Liebe Psychologinnen und Psychologen
„Böser Tisch!“, sagt das Kind, wenn es mit der Stirn heftig an die
Kante des Tischblatts gestossen ist. Ist das ‚schwarze Magie‘? Wer
weiss mehr über schwarze (und weisse) Magie im Alltag? Sollte
magisches Denken mit neun Jahren nicht anderem Platz machen? Ich
beobachte immer wieder, wie Erwachsene Gegenständen und Menschen
schwarze’ (schlechte?) oder ‚weisse‘ (gute?) Kräfte (‚Energien‘)
zusprechen. Der Glaube an Magie kann beim Aberglauben bleiben, aber
im Extrem zu psychischen Krankheiten führen. Wie heissen diese?
Mit Gruss & Dank
Rolf
„Böser Tisch!“, sagt das Kind, wenn es mit der Stirn heftig an
die
Kante des Tischblatts gestossen ist. Ist das ‚schwarze Magie‘?
Nein. Vielleicht meinst Du das berühmte „magische Denken“, welches -ähnlich wie der Animismus- in eine bestimmte Entwicklungsperiode des Kindes fällt.
Wenn das Kind denkt, dass es durch seine Gedanken oder sein Tum direkt etwas in der Welt bewirkt oder bewegt, hat das mit dem magischen Denken zu tun.
Wenn z.B. das Kind denkt: Die Mama soll jetzt kommen! oder wenn es Mama! schreit und kurz arauf kommt die Mutter, dann denkt es in diesem zarten Alter, dass es das direkt bewirkt hat (und nicht dass die Mutter aus sozialen Gründen oder Mutterliebe kommt).
Wer
weiss mehr über schwarze (und weisse) Magie im Alltag? Sollte
magisches Denken mit neun Jahren nicht anderem Platz machen?
Lies mal dazu von PIAGET „Das Weltbild des Kindes“ - das dürfte Dir Freude machen!
Ich
beobachte immer wieder, wie Erwachsene Gegenständen und
Menschen
schwarze’ (schlechte?) oder ‚weisse‘ (gute?) Kräfte
(‚Energien‘)
zusprechen.
Mit welchen Leuten verkehrst Du denn so? 
Der Glaube an Magie kann beim Aberglauben bleiben,
aber
im Extrem zu psychischen Krankheiten führen.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Bei manchen Erkrankungen sistiert das magische Denken, z.B. bei Zwangsneurosen.
Gruß,
Branden
Lieber Rolf,
Mit Magie hat das überhaupt nichts zu tun. Je nach Alter und Entwicklungsstand können Kinder noch nicht so direkt zwischen Belebtem und Unbelebtem unterscheiden. In der von Dir geschilderten Situation sieht die Welt des Kindes in etwa so aus: Mäxchens Stirn hatte eine schmerzhafte Begegnung mit der Tischkante. Mäxchen wehtun ist böse, daraus folgt: böser Tisch.
Oder es ist schlicht eine Wutäußerung, weil es halt wehgetan hat.
Erwachsene kennen das auch manchmal: Blödes Auto (weil es mal wieder nicht anspringt). Das Auto selbst hat aber nichts dazu getan. Ist eine spontane Äußerung von Wut und Ärger.
Es besteht (so wie die Situation geschildert wurde) kein Anlass zur Besorgnis, auch sind keine schwerwiegenden Probleme oder zukünftige Psychosen zu befürchten. Alles im grünen Bereich.
Manchmal kann man auch beobachten, dass ein Kind heftig mit dem Teddy schimpft. Möglicherweise mit Worten wie: „Ich habe Dir schon 100 mal gesagt…“. Vermutlich wurde dieses Kind vorher von der Mutter oder irgendwem anders ausgeschimpft, ist deshalb wütend, kann sich gegen die Erwachsene Übermacht nicht behaupten und sucht sich auf diesem Weg ein Ventil.
Liebe Grüße,
Kira777