam ist, weiß ich nicht.

Alles in allem denke ich, dass deine Planung für eine einfache (nicht mehrstöckige) Gartenhütte (ohne Keller) ausreichen sollte. :smile:

PS.: bei 25 qm Grundfläche hast Du ja sicher dran gedacht, dass da vermutlich schon das Bauamt bzgl. Bauantrag/Genehmigung Interesse dran haben könnte…

Hallo Gallicop!

Vielen Dank für Deine Antwort! Und ich glaube, daß Du damit recht hast, ich übertreibe es wohl ein bischen!
Deine Vorschläge finde ich sehr gut und nachvollziehbar. Ich werde wohl 15cm Beton in die Schalung geben, mit Teerfolie abdichten, den Schreiner das Häuschen bauen lassen, 5cm Styrodur auslegen, Estrich gießen und Fliesen legen.
Da wären noch zwei Fragen:

  1. Kann ich nicht nur eine Lage Armierung in die Mitte einbringen, die würde dann beide Kräfte mit einem Male auffangen?

  2. Wie stark soll die Schicht Estrich werden?

Claus

Normaler Estrich ist zwischen 4 und 6 cm dick. Bei schwimmender Verlegung (auf Styropor) ist es ratsam, eine Estrichmatte mit reinzulegen oder Glasfasern beizumischen. Dann reißt der Estrich nicht so schnell. Das Verteilen und Glätten des Estrichs ist nicht ganz so einfach… sollte man sich jemanden dazu holen, der sich mit sowas auskennt.

Bezüglich der Bewehrung in der Bodenplatte muss man bedenken, dass Beton in hohem Maße Druckbeanspruchung aushält. Auf Zug ist er nur gering belastbar. Deshalb legt man Stahl in den Beton. Dieser kann auch hohe Zugbelastung aushalten. Bei einer Bodenplatte können solche Belastungen hauptsächlich durch Biegung entstehen. Wenn man sich vorstellt, dass die Platte nur am Außenrand aufliegen und in der Mitte belastet würde, so würde sie sich nach unten durchbiegen. In der Platte entstehen dabei,unterhalb der Mitte (in der Dicke gesehen), Zugkräfte und oberhalb der Mitte Druckkräfte. Die Mitte selbst wird eigentlich weder auf Druck, noch auf Zug belastet (Neutrale Schicht). Daher ist es am wirkungsvollsten, wenn man eine Matte in den unteren Bereich und eine im oberen Bereich anordnet (die obere Matte würde den Zug aufnehmen, wenn die Platte z.B. nur in der Mitte aufliegt und am Rand belastet würde).
Die dargestellte Belastung tritt so in der Praxis natürlich bei einer Bodenplatte nicht auf - ist nur zur Veranschaulichung.

Für eine kleine Gartenhütte müsste aber trotzdem eine Matte in der Mitte ausreichen, da die Belastungen ja recht gering sind.
Ein Bekannter von mir hat eine Bodenplatte für eine Gartenhütte gegossen, ganz ohne Stahlbewehrung… und die hält trotzdem und macht keine Probleme - allerdings hat er auch keine Fliesen drin verlegt :smile: - … also wie gesagt, wenn nicht außergewöhnliche sonstige Umstände dazukommen, wie Treibsand, Belastungen durch Bergbau, Aufstellung von schweren Maschinen oder ähnliches, dann sollte eine ca 15 cm dicke Platte mit einer Matte drin auch ausreichen. (meine Meinung! bin kein Statiker…)

mfG. Jörg