Borderline - Erfahrungen?

Hallo,

war hat Erfahrung in Sachen Borderline-Syndrom?

Suche gute informative Webseiten dazu z.B.

Wie kann man Borderline am schnellsten und effektivsten behandeln?

Helfen hier unterstütztend Medikamente (welche?) oder sind die bei Borderline eher nutzlos?

Schafft man das auch ohne Klinik, sondern mit normaler Theapie einmal die Woche?

Danke.

Hi,

war hat Erfahrung in Sachen Borderline-Syndrom?

Suche gute informative Webseiten dazu z.B.

Wie kann man Borderline am schnellsten und effektivsten
behandeln?

Helfen hier unterstütztend Medikamente (welche?) oder sind die
bei Borderline eher nutzlos?

Schafft man das auch ohne Klinik, sondern mit normaler Theapie
einmal die Woche?

Ich geb Dir n Tip: Bevor Du Dich auf irgendwelche Webseiten verlässt, lies das folgende Buch: ISBN: 3466303265 Buch anschauen
Dort findest Du gute Antworten auf Deine Fragen.

Gruß,

Malte.

Hallo Holger,

eine informative Seite über die Borderline Persönlichkeitsstörung und ihre Behandlung in der Dialektisch-Behavioralen Therapie bietet die Universitätsnervenklinik Kiel:

http://www.uni-kiel.de/psychiatry/klinik/ag/de/borde…

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) von Marsha Linehan gilt als die erfolgversprechendste Therapie der Borderline Störung.

Gruß,

Oliver Walter

Hallo Holger !

Vorweg, einfache und schnelle Lösungen kenne ich bei der Borderline-Persönlichkeitssstörung (emotional-instabile Persönlichkeitsstörung) nicht. Vorausgesetzt die Diagnose stimmt, sind in aller Regel Krisen und Höhen im raschen Wechsel „vorprogrammiert“ und eben typischwerweise weitere psychische Probleme (Selbstverletzungen, Essstörungen, Sucht als dysfunktionale Selbstmedikation, Angst oder Depressionen, präpsychotische Symptome etc) die Regel. Will schreiben : Es ist ein sehr wechselndes Bild der Symptome und gerade Angehörige oder Freunde werden sehr leicht in einen wahren Strudel hineingezogen. Bei aller wirklich vorhandenen Sympathie für Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Störung ist Abgrenzen eine ganz wichtige Grundvoraussetzung für die Angehörigen. Sonst wird man mit in ein Wirrwarr von Gefühlschaos, Hilfeappellen und Suiziddrohungen gezogen und kann nicht wirklich helfen.
Zu deinen Fragen :

Wer hat Erfahrung in Sachen Borderline-Syndrom?

Nun, eigentlich sollte jeder klinisch tätige Psychologe bzw. Arzt aus dem nervenheilkundlichen Fachbereich Ahnung und Erfahrung haben. Speziellere Fachkenntnisse im Bereich Interaktions- und Persönlichkeitsstörungen sind jedoch in einigen Fachkliniken zu erwarten. Als Hautptherapierichtungen gelten die schon erwähnte DBT (Dialektisch-behaviorale Therapie) und psychoanalytische Verfahren. Mein Herz schlägt eher für die DBT. Hier findet man inzwischen zahlreiche Kliniken, die dieses Therapiekonzept anbieten, wobei es eigentlich eine Mischung aus stationärer Therapie (zum Erwerb von bestimmten Fertigkeiten = Skills) und einer ambulanten Weiterbetreuung ist. Diese Grundidee des Konzeptes ist insofern schwer zu verwirklichen, weil häufig die Patientinnen weit entfernt wohnen. Auf der schon erwähnten Kieler Homepage kann man die Grundidee aber gut nachverfolgen…

Suche gute informative Webseiten dazu z.B.

Zahlreiche. U.a. www.borderline-selbsthilfe.de oder www.borderline-community.de

Wie kann man Borderline am schnellsten und effektivsten
behandeln?

Mit Geduld und ohne Hektik. Hauptziele sind zunächst die akute Krisenintervention und Stabilisierung. Hierbei gilt es eine akute Selbstmordgefährdung (nicht zu verwechseln mit chronischer Suizidialität oder parasuizidalem Verhalten) zu begegnen, dann sog. therapiegefährdendes Verhalten im Blick zu haben bzw. überhaupt Grundvoraussetzungen für eine Therapie zu schaffen. Hiermit meine ich, dass man erst lernen und testen muss, Vertrauen in einen Therapeuten aufzubauen. Häufig charakterisieren wiederholte Therapieabbrüche bzw. extreme Abwertungen oder Idealisierungen von Kliniken oder einzelnen Therapeuten die Borderline-Patienten.
Dann steht irgendwann der Abbau von selbstschädigendem Verhalten bzw. das Erlernen von Fertigkeiten zur emotionalen Selbstregulation, Impulsivität etc an. Schliesslich und endlich können dann grundlegende Neuerfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich (Interaktion) bzw. Selbstwertgefühl und Identität vermittelt werde. Als ein Sonderbereich kann dann die Therapie von zugrundeliegenden oder gleichzeitigen Traumatisierungen anstehen. Das dauert !!!

Helfen hier unterstütztend Medikamente (welche?) oder sind die
bei Borderline eher nutzlos?

Medikamente werden in aller Regel nicht ZUR Behandlung der Borderline-Störung sondern der praktisch immer vorhandenen Begleitsymptome bzw. Störungen (Komorbiditäten) eingesetzt. Hierbei muss man wissen, dass viele Patientinnen extreme „paradoxe“ Reaktionen auf Medikamente haben können und / oder extreme Dosierungen brauchen. Gleichzeitig muss man eine erhöhte Suchtgefährdung berücksichtigen.
Relativ gute Erfahrungen habe ich mit SSRI (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern) als Antidepressiva gemacht. Daneben Medikamente zur Beeinflussung der Impulsivität (Valproinsäure, Carbamazepin, Lithium).
Zu Selbstverletzungen gibt es Studien und Erfahrungen mit sog. Opiatantagonisten (Naltrexone).

Ein eigenes Kapitel (immer mehr beachtet, aber dennoch ein Spezialtopic von mir) wäre die Komorbidität zu ADHS. Einige Patientinnen profitieren auch von Psychostimulantien wie Methylphenidat.

Schafft man das auch ohne Klinik, sondern mit normaler Theapie
einmal die Woche?

Kommt drauf an. Alle Menschen sind individuell und es gibt ganz erhebliche Unterschiede im aktuellen Schweregrad bzw. Ausprägung der Symptomatik. Ich würde in aller Regel von einer jahrelangen Therapiedauer ausgehen, die durch einen Wechsel von stationären und ambulanten Therapiemassnahmen (und ggf. Kriseninterventionen in einer psychiatrischen Akutklinik) gekennzeichnet sind. Trotzdem oder gerade deshalb : Es stehen zahlreiche Hilfs- und Therapieangebote zur Verfügung. Das Problem ist eher, die Patientinnen zum Annehmen und Durchhalten zu ermutigen (und nicht zu zwingen).

MFG
Martin Winkler (www.web4health.info

Hallo Oliver,

die Seite ist übersichtlich und für mich als Laien verständlich.

Gruß
Vagga

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Hi Holger
Mit schöner Regelmäßigkeit wird hier nach borderline gefragt, ähnlich oft kommt die Frage nach der Narzißmus-Problematik.
Besonders gern wird die Frage von Leuten aufgeworfen, die meinen, jemanen zu kennen, der eine borderline-Störung aufweist und den man möglichst schnell und effektiv „verändern“ oder „heilen“ kann.
Schon deutlich seltener fragen Leute an, die sich selber als „boderliner“ verstehen. Das sind dann oftmals wiederum „Narzißten“.
Ansonsten schließe ich mich großenteils Martin Winklers Ausführungen an, wenngleich ich bekanntermaßen :wink: eher die analytische Seite vertrete.
Nach wie vor gilt aber: Die borderline-Persönlichkeits-Störung gehört zu den therapeutisch schwierigsten und langwierigsten Störungen.
Gruss, Branden

Borderline
Hi

nachdem du nun einige kompetente Informationen zur BPS aus klinischer Perspektive bekommen hast, hier nochmal einige Bemerkungen dazu von mir aus anderen Blickwinkeln:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

und eine bemerkenswerte Selbstdarstellung einer w-w-w-Userin

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

wobei es sich hier allerdings um eine sehr heftige Ausprägung handelt, was keineswegs immer so ist.

Gruß

Metapher

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Borderline
Hi!

Ich würde dir folgende Internetseite empfehlen. Sie gilt zwar für Berlin und Brandenburg,enthält aber auch viele allgemeine Informationen.

–> www.borderline-netzwerk.de

war hat Erfahrung in Sachen Borderline-Syndrom?

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man die Diagnose Borderline oft etwas voreilig fällt.
Besonders, wenn sich jemand selbst verletzt, z.B. schneidet, wird meist sofort an Borderline gedacht.
Aber das ist nicht immer richtig.
Ich wurde auch erst in die Borderline-Schublade gesteckt und habe mich dort immer sehr unwohl gefühlt (und auch mein Freund war nicht einverstanden damit).
Bis ich bei meiner jetzigen Therapeutin gelandet bin, die bei mir keine Borderline-Störung sieht.
Man sollte auch immer auf das eigene Gefühl hören…
Denn wenn man mit einer falschen Diagnose herumläuft, ist das wohl nicht sehr heilungsfördernd.

Helfen hier unterstütztend Medikamente (welche?) oder sind die

bei Borderline eher nutzlos?

Jeder reagiert unterschiedlich auf bestimmte Medikamente.
Ich kenne aber Borderline-Patienten, die Medikamente einnehmen und bei denen die auch helfen.
Wenn man wegen schwerer psychischer Probleme (besonders depressiver Art) eine Psychotherapie macht, wird meist eine medikamentöse Begeleitbehandlung empfohlen/durchgeführt.
Das kann die Ursachen nicht beseitigen, aber manchmal ein wenig die Grundstimmung bessern, so dass mehr Kraft vorhanden ist, um gegen die anderen Probleme anzugehen.

Schafft man das auch ohne Klinik, sondern mit normaler Theapie
einmal die Woche?

Kommt auf die Ausprägung der Störung an, würde ich sagen.
Wenn erhebliche Suizid- und Selbstverletzungsgefahr besteht, wird eigentlich immer zu einer stationären Therapie geraten/gedrängt.

Ansonsten kann man es natürlich mit einer normalen Therapie versuchen.
Man muss für sich selbst entscheiden, wovon man denkt, dass es einem am besten hilft…

Alles Liebe,
Leah

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sind die 2 sterne für den punkt? *kopfkratz*

dann hätten ja wenigstens 2 punkte da stehen können *lol*

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