Brauche Hilfe bei Import von Waren aus China

Hallo

zuerst möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Daniel Geiling. Ich plane in naher Zukunft einen Importhandel mit meinem Bekannten Andreas Zeiser zu eröffnen.

Wir haben bereits gute Kontakte in China gefunden und konnten schon gute Angebote einholen. Momentan versuche ich gerade Informationen zu Versandkosten, Zoll , etc. zu sammeln.

Da ich zu den Themen noch nicht sehr viel weiss, wäre ich für jegliche Hilfe sehr dankbar. Ich schreibe mal ein paar konkrete Fragen auf, die mich momentan beschäftigen.

Muss ich die Frachtkosten für jede Ware einzeln bei der Spedition anfragen oder kann man die Kosten selbst berechnen?

Was muss ich alles machen nach der Bestellung beim Lieferanten?

Welche Angaben braucht der Spediteur um den Versand abzuwickeln?

Das wars erstmal… Ich hoffe auf zahlreiche Antworten.

Mit freundlichen Grüssen

Daniel Geiling

Auch Hallo,

versuchen wir mal ein paar Antworten.

Muss ich die Frachtkosten für jede Ware einzeln bei der
Spedition anfragen oder kann man die Kosten selbst berechnen?

Das kommt ganz darauf an, was für eine Spedition Du hast und was für einen Vertrag Du mit ihr abschliesst. Wenn Du langfristig mit einer Firma arbeiten willst, kannst Du ein auf Dich zugeschnittes Angebot erhalten. Je homogener Deiner Sendungen sind, desto einfacher ist es, ein Angebot zu erstellen.

Was muss ich alles machen nach der Bestellung beim
Lieferanten?

Wichtig ist, dass Du die Incoterms kennst und die Bestellung beim lieferanten nach einer klar definierten Incoterm tätigst. Dies hat auch Auswirkungen auf die Aufträge, die Du Deiner Spedition geben musst. Für Bestellungen sollten die Incoterms immer nach diesem Muster angegeben sein: „Incoterm“ Ort, gem. Incoterms von „Jahreszahl“, z. B. FOB Shenzhen, gem. Incoterms von 2005.

Welche Angaben braucht der Spediteur um den Versand
abzuwickeln?

Wichtigste Angabe ist, siehe oben, die Incoterm. Wenn Du Deinem Spediteur alle Unterlagen, insbesondere Handelsrechnung, Packliste, B/L, Ursprungszeugnis und einen klar definierten Auftrag, z. B. Übernahme ab Kai Hamburg, Verzollung zum freien Verkehr und Zustellung bei „Adresse“. Terminabstimmung mit „Person“ unter „Telefonnummer“ gibst, sollte alles klappen.

Welche Mengen werdet Ihr einführen und wie regelmäßig? Wenn Ihr monatlich mehr als 20 Vollcontainer importiert, solltet Ihr eine Firma mit Erfahrung im Supply Chain Management wählen. Hier empfehlen sich am ehesten die Logistiksparten der Schiffahrtslinien (APL Logistics in Hamburg z. B.). Bei 3 bis 4 Stückgut Sendungen im Monat „reichen“ auch Panalpina oder Schenker.

Gruß,

Florian

Hoffe, das war hilfreich.

Auch Hallo,

versuchen wir mal ein paar Antworten.

Muss ich die Frachtkosten für jede Ware einzeln bei der
Spedition anfragen oder kann man die Kosten selbst berechnen?

Das kommt ganz darauf an, was für eine Spedition Du hast und
was für einen Vertrag Du mit ihr abschliesst. Wenn Du
langfristig mit einer Firma arbeiten willst, kannst Du ein auf
Dich zugeschnittes Angebot erhalten. Je homogener Deiner
Sendungen sind, desto einfacher ist es, ein Angebot zu
erstellen.

Fast. Wenn Du Container verschiffst ist es egal was du reintust (solange es kein Gefahrgut ist), du wirst einen Preis pro Cont. bekommen). Bei Stueckgut (LCL) ist es auch egal. Du bekommst dann einen „w/m“ Preis. „w/m“ bedeuet weight/measurement, d.h. was immer hoher ist wird berechnet. Bsp: 300 kg mit 4,2 cbm = 4.2 x die Rate. Einen „Vertrag“ musst du jedoch mit keiner Spedition abschliessen - diesen schliesst Du erst bei Buchung ab. Fuer jede Verschiffung kannst Du eine andere Spedition nehmen wenn Du willst. Sei aber drauf vorbereitet, dass du als Neukunde „cash against documents“ zahlst.

Was muss ich alles machen nach der Bestellung beim
Lieferanten?

Wichtig ist, dass Du die Incoterms kennst und die Bestellung
beim lieferanten nach einer klar definierten Incoterm tätigst.
Dies hat auch Auswirkungen auf die Aufträge, die Du Deiner
Spedition geben musst. Für Bestellungen sollten die Incoterms
immer nach diesem Muster angegeben sein: „Incoterm“ Ort, gem.
Incoterms von „Jahreszahl“, z. B. FOB Shenzhen, gem. Incoterms
von 2005.

So genau (aus welchem Jahr die INCO sind) muss der Spediteur das gar nicht wissen. Aber er MUSS wissen ob Du nun EXW, FCA oder FOB einkaufst und ob Du bis CFR, DDU oder gar DDP lieferst. Aber eigentlich fragst du das ja schon in deinem Angebot. So muss der Spedituer bei Bestellung eigentlich nur die Kontaktdaten deines suppliers in China haben damit er diesen kontaktieren kann um vor ort alles abzustimmen.

Welche Angaben braucht der Spediteur um den Versand
abzuwickeln?

Wichtigste Angabe ist, siehe oben, die Incoterm. Wenn Du
Deinem Spediteur alle Unterlagen, insbesondere
Handelsrechnung, Packliste, B/L, Ursprungszeugnis und einen
klar definierten Auftrag, z. B. Übernahme ab Kai Hamburg,
Verzollung zum freien Verkehr und Zustellung bei „Adresse“.
Terminabstimmung mit „Person“ unter „Telefonnummer“ gibst,
sollte alles klappen.

Das B\L kannst Du Deinem Spediteur noch gar nicht geben, da Du selbiges nur bekommst wenn der Container an Bord gegangen ist. Er braucht aber die packliste und die Handelsrechnung. Das war’s. Ursprungszeugnisse werden eigentlich gar nicht mehr gebraucht.

Welche Mengen werdet Ihr einführen und wie regelmäßig? Wenn
Ihr monatlich mehr als 20 Vollcontainer importiert, solltet
Ihr eine Firma mit Erfahrung im Supply Chain Management
wählen. Hier empfehlen sich am ehesten die Logistiksparten der
Schiffahrtslinien (APL Logistics in Hamburg z. B.). Bei 3 bis
4 Stückgut Sendungen im Monat „reichen“ auch Panalpina oder
Schenker.

Na dann mal viel Spass bei 3 Sendungen im Monat bei Schenker oder Panalpina anzufragen… Die befassen sich mit groesserem. Und auch die Logitiksparten der grossen Reederein sind da eher an den grossen Fischen interessiert. Gibt aber genug mittelstaendische Speditionen wo Du sicher gut aufgehoben bist.

Viel Erfolg

laowai