Es gibt noch Möglichkeiten.
ich bin verzweifelt, weil ich nur noch Absagen bekomme.
Die Situation stellt sich so dar:
Ich bin gelernte Bürokauffrau und seit fünf Jahren aus meinem
Beruf raus.
Das ist ne lange Zeit. Aber die Tätigkeit der Bürokaufleute ist selten sehr speziefisch. Insofern heißt das noch lange nicht, dass du nichts mehr von dem, was du mal gelernt/getan hast, noch kannst. Auch eine Hausfrau/Mutter organisiert Abläufe, telefoniert, macht die Ablage usw. Sitzt auch noch am häuslichen PC ist sie fit genug für einen normalen Bürojob.
Da es mein zweiter Beruf ist, habe ich leider
keine langjährige Berufserfahrung. Ich hatte drei
Arbeitsstellen in diesem Bereich seit meinem Abschluss 1998.
Ich habe meine Tochter 1998 geboren und kümmerte mich erst mal
um sie. 2001 wurde mir über die ARGE eine befristete Stelle
angeboten , allerdings nur für drei Monate, um erste
Erfahrungen zu sammeln. Keine Übernahme möglich, weil das
Unternehmen insolvent wurde.
Kommt vor.
Ich fand nach einem halben Jahr eine neue Stelle, befristet für ein Jahr. Da :ich dort in der Buchhaltung arbeitete, wurde mir schnell klar, dass das
Unternehmen insolvent werden würde.
Spitze
Manchmal hat es seinen Vorteil, Informationen aus erster Hand zu bekommen.
Ich bewarb mich, aber ohne Erfolg. Ich war ca. ein Jahr auf Suche und fand :dann durch Zufall eine Stelle. Es lief gut, so ca. drei Monate. Ich
merkte recht schnell, dass ich nicht willkommen war. Ich wurde
gemobbt und schließlich nach fünf Monaten gekündigt.
Seit die Sache war, habe ich den Einstieg ins Büro nicht mehr
geschafft. Ich habe an Weiterbildungsmaßnahmen von der ARGE
teilgenommen, um meine Kenntnisse auf Stand zu halten.
Hat es neue Kenntnisse gebracht?
Da ich den Mut verlor,
Also offensichtlich nicht.
habe ich im Verkauf und in der Produktion gearbeitet, weil ich arbeiten :wollte. Ich habe die Befürchtung aufgrund dieser Tatsachen, keinen
guten Lebenslauf bieten zu können.
Das mag schon sein. Aber was ist „gut“. Kommt drauf an, im Vergleich wozu.
Die Jobs im Verkauf und Produktion waren sicherlich nicht das gelbe vom Ei. Gemacht hast du es, weil du unbedingt arbeiten wolltest, aber hätte sich was besseres ergeben, hättest du diese Jobs sausen lassen.
Natürlich fällt das erstmal auf im Lebenslauf. Insbesondere weil es ein Bruch mit der eigentlichen beruflichen Fachlinie ist. Denn diese Hilfsjobs hatten bestimmt nichts mit „Büro“ zu tun.
Andererseits sprechen sie für die Person, dfa erkennbar ist, dass sie sich für nichts zu schade ist.
Das Problem ist, dass es im direkten Vergleich mit den anderen Bewerbern eben welche gibt, deren Lebenslauf geradliniger ist. Da ist kein vorbeikommen.
Du musst deine Vorteile sammeln und mal zusammentragen und daraus ein Bewerbungspaket zu schneidern. Da gibt es schon möglichen. Bei einem herkömmlichen „Bewerbungstrainig“ ist dies niemals vermittelbar. Das braucht einen richtigen Coache. Zahlt aber die ARGE nicht; die schicken nur zu den Massentrainings, nach der dann die Leute befähigt sind neue Muster von Lebensläufen aus dem PC zu lassen.
Nächster Tip wäre, in der Bewerbung, die allerdings excellent aufgearbeitet sein muss, dann ganz konkret die finanzielle Arbeitgeberförderung rausstellen. Die ARGEN/Kommunen zahlen mitunter sehr hohe Lohnkostenzuschüsse für die Einstellung von Arbeitslosen. Genaueres dazu sagt die jeweilige ARGE. Auch wenn die noch nichts zusagen, das ist egal. Trotzdem dem die Förderung den potentiellen AG „anbieten“. Springt der drauf an, sagt der dann die Einstellung zu, wenn gefördert wird. In diesem Fall steht die ARGE dann aber unter Zugzwang.
Das hat natürlich nichts mehr mit den allseits bekannten ganz normalen Bewerbungsverfahren zu tun. Aber auf dem allseits bekannten Wege klappt es ja nicht mehr, wie du sagst. Zeit für Veränderung.