börsenkrise

was meint ihr,wars das jetzt oder kommt doch noch der grosse absturz.

Grüß Gott,

was meint ihr,wars das jetzt oder kommt doch noch der grosse
absturz.

Was war denn bisher ??? Meines erachtens haben die int. Kapitalmärkte gerade mal gehustet. Im Februar diesen Jahres gab es auch schon mal eine Woche wo es so turbulent zu ging. Zugegeben, jetzt war es etwas mehr als eine Woche, aber das kann noch nicht alles gewesen sein. Immer schön den Yen beobachten.

VG
TraderS

Was macht denn der Yen?
Hallo Trader,

Immer schön den Yen
beobachten.

Warum muss man den Yen denn beobachten? Was macht der denn, wenn man nicht hinschaut? :wink:

Wäre der Stand des Yen nicht egal, solange man nicht in Yen oder japanischen Aktien investiert hat?

Schöne Grüße

Petra

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Guten Tag Petra,
möchte ich zu dem Thema „Yen beobachten“ nur sagen.
Und dann noch in schöner Martensteinscher Manier zu all denen, die
immer noch nicht begriffen haben, warum der Yen zu beobachten ist:
"Amigo mio, weil das wichtig ist. Genauso wie kräftig durchatmen und

  • Kartoffeln essen."
    Gruß
    Günther

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hallo
Es geht wieder aufwärts mit dem Dax,zumindest heute :smile:)
Mein Tip:es geht nicht richtig nach oben(nicht mehr an die 8000)
aber auch nicht in den keller (unter7200)

sooo selbstverständlich und logisch finde ich das nicht,
meinst du wegen Carry Trades?

sooo selbstverständlich und logisch finde ich das nicht,
meinst du wegen Carry Trades?

Also gut. Erwischt. Hat nicht geklappt. Ich bedauere das sehr.
Guten Tag Huse,
wer ist Carry Trades ? Ein Sänger ? Ein Golfballspieler ?
Mein Beitrag war i r o n i s c h gemeint. Das Ziel der Ironie
lag in dem Beitrag, in dem empfohlen wurde, den Yen zu beobachten.
Petra schien das auch zunächst so zu sehen. Aber ganz sicher war ich mir nicht. Deswegen mein Nachkarten. Es war - zumindest bei Ihnen - umsonst.
Leicht anverzweifelt und doch guten Mutes
Günther

"Amigo mio, weil das wichtig ist. Genauso wie kräftig
durchatmen und

  • Kartoffeln essen."
    Gruß
    Günther

das mit den kartoffeln musste mal näher erklären—bin nicht im kartoffelbuisnes.

Guten Tag hansgress,
das Bussiness der Kartoffeln hat nur sehr bedingt etwas mit der Börsenkrise zu tun. Man kann auch sagen, es hat so gut wie gar nichts damit zu tun. Ebensowenig das Essen der Kartoffeln.
Auch Ihnen gegenüber gebe ich zu, dass mein Stilmittel der Ironie
versagt hat. Ich kann es doch einfach nicht. Wahrscheinlich.
Wenn jetzt noch der Dritte ankommt und von mir eine rationale
Begründung für meinen Ursprungsbeitrag fordert, hole ich den
Tränenbottich raus.
Gruß
Günther
(P.S. Bussiness ist absichtlich falsch geschrieben. Das soll eine
Hommage an die von Ihnen ebenfalls verwendete falsche Schreibweise sein.)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

…dabei hatte ich noch meine frau kurz gefragt,wie man business richtig schreibt,allerdings schon auf die taste gedrückt.
der letzte englischunterricht war vor 35 jahren.

des Rätsels Lösung ist ganz einfach

Hallo Petra,

Warum muss man den Yen denn beobachten? Was macht der denn,
wenn man nicht hinschaut? :wink:

Wäre der Stand des Yen nicht egal, solange man nicht in Yen
oder japanischen Aktien investiert hat?

Nein. Willkommen im Tollhaus internationaler Kapitalmarkt :smile:))

Warum ist der Yen von Bedeutung ? Dazu muss man vielleicht etwas ausholen:

Vor vielen vielen Jahren stecke das Land der aufgehenden Sonne in der von dem englischen Nationalökonomen Keynes erstmals beleuchteten sog. Liquiditätsfalle. In Folge dessen sind die Zinsen in Japan auf ein absolutes Tief gefallen und haben sich bis heute (über 10 Jahre später) nicht erholt. Die Geldpolitik dort ist immer noch nicht in der Lage, das ganze zu verbesern.

In Japan kann man sich also Geld für noch weniger Geld leihen. Was macht man aber mit geliehenem Geld ??? Genau, man legt es dort an, wo man noch etwas dafür bekommt und zwar mehr als anderswo. Wo ist das ? Na ja in den letzten Monaten war das in good old Europe. Bei uns liegen die Zinsen bei etwas um die 4 %. In Japan sind es gerade mal 0,5 %. Also die Leitzinssätze. Technisch gibt es da noch Zwischenschritte, für die Erklärung jetzt reicht es aber.

Wen ruft das Ganze nun auf den Plan ?? Die sog. Carry-Trader. Carry Trades ? Um es mal mit den Worten des ehemaligen ARD-Brösenexperten Frank Lehmann zu sagen „Wat is dat denn ?“

Unter dem Begriff Carry Trade versteht man die Aufnahme von fin. Mitteln in einem Niedrigzinsland und der Anlage in einem HOchzinsland. Eigentlich müsste man volkswirtschaftlich korrekt von Zinsarbitrage sprechen … aber Carry Trades hört sich hipper an und Investmentbanker sind so ziemlich das „hippeste“ unter der Sonne - meinen sie zumindest :smile:)

Worin besteht aber ein Problem ?
Na ja, es dürfte etwas schwer sein, auf 100.000.000 geliehene YEN 4.000.000 EURO Zinsen zu bekommen. Worin liegt die Lösung ?

Genau, 100.000.000 Yen in Euro umstauschen. Dadurch ist unter anderem unser hohe Euro entstanden, da in den USA keiner anlegen wollte. Denn man hatte erkannt, das die europäischen Aktienmärkte vor 2 Jahren noch deutlich unterbewertet waren und so legte man dann eben die geliehenen und getauschten Yen in europäische Aktien an. Da sind sie heute noch geparkt.
Fazit: Alle brauchten Euros weil man mit Yen in Europa keine Aktien kaufen kann. In Folge der starken Nachfrage nach Euro (für den Umtausch) stieg dessen Kurs. Schön für uns. Insbesondere im Verhältnis zum Dollar. Ich erinnere Dich an Deinen USA Urlaub :wink:

Warum müssen wir auf den Yen schauchen ?

Nun diese Carry Trader müssen ihre Kredite irgendwann wieder rückabwicklen. Dies wird umso schneller passieren, je kälter die Füße dieser Leute werden. Ihr Handeln ist nämlich mit extremen Risiken verbunden. Bricht die Krise in den USA erst richtig aus bzw. GLAUBT die kritische Menge an Carry-Tradern dies, werden sie ihre Mittel aus Europa abziehen, und Euro gegen Yen tauschen. Der Eurokurs wird sinken und der Yen stark ansteigen. Alle brauchen Yen, da die Japanische Bank ihren KRedit kaum in Euro wiederhaben will.

Gesamtwirtschaftliche bzw. gesamtvolkswirtschaftliche Größen spielen hier eine sehr bedeutende Rolle. Noch viel wichtiger ist aber, ob eben diese kritische Menge an Anlegern denkt, dass „es jetzt genug“ ist. Dann müssen alle -ob sie wollen oder nicht- mitziehen, da es sonst zu teuer wird. Ist der Yen nämlich sehr hoch und will dann noch jemand Zurücktauschen, macht er -wenn er vorher nicht gut genug mit Terminkontrakten abgesichert hat- mitunter immense Verluste. Der Yen ist im Verhältnis zum Euro in den letzten Wochen stärker angestiegen. Es haben also schon ein paar rückabegwickelt.

Angeblich soll sich die Welt über 1 Billion Dollar (umgerechnet) bei japanischen Banken geliehen haben.
Daher verwundert es auch nicht, wenn viele „Experten“ nach der Technologieblase 2000, jetzt eine Carry-Trade Blase an den Aktienmarkten für „ziemlich wahrscheinlich“ halten.

Und wie war das jetzt mit den Kartoffeln ?? :smile:)

VG
TraderS

ein Mittel, womit man doch nich

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hallo
Es geht wieder aufwärts mit dem Dax,zumindest heute :smile:)
Mein Tip:es geht nicht richtig nach oben(nicht mehr an die
8000)
aber auch nicht in den keller (unter7200)

na wie gut das dafür mal das Wort „Stagnation“ erfunden wurde :wink:))

(-:
Ironie funktioniert fast nie in einem Forum.

Aha - ich staune. Und das soll noch mal einer sagen, dass es hier keinen stört, wenn in Japan - äh, China - ein Radl umfällt. :wink:

Vielen Dank für diese ausführliche Erklärung. Ich werde dann auch mal beobachten, was der Yen so macht.

Schöne Grüße

Petra

leidvolle Erfahrungen in GB und AT

Hallo Petra,

Vielen Dank für diese ausführliche Erklärung.

Dafür ist so ein Forum ja da :smile: Und danke für den Stern - ich nehme mal an er kam von Dir :smile:

Aha - ich staune. Und das soll noch mal einer sagen, dass es
hier keinen stört, wenn in Japan - äh, China - ein Radl
umfällt. :wink:

Also bei uns ist das immer noch der Sack Reis. :smile:)

Die (nationalen) Kapital- und Geldmärkte sind heute alle in einem extrem hohen Maße miteinander vernetzt. Da dort nahezu homogene Güter gehandelt werden, gelten hier sehr strenge Bedingungen/Regeln.

Das mussten Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre auch viele Briten und Österreicher leidvoll erfahren. Sie hatten von ihren Banken sog. „Fremdwährungskredite“ erhalten, um damit das Eigenheim finanzieren zu können.
Sie verschuldeten sich also direkt in einer fremden Währung, dessen Leitzinsen niedrig waren (wie bereits erwähnt der Yen, oder aber auch Schweizer Franken. Dort sind die Zinsen auch recht niedrig). Einige Jahre ging das auch gut für die KReditnehmer. Nur hatte sie keiner auf die beiden großen Gefahrenquellen „Wechselkursrisiko“ und „Zinsänderungsrisiko“ hingewiesen und noch schlimmer, sie waren dagegen nicht „abgesichert“. Viele mussten den Traum vom Eigenheim aufgeben und manche zahlen noch heute an der Sache (zurück).

VG
TraderS

Hallo,

Was war denn bisher ??? Meines erachtens haben die int.
Kapitalmärkte gerade mal gehustet.

das sehe ich allerdings auch so. Wenn man sich mal die Halbjahresberichte der Kreditinstitute so anschaut, stellt man fest, daß man sich dort mit Aussagen zum Gesamtjahr bemerkenswert zurückhält. Interessant werden die Berichte zum 3. Quartal, aber selbst da wird man nicht zwangsläufig viel erkennen können.

Das gesamte Ausmaß wird vom Verlauf der vierten Phase abhängen. Die erste Phase war das Ende der Preisspirale am US-Immobilienmarkt. Die zweite Phase war der (inzwischen vollständige) Zusammenbruch des ABS-Marktes. Die dritte Phase läuft derzeit mit dem Anfordern von Liquiditätshilfen durch die SPV ab, die mit den Risiken gehandelt haben. Die vierte Phase ist die Bewertung der durch die Liquiditätshilfen entstandenen Forderungen einerseits und der Wertpapierbestände andererseits.

Da die ganz großen Spieler in letztgenanntem Segment ihren Sitz in offshore-Ländern haben und daher praktisch keinen Veröffentlichungspflichten unterliegen, wird man das Ergebnis dieser Bewertung nicht oder nur indirekt mitbekommen.

Der erste Versuch, das Problem in aller Stille abzuwickeln ist allerdings gestern gescheitert:
http://www.handelsblatt.com/News/Zertifikate-Fonds/F…

Gruß
CHristian

Dafür ist so ein Forum ja da :smile: Und danke für den Stern - ich
nehme mal an er kam von Dir :smile:

Einer kam von mir - danke für diesen wirklich aufschlussreichen Text. Es ist doch in der Tat erstaunlich, dass es auch nachvollziehbare Erklärungen für diesen irren Markt gibt.

Frank Wilke