Brandschutz?

Hallo,

man stelle sich folgende Situation vor:

in einem dreistöckigen Wohnhaus (5 Wohnungen) stellt die Mieterin der Erdgeschosswohnung eine Laterne ähnlich dieser hier
http://www.geschenk-shopping24.de/laterne-edelstahl-…
auf, bestückt sie mit einer Kerze und lässt sie - weil es so gemütlich ist - über nacht brennen.
Die Mieterin der Dachgeschosswohnung kann daraufhin nicht mehr ruhig schlafen, weil sie Angst vor einem möglichen Feuer usw. hat. Das Treppenhaus ist ihr einziger Fluchtweg.

Wie ist die Situation zu beurteilen?

Gruß
Jörg Zabel

Hallo Jörg,

in einem dreistöckigen Wohnhaus (5 Wohnungen) stellt die
Mieterin der Erdgeschosswohnung eine Laterne ähnlich dieser
hier
http://www.geschenk-shopping24.de/laterne-edelstahl-…
auf, bestückt sie mit einer Kerze und lässt sie - weil es so
gemütlich ist - über nacht brennen.

es ist eine Kerze die allein über Nacht brennt, na und. Ein Gefahrenpunkt wie viele andere, elektr. Geräte z.B.
Ich wohne im 6 ten Stock unter dem Restdach, d.h. ich habe schon schräge Wände durch das Dach. 15 Mietparteien.

Was weiß ich denn was da für Gefahren lauern, Kerzen, Backöfen, Herdplatten, normale Elektrogeräte, Weihnnachtsbäume, Heizstrahler, Kinder mit Streichhölzern u.v.m.

Da mache ich mir keinen Kopf sonst könnte ich ja nicht schlafen. Ich habe Brandmelder installiert, sollen sowieso demnächst überall Pflicht werden, viel zu spät wie ich finde, die sollten schon seit Jahren zum Wohnungsinventar gehören.

Wir haben einen Lift, im Brandfall fahr ich den sicher nicht. Das Treppenhaus, wenn da Qualmwolken sind, 6 Stockwerke runter? Nö, soviel Luft hab ich nicht.
Noch dazu verbraucht man in Panik viel mehr als üblich.

Meine Idee für den Notfall ist, Tür von innen mit nassen Lappen abdichten, abwarten.
Wenn es brenzlig wird, raus aufs Schrägdach, je nach Windrichtung rechts oder links vom Fenster bleiben, wenn#s da brenzlig wird, über die Brandschutzmauer rüber auf’s Nachbarhaus.

Wenn da die Frau Angst hat, sollte sie auch Brandmelder einbauen.
Ggfs. Feuerwehr fragen oder den Fachhandel, nach so kleinen Atemflaschen für 15 minuten.

Vielleicht auch so Leitern, weiß grad den Namen nicht (Hängeleitern?), wo links und rechts ein Seil ist, dazwischen Stufen aus Holz o.ä.
Dies dann soweit vorbereiten daß man es im Gefahrfalle aus dem Fenster runterlassen kann.
Ist natürlich nicht jedermanns Sache da die 12m runterzuklettern.

Das Sicherste ist, sie ziewht in eine Erdgeschosswohnung mit Terasse, da hat sie zwei Fluchtwege.

Gruß
Reinhard

Hallo Jörg,
wo wird denn die Laterne aufgestellt? In den Privaträumen der Mieterin vom EG? Dann kann nichts gemacht werden ausser all die Vorschläge zu Herzen zu nehmen, die auch schon Reinhard so gut beschrieben hat. Es ist auf alle Fälle empfehlenswert, Feuermelder in der eigenen Wohnung zu installieren und sich einen (oder mehrere) Feuerlöscher zuzulegen. Die Feuerwehr ist in diesem Fall immer der beste Ansprechpartner!
Sollte jedoch die Laterne im Treppenhaus oder sonstigen Gemeinschaftsräumen (Eingangsbereich, Keller…) aufgestellt sein, ist dies nicht erlaubt und es wäre der Hausmeister/ Hausverwaltung dafür zuständig, dies der Mieterin vom EG, bzw. allen Mietern mitzuteilen.
Alles Gute,
Ines

Hallo Ines,

Danke für Deine Inofrmationen.

Sollte jedoch die Laterne im Treppenhaus oder sonstigen
Gemeinschaftsräumen (Eingangsbereich, Keller…) aufgestellt
sein, ist dies nicht erlaubt und es wäre der Hausmeister/
Hausverwaltung dafür zuständig, dies der Mieterin vom EG, bzw.
allen Mietern mitzuteilen.

Die Laterne steht im Treppenahus direkt vor der Wohnungstür. Daneben einiges an Dekorationsmaterial. Derzeit mit weihnachtlichem Aussehen, demnächst wohl wieder in Richtung Ostern.

Die Sache mit den Rauchmeldern liest sich schön, aber sind die so gut, daß bei einem „Ereignis“ im Erdgeschoss ein im zweiten Obergeschoss im Treppenhaus angebrachter Rauchmelder schnell genug reagiert?

Gruß
Jörg Zabel

Hallo Jörg,
weiß ja nicht, wie gut die Verbindungen zwischen den einzelnen Mietern im Haus sind. Gehe aber davon aus, daß Du im Haus in Miete wohnst und auch dort wohnen bleiben willst und daher würde ich eine gütliche Einigung suchen: Zuerst würde ich mir bei einer Spezialfirma (findest Du im Branchenbuch) ein kostenloses Angebot machen lassen, wieviel die Rauchmelder kosten, die für das Treppenhaus geeignet sind (wahrscheinlich ist in jedem Stockwerk ein Rauchmelder anzubringen) und dieses Kostenangebot würde ich mit den anderen Mietern besprechen, ob denn die Kosten nicht gleichmäßig aufgeteilt werden könnten. Meines Wissens gibt es Qualitäts(!!)Rauchmelder bereits ab ca. € 30,-- bis hin zu den Rauchmeldern, die sich über Funk miteinander verbinden (Beispiel Rauchmelder im Keller wird durch Rauch aktiviert und meldet dies über Funk dem Rauchmelder im 4.OG, der daraufhin auch zu piepen anfängt).
Sollten die Mieter sich nicht daran beteiligen, gibt es auch noch die Möglichkeit, dies mit dem/den Eigentümer/n der Wohnung/en zu besprechen (über die Hausverwaltung), ob denn die Eigentümer nicht diese Kosten übernehmen wollen. Die Montage kann ja auch über den Hausmeister stattfinden, so dass sich hier die Kosten gering halten lassen.
Sollte gar nichts fruchten, bleibt immer noch die Möglichkeit, die Kosten komplett selbst zu übernehmen (bei der Rechnung die Ware von den Handwerkerleistungen getrennt auflisten, da die Handwerkerleistungen steuerlich von der Einkommensteuer abgesetzt werden können) und dafür in Ruhe schlafen zu können.
Es gibt leider immer wieder Mitmenschen, die ihr eigenes Ding durchziehen ohne Rücksicht auf mögliche Folgen - so wird es wohl mit der EG-Mieterin sein, der die Kerze wichtiger ist als ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis.
In unserem Haus (4 Etagen à 4 Wohnungen) mit großem breitem Treppenhaus (Betontreppen mit Marmor) und Aufzug wurde aus brandschutztechnischen Gründen verboten: a) Gitterkorb, in dem die unerwünschte Werbepost, Flyer… entsorgt wurde, b)Fahrräder und Kinderwägen, da sie den Fluchtweg verbarrikadieren könnten.
Dies wurde von der Hausverwaltung per Aushängeschreiben mitgeteilt.
Es hält wohl jeder anders mit den Vorschriften und daher bleibt nur die Eigeninitiative. Viel Erfolg!
Ines

Die Laterne steht im Treppenahus direkt vor der Wohnungstür.
Daneben einiges an Dekorationsmaterial. Derzeit mit
weihnachtlichem Aussehen, demnächst wohl wieder in Richtung
Ostern.

Hallo!

Nach meiner Einschätzung ist das ja mehr oder weniger offenes Feuer,
und das sollte nur unter Aufsicht betrieben zu werden.

Also bitte die Dame, dass sie sich mit dem Stuhl daneben setz, wenn ihr das Licht wichtig ist, und darauf aufpasst,
oder sie soll es lassen.

Wenn mal was schlimmes passiert, sind das oft saublöde Zufälle, und eine Verkettung unglücklicher Umstände, die sich kein Mensch vorher ausdenken kann.
Aber es passiert halt trotzdem manchmal.

Es kann ja durchaus sein, dass sich mal eine Katze in das Haus einschmuggelt, und den Deko-Mist auf die Laterne haut, oder die Laterne langsam umkippt.

Man kann zwar niemals und nirgendwo 100 %ig sicher sein, wenn man abends in’s Bett geht, dass man am nächsten Morgen wieder normal aufwacht.
Aber wenn da irgendwo eine unbeaufsichtigte Kerze brennt,
könnte ich kein Auge zumachen.

Grüße, E !

Hallo Jörg,

ich habe in einem 5-stöckigen Wohnhaus in der obersten Etage gewohnt. Der Wohnungsinhaber im Erdgeschoss hat in seinem Holz-/Kohleofen über lägere Zeit nasses Holz und Küchenabfälle verbrannt, was zu einem Kaminbrand führte. Natürlich war er sich keiner Gefahr bewusst. Der Kaminfeger hatte ebenfalls geschlampt und die drohende Gefahr nicht bemerkt. Die Sache ging gut aus, weil der Kamin am frühen Abend gebrannt hat und wir rechtzeitig die Feuerwehr verständigen konnten. Raus aus dem Haus wäre ich nicht mehr gekommen. Treppen aus Holz, Wandvertäfelung Holz, Geschossdecken Holz usw. Keinerlei Fluchtmöglickeit über angerenzende Dächer oder Mauern. Der Einsatzleiter der Feuerwehr sagte mir damals, ich hätte einfach nur Glück gehabt. Wäre der Kamin zur nachtschlafener Zeit überhitzt gewesen, hätten wir verdammt viel Glück haben müssen.

Ich bin wegen diesem Vorfall aus dem Haus ausgezogen. Ich war fix und fertig. Weiss ich doch nicht, ob unter mir im Bett einer raucht, oder die Kerzen am Adventskranz nicht löscht… Jetzt kann ich im Brandfall ebenerdig hinauslaufen. Dieses Gefühl beruhigt total. Das Risiko, dass trotzdem ein Brand ausbrechen kann, ist mir bewusst, aber ich fühle mich nicht mehr so hilflos ausgeliefert. Zumindest gibt es keine unter mir wohnenden Leute mehr, die sorglos mit Feuer umgehen.

Wie die Situation zu beurteilen ist?
Wenn die Person im DG eine gut geplante und funktionierende Fluchtmöglichkeit hat (z.B. mit Rauchmelder, mobiler Rettungsleiter, Feuerlöscher usw.) und mehr Zutrauen zu ihren Mitbewohnern hat als ich, ist ein Ernstfall durchaus zu bewältigen. Dieser tritt laut Statistik nur selten ein.

Grüße, Maralena