Boreout Syndrom - Stress aus Langeweile

Ich habe über das Boreaout Syndrom gelesen, dass negativer und somit krankmachender Stress aus Langeweile und Unterfrderung kommen kann.

Nun bin ich sehr besorgt, weil alle Merkmale für dieses Syndrom auf mich zutreffen und ich tatsächlich stresskrank bin - bisher dachte ich allerdings, dass es von Überforderung herrühren würde.

Doch nach genauerer Überlegung und Analyse meines Alltags und meiner Arbeitsgewhnheiten, musste ich feststellen, dass es möglicherweise tatsächlich daran liegen könnte, dass ich einerseits nicht alle Arbeit schaffe, aber andererseits mich langweile und nichts zu tun finde. Daher bin ich frustriert, ich fühle mich nicht wohl und bin gereizt und enorm gestresst.

Was kann oder sollte ich nun tun?
Mit meinem Partner kann ich leider nicht darüber reden, weil er im gleichen Job arbeitet und mein Problem nicht versteht.

vielen Dank
Sara

Hallo Sara,
du als Studentin Ingenieurwissenschaft mit 3 aktuellen Adressen: Langeweile und Boreout-Syndrom?

Nun bin ich sehr besorgt, weil alle Merkmale für dieses
Syndrom auf mich zutreffen und ich tatsächlich stresskrank bin

Schon bei einem Arzt gewesen? Oder nur deine Annahme?

Doch nach genauerer Überlegung und Analyse meines Alltags und
meiner Arbeitsgewohnheiten, musste ich feststellen, dass es
möglicherweise tatsächlich daran liegen könnte, dass ich
einerseits nicht alle Arbeit schaffe, aber andererseits mich
langweile und nichts zu tun finde.

Eigentlich ein Widerspruch in sich.
Bist du mit dir selbst auch in anderen Bereichen (Partnerschaft, Freizeitgestaltung, …) nicht zufrieden? Fehlt dir ein wenig Selbstverständnis und Selbstbewusstsein?

Mit meinem Partner kann ich leider nicht darüber reden, weil
er im gleichen Job arbeitet und mein Problem nicht versteht.

Um welchen Job geht es eigentlich? Führst du ihn nur wegen deines Partners (=Freund?) aus? Könntest du dir einen anderen Job vorstellen?
Vielleicht kannst du noch etwas näher ausführen. Ich habe nur Fragen, Antworten/Tipps wären reine Vermutungen.

Gruß
Der Franke

Hallo,

Schon bei einem Arzt gewesen? Oder nur deine Annahme?

Mein Hausarzt hatte mir mal Distress-Syndrom diagnostiziert, also körperliche Beschwerden (pyschosomatische Rückenschmerzen) durch zuviel negativen Stress.

Bist du mit dir selbst auch in anderen Bereichen
(Partnerschaft, Freizeitgestaltung, …) nicht zufrieden?

Mit meiner Partnerschaft bin ich - Gott sei Dank - sehr zufrieden, ja sogar glücklich. Wirklich das einzige Manko ist, dass ich mit meinem Partner nicht über genau das Problem sprechen kann…
Freizeit gibt es bei mir nicht viel und wegen gesundheitlichen Problemen hat diese Freizeit meist mit Sport zu tun, was ich aber okay finde, das macht mir Spaß.
Ich musste wegen des Studiums und des angestrebten Berufes wegen viele Hobbys aufgeben (Reiten und mein Pferd an meine Freundin abgeben usw.)

Fehlt dir ein wenig Selbstverständnis und Selbstbewusstsein?

Da ich im letzten Jahr sehr viel negative Erfahrungen im Studium hinnehmen musste, fehlt mir das Selbstbewusstsein, ja.
Mich selbst zu motivieren fällt mir schwerer, als es früher der Fall war.

Mit meinem Partner kann ich leider nicht darüber reden, weil
er im gleichen Job arbeitet und mein Problem nicht versteht.

Führst du ihn nur wegen deines Partners (=Freund?) aus? Könntest du dir einen anderen
Job vorstellen?

Nein, eigentlich nicht. Das Studium macht mir inhaltlich viel Spaß, nur erwarte ich von mir auch Erfolge. Da die in letzter Zeit ausblieben, ich aber genauso gearbeitet habe, wie bisher, suchte ich nach einem Grund. Er studiert ebenfalls Ingenieurswissenschaften.
Wir lernen viel zusammen und das bisher für uns beide sehr effektiv. Doch bleibt mein Erfolg leider immer mehr aus.

Ich bin eben genau auf der Suche nach meinem Motvationsproblem.
Ich möchte sehr gerne weitermachen und hier an dieser Uni meinen Weg gehen, also meinen Abschluss machen.
Ich habe mich hier eingelebt, fühle mich hier wohl, habe hier gute Freunde gefunden, mein Partner lebt hier…
Da ich mich selbst desöfteren dabei erwische, mich vor der Lern- und Forschtätigkeit zu drücken, frage ich mich nach dem WARUM.
Dieser Widerspruch, den Abschluss unbedingt machen zu wollen, hier weiterzuarbeiten, an dem, was mir Spaß macht und Zeitverplemperei, wie z.B. PC-Spiele zermartern mich.

Und durch Zufall bin ich auf dieses Boreout gestoßen und hatte festegestellt, vieles (fast alles) trofft auf mich zu!

Und daher meine Frage: Was sollte ich jetzt nun am besten tun?

hi

Mein Hausarzt hatte mir mal Distress-Syndrom diagnostiziert,
also körperliche Beschwerden (pyschosomatische
Rückenschmerzen) durch zuviel negativen Stress.

negativer Stress kann AUCH Langeweile sein - negativer „Stress“ ist alles, was uns belastet … viel zu tun zu haben, bei einer Tätigkeit die uns erfüllt und Spass macht, würde niemand als „Stress“ bezeichnen

Mit meiner Partnerschaft bin ich - Gott sei Dank - sehr
zufrieden, ja sogar glücklich. Wirklich das einzige Manko ist,
dass ich mit meinem Partner nicht über genau das Problem
sprechen kann…

nunja *grins* er ist nicht dein Therapeut ;o) und wenn er in einem anderen Sachgebiet arbeitet und/oder in anderem Umfeld, fehlt ihm tatsächlich der Einlick um dich verstehen zu können

Ich musste wegen des Studiums und des angestrebten Berufes
wegen viele Hobbys aufgeben (Reiten und mein Pferd an meine
Freundin abgeben usw.)

du MUSSTEST garnicht ! Du WOLLTEST ! Du bist kein Opfer, du siehst dich nur als eines ;o) (ist ja auch bequemer und verhilft einem zu einem kleinen Heiligenschein *grins*)

Dass du das Reiten und ein eigenes Pferd aufgeben hast um des Studiums (und der guten Noten) willen, sagt nur dass DIR das Studium eben zu dem Zeitpunkt wichtiger war als das Pferd, aber niemand hat dich gezwungen ;o) du musstest GARNICHT

Fehlt dir ein wenig Selbstverständnis und Selbstbewusstsein?

Da ich im letzten Jahr sehr viel negative Erfahrungen im
Studium hinnehmen musste, fehlt mir das Selbstbewusstsein, ja.

„hinnehmen musste“ … wieder das arme Opfer ??

Führst du ihn nur wegen deines Partners (=Freund?) aus? Könntest du ::dir einen anderen Job vorstellen?

Nein, eigentlich nicht.

Lass das „eigentlich“ weg… dann stimmts !! Aber lass auch den Freund weg… räumlich gesehen :o)

Das Studium macht mir inhaltlich viel Spaß, nur erwarte ich von
mir auch Erfolge.

du studierst also noch, hast noch keinen JOb ? Welche „Erfolge“ also ?

Da die in letzter Zeit ausblieben, ich aber genauso gearbeitet habe,
wie bisher,suchte ich nach einem Grund.

Welche „Erfolge“ ? Prüfungsnoten ?

Er studiert ebenfalls Ingenieurswissenschaften.
Wir lernen viel zusammen und das bisher für uns beide sehr
effektiv. Doch bleibt mein Erfolg leider immer mehr aus.

und er wird „immer besser“ also du ? Evtl. weil er mehr von eurer gemeinsamen Lernerei profitiert als du ? Und das frustriert dich ?

Wie wäre es, wenn du mit jemand anderem zusammen lernen würdest ? Jemandem den du nicht als „konkurrent im eigenen Bett Haus“ sehen würdest, sondern jemanden mit dem du dich ergänzt, so dass auch DU etwas davon hast?

Ich möchte sehr gerne weitermachen und hier an dieser Uni
meinen Weg gehen, also meinen Abschluss machen.

warum NICHT und an einer anderen Uni? Aktuell hast du die täglich Leistung-Kontrolle direkt vor deiner Nase, 24 Stunden lang, Tag und Nacht

Für einen Arbeitnehmer gibt es m.E. nichts demotivierenderes als tägliche Fortschrittskontrolle, berichten lässt, Leistungskontrolle, Erfolgskontrolle - da hätte ich auch keinerlei Motivation mehr auch nur ansatzweise den Finger krumm zu machen

Da ich mich selbst desöfteren dabei erwische, mich vor der
Lern- und Forschtätigkeit zu drücken, frage ich mich nach dem
WARUM.

aus Angst wirklich zu versagen - vor den Augen deines Freundes?Angst nicht mithalten zu können ? Das lähmt !

Und daher meine Frage: Was sollte ich jetzt nun am besten tun?

hmmmm, also ICH würde mich an deiner Stelle nach einer anderen Universität umgucken, um den Abschluss unbelastet und vor allem unbeobachtet und unabgelenkt dort zu machen …

Gruß H.