Hola,
eine Bekannte war „bekennende“ Borderlinerin.
Ist das eine Selbstdiagnose? Oder meint das „bekennende“ ein „nicht hinterm Berg halten“ zb. auch mit Klinikaufenthalten etc.?
Kann man Borderlinern helfen?
Ja. Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung ist behandelbar.
Weniger wirklich heilbar, aber mit Psychotherapie und medikamentöser Behandlung in Schach zu halten.
Muss man „zwangshelfen“ (einsperren, Hilfe aufzwingen, etc.)
Wenn eine Eigen- oder Fremdgefährdung besteht, ja.
Fremdgefährdung liegt auf der Hand-
bei der Eigengefährdung wird davon ausgegangen, dass eine Person sich ohne Einfluss ihrer Krankheit nicht in die gefährdende Situation bringen würde. Betrifft alle psychischen Erkrankungen.
Ansonsten gibt es keine Möglichkeit eine Behandlung zu erzwingen. Ist auch umstritten, weil die Therapien idr auf die Mithilfe des Patienten angewiesen sind, welche unter Zwang natürlich bezweifelt werden kann.
Ein „Tacheless“ reden und Verhaltensauffälligkeiten nicht verschweigen oder verschleiern, auspendeln, ist selten wirklich schlecht.
Ob es was bringt, hängt von der jeweiligen Erkrankung, dem Erkrankungsgrad und der Beziehung der beiden Personen zueinander ab.
Ist diese psychische Erkrankung heilbar?
s.o.
Wie erkenne ich einen „echten“ Borderliner?
gar nicht. Psychische Erkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich meist sehr unterschiedlich gestalten. Eine Diagnose lässt sich nicht, wie bei Schnupfen, anhand dem Vorliegen bestimmter Bakterien/ Viren genau bestimmen. Es gibt eine Schnittmenge. Menschen, die Erkrankung X haben, haben idr mind. X von X Verhaltensweisen.
Das diagnostizieren liegt dabei aber in der Verantwortung des Fachmannes. (Fehl)diagnosen sind nach wie vor im Bereich der Psychiatrie/ Psychologie mit gesellschaftlichen Folgen behaftet.
Weshalb äußerst vorsichtig mit Ihnen umzugehen ist.
Die Diagnosekriterien des ICD-10 und DSM IV sind aber im Internet verfügbar.
Wie lange vorher muss man angekündigte Suizidgedanken für voll
nehmen und wie darauf reagieren? (sie sprach seit 3 Jahren
ständig von Suizid, irgendwann nimmt man das nicht mehr
ernst…leider)
Wenn ein Feuerwehrmann sich überlegt, ob der Anruf, dass es bei Herrn X brennt, nun Spaß oder Ernst ist, hat Herr X im Zweifelsfall ein arges Problem. Suizidgedanken sind grundsätzlich ernst und für voll zu nehmen und zwar so lange, bis das Gegenteil „bewiesen“ ist. Das Gegenteil stellt dabei nicht das Ausbleiben des Suizids in den nächsten 4 Tagen oder Wochen dar. Suizidgedanken sind nicht selten latent vorhanden und gewinnen je nach Situation an Bedeutung oder verlieren diese wieder- sind aber nicht weg. Im Zweifelsfall also jmd. fragen, der sich damit auskennt. Z.B. Psychosozialer Dienst, behandelnder Arzt oder auch die 112.
Tendenziell immer eher zu viel als zu wenig.
Ich befürchte, es ergeben sich noch mehr Fragen,
Ist die eigentliche Frage die Du stellst nicht,
ob man es hätte verhindern / irgendwas tun können?
Nein. Mutmaßlich nicht. Du jedenfalls nicht. Man muss unglaublich dicht dran sein, um in diesen Fällen Einfluss nehmen zu können, und wahrscheinlich hätte man sich noch so viel Mühe geben können, man hätte diese Position -krankheitsbedingt- in langer langer Zeit noch nicht eingenommen.
Ich weiß, das ist unbefriedigend…
Grüße fro