Brauche ein MTB

Hallo zusammen,

bin absoluter Laie und kenne mich bei Fahrräder nicht aus. Möchte mir ein MTB kaufen da meine Tochter jetzt auch Fahrrad fährt und wir natürlich kleine Touren fahren wollen. Also rein auf Feldwegen, zum Biergarten, zu Bekannten etc. Nix aufregendes. Es könnte auch ein normales Tourenrad sein, MTB’s gefallen mir optisch einfach besser.

Wer bei 3 Verkäufer war bekommt 5 Meinungen. Denke Ihr versteht was ich meine. Die werfen mit Fachbegriffen um sich wie Schaltung: XT1/5Zoll pi quadrat oder ähnlich (kleiner Spass).

Was ich damit sagen will, der kann mir noch so ein exotischen Namen von diesem tollen Tretlager oder Schaltung nennen, ich hab eh keine Ahnung was meinen „Spazierfahrten“ genüge tun wird. Allerdings halte ich es für „teuer“ EUR 300 für Schrott auszugeben, wenn es für EUR 500 (für meine Verhältnisse) Räder gibt die meinen Anforderungen gerecht werden. Ich lege auch keinen Wert auf Scheibenbremsen oder gedämpfte Gabel, glaube aber das dies mittlerweile ein MUSS ist und eher qualitativ extrem schlechte verbaut sind bevor die traditionellen Bremsbacken dran sind. Vor 20 Jahren hatte das auch keine Sau und wir Jugendliche sind bestens von A nach B gekommen… wie gesagt, es geht hier nicht um den Leistungssport oder den Protzen an der Eisdiele mit dem Topmodell.

Ich habe keine Lust darauf das mir der Lenker nach 12 Monaten abbricht oder das Tretlager im Arsch ist. Jedes Forum das ich bis jetzt durchstöbert habe schreibt eher im (Semi) Profi Bereich und nicht im Spazierfahrer-Bereich die nur eine „faire“ qualität und funktionalität für die nächsten 15 Jahre suchen.

Habt Ihr Tipps für mich? Shimano XT, Altus oder wie die Begriffe alle heissen. Welchen Standard sollte das Rad schon haben? Mein Nachbar hat ein LAKES Fahrrad und schwört darauf. Ich hab die Marke ehrlich gesagt noch nie gehört. Zu meiner Zeit waren die Dinger noch von Hercules…

Danke
John

Hallo John,

das letzte mal zuerst:

Zu meiner Zeit waren die Dinger noch von Hercules…

die gibt es auch heute noch: http://www.hercules-bikes.de/rad.aspx?id=42

Das verlinkte Fahrrad ist sogar laut Hersteller in Deiner Preiskategorie. Dann musst Du nur noch nach einem Händler dafür suchen möglichst in Deiner Gegend. Leider habe ich jetzt auf die Schnelle keine Angaben zur Rahmenhöhe gefunden, aber diese ist auf jeden Fall auch wichtig, damit Dir das Radfahren Spaß macht.

Es könnte auch ein normales Tourenrad sein, MTB’s
gefallen mir optisch einfach besser.

Ist halt kein MTB. Aber in der Fahrradart kenne ich mich nicht so gut aus. Ich habe allerdings gelesen, dass Firmen wie Stevens oder Cube ganz brauchbare Modelle in Deiner Preisklasse liefern sollen.

Wer bei 3 Verkäufer war bekommt 5 Meinungen.

Bloß *g*

Allerdings halte ich es für „teuer“ EUR 300 für Schrott
auszugeben, wenn es für EUR 500 (für meine Verhältnisse) Räder
gibt die meinen Anforderungen gerecht werden.

Das ist auf jeden Fall eine vernünftige Einstellung.

Ich lege auch keinen Wert auf Scheibenbremsen oder gedämpfte Gabel, glaube
aber das dies mittlerweile ein MUSS ist und eher qualitativ
extrem schlechte verbaut sind bevor die traditionellen
Bremsbacken dran sind.

Ja leider.

Habt Ihr Tipps für mich?

Siehe oben. Es kommen möglicherweise auch noch Leute vorbei, die sich mit MTBs auskennen.

hi,

mountanbikes finde ich auch genial und ich habe erst kürzlich dasselbe problem gehabt. also folgende tips:

  1. für 500 euro bekommst du ein gutes fahrrad. wenn du bereit bist, das auszugeben, erhälst du schon ordentliche technik. die (überflüssige) federgabel ist heute ein muss, wird nicht mehr ohne angeboten.

  2. bremsen müssen nicht scheibenbremsen sein, um megamäßig zu ziehen und 100 prozentig funktionsfähig zu sein. würde ich, um geld zu sparen, eventuell drauf verzichten.

  3. shimano ist bei bremsen und schaltungen marktführer und, ehrlich gesagt, technisch einfach toll. früher waren es die madzdas und toyotas, die mit japanischer und zuverlässiger technik brillierten, heute tut das shimamo bei den fahrrädern. wenn du nicht die absolut billigste ausstattung wählst (die sich schneller wieder verstellt aber auch funktioniert), kannst du echt nix falsch machen.

  4. die rahmen: sie kommen zu 90% aus fernost und werden megabillig eingekauft, in deutschland mit den firmennamen versehen und teuer verkauft, sie sind aber technisch ab der o.g. untergrenze auch sehr gut.

  5. bereifung: zum tourenfahren ist ein mountanbike mit einer etwas weniger geriffelten bereifung auch supergut geeignet. vorteil: wenn du mal quer über´s feld musst, geht das mit einem trekkingrad nicht oder nur schlecht.

abschliessender kauftip (ohne etwas mit dem laden zu tun zu haben!!!) für unschlagbares preis-leistungsverhältnis:

http://www.bike-discount.de/start.asp?uin=1480098394

schau mal nach, z.b. das modell bei solution dir zusagt.

die leute dort sind super abweisend, gestresst und verstehen nix von freundlichkeit, hier siehst du aber, was es geben kann für´s geld.

  1. für 500 euro bekommst du ein gutes fahrrad. wenn du bereit
    bist, das auszugeben, erhälst du schon ordentliche technik.
    die (überflüssige) federgabel ist heute ein muss, wird nicht
    mehr ohne angeboten.

Denk ich auch, hängt aber von der Definition von „gut“ ab. Wenn man mit dem MTB wirklich Sport betreiben will, muss man def. viel mehr ausgeben.
Federgabel halte ich übrigens schon für sinnvoll. Habe eine 63er Suntour mit Lockout und bin sehr froh drüber. In einer Stadt mit mehr Schlaglöchern als Einwohnern eine feine Sache. Und wenn ich sie nicht brauche, wird sie eben ausgeschalten (in der Stadt nie).

Für leichtes Gelände und Straßenfahrten reichen 500 EUR, wobei man dafür nur bei großen Fließbandherstellern, wie „Giant“ etc. eine halbwegs gute Ausstattung bekommt. Bei kleinen deutschen Fahrradschmieden wie „Corratec“ oder „Maxcycle“ gibt es für 500 EUR nur die absolute Grundausstattung. Dafür sind letztere Räder durchdachter und im nachhinein besser erweiterbar.

  1. bremsen müssen nicht scheibenbremsen sein, um megamäßig zu
    ziehen und 100 prozentig funktionsfähig zu sein. würde ich, um
    geld zu sparen, eventuell drauf verzichten.

Ist eh nicht für den Preis. Ebenso keine vernünftige Vollfederung. Das kostet dann schon mehr als einen 1000er. Braucht ja auch keiner für die Stadt oder um mal’n bissi durch den Wald zu fahren.

  1. shimano ist bei bremsen und schaltungen marktführer und,
    ehrlich gesagt, technisch einfach toll. früher waren es die
    madzdas und toyotas, die mit japanischer und zuverlässiger
    technik brillierten, heute tut das shimamo bei den fahrrädern.
    wenn du nicht die absolut billigste ausstattung wählst (die
    sich schneller wieder verstellt aber auch funktioniert),
    kannst du echt nix falsch machen.

Weiß nicht, ob man das so pauschalisieren kann. Ein Bekannter von mir hatte eine Shimano Deore - Ausstattung am Rad und die günstigste 7fach-Kassete dieser Baureihe (also min. mittlerer Preisbereich) hinten drauf. Das Ding musste nach einem Jahr schon getauscht werden. Ich hab stett der Shimano-Kassette eine Kasette von SRAM drauf, die ist nach wie vor tiptop.

Meine Meinung:

Je nach Einsatzzweck schauen, ob es wirklich ein Mountainbike sein muss. Meine Heimatstadt ist auch eine echte X-Trail-Piste und ich komme mit einem Cross-Rad (X-Sport von Giant) perfekt zurecht. Es ist ziemlich geländegängig und trotzdem in der Stadt komfortabler als ein „reinrassiges“ MTB. Nebenbei dank 28er Radgröße auch flotter unterwegs.
Ob auf einem Rad nun MTB oder Crossrad oder Trekkingrad drauf steht ist auch nicht entscheidend. Die Bezeichnungen sind schwamming und die Übergänge sind extrem fießend. Wichtig ist, ob die verbauten Komponenten dem Einsatz des Fahrrads angemessen sind. In der Stadt sind nunmal höhere Ubersetzungen, eine größere Spreizung und größere Räder von Vorteil, wenn man auf ein Fahrrad mit entsprechenden Komponenten breite Reifen drauf zieht ist das für mich noch lange kein MTB. Im Gelände braucht man das Gegenteil - keine Räder, kleine Spreizung, eher kleine Übersetzung - in der Stadt tötlich.

Bei den Komponenten auf eine sinnvolle Abstimmung achten und kein Blendwerk kaufen. Was nützt ein Shimano Deore XT - Umwerfer an einer billigen Schaltung und mit rostender Kasette. Besser alles gut abgestimmt und eine Nummer kleiner kaufen.

Die Schaltungen, Rahmen und Federungen billiger MTBs aus dem Supermarkt taugen nichts. Meist wird dann noch genietet statt geschraubt, so dass du das Rad gleich fast komplett wegschmeißen kannst, wenn mal was kaputt ist. Auf jeden Fall drauf achten, dass sich Einzelteile wie Kettenblätter oder Radlager getrennt tauschen lassen.

LG Jesse