Brasilien

Hallo. Gibt’s hier vielleicht schon erfahrene Brasilienurlauber? Mich interessiert wie gefährlich Brasilien ist. Ich weiß, dass es wahrscheinlich davon abhängt, wo man hingeht etc., aber gibt es dort überhaupt irgendwelche Städte die eher das typische Brasilien, also den Mix der verschiedenen Rassen und Kulturen etc. darstellen, die vergleichbar mit deutschen Städten sind oder hat man dort überall mehr oder weniger die Gefahr, dass man ausgeraubt wird, da’s dort fast überall Menschen gibt denen’s deutlich schlechter geht als hier?
Ich hab gehört, Florianopolis, Blumenau, etc. also Städte im Süden sollen ziemlich sicher sein, da dort auch mehr Wohlstand vertreten ist, aber dort leben dann wiederum wohl hauptsächlich deutsche und italienische Einwanderer bzw. Einwandererkinder, oder? Also ist dort wohl auch eher nicht die typische brasilianische Kultur anzutreffen…?

Schönen Gruß!

Hallo,

also ich war mal ein paar Tage in Curitiba. Die Stadt ist bei Touristen nicht soooo bekannt. Liegt zwischen Sao Paolo und Rio (jeweils ca. 1 Flugstunde entfernt). Ich habe mich während meines Aufenthalts relativ sicher gefühlt. Nicht besser und nicht schlechter als in deutschen Großstädten. Es gab einen historischen Stadtkern, große Parks, interessante Museen usw. Es gab einen Bus, der an den besten Sehenswürdigkeiten hielt. Dieser Bus fuhr quasi auf einer Route im Kreis und hielt an speziell ausgewiesenen Haltestellen im 20min Takt. Man konnte aussteigen, etwas anschauen und wieder bequem weiterfahren, ganz wie man wollte. Das war echt genial. Es gab eine Polnisches Viertel, ein Italienisches Viertel… Curitiba ist laut Reiseführer übrigens sowas wie eine Brasilianische Vorzeigestadt. Sehr sauber, sicher…Von Curitiba aus haben wir einen Ausflug mit dem Zug an die Küste unternommen. Die Fahrt ging durch den tiefsten Urwald und endete in einem malerischen Küstenort. Die Rückfahrt führte durch die Berge über eine 100 Jahre alte gepflasterte Straße. Die Landschaft dort ist spektakulär. Die Zugfahrt war echt ein Erlebnis (Wasserfälle, interessante Vegetation, hohe Berge und uralte vom Wald zurückeroberte Häuser an der Bahnstrecke.
Ich war leider nicht soo lange dort, deshalb kann ich das wohl nicht so gut beurteilen, aber ich habe mich zu keiner Zeit meines Aufenthaltes unsicher gefühlt. Ich habe aber aus meinem näheren Umfeld und Bekanntenkreis z. B. über Rio schon haarsträubende Geschichten gehört (Überfälle, Schießereien vor dem Hotel…)
Gruß, Maja

Kriminalität in Brasilien
Hallo,

Wir waren letztes Jahr im Nordosten Brasiliens. Grundsätzlich würde ich sagen: ja, die Kriminalität dort ist ein grosses Problem. Trotzdem würde ich wieder hinfahren. Du musst einfach bestimmte Vorsichtsmassnahmen die ganze Zeit beibehalten, als da wären: 1. Keine Reichtümer, Schmuck, Kamera, Geld etc. sichtbar mit Dir rumzutragen (am Besten gar nichts, keine Tasche) 2. Aufpassen, ob Dich jemand verfolgt, 3. In jeder Stadt auf dem laufenden sein, welche Stadtteile als besonders unsicher gelten, 4. Die Landessprache mindestens rudimentär kennen und nbei einem möglichen Überfall ohne Diskussion demjenigen das auszuhändigen, was er von Dir will.

Und Vorsicht, es werden durchaus auch Busse, Autos und sogar Taxis überfallen.

Klingt ganz schön abschreckend oder?

Es ist eigentlich nur in den Grossstädten richtig heftig. Je kleiner die Stadt, desto geringer die Gefahr. In Orten von eingen 100 Einwohnern haben wir uns z.B. komplett sorglos bewegt. In Millionenstädten dagegen ist man nie so wirklich entspannt.

Dem Durchschnittsbrasilianer, der einen Job hat, vielleicht gerade auf Reisen im eigenen Land unterwegs ist und Dich anspricht, kannst Du bedenkenlos vertrauen. Die „normalen“ Brasilianer leiden selbst am meisten unter den Zuständen in ihrem Land. Die Kriminalität geht von einer Massenverelendung in den Vorstädten aus, jungen Leuten, die ohne Job und meist drogensüchtig dahinleben. Es gibt davon sehr viele, fast alle haben Schusswaffen. Ein korrupter Beamten- und Polizeiapparat verschärft die Situation (wobei ich allerdings Positives über die sogenannte „Touristenpolizei“ gehört habe).

Ein besseres Forum, in dem dieses Problem übrigens oft diskutiert wird ist:

http://www.brasil-web.de/phpBB2/

Mit vielen Gruessen, Walkuerax

Hi. Danke für die Antworten. Ich interessier mich sehr für Südamerika und bin am überlegen ob ich spanisch (für den Rest Lateinamerikas) oder portugiesisch (für Brasilien) lernen soll. Ich will auch nicht unbedingt die ganze Zeit herumreisen sondern liebern Plätzchen finden an dems mir gefällt und da ne Weile verbringen (deswegen würd ich logischerweise portugiesisch lernen statt spanisch, wenn ich nach Brasilien geh, auch wenn das in den anderen LA-Ländern nicht gesprochen wird).

Gruß

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Sprachen in Brasilien
Hallo,

ich würde immer die Sprache lernen, die ich gerade brauche. Spanisch und Portugiesisch sind ausserdem so ähnlich, dass man sie schnell durcheinander bringt. Wenn Du z.B. spanisch lernst und damit nach Brasilien fährst, würde ich garantieren, dass Du schon nach 3 Tagen in einem kompletten Mischmasch drin bist. Da die leute Dich (wenn Du fehlerhaft und mit deutschen Akzent sprichst) sowieso nicht so gut verstehen, hast Du wenig davon. Die Brasilianische Aussprache hatten wir zu Beginn etwas unterschätzt! Wir hatten nach Lehrbuch gelernt, wurden aber zu Beginn ganz schlecht verstanden.

Ich kann beide Sprachen bruchstückhaft. Letztes Jahr Brasilien war meine erste Südamerikareise, aber in Spanien und Portugal war ich schon oft unterwegs. Wenn man beide Sprachen etwas kann, kann man ganz gut hin und herschalten - perfekt wird man dabei natürlich nicht.

Wir waren letzten Urlaub sprachlich gegen Ende (nach 4 Wochen) ganz gut. Im Nordosten hat man auch keine grosse Wahl, dort trifft man fast nie auf einen Brasilianer, der Fremdsprachen gelernt hat (und wenn, dann kommt er aus Rio oder Sao Paulo). Schon die Analphabetismusrate ist dort immens, man kann sich das hier kaum vorstellen. Am Ende haben wir schon ganz gut geradebrecht, nicht nur zum Einkaufen, sondern auch um zu erzählen, wo wir herkommen und wie es dort ist, usw.

In der 2-Mio-Stadt Belem sind wir übrigens überfallen worden, es lief allerdings sehr glimpflich ab. Die wollten nur unseren Fotoapparat, den haben sie auch bekommen. (Ja, das war ein Nachmittag, an dem wir mal unvorsichtig waren.)

Wenn Du an einem kleineren Ort sesshaft werden willst, schätze ich mal, dass es nicht so kritisch wird. Die Einheimischen sind erfahrungsgemäss sehr nett und hilfsbereit. Die beste Art, sich sicher zu fühlen ist, Kontakte zu schliessen und mitzubekommen, was ringsherum passiert.

Zu den verschiedenen Orten kannst Du Dir sicher in dem Brasilienforum, das ich gepostet habe, viele Tipps holen.

Viel Spass, Walkuerax

Hi. Danke für die Antworten. Ich interessier mich sehr für
Südamerika und bin am überlegen ob ich spanisch (für den Rest
Lateinamerikas) oder portugiesisch (für Brasilien) lernen
soll. Ich will auch nicht unbedingt die ganze Zeit herumreisen
sondern liebern Plätzchen finden an dems mir gefällt und da ne
Weile verbringen (deswegen würd ich logischerweise
portugiesisch lernen statt spanisch, wenn ich nach Brasilien
geh, auch wenn das in den anderen LA-Ländern nicht gesprochen
wird).

Gruß