Hallo,
Mir ist rein technisch unklar, wie eine Beschichtung des
Bohrers auf der Seite - selbst wenn sie nett ausschaut - die
Standzeit erhöhen soll,
diese TIN (TitanNitrid) Beschichtung ist deutlich härter als HSS, und sogar bis zu Faktor 4x härter als Vollhartmetall. Deshalb hält sie dem Abrieb länger stand. Der Nachteil ist, dass die Beschichtung nach dem Schleifen aufgebracht wird, und somit ein wenig von der Schärfe wieder wegnimmt (Abrundung der Schneidkante)
meine Bohrer bohren immer vorne an der
Spitze und nicht seitlich,
Naja, nicht wirklich an der Spitze. Da ist zunächst die Querschneide, dann die Schneidlippen. Und mit den Verschleissfasen führt sich der Bohrer. Dieser verschleiss wird ebenfalls durch TIN verringert.
Und was auch immer an der Spitze/Schneide für eine
Beschichtung drauf ist, ist wohl ziemlich schnell abgerieben,
und selbst wenn nicht, spätestens beim ersten Nachschliff ist
es weg.
Richtig, zumindest was die Schneidlippen betrifft.
Werkzeugschleifereien bieten deshalb an, nach dem Nachschleifen erneut zu beschichten.
Titan als Beimischung zum Stahl hätte ich mir zur Not noch
einreden lassen, aber eine Titanschicht auf der Oberfläche …
das soll irgend etwas bringen???
Es ist kein Titan, sondern Titannitrid.
Nitride und Karbide sind die härtesten Materialien, die es gibt.
Ich halte übrigens TICN- (TitanCarbonNitrid) und TIALN (TitanAluminiumNitrid) Beschichtungen für besser, da hierbei ein Teil der Beschichtungsdicke auch ins Material eindringt. Auch eine Abrundung der Schneidkante passiert hierbei nicht.
Gruß,
Woody