Hallo,
habe bereits in einem anderen Unterforum schon geschrieben,
dass wir uns in ein altes Haus „verliebt“ haben. Wir könnten
es zu einem Preis von 160000 Euro bekommen, sind aber
unsicher, ob der Preis realistisch ist und ob wir nicht zu
„blauäugig“ an die Sache herangehen.
Genaueres kann man nur sagen, wenn man sich das vor Ort angeschaut hat.
Entweder holt man sich einen Sachverständigen mit ins Boot, oder aber man lädt Handwerker zur Besichtigung ein. ICH würde das für meine Kunden machen.
Hier die Eckdaten:
Größe: 110 qm
Wohnfläche?
Grundstück: 650 qm
Tja, auch da gibt es große Unterschiede hinsichtlich des Grundstückswertes.
Garage vorhanden.
Baujahr: ca 1900
Na, da ist wohl schon einiges gemacht worden, hoffe ich.
Gas-Zentralheizung vorhanden (monatlicher Verbrauch des
Vorbesitzers zw. 110 und 150 Euro).
Das wären dann bis zu 1800€ im Jahr.
Bei etwa 7c/kWh komme ich auf 25.000kWh Gas.
Somit etwa 230kWh pro m² Wohnfläche.
Das ist ziemlich schlecht.
Wir reden heute ja von „3-Liter“ Häusern, die benötigen rund 30kWh pro m² Wohnfläche. Aber in dem Betrag wird ja auch die Warmwasserbereitung drin sein.
Leitungen (Strom etc. ) angeblich okay, es gibt aber keine
Belege darüber.
Ob dem so ist, würde ich grob nach 10-20min vor Ort sagen können.
Leider haben Laien da oft ne ganz andere Vorstellung von „OK“ als Fachleute. Für den Laien ist die Elektrik dann OK, wenn alles funktioniert und bislang nichts abgebrannt ist. Der Fachmann stellt da doch etwas andere Ansprüche - und zwar zu Recht.
Dach okay, könnte aber noch gedämmt werden,
falls es ausgebaut wird.
Auch wenn es nicht ausgebaut wird, sollte man es dämmen.
Keine sichtbare Feuchtigkeit.
Jaaaa, so ein Haus hatte ich auch mal gesehen.
Und nachdem die Holzvertäfelungen im Keller weg war und das Gerümpel weg war, kamen 25.000€ für die Bauwerksabdichtung male eben dazu.
In den letzten Jahren neu gemacht: Haustür, Bäder, Böden,
Außenfassade (gestrichen).
Haus nicht gedämmt (Backstein, dicke Wände)
Fenster teilweise ISO-Doppelverglasung
Teilweise, soso. Dann erklärt sich auch der nicht ganz so sparsame Gasverbrauch.
Wir haben vor, das Haus „erstmal“ ohne Sanierungsarbeiten zu
übernehmen. Ist das realistisch?
Also erst einziehen, dann renovieren, wenn man schon drin wohnt?
Nee, würde ich anders herum machen.
Welche „unvorhersehbaren“ Kosten/Risiken" könnten auf uns
zukommen? Was meint ihr?
Alles erdenkliche.
Die Elektrik besteht nicht nur aus den hübschen neuen Steckdosen, sondern vor allem aus den Leitungen. Wenn die z.B. aus den 60ern stammen, dann sind die ein Fall für die Komplettrenovierung.
Wasserleitungen: Wie neu sind die. Sind die noch aus Blei?
Schädlingsbefall im Dachstuhl, Feuchtigkeit dort, wo man sie noch nicht sieht.
Und so weiter.
Ihr habt keine Chance, das selber realistisch einzuschätzen.
Das Haus KANN ein super Schnäppchen sein, aber auch der totale Reinfall.
Das ist eine Rieseninvestition, holt euch unbedingt Fachleute mit ins Boot!