Hallo,
ja, habe schon einige Anschreiben geschrieben. Sie kamen
anscheinend nie so richtig gut an.
Mappenart: Hochwertige Mappe aus Karton.
Deckblatt: keines
Deckblätter werden in Ratgebern oft erwähnt, halte ich selbst aber auch für unnötig bei einer Bewerbungsmappe. Kann bei einer kreativen Bewerbung (Werbung/Schauspieler) nützlich sein.
Lebenslauf: Normaler tabellarischer Lebenslauf. Wohnort,
Geburtsdatum, -ort, usw. Schulischer und beruflicher
Werdegang. Finde den Lebenslauf einfach nicht schön.
Schau mal das Beispiel aus meinem Link an. Das finde ich sehr gut.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Name!
vor etwa einem Jahr habe ich meine Ausbildung zum Kaufmann im
Einzelhandel abgeschlossen und will diesen Beruf gerne weiter
ausüben, da es mir große Freude bereitet mit Menschen
zusammenzuarbeiten und die Wünsche der Kunden zu erfüllen.
Das klingt zwar etwas albern, aber Du solltest am Anfang zumindest implizit nochmal schreiben, dass Du dich bei dieser Firma bewirbst. Die Betreffzeile ist nämlich ebenso wie die Adresse nicht direkter Bestandteil des Dialogs mit dem Leser. Ganz unaufdringlich kann man das so einflechten:
…abgeschlossen. Diesen Beruf würde ich gerne bei xxx weiter ausüben…(Grund für die Wahl der Firma kurz ansprechen, notfalls auch die Stellenausschreibung)
Meine zweieinhalb-jährige Ausbildung zum Kaufmann im
Einzelhandel absolvierte ich bei der Firma xxxx GmbH & Co. KG,
einem kleinen Supermarkt in xxxx.
„absolvieren“ klingt nach „ich habe mich durchgeschleppt“. Du hast die Ausbildung freiwillig und motiviert gewählt, das muss auch so rüberkommen.
z.B. die Gründe für die Wahl der Ausbildung aus dem ersten Absatz hierher schieben.
„Zweieinhalb-jährig“ ist ein Adjektiv, das man vermeiden kann. "Daher entschloss ich mich …(Zeitpunkt, Schulabschluss) für eine Ausbildung…, die ich im August 2002 antrat
Die Ausbildung schloss ich
im Februar 2005 erfolgreich ab. Bis Anfang Juni 2005 übte ich
meine Arbeit bei der xxxx GmbH & Co. KG weiter aus und begann
daraufhin den Zivildienst im xxxx .
Pflichtdienst hin oder her, „Ich begann“ klingt aktiv. Das heißt, Du hast aktiv etwas gemacht, was deine Arbeit beendet hat. „Aktive“ Formulierungen lieber in Bezug auf die Arbeit selbst gebrauchen, alles andere an die zweite Stelle verweisen. „bis zur Einberufung … übte ich … aus“. Das Kreiswehrersatzamt musste dich da ja förmlich herausreißen.
Dabei nahm ich die
Tätigkeiten eines Hausmeisters wahr. Ende Februar 2006
beendete ich den Zivildienst und arbeitete noch bis zum 15.
Juli 2006 in dieser Tätigkeit weiter.
Du musst hier erklären, warum Du das erwähnst. Nicht weil Du den Zeitraum erläuterst, sondern weil mit dieser Tätigkeit eine Qualifikation/Erfahrung verbunden ist. Wie wirkt sich das auf deine Eignung im Beruf aus?
In meiner Ausbildung- wie auch in der Zivildienstzeit
zeichnete ich mich durch meine Flexibilität und meinen Fleiß
aus.
Ganz gut, Flexibilität ist etwas abstrakt.
Stets verhielt ich mich den Kunden gegenüber zuvorkommend
und hilfsbereit.
Das versteht sich von selbst. Keinesfalls Standardqualifikationen (Freundlichkeit, Pünktlichkeit…) loben. Gehe lieber darauf ein, warum du so ein außerordentlich guter Verkäufer bist. Nenne Dinge, die selten sind und die Kunden wollen. Beratung, Sichere Kenntnis des Sortiments. Auch Hilfsbereitschaft, aber noch etwas gesteigert. Du erfüllst dem Kunden gerne jeden Wunsch nachdem Du ihn von den Augen abgelesen hast (Natürlich nicht wörtlich schreiben, aber Bewerbung ist Werbung und damit auch leichte Übertreibung).
Meine Fähigkeiten im Einzelhandel möchte ich
gerne bei einer Ihrer Filialen weiter ausbauen, da das
Unternehmen
in den letzten Jahren stark expandierte
sich sehr gut am Markt etablieren konnte
Die Gründe der Unternehmenswahl hier näher zu erläutern ist gut. Du nennnst jedoch eher Gründe für einen Aktionär als für einen Bewerber.
Stelle klar, was Du dir von der Größe/Etabliertheit erwartest und was allgemein deine Ansprüche an einen Arbeitgeber sind: Sicherer Arbeitsplatz, gutes soziales Klima, gute Rahmenbedingungen für deine Motiviertheit.
mir andere Möglichkeiten bietet meine Fähigkeiten weiter
auszubauen, da es sich in Art und Umfang sehr von meinem
Lehrbetrieb abhebt.
Ganz schlecht. Du kannst sehr gerne schreiben, dass Du neue Erfahrungen sammeln willst und eine Herausforderung suchst.
Hier schreibst Du jedoch, dass dein Lehrbetrieb eine popelige Klitsche war, die Du nie mehr wieder sehen willst. Dein Arbeitgeber möchte nicht, dass Du in fünf Jahren genauso über ihn schreibst.
Über einen Termin zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch
würde ich mich selbstverständlich sehr freuen.
„Würde … selbstverständlich“ wirkt etwas pragmatisch, ähnlich wie „natürlich wäre es schön, wenn …, wenn nicht - auch egal“.
Aktivere und selbstbewusstere Alternative: „Auf eine Gelegenheit, mich persönlich vorstellen zu dürfen, freue ich mich.“
Anlagen:
Lebenslauf mit Lichtbild
Beglaubigte Kopien der Schulzeugnisse
und des Ausbildungszeugnisses
Arbeitszeugnis
Keine „Anlagen“ auf dem Anschreiben. Zeugnisse einzeln auf separatem Blatt verzeichnen, der Lebenslauf wird nicht genannt.