Börse: Eine Frage

Hallo zusammen
Mittlerweile weiß ich ja, dass der Börsenkurs sich nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage richtig. Also er steigt ja, wenn Nachfrage steigt und Angebot sinkt, oder?

Also beruht sich die ganze Börse nur darauf auf, dass irgendwelche Gerüchte erfunden werden, dass eine Aktie steigt.
Weil es kauft ja nicht irgendwer eine Aktie, weil er sieht, dass eine Firma gut läuft. Wie soll man überhaupt „vorraussagen“ können ob eine Aktie steigt oder nicht? Geht gar nicht oder?

Und wie sinkt denn eigentlich eine Aktie?
Eine Firma hat z.B. 100 Aktien. 50 davon sind verkauft und im Umlauf. Wenn also jemand eine von den Aktien verkauft sind die doch noch immer im Umlauf.
Also wie sinkt son Kurs dann?
Theoretisch muss dann doch das Angebot nur erhöht werden. Aber geht das, können einfach neue Aktien dazu kommen? Oder liege ich da ganz falsch mit meiner Vermutung (ich glaube das ist es^^).

Früher dachte ich ja immer, dass der Aktienkurs durch Firmengewinne steigt, aber das is ja falsch. Da hat es noch Sinn für mich gemacht.
Als ich aber von der Angebot/Nachfrage gehört habe, verstehe ich es gar nicht mehr. ^^

Hoffe mir kann das jemand erklären

Gruß

KingpiN1

also,
im Prinzip hast du nichts falsch verstanden.
Der rechnerische Wert der Aktie ergibt sich durch die zukünftigen Erfolge, also der zukünftigen Gewinne.
Ein Anleger wird in eine Aktie auf lange Sicht investieren, wenn er meint, dass die zukünftigen Gewinne höher ausfallen als bei einer alternativen geldanlage, z.B. einer festgeldanlage mit festem Zins.
Der Preis der Aktie (kurs) ergibt sich durch Angebot und Nachfrage.
vereinfacht gesagt, kann sich der Kurs auf kurze Sicht weit vom rechnerischen Wert einer Aktie entfernen. Auf lange Sicht wird er um den rechnerischen Wert pendeln. Der Anleger merkt natürlich an der Kursentwicklung, ob sich seine Prognosen erfüllen.

Hallo,

Mittlerweile weiß ich ja, dass der Börsenkurs sich nach dem
Verhältnis von Angebot und Nachfrage richtig. Also er steigt
ja, wenn Nachfrage steigt und Angebot sinkt, oder?

grundsätzlich machen wir alle den gleichen Fehler und versuchen ständig, das Börsengeschehen mit rationalen Regeln zu erklären. Das funktioniert aber bestenfalls im ganz langfristigen Bereich. Und meistens sucht ein schlauer Mensch sich dann halt irgendwelche logisch klingenden Erlärungen zusammen… .
Im Alltagsgeschäft Prägen menschliche Emotionen die Börse: Angst und Gier.

Also beruht sich die ganze Börse nur darauf auf, dass
irgendwelche Gerüchte erfunden werden, dass eine Aktie steigt.

Die müssen nicht zwingend erfunden werden, können aber. Oft sind sie das Ergebnis knallharter Analysen von Menschen die versuchen, das Börsengeschehen logisch zu erklären… :wink:

Weil es kauft ja nicht irgendwer eine Aktie, weil er sieht,
dass eine Firma gut läuft. Wie soll man überhaupt
„vorraussagen“ können ob eine Aktie steigt oder nicht? Geht
gar nicht oder?

Irgendeiner kauft normalerweise weil er glaubt, dass er weiss, dass es der Firma bald besser geht und das außer ihm noch keiner weiß… .

Und wie sinkt denn eigentlich eine Aktie?
Eine Firma hat z.B. 100 Aktien. 50 davon sind verkauft und im
Umlauf. Wenn also jemand eine von den Aktien verkauft sind die
doch noch immer im Umlauf.
Also wie sinkt son Kurs dann?

Der „Einer“ hat die Aktien für 100 euro gekauft und will sie jetzt wieder verkaufen. Wenn sich jetzt keiner findet, der bereit ist, 100 zu zahlen, wird er jemanden suchen, der sie vielleicht für 99 haben will. Oder für 98, oder für 97, oder… .
Wenn er sie dann z.B. für 95 verkauft hat und das der einzige Deal mit dieser Aktie an diesem Tag war, dann kannst Du abends bei n-tv lesen, dass diese Aktie heute 95 wert ist.

Theoretisch muss dann doch das Angebot nur erhöht werden. Aber
geht das, können einfach neue Aktien dazu kommen? Oder liege
ich da ganz falsch mit meiner Vermutung (ich glaube das ist
es^^).

Die Frage ist einfach, wie viele Käufer bei einem bestimmten Preis wie vielen Verkäufern gegenüber stehen. Mehr Käufer: Preis steigt. (Nachfrage > Angebot). Mehr Verkäufer: Preis fällt (Nachfrage

Irgendeiner kauft normalerweise weil er glaubt, dass er weiss,
dass es der Firma bald besser geht und das außer ihm noch
keiner weiß… .

Warum kaufen die die denn dann? Ein Aktienkurs steigt doch eben nicht, durch Gewinne eine Firma?
Das verstehe ich immer noch nicht. ^^
Also baut das alles nur darauf auf, dass Leute denken, dass andere Leute denken sie müssten in Firmenaktien investieren, dessen Firma bald Gewinne macht?

Also:
Basis für diese ganze Getöse ist die Annahme, dass es so etwas wie einen fairen Wert für ein Unternehmen gibt.
Den versuchen immer alle Analysten zu ermitteln. Wenn der faire Wert bei 100 ist, die Aktie derzeit mit 90 gehandelt wird, dann kauft man, weil man glaubt, dass der Markt „effizient“ ist und diese Unterbewertung dadurch ausgleicht, dass sie bald zum fairen Wert gehandelt wird. Eben weil immer mehr Leute sie kaufen, solange sie noch biller ist => Nachfrage => Kursanstieg.

Zur Ermittlung des fairen Wertes gibt es verschiedene Ideen. Eine davon ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Diese Idee besagt, dass ein Vielfaches des Unternehmensgewinns den fairen Wert darstellt.

Beispiel:
Ein KGV von 10 wird als fair angesehen. Ein Unternehmen erwirtschaftet 100 Millionen Gewinn. Dann wäre der faire Börsenwert dieses Unternehmens 1 Milliarde.
Nun teilt man diese Milliarde durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien und erhält den fairen Wert für eine Aktie. Hat das Unternehmen also z.B. 10 Millionen Aktien ausgegeben, dann wäre der faire Wert einer Aktie 100.

Steigen die Gewinne dieses Unternehmens z.B. um 25% auf 125 Millionen und es kommen keine neuen Aktien (Kapitalerhöhung) dazu, dann steigt gemäß dieser Rechnung auch der faire Wert (bei gleichem KGV) der Aktie um 25% auf 125.

So richtig kompliziert wird es, weil das „allgemein gültige“ KGV nicht festgeschrieben ist, sondern auch sehr stark schwanken kann. Wenn Panik herrscht, kann es schonmal sein, dass der Markt ein KGV von unter zehn hergibt. In Euphoriephasen sind bei Standardwerten auch mal 20 oder mehr drin.
Man spricht dann davon, dass der Markt unter- oder überbewertet ist.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, liegt das durchschnittliche KGV der Dax-Werte ungefähr bei 16?
Langfristig geht man davon aus, dass der Wert sich immer wieder dem Durchschnitt annähert.
Wieder so ne logische Regel…

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Ahh. Also hängt das ganze auch vom KGV ab? Ich denk ma wenn er schön hoch ist würden ja viele verkaufen oder? Oder schwänkt der KGV so gut wie gar nicht?
Und der Aktienpreis wird vom KGV bestimmt?

Hallo,
so langsam musst du auch gemerkt haben, dass die Börse eine Spielbank mit seriösem Anstrich ist! Nichts anderes!

Gruß cooler

Hallo,
vieleicht solltest du erst mal nachsehen, was das (!) KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis - wow, das ist sogar deutsch) ist, dann hätte sich die Frage erübrigt.
Randnotiz: isch wüste keine Firma deren Aktien auf Dauer (!) gesunken sind, wenn die Firma ihre Gewinne über einen längeren Zeitraum (und damit meine ich nicht wenige Quartale sondern mehrere Jahre) ständig gesteigert hat (leider gibt es solche Firmen sehr selten - zur Zeit eher gar nicht). Ganz unabhängig von der Entwicklung der Firma ist der Kurs also normalerweise nicht. Insbesondere soll es Leute geben, die merken, wenn eine Firma mehr Geld auf der Bank hat, als sie am Markt kostet. Dann „kaufen“ die den Laden auf, plündern die Konten und machen beim Verkauf des Rests immer noch Gewinn. Die Mitarbeiter sind denen dann oft egal.

Cu Rene

Ahh. Also hängt das ganze auch vom KGV ab? Ich denk ma wenn er
schön hoch ist würden ja viele verkaufen oder? Oder schwänkt
der KGV so gut wie gar nicht?
Und der Aktienpreis wird vom KGV bestimmt?

Der Aktienpreis wird alleine dadurch bestimmt, zu welchem Preis sich Käufer und Verkäufer finden. Und die haben tausenderlei Motive.

Letztendlich bietet das Unternehmen seinen Aktionären zwei „direkte“ Formen der Gewinnerzielung (abseits vom Börsenhandel gesehen): einerseits schüttet es Dividenden aus, andererseits steigert es den Wert des im Unternehmen liegenden Vermögens (welcher bei Liquidation oder Übernahme mehr oder weniger freigesetzt werden kann). Die Dividende bekommt man bar auf die Hand, der Unternehmenswert ist nicht so klar.

Der Preis, den jemand bereit ist zu zahlen, richtet sich zunächst nach seinen Erwartungen, was das Unternehmen wohl für Dividenden ausschütten wird und/oder wie sich das Vermögen im Unternehmen entwickeln wird bzw. welchen Wert es überhaupt hat.

Aber in der nächsten Komplexitätsstufe weiß man, dass man an den Unternehmenswert als Privatperson, die ein Unternehmen nicht feindlich übernehmen und ausschlachten kann, ja gar nicht so direkt herankommt. Aber sollten die Aktien zu stark fallen, ohne dass der Unternehmenswert entsprechend sinkt, könnte jemand anderes das tun, und schon wären die Aktien wieder etwas wert…

Wenn man seine Aktien verkaufen möchte, ist man letztendlich auf die Einschätzung anderer angewiesen ist. Also könnte man bei seiner Kaufentscheidung einbeziehen, was andere später dann wohl so denken. Und die denken aber ähnlich kompliziert. Und so fort… :smile:.

Viele Grüße,
Sebastian

Mehr zum KGV:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kurs-Gewinn-Verh%C3%A4l…