Bogen Papier

Hallo zum 2.

Warum es Bogen Papier heisst, obwohl doch gar nichts gebogen ist,
habe ich mich nie gefragt, bis ich lernte, dass die Norweger sogar
„ark“ sagen, das hoechstwahrscheinlich auf den lateinischen arcus
zurueckgeht und bei dem ich mehr noch als bei dem deutschen „Bogen“
an einen Torbogen oder so etwas denke.
Wie kommt es also zum Bogen Papier?

Danke, Tychi

Hallo Tychi,

das Papier wird doch heutzutage auf Rollen geliefert. Wenn man da ein größeres Stück abschneidet, ist es sehr wohl gebogen.
Eine Tapetenbahn die von der Rolle abgeschnitten wird ist zum Beispiel alles andere als eben, besonders an den Kanten.

Viele Grüße
Torsten

Hallo Torsten

Ich glaube schon, dass das Wort Bogen viel älter ist als die
maschinelle Papierproduktion «am laufenden Band», wo als
primäres Prudukt dann eine Rolle entsteht.

Die handgeschöpften Bogen wurden zuweilen an einer
aufgepannten Schnur getrocknet – ob dies der Ursprung des
Wortes Bogen erklärt?

Rolf

Hallo !

Der „Bogen“ ist eine bestimmte Papierflächengröße.

Für den Handel teilt man das Papier in Bogen ein in 1 Neuries = 10 Neubuch, 1 Neubuch = 10 Heft, 1 Heft = 10 Bogen, so daß ein Neuries = 1000 Bogen ist. Außerdem gilt noch die alte Einteilung: 1 Ballen = 10 Ries, 1 Ries = 20 Buch, 1 Buch = 24 Schreib- und 25 Druckpapierbogen, wonach 1 Ries = 480 Schreib- oder 500 Druckpapierbogen enthält.

[Lexikon: Papier. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), S. 147094 (vgl. Meyer Bd. 15, S. 392 ff.)]

mfgConrad

Das erklärt nur leider noch nicht, warum es „Bogen“ heißt. Aber interessant trotzdem! :smile:

  • André

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Das erklärt nur leider noch nicht, warum es „Bogen“ heißt.
Aber interessant trotzdem! :smile:

Dann, bester André,

muss eben mal wieder der Kluge helfen:

_ Bogen
Substantiv Maskulinum Standardwortschatz (8. Jh.), mhd. boge, ahd. bogo, as. -bogo Stammwort. Aus g. *bug-On m. „Bogen“, auch in anord. bogi, ae. afr. boga; eine Instrumentalbildung zu g. *beug-a- „biegen“ (biegen). Außergermanisch vergleichbar ist mir. fidbocc „Holzbogen“ (mit expressiver Gemination oder assimiliertem Auslaut).

  • Ein Bogen Papier sind ursprünglich die aus einem Stück zusammengefalteten („zusammengebogenen“) Blätter.

Ebenso nndl. boog, ne. bow, nschw. boge, nisl. bogi. S. noch Bausch zu der Redensart in Bausch und Bogen.
RGA 3 (1978), 157-165, 171f.;
Wortmann, F. NW 15 (1975), 85-97;
LM 2 (1983), 317-324;
Röhrich 1 (1991), 234;
Relleke (1980), 73-75, 177 (zur Bedeutung „Geigenbogen“ [seit dem Mittelhochdeutschen]). west- und nordgermanisch s. biegen_

Fritz

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