Border Collie oder Australien Shepherd?

Hallo Isolde,

wie kann ich mir die Ruhepausen vorstellen? Wie oft täglich
und ungefähr wie lange haben sie stattgefunden und hast du dem
Hund ein Spielzeug gegeben, um sich selbst zu beschäftigen?

Ruhe soll heißen: wirkich Ruhe, sprich: Der Hund soll auf seinem Platz liegen und keinem Reiz nachgehen/schlafen. Das gilt übrigens auch für die Nacht: Der Schlafplatz sollte so „reizfrei“ wie möglich sein (mein Hund schläft von der ersten Nacht an weggesperrt in einem kleinen Flur).

Wann und wie viele Ruhephasen habe ich persönlich von meinem Hund und die Aktivitätsintensität abhängig gemacht - aber vielleicht kann Jule hierzu etwas schreiben. Ich habe bei meinem Hund gemerkt, wenn er sich nicht mehr 100%ig auf die Sache/auf mich konzentriert hat, und dann hieß es eben „Schluss“. Es gab Momente, in denen ich selbst nicht so aufmerksam war, und habe dann mitbekommen, dass mein Hund sehr schnell „überdreht“ (total unkonzentriert wurde und überhaupt nicht mehr gehorchte, sondern alles Gelernte wie blöd abspulen wollte) - dann ist die Ruhe zu spät verordnet worden.

Ich habe auch gelesen, dass Ruhepausen sehr wichtig sind und
ich denke, dann wenn mein Sohn Hausaufgaben macht, hat der
Hund genügend Zeit, um sich allein zu beschäftigen. Das finde
ich auch sehr wichtig.

Ja, der Hund muss darüber hinaus lernen, dass der Mensch nicht dafür da ist, ihn 24 Stunden zu bespaßen, und sich selber zu beschäftigen, aber das sind keine wirklichen Ruhephasen.

Dein Hund wird nach Reizen „süchtig“ sein - und ein Reiz kann recht schnell auch nur ein „falsches Wort“ sein. Beispiel: Mein Hund schläft (anscheinend), aber wenn jemand (mein Mann hat das anfangs blöderweise aus purer Provokation gemacht) sagt: „Spazieren gehen?“, steht mein Hund hellwach bei Fuß.

Ob das mit mir als alleinige Bezugsperson klappt, da habe ich
so meine Zweifel. Mein Sohn ist sehr lebhaft und sogar unser
BC-AS-Mix war so auf ihn fixiert, dass er wie ein Stein auf
der Straße lag und nicht mit mir ging, wenn mein Sohn nicht
auch mit spazieren ging.

„Bezugsperson“ und „Fixierung“ sind nicht gleich bedeutend. Beispiel: Ich habe den Hund erzogen und bin auch die, die konsequent ist und (für Außenstehende) auch mal die „Böse“ darstellt (ach, lass ihn doch, er macht doch gar nichts etc). Mein Mann ist nur am Wochenende da und hat einzig und allein die „Funktion“ der Bespaßung. Das bedeutet aber auch, dass mein Hund am Wochenende immer total auf meinen Mann fixiert ist, da ja was passieren könne. Er findet auch kaum Ruhe, da er ständig denkt, etwas verpassen zu können. Ich kann nur froh sein, dass mein Mann nicht Tag täglich hier war/ist, sonst wäre mein Hund nicht mein Hund! :smile: Aber als „Autorität“ erkennt mein Hund meinen Mann nicht an!

Was ich damit sagen will: Wenn Dein Sohn so lebhaft ist, muss Dein Sohn bezüglich des Hundes „miterzogen“ werden: Er muss Ruhe ausstrahlen und den Hund auch mal in Ruhe lassen. Das ist bei einem BC besonders schwer, da er immer wieder ankommen wird und einen herzzerreißenden Blick aufsetzen wird. Außerdem zeigt ein BC viel zu spät seine Müdigkeit (s.o.). Ein BC lernt schnell - aber eben auch schnell Fehler.

Wir bevorzugen einen eher „ruhigeren“
Welpen.

Ein Welpe (gleich welcher Rasse) wird immer lebhaft sein - sicherlich gibt es in einem Wurf charakterliche Unterschiede - aber auch aus seiner Schlaftablette kann man einen nervösen Hund machen.

Er sollte sich mit anderen Hunden und auch unserer
Katze gut verstehen, was wohl auch Erziehungssache ist.

Ich habe zwei Katzen (ein Kater war schon vor dem Hund da, der andere kam später hinzu). Es gibt überhaupt keine Probleme (im Gegenteil: sie beschmusen sich, die Katzen fressen aus dem Hundenapf, was dieser auch erlaubt). Man sollte jetzt aber nicht annehmen, dass dies von vornherein der Fall war. Aber so lange die Katze genügend Rückzugsmöglichkeiten hat, die für den Hund tabu sind (bei mir ist es das 1. OG), sehe ich hier kein Problem.

Mit
meinem Mann wird es mir ebenso gehen wie dir. Ich denke, er
wird nicht kosequent genug handeln. Ich hingegen hatte bereits
einen Irish Setter und bin „etwas“ erfahrener. Allerdings bin
ich halbtags berufstätig und mache mir auch dahingehend so
meine Sorgen.

Schmunzel, dann muss Dein Mann eben auch „miterzogen“ werden (und bei mir war dies schwerer, als den Hund zu erziehen!) :smile:

Übrigens wurde mir abgeraten, einen Hund mit den zahlreichen
anderen Hunden in unserer Nachbarschaft spielen zu lassen,
weil er dann evtl. nicht mehr so gut auf die Bezugsperson
hört. Kannst du das bestätigen?

Überhaupt nicht: Mein Hund ist mit der Hündin meiner Mutter groß geworden, die ihn gehörig miterzogen hat: Von ihr hat er die richtige Hundekommunikation gelernt. Auf unseren Spaziergängen hat er immer mit Hunden aus der Nachbarschaft gespielt und in den Urlauben mit zig Hunden an der Ostsee getobt. Es war immer eine gute Trainingseinheit, ihn dann aus diesem Spiel abzurufen.
Und er hat sich noch nie mit einem anderen Hund angelegt.

Aber das sind alles nur meine Erfahrungen. Jule wird Dir sicherlich zu all Deinen Fragen noch eine professionellere Antwort geben können.

Liebe Grüße

Kathleen

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