'Brat Camp': Funktioniert's? Falls ja, warum?

Guten Abend Forum,

hier in England läuft heute abend auf Channel 4 die vierte und letzte Episode einer „pädagogischen“ Reality-Soap namens „Brat Camp“ (http://www.channel4.com/life/microsites/B/brat_camp/):

Verhaltensauffällige (oder wie auch immer man es nennen möchte) 16- und 17-jährige Teenager mit Drogen- und sonstigen Problemen wurden für 50 Tage nach USA in ein Camp in die Wildnis geschickt. Dort leben sie nach einer psychischen und physischen Vorbereitungsphase nomadisch als Gruppe und wandern zusammen mit Rucksack und Zelt durch die Wildnis, in der sie leben, arbeiten, Feuer machen, kochen, schlafen…

Der Trek wird von der Jugendhilfsorganisation „RedCliff Ascent“ (http://www.redcliffascent.com/) betrieben. Mitarbeiter von RedCliff Ascent begleiten und betreuen die Gruppe.

RedCliff Ascent fassen ihre Philosophie recht amerikanisch so zusammen:

‚To protect and to guide
To help and to heal
To teach by example;
Patience in adversity
Strength to do what is right
Compassion in the face of anger
Respect for others
Joy in life
Love
To walk a good path
Creating our own vision
that the fires we kindle here
May grow to be a light unto the world‘
(http://www.channel4.com/life/microsites/B/brat_camp/…)

(Um zu schützen und zu heilen; um durch Beispiel zu lehren; Geduld in Zeiten der Not; Stärke, das zu tun, was recht ist; Mitgefühl im Angesicht von Zorn; Respekt für andere; Freude im Leben; Liebe; einen guten Weg zu gehen; die eigene Vision zu erschaffen; dass das Feuer, das wir hier schüren, wachse, der Welt ein Licht zu sein.)

Laut Eigenaussage haben sie eine 85%ige Erfolgsrate, soll heißen: 85% der Teenager kehren nicht zu dem „Lebensstil“ zurück, den sie vor ihrem Aufenthalt im Wildnis-Camp zu hatten und finden einen neuen Sinn im Leben.

Mmmh … ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Nehmen wir mal an, das Ganze hat Potential für einen kathartischen Effekt: Warum? Was geschieht? Warum hat es, falls es das tatsächlich hat, Nachhaltigkeit? Was haltet ihr von so etwas?

Abendlichen Gruß,
Christiane

Hallo!

Hab grad nicht so viel Zeit, aber so etwas wie „Geduld, wenn es nötig ist“ etc. klingt für mich nach blödsinningem Phrasendreschen! („Der Weg ist das Ziel, Du musst ihn nur gehen“… blablabla… *kotz*).

Daher schnell als Denkanstoß:

a) handelt es sich um ein sog. „Boot-Camp“, beliebt in den USA, in welchem den Kindern durch extremen Drill und die psychische „Brechung“ Disziplin und Gehorsam beigebracht werden soll --> FINGER WEG!!!

b) gibt es aber auch die Möglichkeit, das es sich um eine Veranstaltung mit einem Konzept aus der „Erlebnispädagogik“ handelt. Dies kann nun wiederum u.U. (die Umstände sind der ideologische hintergrund, die Zusammensetzung der Gruppe, die Kompetenz der Leiter und Betreuer…) etwas sehr gutes sein --> Ja, aber besorg Dir genauere Infos!

Gruß,
Norah

Mmmh … ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Nehmen wir mal an, das Ganze hat Potential für einen
kathartischen Effekt: Warum? Was geschieht? Warum hat es,
falls es das tatsächlich hat, Nachhaltigkeit? Was haltet ihr
von so etwas?

Abendlichen Gruß,
Christiane

Man hilft Menschen am Besten dadurch, daß man ihnen eine Alternative bietet. Je nach Veranlagung, wird diese auch für zukünftige Verhaltensmuster verwendet werden. Das muß man vielleicht sehr allgemein halten.

Im Einzelfall wird es da immer Unterschiede geben.

Das Sprichwort: „Jeder ist seines Glückes Schmied“ läßt sich nicht ganz von der Hand weisen.

mfg
rolf