Gerne, sowas mach ich öfter 
… aber ich finde, ganz so habe ich es wohl doch nicht
verdient, oder?
Doch, mein Bster, undzwar deswegen, weil Du einfach ne Nummer zu hoch gepokert hattest. Du hast, mit anderen Worten, einfach zu dick aufgetragen und so ganz subtil mal eben durchblicken lassen wollen, um wieviel tiefer du die Problematik der borderline-Persönlichkeiten erfasst hast. Aber vonwegen! Aus jedem deiner dick bestrichenen Brote quoll die Butter der Laiendenke gemixt mit einer Portion Populismus für die, die sich für borderliner halten.
Ich bin von dem ausgegangen, was ich mit Borderlinern erlebt
habe. Darunter waren zwei, die als Kinder vergewaltigt wurden,
die eine bereits mit vier Jahren.
Ja, und? Was meinst du, wieviel borderlinern ich in meiner Praxis begegne?! Ich käme nicht im Traum darauf, das hier auszubreiten, geschweige denn auch noch ne populistische Seitentheorie aufzumachen.
Und eine wurde per Borderline sehr getrieben - bis sie ihren
Weg aus der elterlichen Umgebung fand, sich in einer Band
engagierte und begann, ihr eigenes Leben zu leben. Von dort an
war Borderline kein Thema mehr.
So hatte ich dies gemeint!
Schon klar. Nur - wahrscheinlich war „borderline“ für diese Dame dann eine Fehldiagnose.
Ich halte sehr viel vom Berufsstand Derjenigen, die sich mit
psychischen Störungen etc. befassen. Und ich kenne einige
Psychologen und Therapeuten, allein schon von der Betreuung
ihrer Hogrefe-Software. Aber noch niemals habe ich bei denen
erlebt, dass ich mit meines Äußerungen abgebürstet wurde.
Irgendwann ist es immer zum ersten Mal. Und wir wissen ja aus Erfahrung, dass unser Berufsstand von Softies jedweder Coleur bis zum Erbrechen angefüllt ist.
Bleibt mir nur, mich für diese Erfahrung hier zu bedanken. Und
dies auch ohne Gnatz etc., nur: Solch eine Antwort hatte ich
wahrlich nicht erwartet …
Komm, jetzt sei nicht beleidigt. Ich trag halt mein Herz auf der Zunge.
Gruß,
Branden