Boni trotz Milliardenverlusten

http://www.welt.de/finanzen/article3183968/Erfolglos…

Ich bin auch in einem Bereich taetig in dem ich Boni bekomme. Bei mir ist die Formel simpel: Wenn ich pro Monat y mal mehr Profit mache als ich der Firma pro Monat koste bekomme ich x% des Profites. Wenn ich das nicht mache, bekomme ich nur mein Grundgehalt. Die Idee ist also dass Leistung bezahlt wird. Wenn jetzt eine Bank einen Verlust in Hoehe von z Milliardden macht bedeutet das doch imho dass sie keinen Gewinn macht (Verlust macht der der keinen Gewinn macht und nicht break-even ist).

Warum haben die Banker aber (lt. WELT) ein **Anrecht auf ihre Boni? Kann mir das mal jemand erklaeren? Es wird immer geschimpft sie seien gierig aber keiner erklaert warum das u.U. vielleicht gerechtfertigt sein koennte.

Danke

K.**

Hallo,

Warum haben die Banker aber (lt. WELT) ein
Anrecht auf ihre Boni? Kann mir das mal
jemand erklaeren?

sehr gern: wenn man einen neuen Arbeitsvertrag abschließt, kann man vereinbaren, daß man in den ersten x Jahren einen Bonus von mindestens x Euro bekommt. Der Anspruch besteht dementsprechend unabhängig vom persönlichen und betrieblichen Erfolg und ist logischerweise auch zivilrechtlich einklagbar.

Warum man nicht von vornherein ein höheres Grundgehalt vereinbart, war mir allerdings immer schon schleierhaft.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

Warum man nicht von vornherein ein höheres Grundgehalt
vereinbart, war mir allerdings immer schon schleierhaft.

Was ich mich eigentlich eher frage: Welcher Kapitaleigner/Vorgesetzer schließt so einen dämlichen Vertrag mit einem leistungsunabhängigen „Bonus“ ab? Erfolg kann ich immer und jederzeit messen. Bei mir macht man es ja auch und schenkt mir nichts in ersten Jahren.

Grüße
Jürgen

Hallo,

selbst bei deinem Anreizsystem kann das sein, da der Mitarbeiter an seinem Erfolg, nicht aber am Misserfolg partizipiert.

Soll heißen: Ein Mitarbeiter schießt 'nen riesen Bock und das Unternehmen macht daher insgesamt eine Verlust. Alle anderen machen mehr Profit als sie kosten, können den Verlust jedoch nicht ausgleichen, haben aber(und das zu recht) Anspruch auf ihren Bonus.

Gruß
Deborah

Bei den Banken stelle ich mir das eher so vor als wenn ich in Frankfurt im Derivatenhandel ordentlich Profite mache aber mit dafuer verantwortlich bin dass sich die Kollegen im Kredithandel in Singapur komplett verzockt haben und ich dadurch keine Boni bekomme. Damit waere ich ja auch nicht einverstanden. Oder fuer BILD-Leser: Der Bandarbeiter in Wolfsburg muss auf seine Mittagspause verzichten weil es dem Werk in Sao Paulo schlecht geht - korrekt?

Hallo Jürgen,

Warum man nicht von vornherein ein höheres Grundgehalt
vereinbart, war mir allerdings immer schon schleierhaft.

Was ich mich eigentlich eher frage: Welcher
Kapitaleigner/Vorgesetzer schließt so einen dämlichen Vertrag
mit einem leistungsunabhängigen „Bonus“ ab?

das scheint in meinem Gewerbe nicht ganz ungewöhnlich zu sein. Mir hat man für das erste Jahr auch so einen „Bonus“ angedreht, ohne daß ich danach jemals gefragt hätte. Besonders sinnvoll fand ich das damals nicht, zumal der Bonus noch innerhalb der Probezeit ausgezahlt wurde, aber wer bin ich, daß ich mich über so etwas beschweren dürfte…

Gruß
Christian