Bonität in 30 Jahren?

Liebe Mitwissende,

ich habe eine Direktversicherung (seit 5 Jahren) über den Arbeitgeber abgeschlossen bei einem - im Vergleich z.B. zur Allianz - noch jungen Direktversicherer. Dieser hat derzeit Kapitaleinlagen von 1 Mrd. Euro, der „Leumund“ ist OK. (gehört zumindest nicht zu den Versicherungen, die zum Ende 2002 als mögliche Sorgenkinder im Hinblick auf die Auffanggesellschaft Protektor aufgeführt kursier(t)en).
Die Gesellschaft ist im Vergleich zu den deutschen und internationalen Marktführern eher klein.

Seit der Mannheimer-Pleite im vergangenen Jahr weiß man, dass auch mehrere Mrd. Euro seinerzeit nicht vor der Pleite schützen konnten…

Meine Frage ist nun: Kann ich es mir leisten, bei diesem noch jungen Anbieter mein Geld 30 Jahre zu lassen und darauf vertrauen, dass ich dann die erwartete Rente erhalte?

Oder ist es sinnvoll, nach 5 Jahren Einzahlung (insgesamt 5000 EUR) die Sache beitragsfrei zu stellen und 2004 noch eine ganz andere, diesmal private, Rentenversicherung bei einem großen britischen Anbieter abzuschließen?

Wieviel von dem in 5 Jahren eingezahlten Betrag wurden/würden denn tatsächlich angelegt, also von welchen Abzügen für Verwaltung etc. sollte ich ausgehen?

Bleibe ich beim (scheinbaren) Risiko oder erkaufe ich mir mit einer neuen Versicherung mehr Sicherheit…? Lohnt sich denn sowas?

Das Modell Direktversicherung wird doch zudem in den kommenden Jahren immer unattraktiver - vermute ich - da neue Konkurrenzmodelle auf den Markt kommen werden, oder?

Vielen Dank für Eure Meinungen!!
Transi

Hallo Translator,

ich selber kann zu diesem Thema nicht soviel beitragen, weil ich darin nicht mehr wirklich involviert bin.

Aber: Bedenke, dass du bei einer privaten Versicherung ein vielfaches von deinem Netto aufwenden musst, was du von deinem Brutto aufwenden kannst für die gleiche Leistung.

Wenn dein Arbeitgeber gar die Pauschalsteuer noch zahlt, dann müsstest du nochmals mehr aufwenden…

Dies als Gedankenanreiz…

Gruß
Marco

Hallo Marco,

Aber: Bedenke, dass du bei einer privaten Versicherung ein
vielfaches von deinem Netto aufwenden musst, was du von deinem
Brutto aufwenden kannst für die gleiche Leistung.

Wenn dein Arbeitgeber gar die Pauschalsteuer noch zahlt, dann
müsstest du nochmals mehr aufwenden…

So ist es. Ich habe es nur gerade mit einem Makler zu tun, der mir etwas zu viel Panik macht, was die bestehende Direktversicherung betrifft - nur weil sie kleiner ist als die Platzhirsche.

Auch sehe ich im Kleingedruckten einer anderen Versicherung: „Die Aufgabe einer bestehenden Bersicherung zum Zweck des Abschlusses einer Versicherung bei demselben oder einem anderen Unternehmen ist für den Versicherungsnehmer im Allgemeinen unzweckmäßig und für beide Unternehmen unerwünscht“

und weiter:

„Bei einer Vertragsbeendigung vor Ablauf von 12 Jahren werden Steuern vom Zinsertrag einbehalten (Stand: 8.2004)“

Auch das erleichtert mir die Entscheidung, letztlich nicht zu wechseln.

Danke nochmal an Marco,
aber es sind auch noch andere Meinungen willkommen!!
Transi

Hallo Transi,

wie du unten schriebst, macht ein Makler Druck.
Schieß den Mann zum Mond.
Wer rät, bestehende Verträge umszuschichten, noch dazu mit dem genannten Argument, und dann auch noch zu einer englischen Versicherung rät, hat entweder keine Ahnung oder ist provisionsgeil. Oder beides.
Es ist schon so, daß kleine Gesellschaften unter Umständen problematisch werden können.
Das Risiko steht aber in keinem Verhältnis zu dem sicheren Verlust den Du beim Wechsel machst.
Übrigens wurden alle Verpflichtungen gegenüber Kunden auch der Mannheimer Versicherung erfüllt.
Was die Direktversicherung angeht: die nächsten 4 Jahre bleibt ja der Steuervorteil erhalten.
Und auch danach solltest Du den Vertrag bedienen. Beitragsfreistellung ist nämlich nichts anderes als eine Kündigung mit den entprechenden Stornokosten. Alternative Möglichkeiten gibt es, aber es ist fast ausnahmslos immer besser den bestehenden Vertrag fortzuführen, als irgendwo ein paar Zehntel Prozent mehr zu suchen.
Wenn Du das Gefühl hast, noch mehr machen zu müssen, mach das zusätzlich zum bestehenden.

Liebe Grüße,

Max

Bzgl. der Mannheimer Versicherung wird sich ein wenig zu viel Sorgen gemacht. Im Gegensatz zu fast allen Anlagen wo der Kunde teilweise grosse Verluste hinnehmen musste gibt es noch keine klassische Lebensversicherung in Deutschland bei der der Kunde sein Geld nicht bekommen hat. Die Mannheimer Verträge werdn nicht mal ganz so übel verzinslich weitergeführt.

Bzgl. des Direktversicherers ist mir kein Spitzenanbieter bekannt. Die Asstel ist Tochter der schwankenden Gothaer und macht das was die HannoverscheLeben in den 90ern machte. Mit Renditen werben die man wohl kaum einhalten wirde. Die Vorgaben vom Gesetzgeber sind für die klassichen Versicherungen für alle Anbieter gleich die Kostenquote gerade einmal durchschnittlich und trotzdem will man mehr erzielen als der Rest des Marktes.
Andere Direktversicherer wie Cosmos und Hannoversche Leben sind eher mittelmässig bis mässig was die tatsächliche Ablaufleistung angeht.

NIchts desto trotz machst Du mit einer Kündigung des Vertrages Verluste die Du mit einer neuen, vielleicht besseren Versicherung kaum aufholen kannst.

Englische Versicherungen haben in der Vergangenheit selbst in den Krisenjahren 2000-2003 mehr erwirtschaftet als die Deutschen. Das englische Kontrollsystem ist stärker ausgeprägt als in Deutschland, allerdings gibt es nicht die Sicherheiten wie in Deutschlands.
Erste Ratings werden im Frühjahr 2005 veröffentlicht. Da fallen fast alle englische Anbieter sehr schlecht aus wie die Gerüchteküche so sagt.