Bodenprobe vom Garten - wohin?

Hallo,

in meinem Reihenhausgarten finden sich Dinge in der Erde, die darauf schließen lassen, dass der Vorbesitzer im Garten auch seinen Müll entsorgt hat (beispielweise zerkleinerte Asbestplatten). Bevor ich hier in größerem Stil Gemüse anbaue, möchte ich gern mittels Bodenprobe die Schadstoffbelastung testen lassen.

Weiß jemand, wohin man eine Bodenprobe am besten gibt und was das in etwa kostet?

Danke und Gruß
ulla

Moin,

Bevor ich hier in größerem Stil Gemüse anbaue,
möchte ich gern mittels Bodenprobe die Schadstoffbelastung
testen lassen.

was meinst Du mit Schadstoffen.
Die Crux bei er chemischen Analytik ist, daß man schon (grob) wissen muss, was man suchen/finden soll/will. Eine Probe auf den Tisch stellen und sagen: ‚Untersuch mal‘ ist entweder sinnlos und/oder sehr kostenintensiv.

Weiß jemand, wohin man eine Bodenprobe am besten gibt und was
das in etwa kostet?

Stiftung Warentest bietet für einige Parameter Untersuchungen an, bzw. vermittelt.
Untersuchungsämter können ev. helfen und (natürlich gegen Geld) private Analysenlabore.

Gandalf

Wende dich an ein privates Analysenlabor und lass dich von denen beraten.

Das preiswerteste was ich kenne ist nach wie vor Acme Labs in Kanada. (http://acmelab.com/) Bei denen lassen auch wir alle Analysen machen. Du bekommst einen Katalog, wählst dort in Ruhe aus, was du analysiert haben willst und schickst denen die Proben. Inklusive Transport liegt man dann bei 30 - 60 €.

Das Problem ist nur, wo schon ein anderer Antwortender schrieb, du wirst nicht umhin kommen dich etwas einzulesen, bzw. ein Gefühl dafür zu entwickeln, was dich eigentlich interessiert. Zumal es ja neben dem eigentlichen Boden noch das Wasser in deinem Boden und die Bodenluft gibt.

In welcher Gegend wohnst du, wenn ich fragen darf?

Hallo ulla,

Du könntest darüber nachdenken den Bauschutt in Deinem Garten auf Kosten des Vorbesitzers sachgerecht entsorgen zu lassen, insbesondere wenn wirklich Asbestplatten darunter sind.

Es ist bislang unklar inwieweit im Boden gelagertes Asbest ein Gesundheitsrisiko darstellt. Solange keine Asbeststaub an die Oberfläche gelangt ist das Risiko aber wahrscheinlich gering.

Wenn es sich in Deinem Garten um Bauschutt handelt wäre ein weiters Risiko Schwermetalle aus Anstrichen oder alten bleihaltigen Rohren. Schwermetallanalysen von Bodenproben wird von verschieden Laboren angeboten und sind nicht teuer (~ 50 €).

Beispiele für Labore:

http://www.biolab.de/biolab_de.htm
http://www.agrofor.de/labor/index.htm

Weitere Beratung findest Du hier:
http://www.bundundboden.de/

Gruß
Grin

Hallo und danke für eure Antworten und Anregungen.

Das Haus ist gekauft und war vorher vermietet. Der Mieter ist inzwischen gestorben und war wohl so etwas wie ein Messie. Ich denke, ich muss nun selbst für etwaigen Schaden aufkommen, sofern der Verkäufer nichts vorsätzlich verheimlicht hat.

Die Asbest-Dachplatten sind inwzischen ausgegraben und entsorgt, auch die lackierten Eisenstangen und alte Stromkabel, die vergraben waren. Der Schwermetalltipp in den Lacken könnte also durchaus relevant sein.

Wenn aber jemand solche Dinge im Garten „entsorgt“, liegt die Vermutung nahe, dass er auch anderes dort gelassen hat. Denkbar wären Holzschutzmittel und andere Chemikalien. Ich habe aber keine Ahnung, nach welchen Chemikalien man da gezielt suchen müsste und hoffte auf eine Art Standardprogramm für eine qualitative Bodenanalyse.

Vielleicht versuch ich’s mal gezielt im Chemiebrett.

Viele Grüße
ulla

Moin,

Ich
habe aber keine Ahnung, nach welchen Chemikalien man da
gezielt suchen müsste und hoffte auf eine Art Standardprogramm
für eine qualitative Bodenanalyse.

wie soll es denn so etwas geben, wenn es grob einige tausend Substanzen gibt, die regelmäßig verarbeitet werden.
Wie gesagt muss ein mehr oder weniger spezifischer Verdacht vorliegen, aufgrund dessen gezielt gesucht werden kann.
Mann kann natürlich ein (sehr) breit aufgestelltes Programm abfahren, nur kostet das (sehr) viel Geld.

Vielleicht versuch ich’s mal gezielt im Chemiebrett.

Dort wird man Dir kaum etwas anderes sagen können.

Gandalf

wie soll es denn so etwas geben, wenn es grob einige tausend
Substanzen gibt, die regelmäßig verarbeitet werden.

Hallo Gandalf,

ja keine Ahnung. Darum ja meine Frage hier. Ich hatte auf Hinweise gehofft, nach denen man so ein Suchprofil aufbauen könnte. Sowas wie mit dem Schwermetall. Asbest geht meines Wissens nicht in die Pflanzen über, aber vielleicht ja andere Stoffe. Es geht also nicht um eine blinde Suche nach irgendwas …
Die Alternative wäre sonst anbauen, essen und im schlimmsten Fall krank werden.

Grüße
ulla

Gefunden!
Hier für diejenigen, die es interessiert:

http://www.bodenanalyse-zentrum.de/bodenanalysen/ana…

Grüße
ulla

Im Ernst?
Servus,

was da als Standard angeboten wird, ist nicht besonders viel.

Auch die hübschen Namen, die die angebotenen Standard-Analysen haben, ersparen es Dir nicht, zu überlegen und zu formulieren, welche Stoffe genau Du in dem Boden befürchtest. Genau so, wie es Dir bereits vorgeschlagen wurde.

Ich wage die Prognose, dass die in dem Prospekt angeführten Schwermetalle allesamt mit winzigen Konzentrationen oder nicht nachweisbar in dem Ergebnis stehen werden. Das bedeutet aber keinesfalls, dass der Boden nicht kontaminiert wäre.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,

sicher ist das jetzt nicht der Weisheit letzter Schluss, das ist mir klar. Aber es ist ein Anfang und ein Einstieg, da ich doch gar nicht wissen kann, was der Herr Vorbesitzer hier veranstaltet hat. Eine konkrete Befürchtung oder einen bestimmten Verdacht habe ich nicht.

Schwermetalle wurden genannt, dazu habe ich ja jetzt auch einen Test gefunden. Ansonsten wurde nichts Konkretes gesagt, wonach man suchen könnte/sollte.

Glassscherben, Folienreste und Flaschendeckel sortiere ich regelmäßig aus, aber die werden nicht von den Pflanzen aufgenommen. Viellcht aber deren Zerfallsprodukte?

Wenn ich es wüsste, hätte ich hier nicht gefragt, Entschuldigung.

Gruß
ulla

Bodenuntersuchungen
Hi Ulla,

es geht mir auch nicht darum, Dir an den Karren zu fahren. Es geht mir darum, dass ich den Eindruck habe, dass Du mit „Gefunden!“ dem folgst, der die lauteste Werbung macht und mit einer übersichtlichen Preisliste (für ziemlich übersichtliche Analysen!) prunkt. Ich weiß nicht, was die LUFA in Deiner Gegend für die gleichen Analysen nimmt, aber ich fände es nicht so sehr überraschend, wenn das jedenfalls nicht mehr wäre.

Wenn eine (qualitative? quantitative?) Untersuchung auf

Arsen, Aluminium, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Thallium und Zink

angeboten wird, dann geht es um Stoffe, die aus Hausmüll und Bauschutt kaum in relevanten Konzentrationen in Deinen Gartenboden gekommen sein werden, übrigens zum Teil auch durch Verwendung handelsüblicher „Blumenerde“ und „biologischer“ Pflanzenschutzmittel in den Gartenboden gelangen. Gleichzeitig sind Nachweise und Analysen im Vergleich zu dem wundersamen Dschungel der organischen Chemie relativ einfach, d.h. auch relativ billig anzubieten.

Dazu kommt, dass das Vorliegen der genannten Stoffe im Boden und deren Aufnahme durch Gemüsepflanzen und Einlagerung in Blätter und Früchte (mit Ausnahmen) nicht in einem besonders engen Zusammenhang stehen, falls nicht die Bodenlösung ziemlich sauer ist - in diesem Fall gäbe es aber ohnehin ganz andere Baustellen zu bearbeiten.

Daher mein Vorschlag: Telefon oder Post statt Internet. Nimm Kontakt mit der nächst gelegenen (wichtig wegen Transportdauer!) LUFA auf, beschreibe die Situation in Deinem Garten und lass Dir Vorschläge unterbreiten.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

2 „Gefällt mir“

Hallo Blumepeder,

dies ist genau die Antwort, die mir wirklich weiterhilft, vielen Dank.
Ich habe nämlich noch nie was von LUFA gehört und wenn ich es gekannt hätte, wäre das auch meine erste Anlaufstelle gewesen. Darum fragte ich hier ja auch nach dem Wohin mit einer Bodenprobe.

Und wenn man, wie ich in dem Fall, so überhaupt keine Ahnung hat, existiert natürlich auch nur eine vage Vorstellung von einem Lösungsansatz. Dehalb fragt (und googelt) man unpräzise und sitzt dann natürlich auch erstmal der lautesten Werbung auf.

Es geht mir tatsächlich nicht um eine schnelle, bequeme Lösung, sondern um ungetrübten Ernteverzehr. Deshalb bin ich durchaus bereit, mich in die Thematik einzuarbeiten. Bloß bin ich dabei allein nicht weitergekommen mangels Grundkenntnissen und für solche Fälle ist dann im Idealfall ein Expertenforum hilfreich.

Für Interessierte hier ein Link zu allen LUFAs in Deutschland:
http://www.gartennetz.de/Media_Dat/File/lufas.pdf

Grüße aus dem Norden
ulla