Hatte vor 5 Monaten eine Zecke. Hab mal provisorisch eine Antikörpersuche veranlasst. Diese war recht früh (knapp 2 Wochen). Nur der IgG war positiv. Was ja auf eine ältere Infektion hindeutet. Hatte seitdem so gut wie keine Beschwerden. Nur ca. 2 bis 3 Wochen nach dem Zeckenstich 1- 3 Tage lang leichte grippeähnliche Symptome, die aber schnell weg gingen und mich nicht stark beeinträchtigt haben. Ist eine Borreliose wahrscheinlich?
Hallo,
Dank für die Frage, aber ich muss sagen, dass ich mir nicht zutraue so eine Frage aus der Entfernung zu beantworten.
Lieber zum Arzt und einmal durchchecken lassen.
Beste Grüße
Christian
Hallo Macfly78,
eine Begrüßung Deinerseits wäre schön gewesen.
Zum Inhalt: Diese Angaben von Dir sind zu wenig, um auch nur halbwegs etwas dazu sagen zu können. Da Du Dich offenbar noch überhaupt nicht mit dieser heimtückischen Krankheit auskennst, schlage ich Dir vor, hier im wer-weiss-was-Archiv mal die Beiträge durchzulesen, die zum Thema Borre geschrieben worden sind. In den Jahren 2008 und 2009 habe ich sehr viel und häufig auf entsprechende Anfragen auch sehr ausführlich geantwortet. Um mich selbst nicht zu wiederholen, rate ich Dir einfach das in diesen Beiträgen Geschriebene zu lesen und mit Deinen Symptomen zu vergleichen (trifft zu - trifft nicht zu). Es gibt etwa 100, manche sprechen von 120 verschiedenen Symptomen, die auf die Borre hindeuten. Aber was ich auch immer betont habe und hier wiederhole: Ein Symptom macht noch keine Borre, genauso wenig wie eine Schwalbe einen Sommer macht.
Also bitte: lies hier im Archiv meine Beiträge zum Thema (und natürlich auch die der anderen wer-weiss-was-Teilnehmer) und dann darfst Du Dich gerne noch mal melden - sinnvoll ist, dass Du dann gleich Textpassagen von mir in Dein Schreiben reinkopierst, damit ich dann sehen kann, auf was Du Dich genau beziehst.
Natürlich wäre eine sofortige Antibiotika-Behandlung deutlich sinnvoller gewesen als eine Antikörper-Suche, die nach 2 Wochen ohnehin noch nichts bringt. Aber das ist nun eh schon zu spät. Der IgG ist nur ein einziger Indikator, und somit viel zu wenig für eine Gesamtbeurteilung. Du schreibst noch nicht mal etwas darüber, auf welche Erreger Dein Blut untersucht wurde, geschweige denn mit welchem Testverfahren.
Ich wünsche Dir, dass Du diese heimtückische Krankheit NICHT hast.
Viele Grüße
Alexander
Hatte vor 5 Monaten eine Zecke.
provisorisch eine
Antikörpersuche
war recht früh (knapp 2
Wochen). Nur der IgG war positiv. Was ja auf eine ältere
Infektion hindeutet.
Hat Dir das der Arzt erklärt, oder bist Du Arzt?
Hatte seitdem so gut wie keine
Beschwerden. Nur ca. 2 bis 3 Wochen nach dem Zeckenstich 1- 3
Tage lang leichte grippeähnliche Symptome
was ist das für Dich? Beschreibe genauer.
, die aber schnell
weg gingen und mich nicht stark beeinträchtigt haben.
wäre nicht ungewöhnlich.
Ist eine
Borreliose wahrscheinlich?
Hallo Alexander,
vielen Dank für deine schnelle Antwort und Entschuldigung dafür, dass ich mit der Tür ins Haus gefallen bin und mich nicht vorgestellt habe
!
Ich habe mir die alten Beiträge durch gelesen und kann dir nun auch ein paar Sachen näher schildern.
Es wurden igG und igM Antikörper getestet. Also nicht der Immunoblot sondern der Test der davor gemacht wird (weiß grad nicht wie der heißt). Das mit der alten Infektion und dem igG Wert hat der Arzt gesagt.
Zu den grippeähnlichen Symptomen: Ich war 1 Tag recht abgeschlagen und konnte mich schwer konzentrieren - fühlte sich leicht fiebrig an. Hatte da so weit ich weiß auch Halsschmerzen. Hab dann 1 Aspirin und ich glaub am Tag darauf noch mal eine genommen. Die 2 Tage darauf war ich noch etwas angeschlagen aber schon wieder viel fitter. Dem Arzt hatte ich davon erzählt. Ansonsten kann ich mich an keine Symptome erinnern. Was vielleicht auch wichtig ist: Ich habe generell immer mal wieder solche Phasen in denen ich leicht angeschlagen bin, was bei mir aber mit einer leichten vererbten Krankheit (Morbus Meulengracht) zusammen hängt.
Ist eine AB Therapie jetzt wirklich schon zu spät? Ich habe eine Seite gefunden auf der sie schreiben, dass unter Umständen bis zu 6 Monaten nach einer Infektion Sinn macht.
Sorry, dass ich so viel frage, ich bin jemand der sich generell über solche Sachen viele Gedanken macht!
Viele Grüße Macfly
Borreliose wahrscheinlich?
Kann sein, kann nicht sein…mach´ dich nicht verrückt, sondern suche dir einen Arzt, der sich mit der Materie auskennt.
Sorry, aber hast du tatsächlich erwartet, dass hier jemand eine Ferndiagnose macht?
Gute Besserung
Auszuschliessen ist es nicht, ich würde es im Auge behalten, v.a. wenn in den nächsten Monaten/ Jahren Gelenkbeschwerden o.ä. auftreten. Kann aber genauso gut ausgeheilt sein…
Gruß Dirk Häfner
Ok alles klar. Hat mir schon geholfen. Vielen Dank für eure Antworten!
Hallo Macfly78,
anders als viele hier im wer-weiss-was weiß ich wovon in schreibe, wenn es um die Borre geht: Ich Betroffener, jedoch kein Arzt. Betroffene kennen sich oft mit der eigenen Krankheit viel besser aus als die allermeisten Ärzte, die ja tausende von Krankheiten zu behandeln haben. Meine Frau ist seit 2006 davon betroffen (chronisch krank weil zu spät erkannt - nach ca. 8 Wochen - und unzureichend - zu kurze und unterdosierte AB-Gabe - durch den Arzt behandelt). Somit bin ich einer, der eher einmal zu oft die Borre als Krankheitsursache für diverse Symptome annimmt, als einmal zu selten. Aber zum Einen will ich keinem Angst machen und zum Anderen - was bei Dir viel wesentlicher ist - :
Du (be)schreibst praktisch keine Borre-Symptome! Ich wiederhole mich: Ein Symptom allein macht noch keine Borre. In meinen zahlreichen Artikeln zum Thema habe ich im Laufe der Zeit sicher 30, wenn nicht 40 verschiedene Symptome aufgezählt.
Die Borre ist eine Krankheitsgruppe, bestehend aus etwa 10 Einzelerkrankungen mit ähnlichen Symptomen, die aber durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen werden.
Zu meinem „das ist jetzt eh zu spät“: Das war vielleicht etwas leichtfertig formuliert. Ich meinte damit, dass man die Zeit nicht zurück drehen kann: Wird innerhalb der ersten 2 Wochen nach dem Zeckenstich (die Zecke „beißt“ nicht, sie sticht wie eine Mücke) für mind. 30 Tage ein Antibiotikum (in der Regel Doxycyclin) in ausreichender Dosierung verabreicht (4 bis 5 mg je Kg Körpergewicht und Tag), dann sind die Chancen, dass sich die Borre auch bei Erregerübertragung ausbildet sehr gering = die Heilungswahrscheinlichkeit ist sehr hoch. Je länger man mit einer Behandlung bei vorhandener Borrelioseinfektion wartet, um so schwieriger und langwieriger wird die Behandlung. Meine Frau nimmt seit 2006 mit nur kurzen Unterbrechungen Antibiotika; und zwar verschiedene gleichzeitig!; allein um ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Nicht behandelte Borre-Patienten landen sehr häufig als „nicht mehr arbeitsfähig“ letztlich in Hartz-IV, manche sogar im Rollstuhl.
Antibiotika sind nicht besonders gesund (allerdings auch nicht sooooo schädlich, wie von manchen Ärzten manchmal hingestellt). Daher muss zuerst mal über einen Borre-Facharzt, von denen es in ganz Deutschland nur ca. 20 Stück gibt, festgestellt werden, dass wirklich eine Borre-Infektion vorliegt. Bei Dir sehe ich das ehrlich gesagt noch nicht. Daher bitte ich Dich, bei aller Sorgsamkeit um Dich und Deine Gesundheit: Mach Dich nicht selbst verrückt. Erst wenn Du ohne Dich selbst zu belügen, mindestens 5, besser 8 typische Borre-Symptome bei Dir entdeckst, sollte man überhaupt erst die Borre ernsthaft in Erwägung ziehen. Und noch eines: Die Borre ist eine heimtückische Krankheit, die ich niemandem wünsche. Komme bitte bloß nicht auf die Idee, Dir diese Krankheit zu „wünschen“.
Ratschlag zum Schluss: Beobachte Dich und Deinen Körper genau, vielleicht ist sogar ein Tagebuch sinnvoll: Was ist anders als „früher“ (= vor dem Zeckenstich)? Wie lange dauert dieser Zustand an? In welcher Intensität? Für die Symptome verweise ich nochmals auf meine diversen Beiträge hier im wer-weiss-was.
Ruhig Blut und alles Gute!
Einen schönen Abend wünscht
Alexander
Ich habe mir die alten Beiträge durch gelesen und kann dir
sehr gut! dann weißt Du ja jetzt schon ein wenig mehr.
nun
auch ein paar Sachen näher schildern.
Es wurden igG und igM Antikörper getestet. Also nicht der
Immunoblot sondern der Test der davor gemacht wird (weiß grad
nicht wie der heißt). Das mit der alten Infektion und dem igG
Wert hat der Arzt gesagt.
o.k., aber dann hast Du ja auch gelesen, dass die Bluttests allesamt ziemlich bis sehr unzuverlässig sind (bis zu 80% Fehlerquote). Am sichersten wäre ein PCR-Test, der über Hautpartikel geht (also nicht über das Blut). Angeblich liegt dort die Fehlerquote unter 20%.
Zu den grippeähnlichen Symptomen: Ich war 1 Tag recht
abgeschlagen und konnte mich schwer konzentrieren - fühlte
sich leicht fiebrig an. Hatte da so weit ich weiß auch
Halsschmerzen.
Das kann auch ein anflug von Erkältung gewesen sein.
Hab dann 1 Aspirin und ich glaub am Tag darauf
noch mal eine genommen. Die 2 Tage darauf war ich noch etwas
angeschlagen aber schon wieder viel fitter. Dem Arzt hatte ich
davon erzählt.
Ich bin mir sicher, dass er das zwar zur Kenntnis genommen hat, darin aber keinerlei Grund gesehen hat, Dich als Borre-infiziert zu sehen.
Ansonsten kann ich mich an keine Symptome
erinnern.
Eben. Genau das ist der Punkt, weshalb auch ich nicht so recht glauben mag, dass Du wirklich eine Borre-Infektion hast.
Was vielleicht auch wichtig ist: Ich habe generell
immer mal wieder solche Phasen in denen ich leicht
angeschlagen bin, was bei mir aber mit einer leichten
vererbten Krankheit (Morbus Meulengracht) zusammen hängt.
Da ich kein Arzt bin, kenne ich mich mit dieser Krankheit nicht aus. Ich weiß nur, dass tatsächlich hin und wieder die Morbus-Meulengracht-Krankheit mit der Borre verwechselt wird. Ob das natürlich bei Dir der Fall sein könnte, kann ich überhaupt nicht beurteilen. Aber angesichts der Tatsache, dass Du eben keine sonstigen Symptome hast, halte ich sogar das für eher unwahrscheinlich.
Ist eine AB Therapie jetzt wirklich schon zu spät? Ich habe
siehe oben.
eine Seite gefunden auf der sie schreiben, dass unter
Umständen bis zu 6 Monaten nach einer Infektion Sinn macht.
Wenn man wirklich borre-infiziert ist, machen Antibiotika IMMER Sinn, selbst nach 30 Jahren. Es ist die Frage, wie groß die Heilungs-Chancen sind. Aber auch nach 30 Jahren bringen die ABs eine Symptomlinderung.
Sorry, dass ich so viel frage, ich bin jemand der sich
generell über solche Sachen viele Gedanken macht!
Kein Problem, es ist gut, wenn Du Dich und Deinen Körper beobachtest - aber Du solltest Dich nicht verrückt machen und Dir was einreden.
Ach ja, noch eine Empfehlung: ich bin nur einer von vielen Betroffenen. Wenn Du mehrere Meinungen einholen willst, solltest Du eine Zeitlang im Borrelioseforum mitlesen und die gleiche Frage nochmals stellen:
http://forum.bfbd.de/index.php
Also viele Grüße und alles Gute
Alexander
Viele Grüße Macfly
Hallo Alexander,
ich bin beeindruckt wie viel Zeit du dir für mich genommen hast! Vielen vielen Dank dafür!!! Ich bin tatsächlich jemand der sich eher zu viel Gedanken macht. Ich habe da auch ab und zu mit echt ätzenden Zwängen zu kämpfen und habe Gesprächstherapie, die aber am Auslaufen ist und mir viel bringt. Aber ab und zu erleide ich einen „Rückfall“. Ich nehme mir deine Argumente zu Herzen! Weißt du eigentlich was zu einer möglichen sexuellen Übertragbarkeit von Borre? Damit ich dir auch ein klein wenig was beibringen kann
: Bei Morbus Meulengracht ist ein Leberwert (Billirubin) immer wieder hoch oder sehr hoch. Was sich zB in gelegentlichen gelben Augen, schnellerer Müdigkeit oder schlechterer Alkoholverträglichkeit äußern kann. Im Großen und Ganzen ist das Ganze aber harmlos. Ich habe halt 1 oder 2 mal im Jahr Phasen wo es mir nicht so gut geht und ich stärker abgeschlagen bin. Da ist ein Verwechslung mit Borreliose auch ausgeschlossen, Morbus Meulengracht ist durch Bluntuntersuchungen sicher bei mir bestätigt und kommt bei mir öfter in der Familie vor. Aber hey damit kann ich leben! So nun ist meine Nachricht doch auch etwas länger geworden. So bleibt mir nur noch dir eine gute Nacht und alles erdenklich Gute zu wünschen.
Viele Grüße Macfly
Hallo Macfly78,
ja, das mit dem Bilirubinwert und der Leber, das hatte ich schon gewusst. Aber mehr eben nicht. Wenn Du das mit der Abgeschlagenheit schreibts, so ist dies z.b. ein typisches Zeichen für Borre. Aber eben nur eines. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Borre durch Sex übertragen? Da streiten sich die Wissenschaftler. Manche sagen: ja, geht wie AIDS, andere sagen: Nein, geht nicht, es ist ein Bakterium, kein Virus. In der Fachwelt gibt es dazu keine einheitliche Meinung. Die leichte Tendenz scheint derzeit zu sein, dass man glaubt , dass es nicht durch Sex übertragen wird. Aber nix genaues weiß man nicht…
Gute Nacht, ich muss morgen (besser: heute) wieder arbeiten
was zu
einer möglichen sexuellen Übertragbarkeit von Borre? Damit ich
dir auch ein klein wenig was beibringen kann: Bei Morbus
Meulengracht ist ein Leberwert (Billirubin) immer wieder hoch
oder sehr hoch. Was sich zB in gelegentlichen gelben Augen,
schnellerer Müdigkeit oder schlechterer Alkoholverträglichkeit
äußern kann. Im Großen und Ganzen ist das Ganze aber harmlos.
Morbus
Meulengracht ist durch Bluntuntersuchungen sicher bei mir
bestätigt und kommt bei mir öfter in der Familie vor.
Viele Grüße
Alexander
Hallo,
diese Frage ist so einfach nicht zu beantworten. Wenn der Test nach zwei Wochen gemacht wurde und schon Antikörper vorhanden waren, deutet dies eher auf einen Zeckenstich hin , der läanger zurückliegen muss. Der Test bringt im Fall der Infektion erst nach ca. 4 Wochen Antikörper an Tageslicht.
Grundsätlich ist zu sagen, dass der Test nicht sehr gut ist. Selbst wenn keine Antikörper gefunden wurden ist das kein sicheres Zeichen nicht infiziert worden zu sein. Die Grippesymptome sind natürlich schon ein weiterer Indiez. Allerdings muss man bei aller Vorsicht auch sagen, dass viele Infizierte die Krankheit ohne Medikament selbst ausheilen. Aber darauf sollte man sich nach dem heutigen Stand der Forschung leider nicht mehr drauf verlassen.
Gab es denn eine Wanderröte im Stichbereich oder auch an anderer Stelle der Haut. Wenn diese erschienen ist so ist das eine Beweis für eine Infektion, die dann auch hinreichend behandelt werden muss. Wenn die Infektion nähmlich nicht behandelt wird, so kann es zu einer Chronifizierung kommen, welche dann wesentlich schlechter zu behandeln ist. Es kann sogar eine Multisystemerkrankug auftreten. Muskel- Gelenkschmerzen. Starke Abgeschalgenheit und Müdigkeit usw. Ich weiß wovon Ich rede. Die Borreliose ist sehr komplex. Sollte Syptome dieser Art auftreten also sofort zum Arzt und auf eine Untersuchung der Antikörper plus Westernblottest bestehen. Dieser ist viel sensitiver. Und auf eine Behandlung bestehn. 200mg Doxy am Tag reichen dann nicht mehr aus. Mind 300-400mg tägl. über 6 Wochen. Ggf auch eine Infussionsbehandlung mit Claforan (Cefotaxim).
Bei Fragen nochmal melden. Gebe dann auch ggf. Telefonnummer.
Alles Gute
Hallo,
ganz egal wie wahrscheinlich eine Borreliose sein mag- mach auf jeden Fall jetzt noch einmal einen Test, und wenn es auch nur die geringsten Anzeichen gibt, eine Antibiose ( je früher man die se macht, desto wirkungsvoller).
Gruss ball
Vielen Dank für alle Antworten!