Borderlinestörung geheilt oder noch vorhanden?

Hallo, Psychiater
(…)
wie kann man unterscheiden, ob bei einem Angehörigen, ob eine Borderlinestörung geheilt oder noch
vorhanden ist?

‚… Die Chance auf eine völlige Heilung der Borderlinestörung ist
eher gering, sie ist umso geringer, je
früher und je intensiver die Störung ausbricht. Zur Zeit geht man
davon aus, daß bei rund 10% der
Borderlinepersönlichkeiten die Störung im Laufe der Zeit so weit
zurückgeht, daß die Diagnose Borderline
nicht mehr zutrifft …‘
http://www.medical-info.ch/berichte/Borderline.htm

Gruss & Dank
Adam

Hi Adam

Wie kann man unterscheiden, ob bei einem Angehörigen, ob eine
Borderlinestörung geheilt oder noch
vorhanden ist?

„Man“ kann das eben nicht unterscheiden, schon gar nicht, wenn „man“ nicht professionell damit befasst ist und noch weniger, wenn es einen Angehörigen betrifft, weil „man“ das ja bei Angehörigen immer verzerrt wahrnimmt und nie objektiv. Insbesondere, was die Prognose oder gar die Heilung betrifft.

"… Die Chance auf eine völlige Heilung der Borderlinestörung
ist
eher gering, sie ist umso geringer, je
früher und je intensiver die Störung ausbricht.

Das ist richtig.
Aber auch einfacher Logik folgend, denn alle sogenannten FRÜHEN STÖRUNGEN sind im Aufbau der Persönlichkeit entstanden und daher schwer zu verändern oder gar zu „heilen“. Und zu den Frühgestörten gehören nun einmal in erster Linie die Schizoiden, die narzisstisch Gestörten und die Borderliner.
Gruß,
Branden

Hallo,

Leider ist offenbar im Brett ‚Medizin‘ kein Platz für Fragen
an Mediziner, die Psychiater sind,

warum denn das? Die Psychiatrie ist eine medizinische Disziplin. Wissen das die w-w-w-Verantwortlichen nicht?

Wie kann man unterscheiden, ob bei einem Angehörigen, ob eine
Borderlinestörung geheilt oder noch vorhanden ist?

Das kann nur ein Arzt oder ein psychologischer Psychotherapeut.
„Heilen“ im eigentlich Sinn des Wortes kann man die Störung sowieso nicht, weil man die Ursachen nicht kennt. Man hat nur mehr oder minder begründete Theorien dazu (siehe Posting von Branden unten). Man kann nur feststellen, ob die Symptome der Störung noch vorhanden sind oder verschwunden sind. Dann könnte man aus einer bestimmten Perspektive heraus schlußfolgern, daß die Störung nicht mehr vorliegt (Remission). Diese Perspektive wird in Deinem Zitat eingenommen, wenn gesagt wird:

Zur Zeit geht man davon aus, daß bei rund 10% der
Borderlinepersönlichkeiten die Störung im Laufe der Zeit so
weit zurückgeht, daß die Diagnose Borderline
nicht mehr zutrifft …"
http://www.medical-info.ch/berichte/Borderline.htm

Allgemein dazu auch auf:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psy…

Beste Grüße

Mal ne ketzerische Antwort …
… denn ich bin kein Psychiater, kein Psychologie, kein Therapeut etc.

Aber ich habe einige Borderliner ein Stück ihres Weges begleitet. Gelernt habe ich dabei Folgendes: Borderliner stehen außerhalb der Wissenschaft, machen also echte Probleme.

Wenn die Ursache in tiefen traumatischen Erlebnissen liegen, so müssen DIESE aufgearbeitet werden. Aber erst mal rankommen und dann bearbeiten …

Erlebt habe ich aber auch Borderliner, bei denen der innere Bordi die Betreffenden zwang, einen Weg zu gehen. Der bestand darin, dass sie sich von etwas lösen. Danach war die Sache fast „gegessen“.

Ich habe nie versucht, die Frage zu klären, ob sie keine Borderliner mehr sind. Denn erstens haben wir alle ne Macke, egal welcher Art. Und zweitens ist dies eine Sache der betroffenen Person selbst. Man kann sie halt nur begleiten, sollte sie aber nie hinterfragen …

Nicht ketzerisch, nur laienhaft :wink:
Hi Dineu

… denn ich bin kein Psychiater, kein Psychologie, kein
Therapeut etc.

Das merkt man sowieso, wenn man weiterliest :wink:

Borderliner
stehen außerhalb der Wissenschaft.

Der Satz ist so richtig schön unwissenschaftlich gedacht. Der könnte auch in der „Bunten“ oder „Frau im Spiegel“ sehen.

Wenn die Ursache in tiefen traumatischen Erlebnissen liegen,
so müssen DIESE aufgearbeitet werden. Aber erst mal rankommen
und dann bearbeiten …

Ach nee *g*

Erlebt habe ich aber auch Borderliner, bei denen der innere
Bordi die Betreffenden zwang, einen Weg zu gehen. Der bestand
darin, dass sie sich von etwas lösen. Danach war die Sache
fast „gegessen“.

Bist ja ganz schön identifiziert mit ner borderline-Persönlichkeit, mein Bester

Ich habe nie versucht, die Frage zu klären, ob sie keine
Borderliner mehr sind.

Das merkt man. :wink:

Denn erstens haben wir alle ne Macke

Haben wirs noch ein bißchen einfacher?

egal welcher Art.

Erzähl das Hitler oder Stalin.

Und zweitens ist dies eine Sache der
betroffenen Person selbst. Man kann sie halt nur begleiten,
sollte sie aber nie hinterfragen …

Au wei…

Hallo,

Borderliner
stehen außerhalb der Wissenschaft.

Der Satz ist so richtig schön unwissenschaftlich gedacht. Der
könnte auch in der „Bunten“ oder „Frau im Spiegel“ sehen.

Nee, Branden. Ich hab ihn schon verstanden.

„Außerhalb der Wissenschaft“ ==> „Außerhalb des
Betriebs, der sich Wissenschaft nennt und aus
bequemen Kategorien für die wissenschaftlich
arbeitenden Angestellten besteht“ :wink:

Grüße

CMБ

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Nee, Branden. Ich hab ihn schon verstanden.

„Außerhalb der Wissenschaft“ ==> „Außerhalb des
Betriebs, der sich Wissenschaft nennt und aus
bequemen Kategorien für die wissenschaftlich
arbeitenden Angestellten besteht“ :wink:

Ich hab ihn auch „verstanden“, aber auf den billigen Leim bin ich nicht gegangen.
Den kannst du nämlich überall auslegen - mit borderline-Persönlichkeitsstörungen speziell hat das nichts zu tun.

Danke für die freundliche (?) Abreibung, …
… aber ich finde, ganz so habe ich es wohl doch nicht verdient, oder?

Ich bin von dem ausgegangen, was ich mit Borderlinern erlebt habe. Darunter waren zwei, die als Kinder vergewaltigt wurden, die eine bereits mit vier Jahren.

Und es war für mich nicht gerade leicht, sie ein Stück zu begleiten. Aber Letztere ist jetzt Mutter, sie meldet sich ab und an via ICQ und erzählt viel. Und hier hinterfrage ich nicht, wieviel noch vom Borderliner in ihr steckt. Sie lebt jetzt ihr Leben, mehr kann man wohl nicht verlangen, oder?

Ich geb es zu, der Anderen konnte ich nicht helfen. Aber da reieh ich mich bei all den Fachleuten ein, die es auch nicht vermochten …

Und eine wurde per Borderline sehr getrieben - bis sie ihren Weg aus der elterlichen Umgebung fand, sich in einer Band engagierte und begann, ihr eigenes Leben zu leben. Von dort an war Borderline kein Thema mehr.

So hatte ich dies gemeint!

Ich halte sehr viel vom Berufsstand Derjenigen, die sich mit psychischen Störungen etc. befassen. Und ich kenne einige Psychologen und Therapeuten, allein schon von der Betreuung ihrer Hogrefe-Software. Aber noch niemals habe ich bei denen erlebt, dass ich mit meines Äußerungen abgebürstet wurde.

Bleibt mir nur, mich für diese Erfahrung hier zu bedanken. Und dies auch ohne Gnatz etc., nur: Solch eine Antwort hatte ich wahrlich nicht erwartet …

4 „Gefällt mir“

Gerne, sowas mach ich öfter :wink:

… aber ich finde, ganz so habe ich es wohl doch nicht
verdient, oder?

Doch, mein Bster, undzwar deswegen, weil Du einfach ne Nummer zu hoch gepokert hattest. Du hast, mit anderen Worten, einfach zu dick aufgetragen und so ganz subtil mal eben durchblicken lassen wollen, um wieviel tiefer du die Problematik der borderline-Persönlichkeiten erfasst hast. Aber vonwegen! Aus jedem deiner dick bestrichenen Brote quoll die Butter der Laiendenke gemixt mit einer Portion Populismus für die, die sich für borderliner halten.

Ich bin von dem ausgegangen, was ich mit Borderlinern erlebt
habe. Darunter waren zwei, die als Kinder vergewaltigt wurden,
die eine bereits mit vier Jahren.

Ja, und? Was meinst du, wieviel borderlinern ich in meiner Praxis begegne?! Ich käme nicht im Traum darauf, das hier auszubreiten, geschweige denn auch noch ne populistische Seitentheorie aufzumachen.

Und eine wurde per Borderline sehr getrieben - bis sie ihren
Weg aus der elterlichen Umgebung fand, sich in einer Band
engagierte und begann, ihr eigenes Leben zu leben. Von dort an
war Borderline kein Thema mehr.

So hatte ich dies gemeint!

Schon klar. Nur - wahrscheinlich war „borderline“ für diese Dame dann eine Fehldiagnose.

Ich halte sehr viel vom Berufsstand Derjenigen, die sich mit
psychischen Störungen etc. befassen. Und ich kenne einige
Psychologen und Therapeuten, allein schon von der Betreuung
ihrer Hogrefe-Software. Aber noch niemals habe ich bei denen
erlebt, dass ich mit meines Äußerungen abgebürstet wurde.

Irgendwann ist es immer zum ersten Mal. Und wir wissen ja aus Erfahrung, dass unser Berufsstand von Softies jedweder Coleur bis zum Erbrechen angefüllt ist.

Bleibt mir nur, mich für diese Erfahrung hier zu bedanken. Und
dies auch ohne Gnatz etc., nur: Solch eine Antwort hatte ich
wahrlich nicht erwartet …

Komm, jetzt sei nicht beleidigt. Ich trag halt mein Herz auf der Zunge.
Gruß,
Branden

Nö, beleidigt bin ich nicht, …
… aber recht nachdenklich geworden. Das mit der dicken Butter etc. wurmt schon.

Es würde hier jetzt zu weit führen und gehört auch nicht rein: Aber aus allen möglichen Beweggründen heraus, ausgelöst durch Deine Bemerkungen, danke ich Dir für die „Lektion“. Ist ernst gemeint!

Nur eine Bitte: Sollte ich mal wieder rückfällig werden, so achte bitte auf meine zarte Seele *grien*!!

Machs gut und Danke für die Antwort!

1 „Gefällt mir“

Versprochen! Next time I’ll be smoother!

Nur eine Bitte: Sollte ich mal wieder rückfällig werden, so
achte bitte auf meine zarte Seele *grien*!!

Mach ich. Ich seh schon, du bist nicht nachtragend. Das ehrt dich und unterscheidet dich von einem Großteil dieses Forums hier. :wink:

Machs gut und Danke für die Antwort!

Machs ebenso gut und nix für ungut!
Es grüßt Dich
Branden

wer will das hier sagen?
hi,

ich bin kein psychiater, sondern nichtärztlicher psychotherapeut, der im zusammenhang mit persönlichkeitsstörungen regelmäßig von psychiatern supervidiert wird.

persönlichkeitsstörungen (ps), wie auch die borderlinestörung, können gemindert, verbessert, vielleicht auch geheilt werden. es ist aber davon auszugehen, dass bei tiefgreifenden ps ein hoher grad an festigung der bestehenden persönlichkeitsstruktur vorliegt. das pathologische kann gemindert werden, oft ist das behandlungsziel ein umgang mit der störung, nicht die beseitigung. verglichen mit einer physischen störung könnte man das bild eines schwer bandscheibengeschädigten entwerfen, der alle umliegenden muskeln stärken und hohe belastungen vermeiden muss -ein leben lang. linderung ist möglich, heilung im sinne von beseitigung der störung eher nur mit zurückhaltung prognostizierbar. DU kannst das vor allem nicht erkennen, ob nun geheilt wurde, oder nicht! und email-freaks wie wir per ferndiagnose schon gar nicht, stimmt´s?