Börsenaktualität / Tagesgeldkonto berührt?

Hallo an alle,

wie seht ihr das: wird das aktuelle Börsengeschehen negative Auswirkungen auf die
Bestände auf Tagesgeldkonten haben?

Weitere Fragen: Sollte man abheben und sehen, dass man das Geld - so lauten z. B.
die Tipps in anderen Foren - in Sachwerten unterbringt, ehe es nichts mehr wert
ist? Oder sind Tagesgeldkonto-Bestände - davon ging ich persönlich bislang aus -
versichert? Andererseits: wenn eine Bank Pleite machen sollte: was nützte dann die
Sicherung?

Ich habe von den Zusammenhängen nur wenig Ahnung und erhoffe mir
Sachinformationen.

Danke im Voraus und viele Grüße,
Christina

Hallo Christina,
Tagesgeldkonten sind nicht beruehrt. Sofern das Geld „gesichert“ ist, dann gerade gegen die Pleite der Bank, also auch insofern kein Grund zur Sorge.
Gruss
Christoph

Hallo Christina,

wie seht ihr das: wird das aktuelle Börsengeschehen negative
Auswirkungen auf die Bestände auf Tagesgeldkonten haben?

Das kommt darauf an. In Euroland sollen die Zinsen erst einmal konstant bleiben. Der EZB-Präsident Trichet hat dies heute so verlauten lassen.

Sollte die wirtschaftliche Situation diesseits und jenseits des Atlantiks dramatisch einbrechen (v.a. Arbeitsmärkte und Konsummärkte), könnte es zu weiteren Zinssenkungen kommen. Dann wären auch die andere Zinssätze (außer dem Leitzins) betroffen.
Sollte es aber wieder zu einer Liquiditätskrise kommen, momentan verhält es sich hier noch etwas ruhiger, könnte „Geld“ wieder gefragt sein.

Das was wir nun in den letzten Tagen gesehen haben, sollte aber keinen Einfluss auf die Tagesgeldsätze nehmen. HIer muss man wenn schon längerfristig denken. Nur wegen einem Einbruch über 2 bzw. 3 Tage wird nicht gleich der Tagesgeldzins gesenkt. Sooo dramatisch ist die Lage dann doch nicht.

Weitere Fragen: Sollte man abheben und sehen, dass man das
Geld - so lauten z. B.
die Tipps in anderen Foren - in Sachwerten unterbringt, ehe es
nichts mehr wert ist?

Um Gottes Willen. Nein, nein. Bloß nicht verrückt machen lassen. Lass es am besten wo es ist, wenn Du es nicht gerade für etwas anderes „wirklich“ brauchst.

Oder sind Tagesgeldkonto-Bestände - davon ging ich
persönlich bislang aus - versichert?

Ja, es gibt Einlagensicherungen. Aber selbst wenn es noch zu weiter Einbrüchen an der Börse kommt, so wird das Tagesgeld in Deutschland davon nicht in seiner Existenz bedroht sein.

VG
Sebastian

Hallo,

ist? Oder sind Tagesgeldkonto-Bestände - davon ging ich
persönlich bislang aus -
versichert? Andererseits: wenn eine Bank Pleite machen sollte:
was nützte dann die
Sicherung?

zum Thema Einlagensicherung: FAQ:2682

Nach menschlichem Ermessen sind Guthaben, die nicht der gesetzlichen Regelung unterliegen, absolut sicher.

Andererseits sind in den letzten Monaten viele Dinge schiefgelaufen, die nach menschlichem Ermessen nicht hätten schieflaufen dürfen.

Gruß
C.

Hallo Experts!

Herzlichen Dank, das ging ja schneller, als die Polizei erlaubt! *lächel

Joi, ich lass dann mal meine Steuerrücklage auf meinem Tagesgeldkonto und verfolge
die Entwicklung gespannt weiter. Wie ich eben auch aus diesem Forum vor geraumer
Zeit erlesen habe, trifft ja jetzt genau das ein - Stichwort subprime-Markt -, was
(ich glaube auch, im entsprechenden timing) zu erwarten war. Interessant.

Schönen Tag noch,

es grüßt Christina

subprime-Krise - Domino-Effekt
Hallo nochmal,

Wie ich eben auch aus diesem
Forum vor geraumer
Zeit erlesen habe, trifft ja jetzt genau das ein - Stichwort
subprime-Markt -, was
(ich glaube auch, im entsprechenden timing) zu erwarten war.
Interessant.

ich bin begeistert. Du liest mit und merkst Dir sogar, was Du liest. Hat man hier nicht oft. :smile:

Die ganze Sache erinnert mich an das Jahrmarktspiel, bei dem man mit dem Hammer Karnickel o.ä. treffen muß, die aus einem der vielen Löcher hervorspringen.

In den letzten Monaten sind viele Dinge passiert, mit denen man nicht gerechnet hätte und im Augenblick deutet sich wieder eine Entwicklung an, mit der noch vor einem Monat niemand gerechnet hatte: Die „monoliner“ genannten Versicherungsgesellschaften verlieren die Bestnoten der Ratingagenturen. Diese Gesellschaften versichern Anleihen und geben damit ihre eigene Top-Bonität (sog. AAA-Rating) an diese Anleihen weiter. Damit werden diese Anleihen also besser als sie es eigentlich sind und werden daher von institutionellen Anlegern gekauft, die sie ohne diese Versicherung niemals gekauft hätten (weil sie entweder nicht durften oder wollten).

Nun straucheln diese Versicherunggesellschaften auch über die subprime-Krise und verlieren nach und nach - wie gesagt - ihre bisher einwandfreie Bonität. In der Folge verlieren natürlich auch die versicherten Anleihen ihre erstklassige Bonität und auf einmal sitzen die Inhaber nicht mehr auf AAA-Anleihen sondern Papieren niedrigerer Bonität. Das führt wiederum dazu, daß sie sie anders bewerten oder gar - zu einem niedrigeren Kurs - verkaufen müssen.

Hinzu kommt, daß das Problem auf den Bankensektor begrenzt zu sein schien. Nun stellt sich aber heraus, daß nicht nur die Kreditinstitute mit den Risiken gespielt haben, ohne genau zu wissen, worauf sie sich einließen, sondern die Versicherungen ebenfalls betroffen sind.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:B…
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&sid=…

Ich fürchte, das nächste Kaninchen, das aus irgendeinem Loch springt, ist der CDS-Markt (CDS=credit default swap; Instrument zur Absicherung von Kreditrisiken). Wenn es auch da zu einem Marktversagen oder Zusammenbruch wesentlicher Emittenten kommt, wirds etwas knifflig.

Gruß
Christian

Auch hallo,

ich bin begeistert. Du liest mit und merkst Dir sogar, was Du
liest. Hat man hier nicht oft. :smile:

Danke! Ich lerne gerne dazu.

„In den letzten Monaten sind viele Dinge passiert, mit denen
man nicht gerechnet hätte …“

Darf ich fragen: wer sind diese Leute, die mit der Entwicklung
nicht gerechnet haben? Ich meine, wo habe ich sie einzuordnen?

Danke auch für die Links: den englischen muss ich leider trotz
Renommees ignorieren: dafür reicht mein Englisch nicht.

Darf ich dann noch fragen, was Du unter „Marktversagen“ verstehst?

„der Zusammenbruch wesentlicher Emittenten kommt, wirds etwas
knifflig“

Hier wirds wieder spannend: mich würde Deine Phantasie interessieren: wo könnte
das Ganze enden?

Gruß
Christian

Dito, freundliche Grüße von Christina

Die alles entscheidende Frage wird doch sein, ob es den Banken erlaubt sein wird, diese Anleihen ins Anlagevermögen zu packen, so dass sie die notwendigen marktbedingten Abschreibungen eben gar nicht weiter vornehmen müssen, sonderen die Krise über die nächsten 10 Jahre „ausschwitzen“ können.

Der Ball liegt hier wohl bei den Aufsichtsbehörden und Wirtschaftprüfern…

Gruss Ivo

Hallo Christiana,

„In den letzten Monaten sind viele Dinge passiert, mit denen
man nicht gerechnet hätte …“

Darf ich fragen: wer sind diese Leute, die mit der Entwicklung
nicht gerechnet haben? Ich meine, wo habe ich sie einzuordnen?

Vor allem die zuständigen Investmentbanker, die Risikokontroller, die nicht verstanden haben, dass die Welt nie zu 100% berechenbar ist, die Verantwortlichen darüber.

Darf ich dann noch fragen, was Du unter „Marktversagen“
verstehst?

Die aktuelle Krise kommt daher, dass sich kein Käufer für die Papiere findet, die Kurse davon entsprechend in den Keller gehen, was wiederum Abschreibungsbedarf für die Banken bedeutet, der auf Handelsbestände vom Gesetzgeber schliesslich vorgegeben ist.

Dass die ganze Sache auf einen fehleingeschätzen US Immobilienmarkt zurück geht ist ein anderes Thema.

„der Zusammenbruch wesentlicher Emittenten kommt, wirds etwas
knifflig“

Hier wirds wieder spannend: mich würde Deine Phantasie
interessieren: wo könnte
das Ganze enden?

Meiner Meinung:
Die Krise wird immer wieder Feer bieten, da weitere Abschreibungen durch weiteren Kursverfall dieser Anleihen folgen wird. Ich hab ml gehört dass der Gesamtabschreibungsbedarf Weltweit bei ca 240-320 MRD liegen soll. Wieviel liegt hier auf dem Tisch?

Banken mit schlechter Eigenkapitalquote werden möglicherweise ins straucheln kommen. Das wird wohl im geringen Rahmen zu Fusionen, in vielen Fällen aber vor allem zu Kapitalerhöhungen führen, bei denen v.a. Asiatische und Arabische Staatfonds auf Einkaufstour gehen werden, die strategisch investieren.

Gruss Ivo

Guten morgen,

Die alles entscheidende Frage wird doch sein, ob es den Banken
erlaubt sein wird, diese Anleihen ins Anlagevermögen zu
packen,

da die größeren Institute inzwischen zwangsläufig ihren Konzernabschluß nach IFRS aufstellen, gibts den Auslegungsspielraum von 253 (2) HGB nicht mehr. Unabhängig davon, in welche Kategorie man sie packt, sind financial assets zum Bilanzstichtag zum Zeitwert zu bewerten.

Da liegt aber auch der Grund dafür, daß die Wertberichtigungen und Abschreibungen scheibchenweise kommen: a) es gibt keinen Marktwert und b) ist zum aktuellen Wert zu bilanzieren und nicht zum zu erwartenden Verkaufserlös.

Gruß
Christian

Guten morgen,

„In den letzten Monaten sind viele Dinge passiert, mit denen
man nicht gerechnet hätte …“

Darf ich fragen: wer sind diese Leute, die mit der Entwicklung
nicht gerechnet haben? Ich meine, wo habe ich sie einzuordnen?

Auslöser der ganzen Verasntaltung war ja der Zusammenbruch des Marktes für CDOs, d.h. für forderungsbesicherte Anleihen. Die übliche Konstruktion: Eine Zweckgesellschaft kauft Forderungen an und finanziert sich über kurzlaufende Wertpapiere. Gedanken mag man sich über die Qualität der Forderungen gemacht haben, aber anscheinend niemand, der von Belang war, hat sich Gedanken über die Plazierbarkeit der Wertpapiere gemacht, die zur Refinanzierung alle paar Monate auf dem Markt untergebracht werden mußten.

Die Kreditinstitute, die meinten auf dem Markt mitspielen zu müssen, haben „pro forma“ (wie man dachte) Liquiditätslinien gestellt, die dann auf einmal gezogen wurden, als die Zweckgesellschaften sich nicht mehr über die ausgegebenen Anleihen finanzieren konnten. Da die Investoren im Vorfeld offensichtlich auf diese Liquiditätslinien bestanden, haben zumindest sie das Risiko in Betracht gezogen, daß die Papiere irgendwann mal nicht plaziert werden könnten.

Die Inanspruchnahme der Liquiditätslinien durch ihre Zweckgesellschaften hat u.a. die SachsenLB und die IKB in Schwierigkeiten gebracht.

Darf ich dann noch fragen, was Du unter „Marktversagen“
verstehst?

Naja, der ABS-Markt ist bereits mit den bekannten Folgen zusammengebrochen, d.h. forderungsbesicherte Anleihen sind seit Monaten praktisch nicht mehr am Markt unterzubringen und damit auch entsprechend im Wert gefallen. Von großer Bedeutung sind weiterhin Instrumente zur Absicherung von Krediten und Anleihen. Wenn nun die Emittenten, die diese Absicherungsinstrumente zur Verfügung stellen ins Straucheln geraten (was sich zumindest bei den Anleiheversicherern derzeit anzudeuten scheint), verliert diese Absicherung drastisch an Wert und die Risikostruktur von Anleihe- und Kreditportfolien verändert sich entsprechend.

Da die Qualität des Forderungsbestandes (also des Bestandes an Krediten und Anleihen) nicht nur für Kreditinstitute, sondern auch für Zweckgesellschaften (s.o.), Versicherungen u.a. von entscheidender Bedeutung ist, kann das wieder interessante Folgen haben.

„der Zusammenbruch wesentlicher Emittenten kommt, wirds etwas
knifflig“

Hier wirds wieder spannend: mich würde Deine Phantasie
interessieren: wo könnte
das Ganze enden?

Naja, wenn ganze Kredit- bzw. Anleiheportfolien um einige Ratingsstufen nach unten rutschen, weil die Absicherung via Kreditversicherer oder CDS plötzlich Makulatur ist, dann ändert sich auch die Bonität des Gläubigers (also Kreditinstitut, Zweckgesellschaft Versicherung usw.). Damit wird die Refinanzierung teurer und im Extremfall unmöglich. Das Ergebnis kann von der Veschlechterung der Ertragslage bis zum Zusammenbruch des Kreditinstitutes, der Versicherung, der Zweckgesellschaft etc. alles sein.

Zu den Dimensionen: Die Anleiheversicherer garantieren für Anleihen im Volumen von USD 3,3 Billionen, über CDS werden Kredite von USD 45 Billionen abgesichert.

Gruß
C.

P.S.
Wenn ich irgendwo zu schnell war oder unverständliche Begriffe oder Abkürzungen verwendet habe, frag bitte nach.

Ähem, „Ivo“?, ich dachte, „Christian“? Who is who?

Ich bin Christina, nicht Christiana, das liegt, glaube ich, in … Dänemark?
Schweden? *grins. :wink:)

Ne, ich meinte schon den antwortenden Menschen davor, dennoch aber Danke für die
Mühe, an seiner Stelle zu antworten.

Herzlichen Gruß, Christina

Hi Ivo,

man sollte seinen Monitor nicht zu oft auf 800 stellen … entschuldige, ich habe
die Threadübersicht nicht vollständig im Blick gehabt. Nichts für ungut,

viele Grüße in den Kosmos,
Christina

Hallo C.,

P.S.
Wenn ich irgendwo zu schnell war oder unverständliche

Begriffe

oder Abkürzungen verwendet habe, frag bitte nach.

Danke, ich fürchte aber, das würde zur Privatvorlesung werden
und das Board überstrapazieren. Ich habe fachlich wirklich
fast keine Ahnung und übersetze oder eigne mir die Dinge
soweit an, wie ich es brauche bzw. soweit es eben geht. Das
ist okay für mich.

Naja, der ABS-Markt ist bereits mit den bekannten Folgen

zusammengebrochen, d.h. forderungsbesicherte Anleihen sind
seit Monaten praktisch nicht mehr am Markt unterzubringen
und damit auch entsprechend im Wert gefallen.:

sowie

Zu den Dimensionen: Die Anleiheversicherer garantieren für
Anleihen im Volumen von USD 3,3 Billionen, über CDS werden
Kredite von USD 45 Billionen abgesichert.

Also, ich habe Dich ein wenig so verstanden: Wie in
Argentinien - irgendwann auch bei uns möglich?

Wäre letztlich - von den Erholungen gestern abend/heute mal
abgesehen - auch bei uns, wo so vieles sicher ist/erscheint,
eine
ähnliche Entwicklung möglich, wenn die Kurse weiterhin so
fallen würde
wie jetzt erlebt? Wenn also wirklich „alle Stricke reißen
würden“, Banken
Pleite gingen und auch die sie absichernden Institute? 1929
war ja auch
nicht lustig.

Aber in der Endkonsequenz ist doch dann „das Land“, „der
Steuerzahler“, also: wir derjenige, der blutet, oder? Deswegen
meine Analogiefrage: Argentinien? Ich erinnere mich dunkel an
Bilder aus dem TV: verzweifelte Leute krallen sich an den die
Banken umgebenden hohen, übrigens hübsch gestalteten, Zäunen
fest und werden von diesen und den Sicherheitskräften der
Banken davon abgehalten - leere Tresore zu stürmen. Oder noch
schlichter: Irgendein Western, man stürmt die Bank und lyncht
den Direktor. Man sieht, ich sehe gerne TV, aber das muss
nicht nur nachteilig sein; wenn man in einer Materie nicht zu
Hause, täglich aber damit konfrontiert ist (angefangen
beim Brötchenpreis, bei mir geendet eben am Tagesgeldkonto,
was meine Frage mittelbar auslöste), versucht man sich, die
Materie in der einem zu Rate stehenden Sprache, Bilder etc.
zu vergegenwärtigen.

Meine Art, mir Zusammenhänge zu vergegenwärtigen, ist zwar
naiv, aber
nicht lustig-machend gemeint.

Beispiel: Das Land NRW, also die Steuerzahler, stützen doch zu
erheblichen Anteilen auch die NordLB in ihrer Krise, oder?
Was, wenn so
was so viel Geld erfordern würde, dass - es nicht mehr
aufzubringen wäre?

Tja, also, soweit mein Versuch, Zusammenhänge zu verstehen.
Vergaloppiert?

Grüße, Christina

Hallo Christiana,

Hallo Ivo,

nu bin ich glücklich in diesem Thread gelandet, ups. Meine Fragen zu Deinem
Beitrag:

Vor allem die zuständigen Investmentbanker, die
Risikokontroller

Sind Investmentbanker und Risikokontroller (-controller?) dieselben Personen, also
identisch oder teilen Banken diese Jobs auf verschiedene Personen auf? Oder fehlt
da bloß eine Konjunktion? (*lächel).

Die Krise wird immer wieder Feer bieten,

Was ist das: „Feer“ (sprich: fier?)

Gruss Ivo

Viele Grüße,
Christina

Hallo Christiana,

„In den letzten Monaten sind viele Dinge passiert, mit denen
man nicht gerechnet hätte …“

Darf ich fragen: wer sind diese Leute, die mit der Entwicklung
nicht gerechnet haben? Ich meine, wo habe ich sie einzuordnen?

Vor allem die zuständigen Investmentbanker, die
Risikokontroller, die nicht verstanden haben, dass die Welt
nie zu 100% berechenbar ist, die Verantwortlichen darüber.

Hallo,
hier im Forum gibt es einige Leute, die sich sehr gut auskennen - Kompliment!
Es ändert aber nichts daran, dass die Börse erfunden wurde, um an das Geld von Leuten zu kommen. Es ist also völlig ausgeschlossen, dass irgendwo jemand ist, der Geld, z.B. an die Normalanleger, mit dem Füllhorn ausschüttet - warum sollte er! Im Gegenteil, es wird wieder soweit kommen, dass die Normalanleger geschröpft werden (mit wenigen Ausnahmen), das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!
Erklärungen „warum“ wird man aber immer finden!

Gruß cooler

Hallo Christina,

Sind Investmentbanker und Risikokontroller (-controller?)
dieselben Personen, also identisch oder teilen Banken diese Jobs auf :verschiedene Personen auf?

Ja, es wird getrennt. Allerdings muss man aber auch immer sehen, dass der Begriff des „Investmentbankers“ seit weit gefasst werden kann. Risikomangement ist etwas, was bereichsübergreifend erforderlich ist. Es ist bei der einfachen Kreditvergabe ebenso ein Thema, wie bei der komplexen M&A Transaktion oder aber dem Handel mit Aktien, Devisen, trallala.

Der Begriff des I-Bankers ist aber nicht geschützt. Vor einiger Zeit konnte ich bei einem äußerst amüsanten „Event“ teilnehmen. Damals ging es darum, dass eine unabhängige Investorengruppe „Euro-Disney“ in Prais übernehmen und ganz neu „erfinden“ wollte.

Der Mann der das alles präsentierte, bezeichnete sich selbst als „unabhängiger Investmentbanker“. Er war schlecht rasiert, trug eine handelsübliche Blue Jean, dazu ein Sportsakko, die Krawatte saß nicht richtig und sein Englisch war auch mehr schlecht als recht. Soviel dazu.

Aber zum zurück zum Thema:

Sicherlich gehört das Risikomanagement zum Investmentbanking dazu. Das kommt aber daher, weil Risikomanagement etwas ganz Elementares ist, was in jeder Bank und auch in jedem anderen größeren Unternehmen von Wichtigkeit ist. Gleichwohl unterscheiden sich Risikocontroller und I-Banker schon voneinander. Zum einen durch den Aufgabenbereich, die übertragene Verantwortung und nicht zuletzt auch die Bezahlung :smile:

Die Krise wird immer wieder Feer bieten,

Was ist das: „Feer“ (sprich: fier?)

Er meinte sicherlich „Fear“. Die „Angst“ :wink:

VG
Sebastian

Hallo,

Es ändert aber nichts daran, dass die Börse erfunden wurde, um
an das Geld von Leuten zu kommen. Es ist also völlig
ausgeschlossen, dass irgendwo jemand ist, der Geld, z.B. an
die Normalanleger, mit dem Füllhorn ausschüttet - warum sollte
er! Im Gegenteil, es wird wieder soweit kommen, dass die
Normalanleger geschröpft werden (mit wenigen Ausnahmen), das
ist so sicher wie das Amen in der Kirche!
Erklärungen „warum“ wird man aber immer finden!

schöner Beitrag - und so fein an der Sache vorbei.

Das, was gerade an den Börsen passiert, ist die Folge von Transaktionen, mit denen der „Normalanleger“ nie etwas zu tun hatte und von denen er im Zweifel bis vor einem knappen halben Jahr noch nie etwas gehört hatte.

Wo hier mal wieder der „Normalanleger“ geschröpft werden soll, bleibt also Dein Geheimnis.

Gruß
Christian

Hallo,
ich rede bei dem Börsenspiel nicht von dem was gerade pssiert, sondern von dem was bis jetzt immer passiert ist (geschröpft heißt nicht „ganz weg“!)!

Gruß cooler

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Christina,

Also, ich habe Dich ein wenig so verstanden: Wie in
Argentinien - irgendwann auch bei uns möglich?

ehrlich gesagt, kann ich Dir auf die Frage keine konkrete Antwort geben. Daran zu glauben, daß das Finanzsystem kollabieren könnte, widerstrebt mir. Dafür gibt es zuviele Institute, die sich nicht oder nur geringfügig an der Show beteiligt haben und dafür ist eigentlich auch die Vernetzung der Wirtschaftsräume zu stark. Andererseits kann man beide Argumente auch so auslegen, daß sie gerade für einen Kollaps sprechen.

Die, die noch über genug Kapital und Liquidität verfügen, könnten irgendwann ablehnen, sich mit in den Sumpf ziehen zu lassen und Hilfe ablehnen, und die weltweiten wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtungen können auch dazu führen, daß auf einmal Regionen und Branchen betroffen sind, bei denen man das gar nicht vermutet hätten.

Da ich schon im August für meine Prognosen, die nun aber teilweise eingetroffen sind, von einigen belächelt wurde, enthalte ich mich weiterer Prognosen, lehne mich zurück, genieße und schweige - und verdiene ein bißchen Geld mit der Entwicklung. :wink:

Beispiel: Das Land NRW, also die Steuerzahler, stützen doch zu
erheblichen Anteilen auch die NordLB in ihrer Krise, oder?
Was, wenn so
was so viel Geld erfordern würde, dass - es nicht mehr
aufzubringen wäre?

Es ist die WestLB und sie ist insofern eine Ausnahme, als daß bei den wenigsten großen Kreditinstituten in Deutschland Städte, Länder oder der Bund Gesellschafter sind. Für die sollte das Geld der Steuerzahler eigentlich reichen :wink:

Gruß
Christian