Brauche Hilfe bei der Bewertung vom Arbeitszeugnis

Kann mir jemand helfen mein Arbeitszeugnis zu deuten. Ist dies gut oder eher schlecht?? Freue mich über sinnvolle Tipps.

Arbeitszeugnis

Frau xxxx, geboren am xxxxx, war in der Zeit vom 01.12.2002 bis 31.07.2007 als Verkäuferin in unserer Bäckerei tätig.

Zu ihrem Aufgabengebiet gehörten:

  • Kundenfreundliche Warendarbietung
  • Serviceorientiertes Auftreten gegenüber unseren Kunden
  • Korrekte Kassenführung
  • Abbacken aller zum Verkauf vorgesehenen Teiglinge im Ladenbackofen
  • Saison- und aktionsbezogendes Dekorien des Verkaufsraumes

Frau xxx hat sich schnell und sicher in das Aufgabengebiet eingearbeitet und ihre Tätigkeiten selbstständig und gewissenhaft durchgeführt.
Bei der Erledigung aller ihrer Aufgaben zeichnete sich Frau xxxx durch Gewissenhaftigkeit, Fleiß und Selbstständigkeit aus.
Frau xxx zeigte stets eine gute Einsatzbereitschaft. Ihre optimistische Haltung auch in schwierigen Fällen wirkte beflügelnd.
Frau xxxx war stets ehrlich, fleißig und pünktlich.
Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets einwandfrei.
Frau xxxx verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihre Entscheidung und danken ihr für die gute Zusammenarbeit.
Wir wünschen ihr auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Hallo erstmal

Ist dies
gut oder eher schlecht??

Alles gemischt, der Verfasser scheint wohl nicht so erfahren zu sein. Siehe in FAQ:2027 den Part mit der Vorababschätzung

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen ***und Kunden*** war
stets einwandfrei.

…Reihenfolge :frowning:

mfg M.L.

Hallo,

zu den Äußerlichkeiten: das Zeugnis muss…

  • auf offiziellem Firmenpapier geschrieben sein
  • darf nur geknickt sein wenn man es kopieren kann ohne dass die Knicke auf den Duplikaten sichtbar sind
  • das Adressfeld darf nicht, wie bei einem Brief, ausgefüllt sein
  • das Datum SOLLTE (ist aber nicht einklagbar) auf den Tag des Ausscheidens aus dem Unternehmen datiert sein (nicht etwa auf das Datum, an dem der Text geschrieben wurde)
  • die Unterschrift muss von einem hochrangigen Vertreter der Firma (Chef, Leiter Personalabteilung, …) persönlich geleistet worden sein. „I. A. Müller, Sekretärin des Abteilungsleiters“ reicht nicht
  • unter der Unterschrift müssen Name und Funktion des Unterzeichnenden nochmal in Maschinenschrift stehen.

Nun zum Inhalt.

Zu ihrem Aufgabengebiet gehörten:

  • Kundenfreundliche Warendarbietung
  • Serviceorientiertes Auftreten gegenüber unseren Kunden
  • Korrekte Kassenführung
  • Abbacken aller zum Verkauf vorgesehenen Teiglinge im
    Ladenbackofen
  • Saison- und aktionsbezogendes Dekorien des Verkaufsraumes

Hast du auch Brötchen verkauft? Ich lese hier nicht so direkt, dass du Kunden beraten und Waren verkauft hast. Es klingt so, als hättest du nur Fenster geputzt oder so…

Ich würde die Beratungs- und Verkaufstätigkeit dringend zum einen aufnehmen und zum anderen betonen, denn das war ja wohl die Hauptsache deiner Arbeit als Verkäuferin.

Frau xxx hat sich schnell und sicher in das Aufgabengebiet
eingearbeitet

Interessiert einen das 7 Jahre später? Nichts dagegen, dass man deine Auffassungsgabe positiv hervorhebt. Das reicht aber nicht! Da sollte weit mehr über deine Kompetenz stehen, dass du dir Fachwissen angeeignet hast und dich mit Brotsorten und dem Umgang damit etc. auskennst, dass du die Führung des Ladens drauf hattest usw.

und ihre Tätigkeiten selbstständig und

gewissenhaft durchgeführt.

Bei der Erledigung aller ihrer Aufgaben zeichnete sich Frau
xxxx durch Gewissenhaftigkeit, Fleiß und Selbstständigkeit
aus.

Du warst jahrelang in dem Unternehmen - und alles, was davon übrig bleibt, sind „Selbstverständlichkeiten“? Ich denke, dass der Schreiber es hier gut mit dir meinte - es aber schlecht rüber bringt. Wenn man dich lobt, muss das deutlicher ausgeführt werden. Ansonsten kommt es so rüber, als könne man nicht viel Gutes schreiben und belässt es dann bei ein paar allgemeinen Aussagen - die einem kritischen Leser aber andeuten, dass du keine besonderen Fähigkeiten darbieten konntest.

Frau xxx zeigte stets eine gute Einsatzbereitschaft. Ihre
optimistische Haltung auch in schwierigen Fällen wirkte
beflügelnd.

„Beflügelnd“ klingt sehr daneben, geradezu lächerlich. Du warst Verkäuferin, kein Clown. Das sollte man also anders formulieren und auch hier: zu wenig für deine langjährige Tätigkeit. Da muss mehr stehen und es muss konkreter werden.

Frau xxxx war stets ehrlich, fleißig und pünktlich.

OK, aber selbstverständlich und fast nicht der Rede wert. Über eine auffallend gute Mitarbeiterin wüsste ich mehr zu berichten…

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war
stets einwandfrei.

Ist auch ziemlich matt. In deinem Job sind Kundenfreundlichkeit und Ehrlichkeit wichtige Faktoren. Das wird hier wieder nur mit einem Standard-Satz abgetan.

Frau xxxx verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir
bedauern ihre Entscheidung und danken ihr für die gute
Zusammenarbeit.

OK, das ist eine gute Passage.

Wir wünschen ihr auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg
alles Gute und viel Erfolg.

Hier fehlt ein „weiterhin… viel Erfolg“ - man denkt sonst, auch in Anbetracht des restlichen Zeugnisses, dass du eine halbwegs tragbare Mitschwimmerin warst, die aber nicht zu den positiven Stützen des Unternehmens zählte.

Ich denke, dass man dir keinen reinwürgen will, sondern es einfach nur nicht besser wusste. Wichtig ist, dass die ganze Sache ausführlicher und detaillierter wird, und man sich nicht hinter ein paar nichtssagenden Standardfloskeln versteckt. Das wirkt nach außen so, also hättest du deinen Job so lala erledigt und mehr nicht.

Gruß,

MecFleih