Brauche Fingersatz für Tonleitern

Hallo Pianisten,

ich übe gerade die diatonischen Tonleitern und bleibe andauernd
zwischen den Tasten stecken, weil ich nicht weiß, welcher Finger
wohin gehört.
Gibt es eine Tabelle der richtigen Fingerchen für die dorischen,
phrygischen, lydischen, mixolydischen und lokrischen Tonleitern in
allen Tonarten? Die Durtonleitern hab ich schon, natürliches Moll
auch, das bekommt man überall nachgeschmissen.

Hoffentlich weiß einer Rat

Danke im Voraus

Sprite

Hallo!

Eine im Sinne deiner Frage viel sagende Visitenkarte hast du!

Gruß

Hallo Peet,

soll ich mir die Frage selbst beantworten?

Ich hab u.a. Musik studiert, Keyboards war aber nur ein Nebenfach;
musiktheoretisch weiß ich sehr viel, doch allmählich fange ich an,
mehr Praxis am Klavier zu brauchen und dazu wäre es nett, wenn ich
nicht ständig vom Klavier gebissen würde.

Deine Antwort hat so etwas von, ‚sieh zu wie du klar kommst‘.

Schönen Gruß

Sprite

Hallo!

Eine im Sinne deiner Frage viel sagende Visitenkarte hast du!

Gruß

Hallo.

Deine Antwort hat so etwas von, ‚sieh zu wie du klar kommst‘.

Ich glaube, er bezog sich auf den Satz mit „Preise abräumen“ …

Auch ohne Kladrei bis -fünf zu können, kenne ich doch Gugel. Mit der Eingabe „Klavier“+„Fingersatz“+„Tonleiter“ bekommt man denn doch schon einige Treffer, z.B. http://www.schulseiten.de/fopp-de/c1iii5.html.

Gruß Eillicht zu Vensre

Danke Eillicht,

leider hab ich mit Google noch nichts gefunden. Dein Link führt zu
einer guten Seite, auf der erklärt wird, daß man dem notierten
Fingersatz folgen soll. Ich hab aber keine Noten für die Tonleitern
und daher auch keine notierten Fingersätze. Das Problem ist, daß ich
kein Buch und keine Seite finden kann, in denen die Fingersätze für
die anderen Tonleitern als natürlich moll und ionisch dur stehen. Die
Seite ist aber trotzdem sehr aufschlussreich, nur eben für andere
Sachen.

Ich nenne mal ein paar Tonleitern, die mir Probleme bereiten:

  • prinzipiell unsicher bin ich mir bei den lydischen Tonleitern
  • zusätzlich gehäufte Unklarheiten gibt es bei den Stufen zu F;
  • ansonsten bringen mich Stufen V, VII zu Bb und Ab durcheinander;
    bei Ab phrygisch bin ich mir auch nicht sicher, welcher Finger wohin
    kommt
  • C#, F#, G dorisch und lokrisch und Eb lokrisch auch. F# dorisch ist
    auch irgendwie komisch.

Was daran interessant sein soll, weiß ich nicht.

Grüße
Sprite

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Hallo Pianisten,

Salut Sprite,

Gibt es eine Tabelle der richtigen Fingerchen für die
dorischen,
phrygischen, lydischen, mixolydischen und lokrischen
Tonleitern in
allen Tonarten?

Es macht meines Erachtens wenig Sinn, für alle möglichen Tonleitern einzeln Fingersätze zu auswendig zu lernen oder aufzuschreiben, wichtiger ist, dass Du das Prinzip der Tonleiter-Fingersätze verstehst.
Grundsätzlich versucht man, bei Skalen in der (klassischen) Klaviertechnik den Daumen auf schwarzen Tasten zu vermeiden und den Daumenuntersatz (rechte Hand aufwärts, linke abwärts) und -übersatz (umgekehrt) immer unmittelbar nach einer schwarzen Taste zu machen.
Da in keiner von Dir genannten Tonart mehr als 3 schwarze Tasten aufeinander folgen, ist das immer möglich, auch wenn es mitunter bedeutet, dass man mit einem anderen Finger als dem Daumen die Tonleiter beginnen muss.
Beispiel: A-phryisch
A - B flat - C - D - E - F - G - A
-> 2-3-1-2-3-4-1-2

Mit diesem Prinzip kann man alle Tonleitern spielen. Hoffe, das hilft Dir weiter.

Jetzt noch eine Frage von mir:
Warum bei allen Heiligen übst Du denn Tonleitern in allen Kirchentonarten?
Musst Du das in irgendeiner Prüfung vorspielen?
Fürs Klavierspielen bringt das nämlich meiner Ansicht nach nix.

Noch eine letzte Sache:
Lokrisch ist zwar theoretisch eine Tonart, allerdings eher der Vollständigkeit halber. Sie kommt meines Wissens in der gesamten Musikliteratur nicht vor. Ich habe mal gehört, das die Feuerland-Indianer in lokrisch komponieren, aber sicher bin ich mir nicht.

lg
F.

Es macht meines Erachtens wenig Sinn, für alle möglichen
Tonleitern einzeln Fingersätze zu auswendig zu lernen oder
aufzuschreiben, wichtiger ist, dass Du das Prinzip der
Tonleiter-Fingersätze verstehst.

sehr richtig, damit kommt man wesentlich weiter.

Warum bei allen Heiligen übst Du denn Tonleitern in allen
Kirchentonarten?

hier würde ich noch explizit aussprechen, was du eh schon mit der frage andeutest: es ist IMHO wesentlich sinnvoller, die „zugehörigkeit“ der kirchentonarten zu einer durtonleiter zu erkennen und so mit insgesamt 12 fingersätzen für alle dur- und kirchentonarten auszukommen, also 7x12 fingersätze im kopf zu haben, die einander ja sowieso gleichen.

ich persönlich finde das denken in modi auch für jazzimprovisation nicht unbedingt so geeignet, wie es die meisten glauben… ich kenne leute, die bei der harmoniefolge dm7-G7-C im kopf gleich drei kirchentonarten (d-dorisch, g-mixolydisch, c-ionisch) brauchen, um eine c-durtonleiter zu spielen…

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Frage zu Fingersatz
hallo gyuri,

meinst du, dass ich die Fingersätze für die 12 Grundtonarten angehen
soll, und darauf aufbauend dann einfach den Fingersatz jeweils um
einen Ton verschoben nehmen soll?

Da besteht bei mir keine Gefahr, ich bin Sängerin =8)

Gruß

Sprite

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Es macht meines Erachtens wenig Sinn, für alle möglichen
Tonleitern einzeln Fingersätze zu auswendig zu lernen oder
aufzuschreiben, wichtiger ist, dass Du das Prinzip der
Tonleiter-Fingersätze verstehst.

Mit diesem Prinzip kann man alle Tonleitern spielen. Hoffe,
das hilft Dir weiter.

Ich hab’s glaub ich verstanden, komisch ist bloß, dass ich hier
andere Fingersätze zu den Grundtonleitern vorliegen habe. Da gibt es
dann wohl wieder zig verschieden Prinzipien.

Jetzt noch eine Frage von mir:
Warum bei allen Heiligen übst Du denn Tonleitern in allen
Kirchentonarten?
Musst Du das in irgendeiner Prüfung vorspielen?
Fürs Klavierspielen bringt das nämlich meiner Ansicht nach
nix.

Ich hab gemerkt, dass ich Akkorde und Melodien weglasse und auch
anders herumtrickse und schludere, um bestimmten nie gespielten
Tonarten am Klavier auszuweichen, obwohl ich die Melodie da
eigentlich so haben wollte. Es ist auch peinlich, wenn ich mich
mangels Fingersatz mit 5 Tönen begnügen muss.
Ich kann eben kein Klavier spielen, brauche das Instrument aber zum
Vorspielen, weil ich nicht alle Stimmen gleichzeitig vorsingen kann.

Ich musste die Tonleitern auch mal in einer Prüfung spielen,
allerdings hat man den Stoff auf 6 Grundtonarten mit
Kirchentonleitern plus den harmonisch-Moll-Leitern und melodisch-
Moll-Leitern beschränkt. Diese Voicings waren dann auch noch dabei.
Keine Ahnung, wie ich die Prüfung geschafft hab. Es war ein Haufen
Zeugs, soviel weiß ich noch und das alles im ersten Jahr.

Noch eine letzte Sache:
Lokrisch ist zwar theoretisch eine Tonart, allerdings eher der
Vollständigkeit halber. Sie kommt meines Wissens in der
gesamten Musikliteratur nicht vor. Ich habe mal gehört, das
die Feuerland-Indianer in lokrisch komponieren, aber sicher
bin ich mir nicht.

Stört mich weiter nicht. Wenn ich die Leitern bis VI durchgeeiert
bin, kann ich bei Stufe VII nur noch aufatmen, die fluscht wie von
selbst; lokrisch eignet sich übrigens hervorragend als Rausschmeißer
für penetrante Sänger. Vielleicht sollte man das mal in der Literatur
erwähnen.

Grüße ud Danke für die Hilfe

Sprite

meinst du, dass ich die Fingersätze für die 12 Grundtonarten
angehen
soll, und darauf aufbauend dann einfach den Fingersatz jeweils
um
einen Ton verschoben nehmen soll?

ja. ich meine, daß man d-dorisch mit dem selben fingersatz spielen kann, wie c-dur, nur daß du nicht mit dem daumen, sondern mit dem zeigefinger beginnst. und e-phrygisch wieder genauso, nur mit dem mittelfinger (wobei es ja gerade bei diesen tonleitern egal ist, weil keine schwarzen tasten drin vorkommen).

Es klappt
danke gyuri

:smile:

Grüße
Sprite

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danke gyuri

danke nicht mir, danke FM!
aber schön, daß es klappt…