Brauche Hilfe bei Bewerbung - Stellenwechsel

hallo,

ich bräuchte etwas hilfe bei der formulierung eines anschreibens für eine erneute bewerbung.

seit drei monaten habe ich eine neue anstellung, bei der ich absolut nicht glücklich bin. es ist ein bürojob (rechtsanwalt, kleines büro, insges. drei mitarbeiter), der chef kommt oft erst so gegen 11 uhr, bis dahin sitze ich nur rum, weil nichts zu tun ist, dann mache ich eine stunde mittag, nachmittags ist denn auch kaum was zu tun, so gegen 16 uhr kommt dann der chef auch mal aus der mittagspause wieder, dann fängt er langsam an zu arbeiten und gegen feierabend wird es dann immer knapp, so dass ich schon zum bahnhof rennen muss um den zug zu erreichen. weiterhin bleiben viele sachen unerledigt, die akten stapeln sich überall und wenn im dem wust etwas untergeht sind immer die angestellten schuld.

ich halte das da nicht mehr länger aus, weil angst habe komplett zu verblöden und möchte mich daher erneut bewerben.

wie formuliere ich diesen umstand (nach nur drei monaten anstellung erneut den arbeitgeber zu wechseln) in meinem anschreiben, ohne meinen jetzigen noch-arbeitgeber schlecht zu machen, bzw. einen faden beigeschmack einzubringen?

ich habe schon überlegt zu schreiben, dass ich mich bei meiner jetztigen anstellung unterfordert fühle. wäre das ok?

gruss

was hast du denn vorher gemacht, auch anwaltsbüro?

was hast du denn vorher gemacht, auch anwaltsbüro?

hallo,

ja, genau. dort war es ganz anders, ich hatte gut zu tun und konnte alles zügig abarbeiten. durch einen umzug habe ich vor drei monaten die neue stelle angenommen.

das schlimme ist, dass ich arbeiten / leistung bringen möchte und am abend meinen schreibtisch leer haben will, nur darf ich bei der neuen stelle noch nicht mal die post öffnen. such mal im netz nach dem stichwort „bore-out syndrom“, dann weisst du was ich meine.

gruss

Hi Tino,

mir gibt das hier etwas zu denken:

der chef kommt oft
erst so gegen 11 uhr, bis dahin sitze ich nur rum, weil nichts
zu tun ist

gegen feierabend wird es dann immer knapp,[…] weiterhin
bleiben viele sachen unerledigt, die akten stapeln sich überall

warum erledigst du morgens nicht die sachen, die abends liegengeblieben sind?

ich halte das da nicht mehr länger aus, weil angst habe
komplett zu verblöden und möchte mich daher erneut bewerben.

willst du branche bzw. ort wechseln? oder suchst du wieder was vergleichbares? wenn letzteres der fall ist, würd ich mal mit dem chef über eine kleine änderung der arbeitsbedingungen reden.

das beantwortet deine frage zwar nicht, aber bevor du größere konsequenzen ziehst solltest du vielleicht erstmal ein paar kleinere stellschrauben verändern…

grüße, simon

Hallo Tino,

auch wenn es Deine Frage nicht wirklich beantwortet (dazu dann unten mehr) finde ich Dein Posting etwas widersprüchlich. Einerseits schreibst Du, dass Du bis gegen 16 Uhr nur rumhockst und nix zu tun hast und dann aber voll der Stress ausbricht. Wäre es denn denkbar, dass Du Deine Arbeitszeiten um 2 Stunden oder so nach hinten schiebst? Dann hättest Du morgens die quälende Langeweile los und am Abend nicht den Stress, noch schnell den Zug erwischen zu müssen. Ansonsten möchte ich mich der Frage meines Vorposters anschliessen: warum kannst Du denn nicht am Morgen die kurz vor Feierabend liegengebliebenen Sachen erledigen? Und noch eine andere Frage: was sagt Dein Chef zu diesem Problem?

ich halte das da nicht mehr länger aus, weil angst habe
komplett zu verblöden und möchte mich daher erneut bewerben.

*grins* So schnell verblödet man nicht :wink: Aber im Ernst: es ist völlig okay, innerhalb der Probezeit festzustellen, dass man nicht zu dem Laden passt…

wie formuliere ich diesen umstand (nach nur drei monaten
anstellung erneut den arbeitgeber zu wechseln) in meinem
anschreiben, ohne meinen jetzigen noch-arbeitgeber schlecht zu
machen, bzw. einen faden beigeschmack einzubringen?

Nun, vielleicht hast Du aus der letzten Bewerbungsphase noch heisse Eisen im Feuer? Irgendeine andere Firma die mal prinzipielles Interesse signalisiert hatte vielleicht? Dann einfach mal nachhaken, wie bei einer „normalen“ Bewerbung halt „hatte mich ja vor einiger Zeit beworben … nix gehört … wollte mal nachfragen…“

Wenn Du neue Firmen auftun möchtest ist’s schwierig. Ich würde auf gar keinen Fall den aktuellen Arbeitgeber im Lebenslauf erwähnen, allenfalls „Seit Juni 2007 - Linksreferendar in einem kleinen Rechtsanwaltsbüro in Kleintupfing“ Im Anschreiben würde ich das auch nicht erwähnen, sondern mit „bin ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung“ oder „möchte ich in einer grossen, international führenden Kanzlei im Bereich xyz mitarbeiten“ oder ähnlichem umschiffen.

Im Bewerbungsgespräch wirst Du natürlich definitiv danach gefragt werden. Und da ist’s auch wichtig, dass Du sehr diplomatisch bleibt. Kein Personaler will hören, dass der alte Chef ein Drecksack ist, der Laden betrügt oder was auch immer. Auch das umschifft man gemeinhin mit „passte nicht in den Laden“, „Schwerpunkte der Tätigkeit haben sich in die falsche Richtung entwickelt“ oder so.

ich habe schon überlegt zu schreiben, dass ich mich bei meiner
jetztigen anstellung unterfordert fühle. wäre das ok?

Hmm, „Unterforderung“ ist immer eine schwierige Sache, vor allem da das gerne als Ausrede für schlechte Leistungen verwendet wird. Jemand der da böses reininterpretieren will, könnte auch denken „ah, dem passt’s nicht und statt sich anspruchsvollere Aufgaben zu suchen, schmeisst er alles hin - ist faul und träge, keine Initiative“ Würde ich lieber rauslassen, und mehr darauf abzielen, dass man schon immer bei xy arbeiten wollte…

Wichtig ist aber, dass -egal was Du tust - Du nichts negatives (und womöglich noch was nicht 100% bewiesenes) über den Ex-Arbeitgeber sagst/schreibst. Denn der Personaler wird davon ausgehen, dass das was Du über den Ex-Laden erzählst Du auch eines Tages über seine Firma sagen wirst. (Anekdot am Rande: ich frage meinerseits in Vorstellungsgesprächen auch meist nach dem Vorgänger - auch mir sagt das sehr viel wie über den Vorgänger gesprochen wird *fg*)

*wink*

Petzi

hallo,

die ganze situation ist in drei sätzen nicht zu erklären, das ist ja das dilemma.

es bleibt in diesem büro keine arbeit liegen, weil der chef, warum auch immer, den gazen tag fast nichts abarbeitet. und solange er nichts diktiert, bzw. mir aufgaben zuteilt sitze ich nun mal rum. ich habe ihn schon oft darauf angesprochen, aber ausser ein paar leeren versprechungen (a la „morgen fangen wir an das alles abzuarbeiten“) kommt nichts bei rum. der mann ist weit über 60 und hat wohl auch keine richtige lust mehr zum arbeiten. ihn scheint es auch nicht besonders zu interessieren wenn die mandanten anrufen und nach ihren sachen fragen. „die sollen mal locker bleben“ ist dann der standardspruch.

sorry, aber das ist doch kein arbeiten. lt. aussage meiner vorgängerin hat es dort noch nieimand länger als 2 jahre ausgehalten…

danke für deine ratschläge, aber das ist zwecklos.

gerne würde ich im rechtsanwaltsbereich bleiben, würde natürlich auch andere bürarbeiten sofort annehmen, da bin ich voll flexibel.

gruss

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hallo,

naja, der stress bricht gegen abend nicht aus, das habe ich vielleicht etwas missdeutig geschrieben. es ist so dass der chef erst dann anfängt was zu tun. die arbeitszeit nach hinten verschieben möchte er auch nicht, dann ist ja morgens keiner da und die auszubildenden dürfen ja nicht ans telefon gehen. auf alle anderen fragen bin ich in meinem anderen antwortposting bereits eingegangen. das ganze arbeitsklima ist dort einfach fürchterlich.

ansonsten danke für deine antwort, der tip den aktuellen arbeitgeber im anschreiben nicht zu erwähnen ist nicht schlecht.

gruss

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kommt mir bekannt vor
Hallo,

der chef kommt oft
erst so gegen 11 uhr,

Meiner nicht vor 13 Uhr.

bis dahin sitze ich nur rum, weil nichts
zu tun ist,

Na ich „darf“ wenigstens die Post öffnen und aus den vielen Aktenstapeln die Akten dazu raussuchen (mit denen ich dann wiederum ein weiteren zu den mindestens 10 überall verteilten Stapeln bilde)

so gegen 16 uhr kommt dann der chef
auch mal aus der mittagspause wieder,

Meiner futtert sein Fastfood vor Ort. Da will er aber mit nichts belästigt werden dabei!

dann fängt er langsam an
zu arbeiten und gegen feierabend wird es dann immer knapp,

Bis auf paar kleine Unterschiede könnte die Storry fast von mir sein. *würg*

weiterhin bleiben viele sachen unerledigt, die
akten stapeln sich überall und wenn im dem wust etwas
untergeht sind immer die angestellten schuld.

Und am Telfeon lässt man sich anbrüllen, weil er nicht zurückruft, weils auch keine Anweisungen/Reaktionen gibt, was man den Mandanten sagen kann und wann er denn mal sprechbar ist.

wie formuliere ich diesen umstand (nach nur drei monaten
anstellung erneut den arbeitgeber zu wechseln) in meinem
anschreiben, ohne meinen jetzigen noch-arbeitgeber schlecht zu
machen, bzw. einen faden beigeschmack einzubringen?

Gute Frage. Ich war vorher in nem ganz anderen Bereich und bin jetzt gerade in der Kündigungsphase, aber mir reichts grade dermaßen, dass ich keinen Bock auf weitere solche Erfahrungen habe.

ich habe schon überlegt zu schreiben, dass ich mich bei meiner
jetztigen anstellung unterfordert fühle. wäre das ok?

Das klingt nicht so gut. Einfach neutral bewerben und schauen, was kommt. Bist du REFA?

MfG

o.t.
Hallo Petzi,

Anekdot am Rande:
ich frage meinerseits in Vorstellungsgesprächen auch meist
nach dem Vorgänger - auch mir sagt das sehr viel wie über den
Vorgänger gesprochen wird *fg*

Eine simple aber geniale Idee. Werd ich in Zukunft auch machen (jetzt, wo ich wieder auf Bewerbungstour gehe).

Grüßle