Hallo,
Eure Meinung zu folgender hypothetischen Konstellation würde mich interessieren:
Vor ca. 3 Monaten ruft eine Vertriebsdame von bonus.net an.
stellte das Konzept vor und fragte, ob man an weitergehenden
Informationen interessiert wäre. Das bejaht man. Bonus. net ist eine
Art Rabatt-Klub, als Mitglied erhält man Einkaufsvorteile bei
verschiedenen Händlern.
Einige Tage später kommt ein erstes Infoschreiben, nochmal etwas
später ein Mitgliedermagazin. Nach flüchtiger Durchsicht, nimmt man
aber keine Leistungen in Anspruch. Vor rund 14 Tagen kommt schließlich
eine Rechnung über den Jahresbeitrag von 60 EUR; das Probeabo sei ja
jetzt ohne Kündigung um, damit sei die Gebühr fällig.
Man widerspricht per Mail, da nach eigenem Dafürhalten kein Vertrag
zustande gekommen war: Die Dame sprach nie von einem Probeabo. Das
allerdings ist natürlich schwerlich zu beweisen; auch kann es sein,
daß in den Unterlagen von einem Probeabo die Rede war. Der
Widerspruch wurde jedenfalls abgelehnt.
Nacg allgemeiner Auffassung kommt aber ein Vertrag nicht zustande, indem
„gewissermaßen unaufgefordert“ ein Probeabo zugeschickt wird, das
nach Ablauf einer Frist automatisch von Dauer ist. Da könnte ja
jeder Angebote für Probe-Abos zuschicken und man wäre nur noch mit
Kündigen beschäftigt.
Bei dieser Argumentation steht und fällt offensichtlich alles
mit der ursprünglichen Aussage der Vertriebsdame. Wer hat hier die
Beweislast? Ist bonus.net im Recht, wenn sie von einem bestehenden
Vertrag ausgehen? Lohnt es sich, weiter in den Clinch zu gehen, oder
ist die Zahlung des Beitrags das kleinere Übel?
Gruß,
Tobias Bärmann