Bonsai im Garten

Ich habe in den letzten 3 Jahren heimische Bäume „gesammelt“ und in Blumentöpfen weiter kultiviert.
Nun möchte ich sie gern in den Garten setzen, allerdings sollen es Bonsais werden.
Wie vermeide ich das die Wurzeln der Bäumchen zu groß und zu stark werden und damit auch die Bäumchen viel zu groß wachsen.???
Regelmäßiges Abstechen geht z.b. bei Eichen nicht, weil sie Tiefwurzler sind.
Vielen Dank!

Hallo Marielory,

Zu erst einmal, wenn Du Deine Bäumchen „auspflanzt“ werden es keine Bonsai mehr, denn Bonsai heißt nichts anderes, „wie Baum in Schale“. Du kannst sie allerdings auch als ganz normale Bäumchen klein halten, indem Du sie immer wieder schneidest. Je nachdem wie groß die Bäumchen werden sollen, kannst Du den Wurzelballen z. B. in ein Drahtnetz einpacken und somit das Aus.- und Einpflanzen leichter zu bewerkstelligen, heißt, wenn Du sie jährlich oder alle zwei Jahre ausgräbst, kannst Du die Wurzeln, die weit über das Drahtnetz wachsen einkürzen, ebenso die Pfahlwurzel. Des weiteren, kannst Du natürlich die Bäumchen auch in einer Pflanzschale in den Boden setzen, was das Wurzelwachstum natürlich weit mehr einschränkt, aber auch mehr Pflege verlangt, auch sind in der Schale nicht so viele Nährstoffe für die Bäumchen verfügbar, heißt Du musst öfter Düngen. Außerdem musst Du für eine ausreichende Drainage sorgen, denn Staunässe ist der Tod fast jeder Pflanze. Tipps zum Schneiden gibtes genügend im Internet!
Viel Glück damit

Hallo Marielory,
heute komme ich dazu Deine Frage zu beantworten.
Heimische Gehölze als Bonsai zu kultivieren ist ein sehr schönes und interessantes Hobby. Es gibt hierfür einige Bücher die sehr empfehlenswert sind, man macht so seine Fehler aber die meisten Bäume regenerieren diese Fehler relativ gut. Ich selbst habe in den letzten 22 Jahren einige Heimische Sämlinge zu Bonsai gestaltet.
Es ist allerding ausgeschlossen, einen Bonsai im Garten einfach ein zu pflanzen, jedes unserer heimischen Gehölze entwickelt sich dann zu einer normalen großen Pflanze, auch das Abstechen von Wurzeln reicht da nicht nicht aus um die Pflanze klein zu halten. Bosai ist die Kunst die Pflanze in einer Schale zu kultivieren und so zu pflegen und gestalten, dass sie mit der Zeit wie ein großer, alter Baum/Strauch aussieht. Das was Du vieleicht in Gedanken meist sind Formschnittgehölze, die wachsen im Garten in der Erde und werden beschnitten. Dies sind dann aber keine Bonsai. Ich rate Dir kauf (oder leih Dir in der Stadtbücherei) ein gute Buch über die Gestaltung und Pflege von Bonsai aus heimischen Gehölzen. Ich besitze mehrere und benutze sie ständig, wenn ich mal wieder eine Frage habe. Es gibt auch Foren, die sich ausschließlich mit Bonai beschäftigen, hier bekommt man, auch ohne Anmeldung, viele Fragen beantwortet.
Ich hoffe es war nicht zu ausführlich und ich konnte Dir weiter helfen.
Gruß Barbara

Hallo Barbara,

danke für deine schnelle Antwort. :wink: Ich meinte wirklich, ich könnte im Garten eine Bonsai Ecke als Beet anlegen.
Welche Erfahrungen hast du mit dem Gießen der Bonsai in Schalen gemacht? Wenn ich mal paar Tage nicht da bin, was muß ich unternehmen, damit sie mir nicht austrocknen.
Das ist mir vor 5 Jahren passiert- alle vertrocknet, weil ich plötzlich ins krankenhaus kam. Allerdings ist soetwas nie planbar.

Viele Grüße und Danke nochmal.

Marie

Hallo Marie,
also ehrlich ich hoffe ich muß nie im Sommer plötzlich ins KH. Ich glaube mein Mann würde dann auch meine Schätzchen vergessen. In den Urlaub fahren wir erst im Spätsommer, wenn die Bäume sich schon auf den Herbst einstellen und nicht mehr soviel Pflege brauchen. Früher hatten wir eine Nachbarin, die sich gekümmert hat. Die hat zweimal am Tag nach den Bäumchen gesehen. Wo wir jatzt wohnen hab ich keine Nachbarin, die sich das zutraut. Wenn wir in den Urlaub fahren stelle ich alle Bäume an einen Platz im Garten, wo nur Nachmittags Sonne hin kommt und ich habe einen Bewässerungscomputer gekauft. Kombiniert mit einen eifachen Rasensprenger, lasse ich meine Schützlinge zweimal am Tag (am frühen Morgen und Abends) beregnen. Unsere erwachsene Tochter kommt hin und wieder hier her und kontrolliert ob die Regenanlage funktioniert. Im Winter stelle ich alle Bäumchen in einer geschützten Ecke (hier kommt keine Wintersonne hin) unter Sträucher auf eine dicke Schicht aus Rindenmulch, dann decke ich alle mit einer weiteren Schicht Rindenmulch ab. Klappt hervorragend. Seit ich dass so mache habe ich keine verluste im Winter mehr gehabt. So könnte man vieleicht auch verfahren, wenn man in den Urlaub fährt, dann kann ja nicht soviel verdunsten und es gibt trotzdem keine Staunässe. Was ich nocht nicht gesagt habe, ich keine Winzlinge, meine Bäume sind ca. zwischen 40 und 50 cm hoch. Entsprechend groß sind die Schalen, die trocknen nicht so schnell aus, als wenn man Exemplare von 15 cm Größe hat. Aber ich find Bonsai aus unseren heimischen Gehölzen müssen eine gewisse Größe haben, sonst bekommt man das Verhältnis zwischen Baumgröße und Blattgröße nicht so gut hin. Meine Kastanie ist z.B. jetzt 22 Jahre alt, ca 40 cm groß und hat Blätter von sensationellen ca. 7 cm Durchmesser.
Wenn man nur ein oder zwei Bonsai hat, kann man die auch bei einer Gärtnerei in Pflege geben, vorzugsweise bei einem Bonsaispetzialist.

Liebe Grüße Barbara

Hallo

und sorry für die späte Antwort, ich war verreist.
Ich kann da leider nicht helfen, bin an der Antwort eines Experten aber ebenfalls sehr interessiert.

webgambler

Hallo, folgende interessante Antwort habe ich von einem Experten zum Thema erhalten.

Re: Bonsai im Garten
von weissheit , 03.08.2012 19:11 * (1) nicht öffentlich

Hallo Marielory,

Zu erst einmal, wenn Du Deine Bäumchen „auspflanzt“ werden es keine Bonsai mehr, denn Bonsai heißt nichts anderes, „wie Baum in Schale“. Du kannst sie allerdings auch als ganz normale Bäumchen klein halten, indem Du sie immer wieder schneidest. Je nachdem wie groß die Bäumchen werden sollen, kannst Du den Wurzelballen z. B. in ein Drahtnetz einpacken und somit das Aus.- und Einpflanzen leichter zu bewerkstelligen, heißt, wenn Du sie jährlich oder alle zwei Jahre ausgräbst, kannst Du die Wurzeln, die weit über das Drahtnetz wachsen einkürzen, ebenso die Pfahlwurzel. Des weiteren, kannst Du natürlich die Bäumchen auch in einer Pflanzschale in den Boden setzen, was das Wurzelwachstum natürlich weit mehr einschränkt, aber auch mehr Pflege verlangt, auch sind in der Schale nicht so viele Nährstoffe für die Bäumchen verfügbar, heißt Du musst öfter Düngen. Außerdem musst Du für eine ausreichende Drainage sorgen, denn Staunässe ist der Tod fast jeder Pflanze. Tipps zum Schneiden gibtes genügend im Internet!
Viel Glück damit mehr…

Hallo Barbara,
wow, ich bin beeindruckt, bin begeistert, angesichts deiner geschilderten Schätzchen.
An Kastanie habe ich mich bisher erfolglos versucht. Kopfstecklinge sowie auch die gesammelten Pflänzchen mit Wurzeln sind mir in der Vase -trotz Wasser- vertrocknet. Dieses Jahr im Herbst wollte ich nochmal Eicheln und Kastanien sammeln und zum keimen ins Hochbeet schmeißen.
Ich bin da immer total gespannt was aus meinen Versuchen alles wird.
Einige Bäumchen habe ich bereits das zweite mal im Freien erfolgreich über den Winter gebracht.
Bisher habe ich meine Pflanzen im Hochbeet überwintert, eingegraben und abgedeckt. Aber dieses Jahr hat das Hochbeet ein Dach bekommen (Tomaten sind auch wichtig ;-D )- da kommt mir dein Überwinterungstip gerade zur richtigen Zeit. Danke nochmal!
Übrigens, wenn man so durch die Gärten schlendert, so Verückte Bäumesammler, wie mich, gibt es nur sehr selten.

Liebe Grüße und ich hoffe wir hören nochmal voneinander!