Braten im Backofen?

Hallo…Guten Abend!
Hat jemand von euch ein Rezept für einen Schweine- oder Rinderbraten im Backofen für mich??
Wo man evtl. das Gemüse und auch die Kartoffeln drum herum legen könnte??
Ich meine ohne vorheriges anbraten des Fleisches…
Oder geht das gar nicht?Wird er dann zu trocken oder zu zäh??
Für Antworten oder auch Rezepte wäre ich euch sehr dankbar.
Liebe Grüsse
Luna

P.S.:Ach ja,wieviel und welche Flüssigkeit muss ich denn dazu tun??

Tips aus dem besten Kochbuch der Welt
Hallo, Luna!

Ich schöpfe mal aus meinen Erfahrungen und den Kenntnissen aus dem meiner Ansicht nach besten Kochbuch der Welt: „Die große Schule des Kochens“ von Anne Willan aus der Ecole de Cuisine la Varenne in Paris:

Für einen Braten im Ofen sollte man nur das feste Fleisch verwenden, z.B.Schulter, Filet, Hohe Rippe, Hüfte, Lende, Roastbeef, Schwanzstück. Das Fleisch auf Raumtemperatur, damit es gleichmäßig gart. Kleinere Braten bei höheren Temperaturen als große und dunkleres Fleisch bei höheren als helles.
Häufiges Begießen des Fleisches (zum Beispiel mit Apfelsaft oder Honigwasser bei Schweinebraten) wärend der Garzeit ist wichtig, damit es nicht austrocknet, allerdings sollte der Braten nicht im eigenen Saft oder im Fett liegen. Um das zu vermeiden, legt man unter das Bratenstück eine in Viertel geschnittene Zwiebel oder Möhren, das gibt auch noch Aroma. Falls der Bratensaft auf dem Boden des Bräters anzubrennen droht, sollte man etwas (tja, was ist „etwas“? Das geht so nach Gefühl, ich würde ein halbes bis ein Wasserglas nehmen) Wasser, Fond oder Wein angießen, allerdings erst zum Ende der Garzeit, sonst dämpft das Fleisch, statt zu braten.

Vorher kurz (eine Minute von jeder Seite) anbraten ist übrigens immer empfehlenswert, weil sich dadurch die Poren des Gewebes schließen und der Braten nicht austrocknet! Darum wirst Du kaum herum kommen.

Wenn Du einen großen Bräter nimmst, kannst Du natürlich alle möglichen Gemüse drumherum legen, zum Beispiel rote und gelbe Paprika, grob geschnittene Zwiebeln, halbierte Tomaten und vor allem immer frischen Oregano dazu. An`s Fleisch nicht viele Kräuter legen: Nur Pfeffer und Rosmarin. Oder Thymian, aber nie beide zusammen, es sind nämlich beides dominante Kräuter, die sich nicht Konkurrenz machen sollten. Das Gemüse natürlich erst zwanzig Minuten vor dem Servieren hinzugeben, sonst hast Du Gemüsebrei wie ALETE oder HIPP!

Die Garzeiten für Rind sind wie folgt: 15 Minuten pro 500g (Das heißt, wenn Du einen 1kg-Braten hast 30 Minuten) , und zwar die ersten fünfzehn Minuten bei 220°C und anschließend bei 175°C.

Für Schwein gilt: 20-25 Minuten pro 500g, Temperaturen wie beim Rind.

So, ich hoffe, Dir ein wenig Grundwissen weiter gegeben zu haben und wünsche Gutes Gelingen!

Liebe Grüße
Lea

Hi Lea+Luna,

Vorher kurz (eine Minute von jeder Seite) anbraten ist
übrigens immer empfehlenswert, weil sich dadurch die Poren des
Gewebes schließen und der Braten nicht austrocknet! Darum
wirst Du kaum herum kommen.

Ist nicht nur empfehlenswert, sondern absolut notwendig!
Nach dem Anbraten mit Rotwein-/Brühe-Mischung ablöschen… Den Braten ab und an übergießen…

Das Gemüse natürlich
erst zwanzig Minuten vor dem Servieren hinzugeben, sonst hast
Du Gemüsebrei wie ALETE oder HIPP!

Für mich ist dieses verbratene Gemüse Teil der Sauce und niemals Beilage. Ich püriere am Schluss (während der Braten in Alufolie im ausgeschalteten Ofen noch etwas ruht) die Gemüse zusammen mit dem Bratensaft in einem Topf, füge evtl. noch etwas Tomatenmark dazu (aber eher selten, weil meistens nicht notwendig), schmecke mit etwas Piment und ggf. Salz ab, binde manchmal, aber auch nicht immer, die Sauce noch mit etwas Crème Fraiche ab.

Die Garzeiten für Rind sind wie folgt: 15 Minuten pro 500g
(Das heißt, wenn Du einen 1kg-Braten hast 30 Minuten), und
zwar die ersten fünfzehn Minuten bei 220°C und anschließend
bei 175°C.

Haaalt! Dann hast Du einen rohen Braten, sorry. Bei Rinderbraten sollte man pro 500g ca. 30-40 Min. rechnen (bei 150° im Ofen), etwas länger bei Niedrigtemperatur ist besser… Also für 1 Kg (weniger taugt eh nix für einen Braten) würde ich eher mit 1 1/2 Std. rechnen, besser sogar mit 2 Std… Er sollte doch zart sein, im besten Falle: fast auseinanderfallen, oder?

Gemüse als Beilage immer extra kochen. Schließlich soll Gemüse nach Gemüse und nicht nach Braten schmecken…
Grüßle,
Anja

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Moin,

Wo man evtl. das Gemüse und auch die Kartoffeln drum herum
legen könnte??
Ich meine ohne vorheriges anbraten des Fleisches…
Oder geht das gar nicht?Wird er dann zu trocken oder zu zäh??

Geht alles, allerdings nur im Römertopf.

Gruß
Marion

Ich meine ohne vorheriges anbraten des Fleisches…
Oder geht das gar nicht?Wird er dann zu trocken oder zu zäh??

Hallo Luna,

klar geht das !

Ich mache meinen Schweinsbraten seit Jahren so, und weil er so gut schmeckt muss ich ihn ziemlich oft machen.

Das beste daran ist übrigens die total knusprige Kruste (sie darf weder hart noch zäh sein !), daher kaufe ich immer ein Stück (gut ein Kilo) mit schöner Schwarte die ich vom Metger gleich einschneiden lasse.

Der Braten wird mit Salz, Pfeffer und etwas Kümmel eingerieben und in die Bratreine gelegt,dann die Schwarte mit Butter oder Margarine wie ein Butterbrot bestrichen (wichtig ! der Trick für die Kruste !).

Geschälte, geviertelte Kartoffeln sowie sehr grobe Stücke von Sellerie, Karotten, Zwiebeln und Lauch rundherum verteilt, dazu evtl noch einige Knoblauchzehen ,getrocknete Steinpilze und (sehr lecker !)Räucherspeckwürfelchen.

Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen, eine Tasse Brühe über Kartoffeln und Gemüse gießen und ab in den kalten Ofen.

Bei 200 Grad gut 2 Std braten, wobei Brühe nur dann nachgegossen wird (nicht über den Braten!) wenn etwas anzubrennen droht (ist also evtl garnicht nötig).

Erst ganz zum Schluß ca 0,2 - 0,4 l heiße Brühe dazugießen und damit alles ablösen was sich so festgeschmurgelt hat. Ggf nachwürzen und/oder andicken (ist aber normal nicht nötig !)

Das schmeckt richtig lecker und macht kaum Arbeit.

An Guad’n

wünscht Heidi

Hallo,

na so ein Zufall. Schau doch mal beim WDR virtuell vorbei. Auf den Seiten der aktuellen Stunde solltest du das gestrige Rezept aus dem Spitzenkochtip finden: Kalbshaxe im Tontopf. Geht in etwa so (ohne Gewähr), dass du Rosmarin und Petersilie grob zerpflückst und auf den Boden eines Tontopfes oder eines großen Bratentopfes, etc. gibst, darauf die Haxe, Kartoffeln, Sellerie und Möhren in großen Stücken dazu, obedrauf noch ein paar grobe Tomatenstücke, alles gut würzen und obendrauf noch mal die Kräuter. Alufolie drüber und bei 200° für zwei Stunden in den Ofen. Haxe dann mit dem Gemüse und den geschmolzenen Tomaten servieren, Saft als Sauce dazu.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

MODs: Etwas für die FAQ
Liebe Lea,

Vorher kurz (eine Minute von jeder Seite) anbraten ist
übrigens immer empfehlenswert, weil sich dadurch die Poren des
Gewebes schließen und der Braten nicht austrocknet!

Das ist zwar sehr anschaulich, und jeder kennt diese Begründung. Nur leider
stimmt sie nicht. Das scharfe Anbraten dient nur dem Geschmack und dem
anschließenden schnelleren Garen, bei dem dann tatsächlich weniger Saft austritt

  • aber nicht wegen irgendwelcher geschlossener Poren. Näheres steht hier:

http://www.zeit.de/2000/48/Wissen/print_200048_stimm…

(Bitte, liebe MODs, als FAQ aufnehmen, danke!)

Gruß
Bolo2L

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Hallo, der Link dazu:

http://wdr.de/tv/aks/krisenkochtipp/themen/k/kalbsha…

Das gibts bei mir übermorgen, mein Mann wünscht sich schon lange Kalbshaxe. Und bei dem Rezept könnte sogar ich die Zubereitung schaffen :smile:)

Danke an den Wiz,
Sabine

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hallo marion,

da biste im irrtum, jeder krustenbraten kann in wasser, wein oder brühe ohne anbraten hergestellt werden.
das gilt auch für hammel, gans und ente, hauptsache fett.

liebe grüße

strubbel
§:open_mouth:)

Vorher kurz (eine Minute von jeder Seite) anbraten ist
übrigens immer empfehlenswert, weil sich dadurch die Poren des
Gewebes schließen und der Braten nicht austrocknet! Darum
wirst Du kaum herum kommen.

Ist nicht nur empfehlenswert, sondern absolut notwendig!

hallo anja,

das ist leider eine legende,
es tritt ebenso saft aus wie ohne anbraten. das kannste sehen, wenn du gebratene steaks auf einer servierplatte liegen hast, dort tritt fleischsaft aus.
es geht um die aromen, der fachmann nennt das maillardreaktion.
(siehe posting von bolo2L)

liebe grüße

strubbel
§:open_mouth:)

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Braten im Backofen?
Herzlichen Dank für eure Mühe!!
Es ist immer wieder aufs Neue toll zu sehen,wie sich Menschen(die einen gar nicht persönlich kennen…)diese Mühe machen,und hier was tippen und sich die Zeit nehmen,um anderen zu helfen!Ich habe das schon mal geschrieben,aber mir ist danach,es nochmal zu sagen!
Ich werde jetzt beide Varianten mal nacheinander ausprobieren.Mit anbraten und ohne anbraten!
Mal gucken…
Lieben Gruss
Luna

P.S.:smiley:arf man eigentlich jedem einen Stern geben,wenn man sich so über die Hilfe freut?Oder lieber nicht??

Hi Strubbel,
das bezieht sich nicht auf das Saftaustreten und seine möglichen Folgen - sondern auf die Kruste. Bei Schweinekrustenbraten (sprich: mit Fettdecke) ist das natürlich nicht notwendig. Falsch formuliert vielleicht…
Gruß,
Anja

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FAQ-MOD: erledigt!
Lieber Bolo,

ab sofort weist die FAQ:1347 auf Deinen informativen Tipp hin.

Viele Grüße

Hanna
FAQ-MOD

Salzfleisch
Hallo,

meine Mutter macht ab und zu folgendes Rezept aus dem Kochbuch der „Reisacher Frauengemeinschaft“:

Salzfleisch

Ein Backblech mit Alufolie auslegen und 1 Pfund Salz darauf verteilen. 1 kg Halsgrat am Stück auf das Salz legen und 2 Stunden bei 200° garen.

Wird saftig und lecker (auch wenn’s nicht unbedingt so klingt :wink:, Beilagen nach Wunsch.

Viele Grüße
Katharina