Bohrständer vs. Standbohrmaschine

Moin Experten,

Mist! Da will man einmal grade Löcher bohren und dann das: beim Bohren von 20mm Löchern durch 4cm Hartholz ist der Forstnerbohrer deutlichst abgewichen. Offensichtlich war mein Baumarkt-Sonderangebot-Bohrständer dem Druck nicht gewachsen. *auf Müll schmeiss*

Ok, da muss was anderes her.

Meine Frage nun: Was würdet ihr empfehlen? Einen höherwertigen Bohrständer oder eine günstige Standbohrmaschine? Sind beide so im Umfeld der 150 Öcken.

Gruß
Stefan

Von kleinem Bohrdurchmesser immer größer gehen d.h. mit 5, 10, 15 anfangen und dann erst die 20mm bohren. Wenn man direkt bohrt kann es zu Maßungenauigkeit kommen!

Ich würde es vom Platz abhängig machen. Hast du Platz für eine Ständerbohrschine oder willst du gelengentlich mal bohren (Bohrständer) und dann den Ständer wieder abbauen/wegräumen. Die Auflage (Rollbock) und den Schraubstock (Klemmvorrichtung) nicht vergessen…

Hi,

Von kleinem Bohrdurchmesser immer größer gehen d.h. mit 5, 10,
15 anfangen und dann erst die 20mm bohren. Wenn man direkt
bohrt kann es zu Maßungenauigkeit kommen!

Das Problem ist, dass dann die Zentrierspitze des Bohrers ins Leere läuft. Ok, wenn man das Werkstück fest genug einspannen kann und die Bohrerführung exakt genug ist wird das gehen.

Ich würde es vom Platz abhängig machen. Hast du Platz für eine
Ständerbohrschine oder willst du gelengentlich mal bohren
(Bohrständer) und dann den Ständer wieder abbauen/wegräumen.

Den Platz hätte ich. Allerdings ist das ja nur Hobby und ich bohre nicht täglich 20 Löcher. Zur Zeit mache ich ein Treppengeländer und da sollten die Löcher schon einigermaßen „grade“ sein. Aber dann wird das Teil - egal was ich kaufe - wieder monatelang unbenutzt rumstehen.

Mein Problem: ich kann nicht einschätzen, wie exakt man mit einer Standbohrmaschine aus dem unteren Preissegment arbeiten kann.

Die Auflage (Rollbock) und den Schraubstock (Klemmvorrichtung)
nicht vergessen…

Ok, im konkreten Fall war der Schraubstock meine linke Hand… :wink:

Gruß
Stefan

Hallo !

Ein guter Bohrständer und wichtig! festgespanntes Werkstück kann ohne Probleme in einem Durchgang mit einem Forstnerbohrer 20 mm Löcher bohren.

Wie soll der Bohrer ausweichen ?
Das kann er nur,wenn Werkstück lose liegt und nur mit der Hand gehalten wird.
Hat der Ständer eine kantige Säule,dann kann sie sich auch nicht mit der Bohrmaschine zusammen verdrehen,es gibt da kein nennenswertes Seitenspiel.
Bei Rundsäulen kann es das schon eher geben.

Das A und O ist das Festspannen des Werkstückes,das gilt auch bei der größeren Säulenbohrmaschine,da tut sich in der Hinsicht nichts zum kleineren Bohrständer.
An den Bohrdurchmesser angepasste Drehzahl und Vorschub sind der zweite Punkt für ein gutes Bohrergebnis.
Bei der Treppe sind es wahrscheinlich Sacklöcher,aber wenn man Durchgangslöcher bohrt,dann sollte man gegen Ausreissen auf der Unterseite ein Holz unterlegen und dort hineinbohren. Oder kurz vor Ende,wenn die Bohrer-Zentrierspitze gerade durchsticht das Holz wenden und von der Gegenseite bohren. Auch das verhindert Ausriss.

MfG
duck313

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Hallo Duck,

Ein guter Bohrständer und wichtig! festgespanntes Werkstück
kann ohne Probleme in einem Durchgang mit einem Forstnerbohrer
20 mm Löcher bohren.

Wie soll der Bohrer ausweichen ?

Nun… *hüstel* das Stichwort ist wohl wirklich „guter Bohrständer“. Ich habe den hier: http://www.wolfcraft.de/jcatalog_generated/de/produc…

Das fällt wohl mehr in die Spielzeugkategorie. Der Bohrer ist wohl ausgewichen, weil ich mit (zu) viel Druck gearbeitet habe und sich die ganze Konstruktion verkantet hat.

Bei der Treppe sind es wahrscheinlich Sacklöcher,aber wenn man
Durchgangslöcher bohrt,dann sollte man gegen Ausreissen auf
der Unterseite ein Holz unterlegen und dort hineinbohren. Oder
kurz vor Ende,wenn die Bohrer-Zentrierspitze gerade
durchsticht das Holz wenden und von der Gegenseite bohren.
Auch das verhindert Ausriss.

Die Sacklöcher waren nicht das Problem, aber für die Halterungen habe ich Durchgangslöcher in Rundhölzer gebohrt und da hat man die Abweichung vom Zentrum auf der Rückseite gut erkennen können.

Nicht das man das im montiertem Zustand sehen würde, aber mich stört so was…

Ok, aber ich denke, das mit der Standbohrmaschine lasse ich und kaufe mir wirklich einen besseren Bohrständer. Irgendwelche Markenempfehlungen? (…oder -warnungen?)

Gruß
Stefan

Hallo Stefan

Ich benutze einen selbstgebauten Bohrständer mit einer 20mm-Welle als Säule. Also nicht gerade ein Muster an Stabilität. Bei Durchgangsbohrungen mit Forstnerbohrern bohre ich immer zuerst ein Durchgangsloch mit einem möglichst dünnen (2 bis 2,5mm) Metallbohrer vor. Die Bohrung zentriert mir den Forstnerborer recht gut. Außerdem bohre ich, wenns genau werden soll, nur die halbe Strecke, drehe das Werkstück dann um und vollende die Bohrung von der anderen Seite. Dadurch verhindere ich ein Ausfasern des Bohrloches beim Durchstoßen.

Was zum Thema Festspannen bisher gesagt wurde, kann ich nur unterstreichen. Wenn ich Bohrungen in größeren Platten zu machen habe, spanne ich den Bohrständer mit einer Schraubzwinge auf die Platte und bohre neben der Grundplatte des Ständers.

Gruß merimies

Hallo,

für 150 € bekommst du keinen wirklich guten Bohrständer. Wie wäre es, wenn du dir eine Schablone herstellst. Du nimmt ein stabiles Brett, bohrst da, bzw. lässt bohren, ein 20mm Loch durchgängig rein. Das Brett spannst du auf das zu bearbeitende Werkstück und nimmst da 20er Loch als Führung. Da kannst dann sogar mit einer Handbohrmaschin präzise mit dem Forstnerbohrer bohren. Ich mache das meistens so, wenn ich außerhalb meiner Ständerbohrmaschine was mit dem Forstnerbohrer bohren muss.

Gruss

Iru

Moin,

Danke für Deine Antwort.

für 150 € bekommst du keinen wirklich guten Bohrständer.

Also nach einem Tipp im woodworker - Forum habe ich den Wabeco 22400 im Auge. Der liegt so bei 80 EUR. Taugt so was nix? Welchen würdest Du empfehlen?

Wie
wäre es, wenn du dir eine Schablone herstellst. Du nimmt ein
stabiles Brett, bohrst da, bzw. lässt bohren, ein 20mm Loch
durchgängig rein. Das Brett spannst du auf das zu bearbeitende
Werkstück und nimmst da 20er Loch als Führung. Da kannst dann
sogar mit einer Handbohrmaschin präzise mit dem Forstnerbohrer
bohren. Ich mache das meistens so, wenn ich außerhalb meiner
Ständerbohrmaschine was mit dem Forstnerbohrer bohren muss.

Mit solchen Schablonen habe ich auch schon gearbeitet. Ist nett, wenn man in der Fläche arbeitet und nur wenige Löcher bohren will. Meiner Erfahrung nach weiten sich die Schablonenlöcher relativ schnell, wenn man keine Bohrhülsen verwendet.

Gruß
Stefan

Moin,

Danke für Deine Antwort.

Bei Durchgangsbohrungen mit Forstnerbohrern bohre
ich immer zuerst ein Durchgangsloch mit einem möglichst dünnen
(2 bis 2,5mm) Metallbohrer vor. Die Bohrung zentriert mir den
Forstnerborer recht gut.

Das ist eine gute Idee. Allerdings habe ich schon schlechte Erfahrungen mit sehr dünnen Bohrern und langen Bohrungen in Hartholz gemacht. Es gibt lustigere Beschäftigungen, als einen abgebrochenen Bohrerstummel aus einem Werkstück entfernen zu müssen. :wink:

Außerdem bohre ich, wenns genau
werden soll, nur die halbe Strecke, drehe das Werkstück dann
um und vollende die Bohrung von der anderen Seite. Dadurch
verhindere ich ein Ausfasern des Bohrloches beim Durchstoßen.

Ich bohre nie „ins Leere“. In meiner Werkstatt liegen zu durchschnittlichen Zeiten immer ca. 1m3 Holzreste rum. Irgendein Stück zum Unterlegen findet sich immer.

Was zum Thema Festspannen bisher gesagt wurde, kann ich nur
unterstreichen. Wenn ich Bohrungen in größeren Platten zu
machen habe, spanne ich den Bohrständer mit einer
Schraubzwinge auf die Platte und bohre neben der Grundplatte
des Ständers.

Ok, da hatte ich in diesem speziellen Fall das Handycap, dass mein Bohrständer keinen Maschinenschraubstock hat und die Werkstücke zu schmal für eine Zwingenbefestigung waren. Ansonsten neige ich eher dazu, mehr Zingen als nötig zu verwenden (Wer schon mal durch einen festgehenden Bohrer ein Werkstück erst aus der Hand und dann gegen die Hand geschleudert bekommen hat, weiß warum…)

Gruß
Stefan